NEIN zu Supertrawlern!

03. August 2012 · von Gastautor/in

Mit einer ganzseitigen Anzeige im “Australian” taten heute 14 Nichtregierungsorganisationen, darunter Greenpeace, ihre Meinung zu den Überfischungsplänen niederländischer Fischereibarone kund:

Es klingt wie ein trauriges Märchen: die arme Margiris ist nirgendwo willkommen. Sie fuhr von Hafen zu Hafen und dümpelte hilflos übers Meer. Allerdings ist Margiris kein kleines, hässliches Entlein, sondern eine wolkenkratzergroße, 9500 Tonnen schwere schwimmende Fischfabrik. Sie lag bis vor kurzem im niederländischen Hafen Ijmuiden, wo Greenpeace-Aktivisten für einen etwas längeren Aufenthalt sorgten.

Anfang Juli verließ das Fischerei-Monster schließlich den Hafen in Richtung Australien, finaler Bestimmungsort: die Küste Tasmaniens. Dort wollen “sie” mindestens 18 Millionen Kilo Schwarmfische fangen. Mit “sie” sind die Fischer-Familien Parlevliet & Van der Plas gemeint, die Besitzer des Schiffes. Ich nenne sie Fischer-Familien, aber die feinen Herren, die die Margiris auf die Reise ans andere Seite der Welt geschickt haben kann man nur schwerlich als Fischer bezeichnen. Sie sind eisenharte Geschäftsleute, die zum Mittelfeld der 500 reichsten niederländischen Menschen gehören. Beide Familien besitzen rund 110 Millionen Euro. Einhundertzehn Millionen Euro!
Weil die Fischbestände in den europäischen Gewässern ausgebeutet sind und daher keine Geschäftsgrundlage für diese Fischerei-Monster mehr liefern, suchen sie ihr Heil nun vor der Küste Westafrikas, wo die Fischbestände schrumpfen und die afrikanischen Fischer im Elend leben. Alles ganz legal und durch europäisches Recht erlaubt. Schlimmer noch, die Reeder Parlevliet & Van der Plas bekommen sogar Millionen an Subventionen, um die Gewässer Afrikas auszubeuten.

Protest gegen Supertrawler

Afrika, Australien -  beides beginnt mit A und ist weit weg. Aber wo kleinen afrikanischen Fischer das Organisationstalent und vielleicht auch der Mut für eine offene Revolte gegen diese neokoloniale Praxis fehlt, lassen australische Fischer lautstark von sich hören. Vor einer Woche kamen sie zu Tausenden zusammen, um gegen die Ankunft der Margiris zu protestieren. Ihre Botschaft: “Wir sagen NEIN zu Supertrawlern!”

Bekommt der Eigner der Margiris jetzt kalte Füße? Dieser Eindruck könnte entstehen, wenn man sich ansieht, wie langsam das Schiff die afrikanische Küste entlangkriecht, statt mit Volldampf Richtung Australien zu fahren. Vielleicht beginnen Parlevliet & van der Plas daran zu zweifeln, die Fanglizenz tatsächlich zu bekommen, die offiziell noch von der australischen Regierung abgesegnet werden muss. Allerdings scheint es einen Vorabdeal zwischen den holländischen Eignern und der australischen Regierung gegeben zu haben. Auch der generell sprunghafte Anstieg der Makrelen und Heringsquote in tasmanischen Gewässern geht offensichtlich auf den Einfluss eines australischen Fischerei-Barons zurück. Das stinkt zum Himmel.

Wie auch immer die Geschichte gelaufen ist: es wird erneut klar, dass die Zukunft der Meere und das Schicksal der kleinen Fischereifamilienbetriebe von einer handvoll knallharter Unternehmer bestimmt wird. Wir sollten uns deswegen ein für alle Mal vom Märchen der Kleinfischerei verabschieden. Die Krise der Meere ist nicht die Schuld von Jan Petersen und Hinnerk Janssen, sondern von einer profitorientierten Industrie. Die Überfischung geht weiter.

Autor: Pavel Klinkhamers, Greenpeace Niederlande

Kommentare

  • sebastian schorr

    NEIN zu Supertrawlern!

    03.8.2012 um 23:09 Uhr · Antworten

  • Marina

    Supertrawler, Gigaliner … etc. – weiter, größer, höher … ALLES muss ins SUPER-lative gehen!
    WirtschaftsWACHSTUM – in JEDER Hinsicht – lässt grüßen!
    Wie größenwahnsinnig ist der Mensch geworden – UND die ÜBRIGE Natur muss darunter leiden, ABER letztendlich zahlt der MENSCH die Rechnung – sehr wahr-
    scheinlich mit seinem LEBEN!
    Wie DUMM nur!
    Vorher rottet er in seiner Zerstörungswut nach und nach Tier- und Pflanzenarten,
    am Schluss sich SELBER aus.
    Selbstmord auf Raten …
    Krönung der Schöpfung?
    JETZT kann er es BEWEISEN, indem er das Steuerrad noch einmal richtig rumreißt und einen neuen Weg einschlägt, einen sozial-ökologisch-wirtschaftlichen
    Weg!
    NUR SO kann er die Natur einschließlich sich selbst – die gesamte Schöpfung -erhalten UND nicht nur überleben, sondern auf lebenswerte Weise bestehen …
    Was ALSO tun?
    Mehr DRUCK und vor allem mehr öffentliche ÜBERZEUGUNGsarbeit auf POLITIK und WIRTSCHAFT …
    Es geht WIRKLICH ums GANZE!
    ERGO, packen wir es an. – - -

    05.8.2012 um 14:11 Uhr · Antworten

  • juel verne

    nur weil man die möglichkeit hat hat mein kein recht…anderen nationen dasessen oder den fisch vom teller zu klauen..oder auch nur in derartigen massen zu rauben
    um ihn dann in riesiegen lagerhäusern zu sammeln .bisher kannte ich den raub von
    russen in der nordsee,von japanern und chinesen bei australien den eu-kriminellen
    vor afrika..jetrzt also auch die niederländischen fischräuber…
    eins mal klar gesagt.diese leute gehören enteignet…ihre schiffe notfalls versenkt..
    und die mannschaften ausnahmslos mit mindest.5 jahren ins gefängnis.ebenso
    die auftragsgeber mit 7 jahren.
    besser ist es nämlich diese spezie mensch stirbt aus ,als auch nur eine fischart.
    die unverschämtheit der raffgierigen ist nicht zukunftsfähig.entweder sie lassen sich durch recht stoppen oder sie sollen verrecken..egal wie reich sie sind.
    und dieses recht ist unverzüglich einzuklagen von den sesselfurzern und kriminellen koruptis der eu.

    05.8.2012 um 17:22 Uhr · Antworten

  • yül verne

    VORSCHLAG:
    “es bedarf eines erheblich besseren schutzes der meeresfauna..nicht nur der arten
    auch der meeresflächen.niemand,absolut niemand hat das recht sich in und um den auszuschreibenden u.bestehenden schutzgebieten mit fangschiffen aufzuhalten…für schutzgebiete soll daher auch mindest.die 3 meilenzone gelten.
    zu überwachen wären diese gebiete von dafür hinreichend bewaffneten
    militärpatoulien.ebenso zu wasser wie per luftüberwachung und satelitten-
    überwachung.schiffe die sich in und um diesen gebieten herrum bewegen wollen
    haben sich anzumelden und genehmigungen abzuwarten.wer wiederrechtlich dort oder in der nähe ist soll aufgebracht werden…auch wenn er mittlerweile aus dem gebiet herraus ist.egal unter welcher flagge er fährt, besteht der verdacht,weil
    die möglichkeit gegeben wäre zu wildern,so ist das schiff festzusetzen und rechenschaft u.beweispflichtig.daher ist wichtig das das ordnende personal reichlich u. gut militärisch ausgerüstet ist.also auch luftunterstützung hat.
    die sogenannte seefreiheit ist hier für die schutzzonen nicht gültig.es gilt einzig und allein der schutz und das schutzrecht der meeresgebiete und die sicherheit der
    schützenden .widerstand der schiffsmannschaft ist polizeimilitärisch niederzuschlagen.für art und umfang des einsatzes kommen die reedereien im herkunftsland per pfändung also zwangseintreibung auf.ohne wenn und aber.
    klagen können bei aussicht auf hinreichenden erfolg beim internationalen seegerichtshof abteilung artenschutz eingereicht werden.evtl. wäre für die nord-
    atlantische see der nordatlantische rücken schützenswert.das werden meeresökologen besser wissen.
    militär anderer nationen oder übungen sollen sich dort nicht aufhalten oder abgehalten werden.ein art militärisch unterstützte raubfischerei soll einem kriegerischem angriff gleich kommen…und als solcher ahndung finden.
    der kampf um den erhalt einer lebenswerten welt ist voll entbrannt,grenzen wir
    ihn nicht hinreichend juristisch und militärisch ein…wird die welt zum scheißhaus
    raffgieriger despoten…auch hier darf es kein ruhiges hinterland geben.

    05.8.2012 um 18:31 Uhr · Antworten

  • yül verne

    es bedarf also hinreichend juristisch bindender mittel…von d.eu ist das auftreten als kriminelle organisation im ausland wohl das letzte was rechtlich haltbar wäre.die kommissare die diese deals fischklau vor afrika ausgehandelt haben für devisenschmierereien…hätten besser getan die fischereirechte der bevölkerung zu sichern und erst danach sich mit sozial.ökolog.zweckgebundenen devisen quoten
    zu erkaufen.sicher es ist nicht leicht ethisch einwandfrei zu bleiben wenn andere
    nationen ohne ethik schon schlange stehen.

    05.8.2012 um 19:16 Uhr · Antworten

  • Hans Dach

    Schade, dass Greenpeace keine bewaffneten U-Boote betreibt, um einfach mal ein paar Supertrawler zu versenken, die würden dann einen prima Standort für neue Korallenriffe bieten!

    07.8.2012 um 11:37 Uhr · Antworten

    • peng

      Na ja, das liegt wohl daran, dass sich GP nicht entscheiden kann, ob sie die U-Boote mit Wind- oder Solarenergie antreiben sollten. Sobald sie zu einer Entscheidung gelangt sind, werden die ersten U-Boote im Dienst gestellt.

      07.8.2012 um 14:38 Uhr · Antworten

      • Michse

        Das liegt eher daran dass sich Greenpeace von Anfang an entschieden hat gewaltfrei zu sein.

        08.8.2012 um 09:39 Uhr

      • peng

        Na da würde es mich einmal interessieren, wie du gewaltfrei definierst.

        08.8.2012 um 13:41 Uhr

      • Michse

        Ich?
        Menschen nicht bedrohen und nicht physisch oder psychisch verletzen.

        08.8.2012 um 14:33 Uhr

  • Karl Keller

    Wo ist mein Fischbrötchen ?

    07.8.2012 um 13:04 Uhr · Antworten

    • Marina

      Wenn es mit der Überfischung weltweit so weitergeht, dann hat es sich bald ausgefischt,
      … und Ihre Frage erübrigt sich völlig!
      Dann kommen andere Tiere dran, die wir durch unsere Lebensart ausrotten …
      Schließlich müssen wir Menschen selbst daran glauben … Ja, SO DUMM und ÜBERHEBLICH kann eben NUR der MENSCH sein! – - -

      10.8.2012 um 20:58 Uhr · Antworten

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