Ölsuche in Deutschland – geht’s noch?

31. Juli 2012 · von Christoph von Lieven

Wir schreiben das Jahr 2012. Die Folgen des Klimawandels sind immer deutlicher, das Festlandeis auf Grönland ist in Rekordgröße angeschmolzen, in den USA gibt es Dürre mit massiven Ernteausfällen  – und selbst in Deutschland soll nach Öl gesucht werden.
Das kann doch nicht wahr sein!
In Mecklenburg-Vorpommern, zwischen Stralsund und Barth, hat die Kleinstfirma CEP die Genehmigung für seismische Untersuchungen zur Ölsuche beantragt. CEP ist eine deutsch-kanadische Kleinstfirma, laut Wirtschaftsauskunft Creditreform vom Februar mit schwacher Bonität und bilanziell überschuldet. Alleine für den Fall, dass etwas schief geht, sind also wahrscheinlich nicht einmal Mittel vorhanden, um die Schäden auch nur finanziell auszugleichen. Immerhin hat die Firma einen (!) Angestellten. Mit sogenannten Vibratorfahrzeugen und Sprengungen sollen nun eventuelle Öllagerstätten aufgefunden werden. Damit dann noch mehr Öl verbrannt werden kann, noch mehr CO2 in die Atmosphäre abgegeben und der Klimawandel noch mehr beschleunigt wird.
Allen früheren großspurigen Ankündigungen über Verantwortung der Bundesregierung  zum Trotz wird so etwas weiter gedacht und genehmigt. Klar, dass unser Bundesumweltminister Altmaier da schon öffentlich über das Nichterreichen der gesetzten Klimaschutzziele spekuliert.
Aber auch die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern scheint keinen Deut verantwortlicher – zumindest lassen die Äußerungen des zuständigen Energieministers Schlotmann bislang darauf schließen, dass es keine Verweigerung der Genehmigung geben wird.
Und nicht nur das: gesucht werden soll am Rande eines Naturschutzgebiets; Schäden sind nicht ausgeschlossen.
Diese Genehmigung darf nicht erteilt werden. Ölsuche und -Förderung müssen zugunsten von Maßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung und dem Ausbau der Produktion von Energie aus erneuerbaren Energiequellen gestoppt werden.

Kommentare

  • peng

    Soll es dann doch lieber das Öl aus der Arktis sein?
    Übriges dort in Vorpommern, um Grimmen herum, wurde bereits zu DDR Zeiten Öl mit höchster Qualität gefördert.

    31.7.2012 um 15:35 Uhr · Antworten

    • Sebastian Hoehne

      Nein, natürlich nicht! Die Lösung ist, mit Hochdruck ERNSTHAFT an einer ölfreien Mobilität zu arbeiten: ELEKTRIZITÄT gehört die Zukunft, gespeichert entweder in Akkus oder als Wasserstoff. Produziert ausschließlich aus erneuerbaren Energien. In Südeuropa gibt es mehr als genug Sonnenschein, um Strom für uns alle zu produzieren.
      Und bis dieser Ansatz greift, reichen auch die bekannten Ölvorkommen.

      01.8.2012 um 15:37 Uhr · Antworten

  • Steve

    Was wollt ihr retten? Die Welt? Ihr habt keine Chance mehr. Es wurden zb alle aktuellen Messergebnisse wegen Fukushima verboten bzw sind eingefroren. Ihr werdet nichts mehr retten, doch es ist schön das es Menschen gibt die mehr als nur gierige Missgeburten sind, die nur nach Geld und Macht schauen. Die Tiere haben keine Stimme die sie verteidigt und die Natur auch nicht. Ich will keinen den Mut nehmen aber wer sich richtig umschaut und die Welt betrachtet der sieht das der Mensch auf kurz oder lang keine Chance hat, egal was er meint zu können. Den Faktor Natur und Menschlichkeit hat er verloren. Er sieht nur sich und das ist sein Untergang. Wenn man die Geschichte des Menschen betrachtet sieht man wohin es führt ;D. SIe suchen überall nach Öl, weil es zuende geht und nur der, der sich noch reserven sichern kann wird die Welt am laufen halten und sich wehren können mit Waffen und Co. Wir sind das schlimmste was die Natur vorgebracht hat, obwohl wir mit das schönste bzw die schönste Art von Liebe haben die es gibt aber leider ist das Ego wichtiger geworden und nicht das wir. Wir werden zuviele sein und zuviel wollen und machen zuviel kaputt und denken nicht nach, also lasst es krachen zerstört was euch erschaffen hat, denn ihr seid so schlau;). So ein Wunderschöner Planet und so eine wunderschöne Art und Weise der Leibe zwischen den Menschen und allein Frauen sind so eine wunderschöne Creation der Natur, doch ist Schmuck und allgemein Luxus wichtiger, genau die Dinge die Frauen und Männer zb Autos so haben wollen, machen das alles kaputt. Da wollen sie alle ARbeiten um ihre Kinder zu beschützen und ihnen was bieten wollen aber machen damit die Erde kaputt und töten ihre ganze Rasse!!! Ihr seid so schlau!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    31.7.2012 um 19:12 Uhr · Antworten

    • Lottina

      Trotz aller Verbote und Manipulatinen gibt es immer wieder Berichte und Statement aus Japan, die nicht auf gefälschten oder alten Daten beruhen. Auch das bestrittene Desaster in Tsch. wirdvon Menschen, die dort etwas zu tun haben (hatten) sehr deutlich aufgezeigt. Man muss nicht alles Offizielle glauben.

      01.8.2012 um 11:59 Uhr · Antworten

  • Christian

    Oh, eine herrlich absurde Argumentation die sie da liefern… Frei nach dem aktuellen Motto der Bundesregierung in Bezug auf Rüstungsexporte: “Wenn wir sie nicht liefern, dann tun es doch andere” *seufz*

    Diese hohlen und vorgeschobenen Äußerungen haben eines gemeinsam: Sie wollen an den vorherrschenden Zuständen überhaupt nichts ändern!
    Doch ist es höchste Zeit, dass das Zeitalter des Öls abgelöst wird durch saubere Technologien. Die Forderung: Raus aus der Ölförderung ist daher nicht nur logisch, sondern wichtig, wenn wir in eine lebenswerte Zukunft schreiten wollen!

    Übrigens: Es ist nicht die erste Ölsuche / Bohrung die dort in der Ostsee stattfindet und von CEP durchgeführt wurde. Ich bin auf diesen interessanten Artikel vom 02.04.2012 gestoßen. Diesmal ging es um ein Gebiet vor der Insel Usedom. Mehr unter: http://www.ndr.de/regional/mecklenburg-vorpommern/erdoelusedom101.html

    31.7.2012 um 22:49 Uhr · Antworten

    • Bruno Straub

      Wer kann da widersprechen?: “”Doch ist es höchste Zeit, dass das Zeitalter des Öls abgelöst wird durch saubere Technologien”" und wer will nicht “”in eine lebenswerte Zukunft schreiten wollen!”"
      Nur, lieber Christian, hast Du eine Idee, womit man das Öl (in näherer Zukunft) als Kraftstoff ersetzen kann? Wie sieht denn Deine “saubere Technologie” aus?

      31.7.2012 um 23:50 Uhr · Antworten

      • Michse

        Wie wäre es mit einer auf Strom, Wasserstoff oder Methan basierenden?

        01.8.2012 um 13:00 Uhr

      • Christian

        Es lohnt sich dazu ein Blick in den Greenpeace-Report “Energy [R]evolution” (leider nur englische Version vorhanden), eine weltweite Energiewende ist nötig und machbar – auch für den Verkehr!

        “To ensure that the Arctic and other unconventional sources of oil are not exploited policy makers must:
        (a) Ensure new cars in Europe meet an average efficiency standard that is 40% lower than today,
        (b) Ensure that other regions of the world start implementing similar car efficiency standards,
        (c) Ensure that the energy demand of cars drops to one-third of today’s level in the long term by decreasing car size through lighter materials and greater use of electric drives.
        The transition to using electric vehicles, in both private vehicles and in an expanded public transport service, is key to reducing oil dependence and to implementing more energy efficiency. Increasingly, much of the world’s transport energy must come from renewable electricity – mainly from wind and solar power plants.” Quelle: http://www.energyblueprint.info/1427.0.html

        01.8.2012 um 15:32 Uhr

      • Bruno Straub

        Michse,
        ein guter Vorschlag! Aber weißt Du auch einen Strom/Wasserstoffspeicher, halbwegs vertretbar (und bezahlbar)? Und würde der auch für LKW, Schiffe, Dieselloks und Flugzeuge “passen”?

        02.8.2012 um 00:33 Uhr

      • Michse

        Ich hoffe einfach dass diese Speicher verfügbar sind bevor es notwendig wird weitere Ölquellen zu suchen. Bis dahin könnte und sollte man schon anfangen den Ölverbrauch zu reduzieren.

        02.8.2012 um 09:18 Uhr

  • Christian

    Interessant in diesem Zusammenhang scheinen mir auch die scheinbar widersprüchlichen Äußerungen von dem Herrn Energieminister Schlotmann vom März 2012:
    “Schlotmann stellte am Mittwoch klar, dass der Firma CEP zur Erkundung keine Bohrungen oder seismischen Untersuchungen gestattet worden seien. Die Firma wolle zunächst seismische Daten auswerten, die bereits zu DDR-Zeiten erhoben wurden. Eine erneute seismische Erkundung soll laut Schlotmann verhindert werden. Dafür würden alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft, kündigte er an.” [Quelle: ndr.de, siehe vorheriges Kommentar]

    31.7.2012 um 22:53 Uhr · Antworten

  • kleinerhobit

    Im Süden Hessens, bei Viernheim wird demnächst auch nach Öl gesucht. Dabei sollte man dor lieber Windräder aufstellen, statt Öl-Bohrtürme!

    01.8.2012 um 12:04 Uhr · Antworten

    • Bruno Straub

      …und die Gefahr, die von diesen Vibratorfahrzeugen ausgeht, soll man, – so Christoph von Lieven -, nicht unterschätzen! Zumal Viernheim in Sichtweite der AKW Biblis und Phillipsburg liegt. Nicht auszudenken, was da durch allfällige Resonanzen passieren kann!
      Vielleicht nimmt Christoph, der ja auch ein ausgewiesener GP Atom- und Strahlungsexperte ist, mal diesen Aspekt unter die Lupe….
      Die Idee, kleiner Hobbit, “”in Viernheim Windräder aufzustellen”", ist -pardon- eine sog. “Furzidee”. In Viernheim, in der Rheinebene liegend, mag es viel geben. Aber bestimmt nicht ausreichend Wind für Windmühlen!

      02.8.2012 um 23:29 Uhr · Antworten

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