In den 1980er Jahren, als japanische Autos auf den europäischen Markt kamen, wurde an meiner Berufsschule, der Gewerbeschule für Kraftfahrzeugtechnik, in den Pausen heiß diskutiert: Diese „Reiskocher“ hätten keine lange Lebensdauer. Es wurde über Sollbruchstellen und sonstige technische Kniffe gemunkelt, die die Autos schnell kaputtgehen lassen. Ob das eine Art Verschwörungstheorie oder sogar ein gestreutes Gerücht der europäischen Hersteller war, lässt sich leider nicht mehr feststellen.
Eine ähnliche Diskussion findet gerade wieder statt und der Begriff „Obsoleszenz“ breitet sich aus.
Obso-was?
Das Adjektiv „obsolet“ = „nicht mehr gebräuchlich“ kann man (muss aber nicht) kennen und „Obsoleszenz“ = „Die Veralterung eines Produktes“ ist das dazugehörige Substantiv. Der „Duden“ schreibt, dass dieses Wort selten oder gar nicht belegt ist. Ich wette, dass sich das demnächst ändern wird.
Als Einstieg ins Thema eignet sich, wie so oft, der dazugehörige Wikipedia-Artikel mit einigen interessanten Links. Artikel zu aktuellen Fragen und Fällen gibt es inzwischen einige. In der Online-Ausgabe des Münchner Merkur steht, dass „Unternehmen künstliche Schwachstelle in Produkte“ einbauen und das Greenpeace Magazin schreibt, dass Hersteller Sollbruchstellen einbauen, damit Produkte schneller kaputtgehen.
Ein Interview mit dem Betreiber der Seite Murks? Nein, danke ist in der taz erschienen und in unserer Kampagnen-Community GreenAction gibt es eine Aktion dazu.
Am Mittwoch, 18.07.2012, 20:15 Uhr wird der Film
SCHMEISS WEG, KAUF NEU! WARUM NICHT MEHR REPARIERT WIRD
im SWR gezeigt. In Deutschland fallen jedes Jahr 700.000 Tonnen Elektroschrott an, ein Müllberg so schwer wie zehn Millionen Waschmaschinen, nur weitaus größer. Alles Geräte, die irgendwo auf der Welt mühsam hergestellt wurden, teils zu Billiglöhnen und unter erheblicher Belastung der Umwelt. Die Filmemacher fragen: Aber warum werden sie dann nicht repariert? Weitere Sendetermine gibt es auf der Seite des SWR und auf der Seite von Pier 53 Filmproduktion.
Repariert wird allerdings schon noch, aber eben nicht mehr von oder über die Herstellerfirmen, das Thema „Reparatur“ wird neu entdeckt. Selbsthilfewerkstätten existieren ja schon länger, aber sie waren meistens für Auto- oder Motorradfahrer. Ein Bericht zu „Reparieren statt Wegwerfen“ war in der ARD-Sendung „plusminus“ zu sehen, der Text zur Sendung ist online.
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Lottina
Neben dem wirtschaftlichen Interesse (liebe Neuverkauf) scheint auch das Reparieren schwieriger geworden zu sein. Da neigt Käufer dazu, sich lieber das preiswerte Neugerät zu kaufen als die häufig weitere Repeaturen nach sich ziehende Reperatur vorzunehmen.
12.7.2012 um 22:49 Uhr ·
andersdenkender
Ich glaube heute ist die Technik viel komplexer, da wirft es schnell welche aus der Bahn. Und wenn die Garantie weg ist beim Handanlegen würde ich jetzt auch nicht experimentieren wollen. Was soll man den bitte selbst reparieren? Waschmaschine, Auto, Smartphone? Ich könnte gar nichts und würde es direkt an eine (in der Regel freie) Reparaturstelle geben. Die machen es eigentlich immer gut und preiswert.
) und die verbundene Arbeit eigentlich sparen und sich 2 mitnehmen.
Und wenn natürlich der Ball nur ein Euro gekostet hat kann man sich den Pflicken (richtig geschrieben?!
12.7.2012 um 23:23 Uhr ·
Waldschrat
Zitat:
n den 1980er Jahren, als japanische Autos auf den europäischen Markt kamen, wurde an meiner Berufsschule, der Gewerbeschule für Kraftfahrzeugtechnik, in den Pausen heiß diskutiert: Diese „Reiskocher“ hätten keine lange Lebensdauer. Es wurde über Sollbruchstellen und sonstige technische Kniffe gemunkelt, die die Autos schnell kaputtgehen lassen.
———————————————————————————-
Dies zeugt von völliger Unkenntnis der Fakten.
Die Japanischen Autos der 80ger Jahre waren Qualitativ hochstehnd.
In diesen genau diesen 80ger Jahren wurden Deutsche Markrn wie Opel von Sparwütigen (Lopez) geschlachtet.
Dies war auch der Anfang des Niedergangs von DB, dem Stern.
Warum schreibt jemand hier so einen Schrott?
12.7.2012 um 22:59 Uhr ·
andersdenkender
Weil es seine subjektiven Erfahrungen sind – diese gleich als Schrott zu bezeichnen finde ich untolerant. Schließlich kann man nichts für seine Erfahrungen oder?
).
Zudem ist es wirklich so das man nicht grad auf langlebige Sachen setzt, auch bei Textilien (und damit ist nicht der Used-Look gemeint
12.7.2012 um 23:13 Uhr ·
Pu244
Diesen “Schrott” schreibt man weil diese Gerüchte in den 80ern tatsächlich die Runde gemacht haben, das sie nicht gestimmt haben ist erst in den späten 90ern klar geworden.
13.7.2012 um 17:32 Uhr ·
Marina
Nicht wir Verbraucher sind allein schuld, dass immer wieder neu gekauft werden muss, weil etwas nicht mehr reparabel zu sein scheint.
Auch die Wirtschaft, weil sie Profit machen möchte, hat sie Interesse daran, dass ständig gekauft wird. Durch Reparaturen kurbelt man keine Wirtschaft an!
Dass dadurch immense Müllberge entstehen, gleichzeitig werden entsprechende Ressourcen knapp und stetig mehr Energie verbraucht als unbedingt nötig, dies interessiert wohl nur vereinzelt manche – nicht aber Wirtschaft und Politik!
Auch in der Hinsicht kann eine Energiewende herbeigeführt werden, wenn ein baldiges Umdenken erfolgt, und zwar weltweit … im Sinne: Reparieren statt weg-
werfen!
Überhaupt soll endlich mit dem Wachstumsdenken aufhören … Qualität statt Quantität.
Den Hinweis auf die Sendung im SWR am kommenden Mittwoch finde ich gut!
Ich werde sie mir auf jeden Fall ansehen. – - -
13.7.2012 um 00:01 Uhr ·
Lottina
da muss ich Dir Recht geben. und den Beitrag werde ich mir ansehen.
13.7.2012 um 13:10 Uhr ·
andersdenkender
Naja, wie soll ein Unternehmen den Kunden vermitteln das sein Produkt länger hält als das der Konkurrenz? Und will der Kunde in 10 Jahren immer noch mit demselben Produkt rumlaufen? Da gibt es einfach viele Sachen die vergänglich sind und das liegt nicht an der Wirtschaft, daran ist der Fortschritt “schuld”.
13.7.2012 um 13:17 Uhr ·
stefan
und die elektrogeräte werden nicht nur nicht repariert, sie landen auch noch im müll. obwohl sie eine riesige rohstoffquelle sind, werden stattdessen weltweit unter meist unverantwortlichen ökologischen und sozialen bedingungen dieselben rohstoffe aus der erde gefördert. auch ökonomisch völliger schwachsinn: “Beispiel Kupfer: Um eine Tonne davon aus der Erde zu holen, müssten tausend Tonnen Gestein bewegt, aber nur etwa sieben Tonnen Platinen recycelt werden.” (http://www.zeit.de/2012/20/Rohstoffe-Recycling/komplettansicht). noch verrückter: deutschland “verkauft” seinen müllschatz nach afrika, wo wiederum die einheimischen unter äußerst gesundheits- und umweltschädlichen bedingungen versuchen, die metalle etc. zu extrahieren. da fehlen einem echt die worte.
13.7.2012 um 06:20 Uhr ·
Lottina
Ja, St. das habe ich auch gelesen. Und das alles nur, weil das Recyclen angeblich bei uns zu teuer wäre! Da fällt mir wirklich nichts mehr ein. (Allerdings wechsle ich z.B. mein Handy nicht. Erst wenn nichts mehr geht gibt es ein Neues und ich bringe es natürlich zurück, in der Hoffnung, dass der Hersteller wenigstens hier selbst handelt)
13.7.2012 um 13:15 Uhr ·
andersdenkender
Was zu teuer ist ist zu teuer und wird nicht gemacht, obwohl ich jetzt grad wirklich nicht weiß inwiefern sich das in De lohnt.
13.7.2012 um 13:23 Uhr
Lottina
Wäre das Handy nicht ein sich ständig in Farbe, Form und Design, vielleicht auch Technik veränderndes Gerät, würden weniger gekauft. Eine Idee wäre, Neuerungen in alen Geräten z installieren. Geht natürlich nicht überal! Die Sache mit der Qualität und einer guten Reperaturwerkstatt hat schon was. Am Auto merke ich, dass Fabrikate (deren Namen ich hier lieber nicht nenne) mit schlechter Werkstatt und häufigen Reparaturdaten von mir trotz geringeren Preises nicht mehr gekauft werden.
13.7.2012 um 13:29 Uhr
Lottina
Sorry, Dreckfuhler!
13.7.2012 um 13:29 Uhr
Lottina
Und zur Erinnerung: Das ” made in Germany” war zwar auf deutschen Waren nicht dafür gemacht, galt aber bald als Gütesiegel für gut gefertigte Waren. Das ist heute vielleicht anders, aber warum nicht daran arbeiten? Und für den Notfall: Gut ausgebildete Reparaturfachkräfte…
Ich denke, das könnte in manchen Bereichen wie beim PKW gelingen.
13.7.2012 um 13:33 Uhr
andersdenkender
Es gibt eben Bereiche die sich sehr schnell entwickeln (Technik, Mode…) wo halt jedes Jahr “Revolutionen” (O-Ton von Apple) stattfinden. Das Design ist nur das I-Tüpfelchen denn letztendlich ist ein neues Smartphone nur dann auch (sichtbar) mehr wert wenn man sieht das es “neu” ist. Und dafür braucht es halt nicht nur ein schnelleren Prozessor und eine bessere Kamera sondern eben auch ein neues Design. Das wird vom Kunden so gewünscht bzw. erwartet. Aber du hast ja selbst geschrieben das man nicht überall alles updaten und reparieren kann.
Tja und Autos? Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, fahre selbst keins und bin da wirklich kein Fachmann, generell würde ich aber sagen dass Produkte aus Deutschland weiterhin von hoher Qualität sind.
13.7.2012 um 14:15 Uhr
Marina
Ja, mein erstes Handy ist fast acht Jahre alt – und funktioniert immer noch!
Allerdings macht der Akku in der letzten Zeit öfters in kürzeren Abständen schlapp …
Irgendwann war´s das. Ich denke, es hat all die Jahre seine Dienste geleistet, und dann hat es eben ausgedient.
Mein zweites Handy habe ich im Grunde nur wegen der eingebauten Kamera als einzigen Luxus, den ich in Anspruch nehme, gekauft. Alles andere an Schnick-Schnack könnte ich nutzen, interessiert mich aber eher weniger …
Ich glaube, auch dieses Handy werde ich so lange im Gebrauch haben, bis es
halt nicht mehr geht.
Und ich hoffe, es hält auch noch einige Jahre, es sei denn, der Hersteller hat eine
sogenannte Obsoleszenz miteingebaut, so dass es bereits nach zwei bis drei Jahren gewissermaßen den Geist aufgibt!
Dies wäre natürlich blöd, aber gut für die Wirtschaft, weil die meint, sie könnte wieder ein Neues an mich verkaufen – unter gleichen Obsoleszenz-Bedingungen,
— es sei denn, ich würde mein Handy wieder instandsetzen lassen!
Das aber wäre gut – zur Schonung der Ressourcen und es könnte weitaus weniger Energie verbraucht werden, wenn wesentlich mehr Menschen so denken würden, wie eben beschrieben, was allerdings nicht im Sinne des Erfinders, ich meine der Wirtschaft wäre!
Denn mit jedem Kauf einer Ware – besonders mit den aktuellsten Neuerungen – soll ja die Wirtschaft angekurbelt werden, um vor allem die Profitgier der Hersteller zufriedenzustellen, deren ureigenstes Interesse ist, durch entsprechende Werbung bei uns sogar Wünsche zu wecken, die wir vielleicht bis dato noch nicht gekannt haben!
Ja, alles Psychologie diese Marketingstrategie, und nur recht wenige der möglichen Kunden sind dagegen gefeit – das Gros jedoch unterliegt dieser Werbung rund um die Uhr in den Medien …
Außerdem:
Wer will denn nicht up to date – auf dem neusten Stand sein, um bei den anderen
in seiner Umgebung oder in der Gesellschaft allgemein etwas zu gelten?!
Kann ich verstehen …
Doch mit dieser Denke macht man sich ohnehin nur ausgesprochen abhängig -
gerade in seinem Wertegefühl gegenüber anderen.
Und dies erzeugt auch in einer gewissen Hinsicht Stress.
Ich sehe und nehme alles ein Stück weit gelassener, – und wenn mir quasi piepegal
ist, was und wie andere darüber oder auch über mich denken, fühle ich mich
im Großen und Ganzen sehr viel freier.
Es ist meine Entscheidung, so bewusst frei zu leben – freilich allerdings in einem
mehr oder weniger weit gesteckten Rahmen der Gesellschaftsordnung …
- – -
15.7.2012 um 16:26 Uhr
andersdenkender
Mich stört dieses “böse profitgierige Wirtschaft”-Gehabe, letztendlich ist es der Verbraucher der ein neues Smartphone will (und zwar anders als bei dir in der Regel bevor das alte Gerät “tot” ist). Und Smartphones sind Alltagsgegenstände, sie werden viel mehr gebraucht als das Nokia dazumal, insofern ist es für mich nachvollziehbar wenn sie nicht ganz so lange halten. Inwiefern Hersteller aber absichtlich Fehler in ihre Produkte einbauen kann ich nicht beurteilen, zumindest werden sie nicht einfach so ultra stabile Produkte bauen ohne sie als solche anzupreisen. Es gibt viele Verkaufsstrategien die ich nicht schätze, aber jeder entscheidet selbst was er kauft, “die Wirtschaft” bietet es nur an. Gute Werbung kann bei den Kunden Interesse wecken, ist aber keine Droge die einen dazu verführt sinnlose Produkte zu kaufen.
16.7.2012 um 14:07 Uhr
Michse
@andersdenkender:
die Wirtschaft ist halt in der Regel höchst egoistisch worauf auch unsere Marktwirtschaft beruht. Leider werden oft zuviele Anreize für solches Gesellschaftsschädliches Verhalten gegeben. Dazu gehört Resourcen so schnell wie möglich zu verbrauchen und soviel Nachfrage wie möglich zu schaffen, z.B. indem Produkte so konzipiert werden dass sie früh kaputt gehen.
16.7.2012 um 21:37 Uhr
andersdenkender
Die Wirtschaft ist so wie sie ist wegen der Anreize und der Nachfrage. Dazu gehört halt das dir umweltschützendes Verhalten der Großteil der Kunden nicht anrechnet. Oder das Kunden schnell ein neues Handy wollen. Dass sie die Produkte nicht zu einer Top Qualität anbieten erübrigt sich daraus. Dem liegt aber zugrunde dass quasi niemand heute direkt auf die Qualität achtet sondern zuerst auf den Preis.
Ich will nicht hier irgendwelche schmierigen Manager schützen, aber die Schuld auf die Wirtschaft zu schieben ist aus meiner Sicht einfach nicht fair.
16.7.2012 um 21:55 Uhr
Michse
Man muss ihr nicht die Schuld zuschieben aber man kann trotzdem anerkennen dass sie böse ist. Die Schuld würde ich erstmal den Politikern geben die die sich zum einen bestechen lassen und zum anderen zu dämlich sind vernünftige Regeln auf zu stellen.
Natürlich kann man auch den Wählenden die Schuld geben die immer und immer wieder die gleichen schlechten Parteien wählen und damit dieses System bestätigen.
16.7.2012 um 22:59 Uhr
andersdenkender
So böse halt wie der Kunde.
17.7.2012 um 12:49 Uhr
Michse
Man kann doch nicht ein Unternehmen das vorsätzlich seine Kunden und den Rest der Gesellschaft betrügt nur um mehr Profit zu machen mit einem Kunden vergleichen der oft zu wenig Zeit, zu wenig Geld oder zu wenig Wissen hat um vernünftige Kaufentscheidungen zu treffen. Wobei die Politiker dem Unternehmen oft dabei hilft diesen Zustand zu erhalten (Wofür der Politiker ja auch von den Unternehmen bezahlt wird).
Ja oft ist der Kunde auch zu geizig oder gleichgültig aber nicht vergleichbar böse.
17.7.2012 um 15:52 Uhr
andersdenkender
Was bringt das wenn 99% Prozent der Unternehmen plötzlich nachhaltig sind und die 99% Prozent der Kunden trotzdem nur beim billigsten einkaufen?
Sie sehen die Verantwortung beim Produzenten, ich eher beim Verbraucher.
“Man kann doch nicht ein Unternehmen das vorsätzlich seine Kunden und den Rest der Gesellschaft betrügt…” Inwiefern? Vielleicht denken wir beide an was anderes grad?! Und wer zu wenig Geld für “vernünftige Kaufentscheidungen” hat lebt ehrlich gesagt einfach über seine Verhältnisse…
17.7.2012 um 17:35 Uhr
Lottina
Was (andersdenkender) sollen die machen, die an mehreren Stellen finanziell gemolken werden, wenn sie sich durch Billigeinkauf retten können und das Gefühl haben, am Leben teilzuhaben?
Die halbherzige Energiewende – bei der jetzt die Kosten besonders auf die Schwachen abgewälzt werden – ist ein Beispiel. So schafft man sich die Mehrheiten für die Dinge, die eigentlich schlimm sind. Dabei ist das mit dem Geld Augenwischerei. Die Energiewende wäre für die Verbraucher bezahlbar, wenn nicht schon vorher an der Preisschraube (auch bei sinkenden Preise für die Großen) gedreht worden wäre. Wenn “Wirtschaft” nicht mehr an Verantwortung gebunden ist, gibt es Probleme. Die Atomdiskussion ist noch lange nicht beendet.
Und wieder der Gedanke, Unternehmen müssen mitgenommen werden, veranlasst werden, (vielleicht über finanzielles Tragen der Konsequenzen bei Umweltfeindlichkeit) umweltbewusster und langfristiger zu planen.
17.7.2012 um 21:18 Uhr
Bruno Straub
Die Kosten der Energiewende werden besonders auf die Schwachen abgewälzt, wie Lottina richtigerweise schreibt. Zahler ist direkt oder indirekt der Endverbraucher. Endverbraucher ist der Bürger.
Direkt wird er mit den 3,6/mit MWST 4,2 Cent pro kWh über die Stromrechnung belastet. Indirekt trägt er natürlich auch die EEG-Kosten, die die Produzenten, soweit sie nicht exportieren, über den Preis ihrer Produkte beim “Bürger” wieder einkassieren. (Und das ist im Zweifelsfall deutlich mehr, als über die Stromrechnung eingezogen wird – und das bezeichnenderweise wie ein Staatsgeheimnis verschwiegen wird).
17.7.2012 um 23:38 Uhr
stefan
das soziale ungleichgewicht bei der kostenverteilung der energiewende ist nicht zu leugnen. das ist jedoch kein argument gegen die energiewende, denn man muss die kosten immer in relation sehen. direkte ausgaben für strom machen momentan durchschnittlich nur 2,5 % des budgets der privaten haushalte aus. die 3,6 ct/kwh bedeuten durchschnittlich 10 € mehrkosten im monat. der beitrag für ee an der strompreiserhöhung der letzten 5 jahre beläuft sich auf weniger als 50 %. für so ein megaprojekt scheint das ganze ein sehr günstiger preis zu sein, verglichen mit der teuerungsrate in manchen anderen bereichen sogar richtig billig. und wer clever ist, strom spart bzw. effizienter nutzt, kommt am ende vielleicht sogar günstiger weg als zuvor. auf lange sicht – sprich: wenn die wende vollzogen ist – wird das sowieso für jeden der fall sein.
18.7.2012 um 08:50 Uhr
Michse
@andersdenkender:
Nein ich sehe die Verantwortung bei den Politikern die vernünftige Regeln erschaffen sollten.
Bei den Unternehmen kann man nach ihrer moralischen Verantwortung fragen.
Oft sind es aber auch die Unternehmen die ihre Kunden zu schlechten Kaufeinentscheidungen hin beeinflussen wie z.B. bei VW wo der Aufpreis für die Blue Motion Technologie um ein vielfaches höher ist als die Mehrkosten für das Unternehmen sind.
18.7.2012 um 10:23 Uhr
andersdenkender
@Michse:
Die Aufgabe der Politiker besteht darin auf das Volk zu hören – und das schreit nun wirklich nicht “Wir wollen nachhaltiges Wirtschaften!!!”. Warum auch? Es profitiert ja davon – zumindest solange niemand auf die Idee kommt das es uns auch “morgen” noch gibt und solche Kosten mit einbezieht.
Und ob die Kosten für “Blue Motion” jetzt wirklich um ein vielfaches wie sie schreiben höher sind als die Mehrkosten des Unternehmens bezweifle ich. Haben sie da eine Quelle? Und generell einen sparsamen (besseren) Motor zu einem Aufpreis anzubieten ist nicht falsch.
18.7.2012 um 14:38 Uhr
Michse
@andersdenkender:
Es wäre schön wenn die Politiker nur auf das Volk hören würden ,oder besser an dessen Wohlergehen interessiert wäre, aber leider ist der Einfluss der Lobbyisten doch erheblich. Das Volk wollte bestimmt nicht Steuervergünstigungen für Hotels oder dass Energieversorger extremste Gewinne einstreichen und es danach auf den Kosten der Atommüllentsorgung sitzen lassen.
Was die Mehrkosten für Blue Motion angeht habe ich mich auf Greenpeace als Quelle verlasse:
http://www.greenpeace.de/nachrichten/artikel/greenpeace_volkswagen_das_problem/
Und ich kritisiere dabei auch nicht dass es Mehrkosten gibt sondern die Höhe der Mehrkosten.
18.7.2012 um 14:55 Uhr
andersdenkender
@Michse:
“Diese Mehrkosten für die von VW als Blue Motion (…) bezeichnete Spartechnologie liegen um ein Mehrfaches über den Herstellungskosten. ”
Herstellungskosten? Sind da die Forschungskosten drin? Würde mich wundern wenn VW so etwas veröffentlicht…Schade das GP gerade da so schwammig ist.
18.7.2012 um 17:51 Uhr
Michse
Wenn man durch zu hohe Kosten vom Kauf abschreckt rentiert sich dir Forschung auch nicht.
18.7.2012 um 18:56 Uhr
andersdenkender
Ach da kann man wunderschöne Angebots und Nachfragekurven erstellen, da sitzen meistens kluge Leute hinter. Und wenn es mal schief geht kümmert das den zweitgrößten Autokonzern wenig. Wirtschaft es genau das, sich darum zu kümmern das die richtigen (=gewinnbringenden) Ideen mit Geld versorgt werden und das diese die schlechten Ideen kompensieren.
Aus Wiki:
“Die Volkswagen AG (abgekürzt VW AG) mit Sitz in Wolfsburg, ist die Konzern-Muttergesellschaft der Fahrzeugmarken Audi, Bentley, Bugatti, Ducati, Lamborghini, MAN, Neoplan, Porsche, Scania, Seat, Škoda, Volkswagen und Volkswagen Nutzfahrzeuge.[2] Sie ist der größte Automobilhersteller Europas und der zweitgrößte der Welt.[3]”
15,3 Milliarden Euro Gewinn im Jahr 2011. Die juckts wenig wenn ein paar Millionen für Forschung flöten gehen
18.7.2012 um 19:31 Uhr
Lottina
Tja, Stefan, ich fürchte, die soziale Ungleichheit spielt denen in die Hände, die etwas gegen die Energiewende haben. Das Argument, diese Kosten kommen auch auf Euch zu, erschlägt besonders die, die als einfache Menschen geglaubt haben, das “Atomenergie bei uns sicherer und sauber” sei.
Hier fehlt es an sachlichen Informationen über die Risiken hier und an Ehrlichkeit in der öffentlichen politischen Kostendiskussion, besonders im Hinblick auf die, die zahlen könnten, aber nicht wollen. Es ist wie beim Monopoly, die Gesamgelder werden beim Spiel mit erweiterten Regeln immer weniger, einige bereichern sich.
Über die Wichtigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland wird da weitgehend vorenthalten, dass eine gescheite Energiewende langfristig nicht nur ökologisch sinnvoll ist.
27.7.2012 um 11:17 Uhr
Lottina
Und ich denke, dass nicht nur die sogenannte gebildete Schicht erreicht werden muss. Sprich mal mit denen, die am Stammtisch, der Theke in der Eckkneipe zu finden sind, die, die am Band in Sorge um den Arbeitsplatz richtig ackern müssen, die zum Eindenken oft gar keine Zeit und Kraft haben,die eigentlich immer wieder draufzahlen. Die haben ganz verständliche Wünsche und Bedürfnisse. Wenn wir die auch mehrheitlich erreichen können, wird sich etwas ändern.
27.7.2012 um 11:24 Uhr
Lottina
Ich nenne Dir mal die Denke, die mir bei jemandem (Rente zu zweit 1400 Euro netto,) begegnet ist.” Energiewende, die werfen Geld raus, das ich dann bezahlen muss. Ich kann 50 Euro mehr im Jahr nicht bezahlen.” (Stromsparen findet übrigens schon statt)
Wie willst Du jemandem mit Sachinformation kommen, der Dir aus Existenzsorge da bereits nicht mehr zuhören mag, der dann außerdem noch die immer wieder negativen Ansichten zu Energiewende von Politikern und vermeintlich durchblickenden Experten aus der Atomlobby, die Angstmache mit Geld, wahrnimmt?
Da ist noch viel zu tun, sogar hier bei uns.
27.7.2012 um 11:33 Uhr
stefan
wenn auch etwas vereinfachend und nicht mehr ganz neu: zum themenkomplex rohstoff-”kreislauf” ist der animierte kurzfilm story of stuff (http://www.storyofstuff.org/movies-all/story-of-stuff/) sehr zu empfehlen. gibt’s auch irgendwo (z.b. youtube) mit deutscher übersetzung.
13.7.2012 um 06:29 Uhr ·
Marina
Diesen Kurzfilm habe ich schon gesehen …
Sehr empfehlenswert! – - -
15.7.2012 um 15:16 Uhr ·
Bruno Straub
Es ist vermutlich wirklich so, daß es, wie Andrej schreibt, Unternehmen gibt, “”die künstliche Schwachstellen in Produkte“ einbauen und,…. dass Hersteller Sollbruchstellen einbauen, damit Produkte schneller kaputtgehen”".
Aber auch ohne diese “schwarzen Schafe” gibt es einen fatalen Trend zum (vermeindlichen) “Kaputt- Design”: Durch den Zwang, ein möglichst billiges, im Verkaufspreis billiges Produkt, liefern zu müssen, gehen die Hersteller an die Grenze des Zumutbaren/Machbaren. Sie kennen die Ausfallraten bzw. MTBFs ihrer Produktkomponenten genau und können die “Lebensdauer” ihrer Produkte ziemlich exakt “designen”. Und so kommt denn ein Akku mit 1000 mAh und 500 Zyklen in das Gerät, statt des Akkus mit 950 mAh und 800 Zyklen. Denn ersterer ist 70 Cent billiger …und hält ja die “zwei” Jahre.
Wie wir uns gegen diesen zwangsläufigen Trend wehren können, weiß ich auch nicht. Vielleicht durch längere Gewährleistungsfristen?
17.7.2012 um 01:15 Uhr ·
andersdenkender
@Lottina:
)
Der Einfachheit halber melde ich mich hier auf deinem Beitrag vom 17.7.2012 um 21:18 Uhr, dank eines Updates für Firefox und meinem ungeschicklichen Drang direkt auf den “Neustart”-Button zu drücken, fasse ich mich hier “kurz”:
“Und wer zu wenig Geld für “vernünftige Kaufentscheidungen” hat lebt ehrlich gesagt einfach über seine Verhältnisse…” war was ich nicht dazugesagt hatte in mein “gerechtes nachhaltiges Weltbild” eingebunden, wo halt die Kosten für Umwelt und andere externe Kosten auf die Verbraucher umgelegt werden, wodurch letztendlich alle auch verzichten. Du schreibst “Dabei ist das mit dem Geld Augenwischerei.” – nichts anderes denke ich auch, ich bin sogar überzeugt das durch konventionelles Wirtschaften mehr Kosten für alle entstehen als das sie weniger (“billiger”) werden. Der Preis eines Produktes täuscht.
Weiter schreibst du “Wenn “Wirtschaft” nicht mehr an Verantwortung gebunden ist, gibt es Probleme.” – diese Ansicht teile ich. Allerdings sollte die Frage sein wie man Unternehmen ohne großen bürokratischen Aufwand nachhaltiges Wirtschaften “schmackhaft” machen kann. Mit Zwang erreicht man nichts, das führt nur zu Widerstand. Man kann auch nicht sagen “(vielleicht über finanzielles Tragen der Konsequenzen bei Umweltfeindlichkeit)” = die Unternehmen tragen die Mehrkosten für nachhaltiges Wirtschaften, denn solche Kosten werden einfach weitergegeben. Insofern ist das nur marginal anders als meine “Lösung”.
(Ok, es wird Zeit das “kurz” in Gänsefüßchen zu setzen
18.7.2012 um 14:19 Uhr ·
Lottina
Der Aufpreis beim Blue motion ist eigentlich nicht gerechtfertigt, aber man versucht auch bei den erforderlichen Zusatzkosten auch noch mal Gewinn zu machen. Nach den gängigen Wirtschaftspraxen ist das “gutes wirtschaftliches Denken”, das im Rahmen der stets so beschrieenen Marktwirtschaft durchaus legal ist. Ein Wirtschaftsunternehmen hat Gewinnoptimierung nun mal immer als Ziel. Da sehe ich das Problem der Anreizschaffung an Grenzen kommen.
Vielleicht muss man auch mal den Widerstand in Kauf nehmen, allerdings sehe ich die Drohung mit dem Abwandern einiger Industriezweige mit Sorge. Ich vermute zwar, dass Drohen (hatten wir schon) auch hier wieder nicht wahr gemacht würde, aber man muss das schon als Gefahr einschätzen können. – Oder in Kauf nehmen, dass es sich auf der Welt anders verteilt?
18.7.2012 um 15:34 Uhr ·
andersdenkender
Wieso?
) bei 10 Cent Produktionskosten. 5 Cent Gewinn pro Kaugummi A also.
Ein stark vereinfachtes Beipiel (ohne Inflation, Konkurrenz usw.):
Du besitzst eine Kaugummi-Fabrik, wo du nur eine Kaugummi-Sorte produzierst, “Kaugummi A”. Das bietet 3 Minuten den besten intensivsten Geschmack den du dir vorstellen kannst und das für einem Preis von sagen wir 15 Cent (obs realistisch tut nichts zur Sache
Jetzt hast du ein bisschen geforscht, dadurch fallen 1 Cent für die nächste Million produzierten Kaugummi B an. Die Produktionskosten für ein Kaugummi der Sorte B sind also 11 Cent. Wenn du das Kaugummi weiterhin für 15 Cent anbietest machst du “nur” noch 4 Cent Gewinn. Aber ein besseres Kaugummi für den gleichen Preis anbieten macht ja auch kein Sinn, wofür hast du den das Geld für die Forschung ausgegeben, theoretisch hätte es auch dein nächster Urlaub sein können. Du hast dein Geld investiert anstatt es auszugeben. Du könntest den Preis auf 16 Cent erhöhen – 11 Ct Produktionskosten + 5 Cent Gewinn gleich 16 Cent im Laden?! Naja, dass Problem ist das dein Kaugummi jetzt ein Viertel länger hält, die Kunden kaufen so (wie gesagt stark vereinfacht!) ein Viertel weniger Kaugummis (Vorraussetzung: du nimmst A vom Markt und bietest nur noch B an). An dieser Stelle vermisse ich grad meinen gesunden Verstand aber du “musst” den Ladenpreis um ein Viertel des Gewinns erhöhen (da du ja bei einem Viertel weniger verkauften Kaugummis ein Viertel weniger Gewinn machst). Ein Viertel von 5 Cent sind 1,25.
1,25+1+10+5=17,25 Cent für ein Kaugummi B bei gleichbleibenden Gewinn!
Stark vereinfacht aber dieser Preisunterschied kann noch viel größer sein wenn (a) die Forschungskosten höher sind, (b) weniger Kaugummis produziert werden usw.
Soweit das Beispiel – Sachen lassen sich eben deutlich besser ohne Widerstand durchbringen, deswegen sollte man ihn umgehen. Und man sollte generell zulassen das Unternehmen verschwinden, egal ob Ausland oder Insolvenz. Wenn allerdings das nur geschieht um Umweltkosten oder im großen Stile Personal- und Sicherheitskosten zu sparen sollte man es mit Sorge sehen. Aber wie immer nach dem Motto “eine Schwalbe macht noch lange keinen Sommer” = alle müssen an einem Strang ziehen.
18.7.2012 um 19:02 Uhr
andersdenkender
Das Kaugummi für 16 ct anzubieten wäre also ein wahrer Fortschrittskiller.
18.7.2012 um 19:04 Uhr
Michse
Dieses Beispiel passt aber nicht direkt zu Blue Motion da diese Technologie nicht für ein “längeres halten” sorgt sondern Treibstoffverbrauch senkt. Dieses senkt nicht die Verkaufszahlen sondern es kommt nur zu einer Verlagerung von A nach B wobei man durch die höhere Gewinnspanne von B wieder mehr verdienen kann.
18.7.2012 um 19:44 Uhr
andersdenkender
Ich sitze nicht 20 min an so einem Beispiel um dann zu merken dass man es nicht eins zu eins auf Autos übertragen kann. Ich hab mir einige Freiräume gelassen, zumal ich sowieso nur zeigen wollte warum es nicht reichen kann den ohne Aufpreis anzubieten. Oder nur mit “geringen”. Für eine Top-Analyse mit allen wirtschaftlichen Kniffen braucht man Wochen und die Arbeit wollte ich mir jetzt nicht machen.
18.7.2012 um 19:56 Uhr
Lottina
Das Kaugummi-Beispiel finde ich nett. Werde ich in Diskussionen weiter verbreiten.
21.7.2012 um 19:28 Uhr
andersdenkender
Danke

Zum Schluss noch ein Zitat, das wie jedes sehr treffend ist
“Manchmal ist es besser, eine Stunde über sein Geld nachzudenken, als eine Woche dafür zu arbeiten.”
André Kostolany
21.7.2012 um 20:55 Uhr
andersdenkender
Achja, ich genieße in den nächsten 4 Wochen meinen Urlaub, also nicht wundern wenn ich nicht antworte. Wünsche allen schöne Ferien
21.7.2012 um 22:59 Uhr
Lottina
Da habe ich meine 2 Beiträge falschherum eingegeben. Egal!
18.7.2012 um 15:36 Uhr ·
Lottina
Da habe ich Deinen Beitrag im Eifer wohl nicht richtig gelesen. Mein Anliegen wäre allerdings, die finanziell Schwächeren nicht aus dem Auge zu verlieren. Versuch mal von 500 Euro Rente (mir bekannt) umweltfreundlich einzukaufen (es geht ja nicht nur um Lebensmittel), tu das nicht nur 4 Wochen, sondern ein Jahr lang. dann wirst Du sehen, dass Herr Altmeyer bei vielen Menschen leider den Nerv sehr genau trifft. Und schon scheint Umweltschutz (hier ist es die Energiewende) zu teuer.
Bei Anreizen bin ich Deiner Meinung, allerdings nicht nur Subventionen mit der Gießkanne, die dann- wie auch schon passiert -gleich für eine Verlagerung des Betriebs ins Ausland genutzt werden.
Wie wäre es denn z.B.mit der Unterstützung von Bau und Eigentum auf Zeit von Windgaskraftwerken für Firmen, die sie nutzen könnten. Bei Abwanderung zurück damit in Staatsbesitz? Sanierungspflicht der verlassenen Industriefläche durch Firmen, damit neue Nutzung möglich ist? Abgaben für Kosten dafür im Hinblick auf eine Zahlungsunfähigkeit bei Abwanderung? Besonders bei weniger umweltfreundlicher Produktpalette?
Ist ja nur ein brainstorming, aber vielleicht gibt es Ideen und auch Sponsoren?
18.7.2012 um 15:21 Uhr ·
andersdenkender
Am besten dafür sorgen das die die finanziell Schwachen wieder stark werden, den restlichen Menschen (die nicht erwerbsfähig sind) kann natürlich weiterhin geholfen werden. Alle anderen am besten zurück in den Job, weiterbilden usw.
Ich will Subventionen so gut es geht vermeiden, sie unterdrücken in der Regel nur den Wettbewerb, zumal sich rein preislich gesehen für mich nichts ändert: der Staat subventioniert mit meinen Steuern die Unternehmen – ansonsten hätte ich höhere Preise. Da ist nur noch eine Station dazwischen, es kann also nur ineffizienter sein. Ich hab ja schon oft geschrieben wie ich es machen würde (externe Kosten, wie es so schön heißt, werden auf die Produkte aufgeschlagen), deine Ideen sind auch gut. Viele Wege führen nach Rom. Viele Wege führen durch die Energiewende zu einer wie ich hoffe nachhaltigen Wirtschaft.
Viele Leute vergessen dass die Wirtschaft ein geschlossener Kreislauf ist, man kann nicht einfach Banken retten, die Schulden sind dann immer noch da nur woanders (wenn die EZB beispielsweise Anleihen verschuldeter Staaten übernimmt). Will man jetzt die Schulden durch Inflation (“Geld drucken”) entwerten, entwertet man dass Vermögen eines jeden Bürgers. Das ist quasi eine Steuer, nur ohne dass man es jetzt dem Bürger direkt so sagen würde. Der Bürger zahlt am Ende immer, denn er ist der einzige der was produziert. Aber das weicht ein bisschen ab jetzt
18.7.2012 um 19:21 Uhr ·
Lottina
Bei facebook heißt es :Gefällt mir.
Wenn das alles so einfach wäre wie ein “Gefällt mir”! Das Denken breitet sich durch Verlagern und Erweitern solcher Diskussionen aus. Vielleicht lässt sich einiges anregend an richtigen Orten (Parteien,Verbände,Institutionen,Presse) verteilen und bearbeiten.
Gerade in den letzten Tagen habe ich zu vielen Themen, die auf diesen Seiten angesprochen sind, erfreuliche Berichte – auch über Greenpeaceaktionen- gelesen und gesehen, die zeigen, dass es in der Presse inwischen mehr Interesse und Einsicht gibt, dass bisher Gängiges hinterfragt und die Umweltthemen ernst genommen werden. Es liegt an uns allen und an den Verbänden, dass es so weitergeht.
18.7.2012 um 23:09 Uhr
andersdenkender
Ja, erstmal muss das Thema bei den Leuten ankommen, aber bei Piraten und Co sehe ich gute Chancen was zu ändern sodass sich wieder mehr Menschen für Politik interessieren. Die Menschen trauen den Politikern nicht mehr (durchaus vernünftig wenn man sich die Mappus-Geschichte anschaut) und verstehen nicht mehr worum es gerade in der Wirtschaft geht. Und dann kommen plötzlich irgendwelche Populisten an die Macht und dann haben wir den Salat erst recht!
19.7.2012 um 16:07 Uhr
Bruno Straub
Wie hat euch denn gestern Abend “SCHMEISS WEG, KAUF NEU! WARUM NICHT MEHR REPARIERT WIRD” gefallen? (Gibt es auch in der SWR Mediathek)
Meine Meinung: Informativ, etwas langatmig, bietet keine Lösungsvorschläge, zeigt aber klar die Konsequenzen, wenn nicht gegengesteuert wird: Kann nur noch schlimmer werden, weil wegen des Kostendrucks die Qualität weiter sinken wird…
19.7.2012 um 21:28 Uhr ·
Lottina
Womit wir wieder am Anfang der Diskussion sind.
21.7.2012 um 19:30 Uhr ·
brumath
Elektronische Geräte: Computer, Telefone, Mobiltelefone, Fernsehgeräte und andere Haushaltsgeräte erzeugen 40 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr, das sind mehr als 75 Tonnen pro Minute
Statistiken der Welt in Echtzeit http://de.globometer.com/recycling.php
23.7.2012 um 16:31 Uhr ·
Raphael Bolius
Die europäische Wegwerfgesellschaft ist natürlich sehr problematisch. andererseits haben wir in Europa aber wenigstens ein wenig die Chance dass in absehbarer Zeit Reparieren und recyceln wieder “modern” werden. Es ist eine Frage inwieweit es Organisationen wie Greenpeace schaffen genügend Bewußtsein für die Thematik zu schaffen.
Anders sieht es z. B. in Afrika aus. Unter http://www.jkms.info/blog/e-reader-fur-afrika/ bin ich auf diese Problematik ein wenig eingegangen. Dort gibt es ja nahezu keinerlei Recyclingsysteme und die Elektrogeräte sind nach ihrer Verwendung sozusagen hochgiftig. Wenn amerikanische oder europäische Firmen unter dem Deckmantel der “Entwicklungshilfe” Elektrogeräte exportieren, ist das ökologisch sehr bedenklich.
07.12.2012 um 13:54 Uhr ·