
Tobias Münchmeyer und Eisbär vor der US-amerikanischen Botschaft in Berlin - (c) Mike Schmidt / Greenpeace
Traurig blickt der Eisbär zur amerikanischen Botschaft: Er weiß, dass der amerikanische Präsident Barack Obama beabsichtigt, in den kommenden Tagen dem Ölkonzern Shell eine Genehmigung dafür zu erteilen, mit seinen Ölförderschiffen auf Position vor der Küste Alaskas zu gehen und nach Öl zu bohren. Er weiß, dass das für seine Verwandten in Alaska lebensgefährliche Folgen haben kann. Deshalb gehen der Eisbär und ich zur Botschaft und wollen dort einen Brief von der Greenpeace-Chefin Brigitte Behrens an Barack Obama übergeben.
In diesem Brief fordert Greenpeace den amerikanischen Präsidenten dringend dazu auf, seine Entscheidung nochmals zu überdenken und die Genehmigung nicht zu erteilen. Der Eisbär schlurft neben mir über den Pariser Platz. Touristen wollen sich mit ihm fotografieren lassen, aber ihm steht der Sinn nicht nach Kinderbelustigung. Wir bahnen uns den Weg zur Botschaft, der Eisbär mit dem Schild „Save the Arctic! GREENPEACE“ in der Pfote, vorbei an einem freundlich grüßenden Polizisten.
Der Wachdienst der Botschaft begrüßt uns vor dem Haupteingang und fragt nach unserem Anliegen. Ich erläutere, dass wir einen dringenden Brief für Präsident Obama abgeben müssen. Der Wachmann verschwindet in die Botschaft. Ein anderer Wachmann kommt. Ja, die Diplomaten seien sehr beschäftigt, aber wahrscheinlich komme jemand herunter, so in 20 Minuten. Wir warten unter Stars and Stripes. Der Eisbär schweigt.
Und dann öffnet sich die Glastür und eine lächelnde Mitarbeiterin im Kostüm und ein smarter Diplomat in feinem Zwirn und Krawatte begrüßen uns freundlich. Auf ihrer Visitenkarte steht “Yvonne Durbin, Intern, Political”, also eine Volontärin oder Praktikantin. Ich erläutere ihr die Verantwortung von Präsident Obama für den Schutz der Arktis und will ihr den Brief überreichen. Sie lächelt und weist den Brief zurück: “First, please, open the envelope – just for security reasons.” Schmunzelnd öffne ich das Couvert, nehme den Brief heraus und überreiche ihn. Unser Fotograf lässt seine Kamera klicken. Der Eisbär schweigt immer noch nachdenklich.
Wir verabschieden uns ich bleibe zurück mit vielen Fragen: Wird der Brief jetzt eingescannt und ans Weiße Haus gemailt? Wird er ins Außenministerium nach Washington gefaxt und Hillary Clinton auf den Tisch gelegt? Schreibt Yvonne Durbin jetzt einen diplomatischen „Drahtbericht“ ans Außenministerium über den Besuch eines Eisbärs in Berlin? Oder landet der Brief im Papierkorb? Macht sich die US-Regierung nur Sorgen über die Sicherheit, wenn Briefe an Obama überreicht werden oder auch, wenn das Ökosystem Arktis bedroht wird?
Der Eisbär trottet zum Brandenburger Tor, vorbei an einem Menschen, der sich in einem Braunbär-Kostüm als „Berliner Bär“ von den Touristen fotografieren lässt. Der Eisbär schnaubt verächtlich, sehnt sich nach seiner Scholle und hofft darauf, dass Barack Obama Shell stoppt.
Helft uns dafür zu sorgen, dass der Brief auch bei Obama ankommt:
Unterstützt uns auf Twitter und schickt einen Tweet an die US-Botschaft in Berlin und / oder unterstützt uns auf Facebook und postet an die Chronik der Botschaftsseite!
Und natürlich: Unterschreibt auf savethearctic.org für ein internationales Schutzgebiet in der Arktis.
Tweet











Tobias Schuler
No !
10.8.2012 um 14:50 Uhr ·
Tobias Schuler
Eine riesige Frechheit !
10.8.2012 um 14:51 Uhr ·
Energiesparfuchs
Seit 3 Jahren könnten wir bereits eine Energiewirtschaft nach dem System Biowasserstoff von Tetzlaff aufbauen. Nur GP ist offenbar schlauer. Herr Lohbeck fährt im 3-Liter-Benzinauto für alle in die Zukunft. Der Eisbär muss weiter zum Öko-Apokalypse-Tango tanzen. Auch so kann man medial Sommer-(Ozon)-Löcher stopfen.
10.8.2012 um 18:34 Uhr ·
Andersdenkender
Gegen diese offenbar hochtechnolosierte extrem effiziente Energie muss wohl eine Verschwörung im Gänge sein
10.8.2012 um 18:56 Uhr ·
Marina
Das sagen Sie besser den Leuten von Shell & Co.! Den Dinos von Erdölförderern …
etc. … Da wäre offensichtlich Kritik angebracht!
Und den vielen Regierungen, die meinen, wir würden noch im 20. Jahrhundert leben, ABER wir haben bereits 2012!
Die politisch und auch wirtschaftlich Verantwortlichen mit ihrer uralten und überholten Denke machen einen nur wütend, die denken doch nur von jetzt auf gleich, viel weiter geht es doch nicht …
WAS SOLL MAN SCHON VON SOLCHEN MENSCHEN HALTEN?! —–
Nothing …
Mehr möchte ich dazu nicht sagen. – - -
10.8.2012 um 20:42 Uhr ·
Energiesparfuchs
“Ich möchte ein GP-Eisbär sein, im kalten Polar”-absolute Kampagnen-Grauzone.
10.8.2012 um 21:14 Uhr
techniker
Bitte aufwachen: in Amerika sammeln der Präsident und alle Gegenkandidaten in der Wirtschaft viel Geld ein, um ihre Werbekampagne und was sonst noch zu bezahlen……wie lautet wohl die Gegenleistung? Stand der Technik spielt da nun wirklich keine Rolle…..
13.8.2012 um 17:09 Uhr ·
Andersdenkender
Niedrige Steuern für Vermögende und ein Platz bei ner Dinnerparty?
13.8.2012 um 18:17 Uhr ·
Gundel
die rothaarige Dame scheint ja ne ganz Scharfe zu sein – da möcht ich auch der GP-Eisbär im Hintergrund sein *roar*
14.8.2012 um 16:13 Uhr ·