Unser Verkehrsexperte Wolfgang Lohbeck bekam die Möglichkeit, auf dem Daimlerblog einen Gastbeitrag zu veröffentlichen. Er schrieb über “Mobilität im Jahr 2050: Small, Intelligent, Light, Efficient” und legte die Greenpeace-Vision über neue Formen der Fortbewegung dar. Daraufhin haben wir Daimler eingeladen, einen Gastbeitrag bei uns zu platzieren. Andreas Leo, Pressesprecher car2go, Daimler AG, nahm diese Gelegenheit wahr und berichtet über die Vorteile des Konzepts car2go.
“Von klein auf sind wir mobil: krabbelnd, gehend, laufend, mit dem Roller, Fahrrad und später auch motorisiert. Unsere Mobilitäts- oder Aktivitätsziele sind dabei so vielfältig, wie unser Leben insgesamt: Zum Arbeiten in das Büro, zum Einkaufen in den Supermarkt, zum Erholen in den Stadtpark usw. – Mobilität ist gewissermaßen ein menschliches Grundbedürfnis.
Die technologische Entwicklung hat es dabei in den letzten Jahren geschafft, die Mobilität zumindest von der physischen Bewegung zu entkoppeln. Mit dem Computer oder dem Smartphone sind wir weltweit mobil, auch ohne einen Fuß vor die Tür setzen zu müssen. Gleichzeitig führen die weltweite Vernetzung und die wirtschaftliche Globalisierung, verbunden mit einem anhaltenden Wachstum der Städte zu einem wachsenden Mobilitätsbedarf und zu steigenden Verkehrszahlen. Insbesondere der motorisierte Individualverkehr führt gerade in Ballungsräumen zu vollen Straßen und knappen Parkmöglichkeiten. Auch der öffentliche Personennahverkehr kommt gerade in Hauptverkehrszeiten immer öfter an technologische und organisatorische Grenzen.
Mehr und mehr Menschen in großen Städten fragen sich deshalb, ob das eigene Auto noch das richtige Medium ist, um ihr Mobilitätsbedürfnis zu decken. Der öffentliche Nahverkehr ist in der Regel gut ausgebaut, auf kürzeren Strecken ist man mit dem Fahrrad in der Stadt häufig schneller unterwegs und das eigene Auto verschlingt viel Geld unter anderem auch für das Parken, ohne dass es wirklich oft gebraucht wird.
Doch trotz ÖPNV und Fahrrad gibt es immer wieder Situationen, in denen der Wunsch nach der Autonutzung in den Vordergrund rückt: Das Ziel ist mit dem öffentlichen Nahverkehr nicht oder nur umständlich, mit erhöhtem Zeitaufwand oder häufigem Umsteigen zu erreichen, zu Hauptverkehrszeiten sind Busse und Bahnen oft überfüllt, es müssen schwere Gegenstände transportiert werden oder schlechtes Wetter schränkt die Fahrradnutzung ein…
Car2go – ein neuartiges Mobilitätskonzept
Für diese Fälle ist es prima, auch ohne den Besitz Zugriff auf ein Auto zu haben. Hier bietet sich das Carsharing an, das es ja bereits seit rund zwanzig Jahren in vielen Städten gibt. Bislang war dies jedoch mit zahlreichen Einschränkungen verbunden, welche die Nutzung für viele Stadtbewohner eher unattraktiv gemacht hat, so dass es über ein Nischendasein in der Regel nicht herausgekommen ist. Die meisten Anbieter verlangen zudem einen monatlichen Beitrag, der unabhängig von der tatsächlichen Nutzung anfällt. Für die Kostenkontrolle muss darüber hinaus ein Taschenrechner bemüht werden, um die Kombination von Zeit und Entfernung zu ermitteln und auf den tatsächlichen Mietpreis zu kommen.
All dies hat innerhalb der Daimler AG zum Nachdenken darüber geführt, wie ein attraktives Carsharingsystem aussehen sollte, das dem gewandelten Mobilitätsverhalten in Städten entspricht und dessen Nutzung für die Kunden einfach und extrem attraktiv ist. Aus diesen Überlegungen heraus haben wir im Jahr 2008 car2go entwickelt. Ein neuartiges Mobilitätskonzept für urbane Ballungsräume, das seit seinem ersten öffentlichen Start im Frühjahr 2009 den weltweiten Carsharingmarkt nachhaltig aufgewirbelt und für viel Furore gesorgt hat.
Einmal anmelden, schneller ankommen
Erstmals konnten umweltverträgliche Fahrzeuge jederzeit und überall in einem definierten Geschäftsgebiet ohne Voranmeldung gemietet, beliebig lange genutzt und bei Mietende überall, d.h. auf allen öffentlichen Parkplätzen wieder abgestellt werden. Der Mietvorgang selbst ist nach einmalig notwendiger Anmeldung dabei einfach durchführbar und nahezu vollautomatisch. Kosten entstehen, abgesehen von einer niedrigen Registrierungsgebühr, nur bei tatsächlichem Gebrauch und werden minutengenau abgerechnet. Seit seinem Start in der süddeutschen Stadt Ulm hat car2go ein bemerkenswertes Wachstum erfahren und wird momentan von weit über 100.000 Kunden in zwölf Städten genutzt. Von Berlin über Wien bis nach Vancouver sind die mehr als 4.500 Autos bereits über zwei Millionen Mal angemietet worden. Als Fahrzeug wird bei car2go ausschließlich der umweltverträgliche smart fortwo Zweisitzer verwendet. Ein ideales Auto für den Stadtverkehr, wo ein größeres Fahrzeug in der Regel nicht oder nur sehr selten benötigt wird. Für diese Zwecke lässt sich dann als car2go Nutzer über eine bestehende Kooperation mit dem Autovermieter Europcar jederzeit ein Fahrzeug in gewünschter Größe zu reduzierten Preisen mieten. Auch mit Elektrofahrzeugen ist car2go bereits unterwegs und betreibt in Amsterdam und dem kalifornischen San Diego reine batterieelektrisch betriebene Flotten. In Ulm ergänzen 25 Stromer die konventionellen Fahrzeuge.
Bausteine zur Mobilität von Morgen
car2go sieht sich nicht nur als weiterentwickelte Form des Carsharing, sondern als ein Baustein im Bereich der urbanen Mobilität. Als solcher steht es nicht im Wettbewerb zu bestehenden Transportmitteln sondern als deren sinnvolle Ergänzung. Weder ist car2go ein Massentransportmittel wie der ÖPNV noch eine Chauffeurdienstleistung wie das Taxi. car2go Kunden nutzen den Mietsmart in der Regel anstelle des eigenen Autos oder als fallweise Ergänzung von Bus und Bahn. Mit dem ÖPNV werden deshalb auch enge Kooperationen und Vernetzungen angestrebt. In Düsseldorf gibt es beispielsweise ein spezielles Monatsticket, das neben der ÖPNV Nutzung auch monatlich 90 Minuten car2go und täglich bis zu vier Stunden Fahrradnutzung mit dem örtlichen Anbieter nextbike beinhaltet. Bis 2016 soll car2go weltweit in 70 bis 80 Städten verfügbar sein – als integrierter Bestandteil vernetzter urbaner Mobilität.
Die stetige Weiterentwicklung effizienter und abgasarmer Verbrennungsmotoren, neue Fahrzeuge mit batterieelektrischem oder Brennstoffzellenantrieb und die Entwicklung weiterer Mobilitätskonzepte, wie beispielsweise das Ridesharing-Konzept car2gether, sind zahlreiche zusätzliche Bausteine auf dem Weg zur Mobilität von morgen.”
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Lottina
Es gibt gescheite Ideen. Aber irgendendwer muss sie in Gang bringen.
Auch der Transport von Eingekauftem gehört – insbesondere in einer alternden Gesellschaft – zu Dingen, die in einer veränderten Mobilitätskonzeption mit bedacht werden muss. Und große Supermärkte gehören dann nicht auf die grüne Wiese, sondern näher zum Verbraucher. …
09.8.2012 um 22:26 Uhr ·
andreas
Wenn ich von mir zuhause zur Firma fahre (normal 10 min) , stehe ich ca. 20-60 % an roten Ampeln. Zur Berufszeit einige Ampeln 2x. Und dann die Strassenbahn. Ich weiss auch nicht, ob oben erwähnte schwere Gegenstände in den Wagen passen. Und vor meinem Haus sind jetzt 2 der 6 Parkplätze dauerhaft freizuhalten. trotzdem bin ich mitglied geworden. mal sehen.
20.12.2012 um 12:01 Uhr ·