In den USA kommt diesen Herbst erstmals gentechnisch veränderter Süßmais in die Supermarktregale. Die unrühmliche Vorreiterrolle nimmt der Lebensmittelgigant Walmart ein, konkurrierende Ketten zögern bisher. Der Konzern sieht keinerlei Risiken oder Sicherheitsprobleme. Irritierte Blicke der Verbraucher am Supermarktregal sind nicht zu befürchten: in den USA ist für den Konsumenten nicht erkennbar, ob er ein Produkt mit gentechnisch veränderten Zutaten kauft. Eine Kennzeichnungspflicht gibt es nämlich nicht. Zutaten aus Genmais oder Gensoja landen daher in so gut wie allen verarbeiteten Produkten, und finden nicht nur wie in Europa über den Umweg Tierfutter den Weg in den Handel und auf den Teller.
Nach dem Willen einer kalifornischen Bürgerinitiative soll sich dies ändern. Im November stimmen die Wähler über eine Kennzeichnungspflicht ab. Ausgangspunkt waren die Unterschriften von über einer Million Menschen, die sich für die bei uns selbstverständliche Wahlfreiheit in Sachen Gentechnik aussprachen. Mittlerweile hat das Volksbegehren den sperrigen Namen „Proposal 37“ erhalten. Der Bedeutung der parallel stattfindenden Präsidentschaftswahlen steht die Abstimmung über „Prop 37“ keineswegs nach – eine Entscheidung Kaliforniens für eine Kennzeichnung von Genfood wäre mehr als richtungsweisend. Kalifornien produziert fast die Hälfte an Obst, Gemüse und Nüssen in den USA. Die Entscheidung hätte zudem Bedeutung über die Grenzen des Föderalstaates hinaus, und im Endeffekt auf den kompletten Wertschöpfungsprozeß, beginnend auf den Äckern des Landes und endend in der lange fehlgeleiteten Ausrichtung der Agrarindustrie.
Es verwundert daher nicht, dass die Abstimmung längst auch die große Politik und den Präsidentschaftswahlkampf erreicht hat, die demokratische Partei Kaliforniens sagt eindeutig Yes on 37. Aber wie zu erwarten, hat die „Right to Know“-Kampagne auch erbitterte Gegner. Für die Lebensmittel-Lobby, mehr noch aber für die Gentechnik-Industrie, stehen Millionen auf dem Spiel.
Dementsprechend wird dem Kampf gegen die Kennzeichnung höchste Priorität eingeräumt. Die ins Leben gerufene Gegenbewegung No on 37 prophezeit steigende Lebensmittelpreise und warnt vor Verwirrung beim Verbraucher. Auch Technologiefeindlichkeit wird zum Thema. Gerne werden daher Wissenschaftler herangezogen, welche die Unbedenklichkeit gentechnisch veränderter Lebensmittel betonen. Auch die längst widerlegten Heilsversprechen der Gentechnik, etwa das Allheilmittel für eine Steigerung der Lebensmittelproduktion und eine Reduktion des Pestizid-Einsatzes in der Landwirtschaft zu sein, werden in die Waagschale geworfen. Dabei können diese Argumente angesichts der Realitäten auf den Gentechnik-Äckern in den USA nicht einmal mehr als Leichtgewichte gelten. Schwerer wiegen dürfte jedoch die finanzielle Unterstützung der Anti-Kennzeichnungs-Kampagne: aktuell hat diese 25 Millionen Dollar bei den Big Playern der Lebensmittel- und Biotechindustrie eingeworben. In den letzten Tagen sind die Summen, die Monsanto, Dupont Pioneer, Cargill und andere investieren, rasant in die Höhe geschnellt. Allein Monsanto spendete 4,2 Millionen Dollar, aber auch Nestle USA, Coca Cola oder Pepsi butterten ordentlich Geld in die Kampagne.
Den Befürwortern der Kennzeichnung steht bisher übrigens nur etwa ein Zehntel des Geldes zur Verfügung, das die Gegner bisher bereitgestellt haben. In Kalifornien dürfte damit schon bald nicht nur der Präsidentschaftswahlkampf omnipräsent werden. Auch die Investitionen gegen Wahlfreiheit und Konsumentenwillen dürften sich in einer groß angelegten Werbekampagne gegen das Proposal 37 wiederfinden. Die Sorge um die zu versiegen drohenden Quellen sprudelnder Gewinne auf Kosten des Verbrauchers dürfte dafür sorgen, dass die Geldhähne nicht zu schnell zugedreht werden.
Hier gibt es weitere Infos zur Pro-Kennzeichnungs-Initiative.
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Christian
Man kann nur die Daumen drücken, dass sich die Kennzeichnung auch in Kalifonien und vielleicht dann sogar in den USA durchsetzen wird. Ich bin allerdings echt erschüttert, mit welcher Ignoranz und Verbissenheit einige Konzerne erhebliche Summen in fragwürdige Propaganda stecken…
(
Unglaublich!!! Wenn das nicht mal ein Eingeständnis der Konzerne ist, ihre Kunden (= Verbraucher) möglichst für dumm und unwissend zu verkaufen!!! Nach dem Motto: Solange der Verbraucher nichts weiß, kann ich ihm jeden Mist unterjubeln
17.8.2012 um 12:54 Uhr ·
Norbert Schnitzer
Wir rollen nicht nur auf einen Abgrund zu. Die USA fahren anscheinend stets am schnellsten.
17.8.2012 um 16:50 Uhr ·
Marina
Wie ist es eigentlich bei uns – EU-weit und hier in Deutschland?
Gibt es eine Kennzeichnungspflicht?
Man sollte ALLE Produkte – in einer Liste – im Internet veröffentlichen, die NICHT gentechnikfrei sind!
Es müsste ein Siegel für Gentechnik geben, so dass man sofort auf den ersten Blick erkennen kann, dass das mit diesem Siegel gekennzeichnete Produkt NICHT
gentechnikfrei ist!
Bisher sind mir mit Gentechnik behaftete Erzeugnisse noch nicht aufgefallen – vielleicht, weil die betreffende Information so kleingedruckt ist, dass man eine Brille oder sogar eine Lupe braucht, um diese überhaupt lesen zu können?!
Ich selbst bin gegen Gentechnik – zumindest, was Lebensmittel anbelangt – eingestellt.
Deswegen lege ich großen Wert auf eine Kennzeichnungspflicht, denn OHNE SIE bestände ja KEINE Wahlfreiheit; Hersteller und Verkäufer nehmen mir diese einfach
ab, sie entscheiden – ich ABER kann aber meinen Willen, mit GENTECHNIK ver-
sehene Erzeugnise zu MEIDEN, nicht umsetzen — wie denn OHNE Kennzeich-
nungspflicht!
Es sollte diesbezüglich Druck auf das entsprechende Bundesministerium unter Frau Aigner geübt werden, damit endlich MEHR für den Verbraucherschutz seitens
dieses Ministeriums getan wird, DENN die Mehrheit, wenn ich richtig informiert bin,
ist GEGEN Gentechnik. – - -
17.8.2012 um 17:35 Uhr ·
andersdenkender
Die Mehrheit ist in der Regel sehr emotional. Mir reicht bis jetzt “gentechnikfrei”, da weiß man direkt dass bei allen anderen Produkten wahrscheinlich was drin ist.
17.8.2012 um 21:04 Uhr ·
Sara Westerhaus
Liebe Marina, sicher hilft dir dieser Artikel schon einmal weiter: http://www.greenpeace.de/themen/gentechnik/politik_recht/artikel/kennzeichnung_von_gentechnik_in_lebensmitteln_und_tierfutter/ Eine Liste mit den gekennzeichneten Produkten auf dem deutschen Markt findest du unter http://www.greenpeace.de/themen/gentechnik/lebensmittel/artikel/gen_alarm_liste_gekennzeichneter_lebensmittel/.
20.8.2012 um 14:48 Uhr ·
victor kuster
hier in 45772 marl und in recklinghausen waren letztes jahr maisfelder von mosanto gekennzeichnet und sogar in der marler zeitung erwähnt. Und…? kein schwein hats interessiert. Fuck
18.8.2012 um 12:02 Uhr ·
Biologiker
Ich finde es ja lustig, wie Greenpeace jetzt groß die Wahlfreiheit beschwört.
Dass ihnen die nämlich in Wirklichkeit vollkommen egal ist, haben sie schon diverse Male zu Genüge bewiesen, als sie vor Videotheken in Deutschland demonstriert haben, um diese dazu zu bringen, importe Süßigkeiten aus dem Programm zu nehmen.
18.8.2012 um 21:41 Uhr ·
Christian
@ Biologiker
Ich sehe darin überhaupt keinen Widerspruch. Erst das “Recht auf Wissen” macht es möglich eine Entscheidung zu treffen = Wahlfreiheit. Für mündige Verbraucher ist dies daher ein wichtiger Grundsatz. Klar, dass dies Lebenmittelindustrie das teilweise anders sieht. Kann sie dann dem Verbraucher eben nicht mehr jeden “Mist” unterjubeln.
Greenpeace gehört nun aber bekanntlich zu einer Umweltschutzorganisation, deren erklärtes Ziel ist, die Umwelt zu schützen. Es gibt mittlerweile nicht nur genügend Indizien, dass die Agro-Gentechnik ihre eigenen Ansprüche nicht erfüllt, sondern eben auch die Umwelt schädigt (bt- oder herbizidresitente Pflanzen sind nun mal nicht sonderlich ökologisch!)… Es ist daher nur logisch, wenn Greenpeace und andere Umweltschutzorganisationen dagegen vorgehen.
Es wurde ja auch für einen Atomausstieg protestiert, obwohl eine vermeintliche Liberalisierung des Strommarktes statt gefunden hatte, in Folge dessen sich auch unabhängige Ökostromanbieter etablierten konnten. Der fortwährende Protest war aber wichtig und nötig, sonst hätte es eine die Einleitung der derzeitigen Energiewende nicht gegeben.
19.8.2012 um 11:29 Uhr ·
Biologiker
@Christian:
Ich habe auch nicht gesagt, dass die beiden Aktionen ein Widerspruch sind. Es zeigt einfach nur mMn eindeutig, dass es Greenpeace hierbei gar nicht wirklich um eine Wahlfreiheit geht. Was Greenpeace nämlich eigentlich will, ist ein generelles Verbot von Gentechnik. In den USA gibt es noch keine generelle Kennzeichnungspflicht für GVOs, also will man diese einführen. So weit so gut. In Deutschland haben wir eine Kennzeichnungspflicht, aber hier will es Greenpeace eben NICHT dem einzelnen Verbraucher überlassen, ob er sich nun für oder gegen solche Produkte entscheidet, sondern stattdessen wird versucht, entsprechende Produkte künstlich vom Markt zu drängen. Entweder indem durch Protestaktionen Druck ausgeübt wird, oder eben indem man den Leuten suggeriert, GVo-Produkte seien gesundheitsschädlich.
Ihr Vergleich mit Atomkraft ist in diesem Fall in mehreren Punkten untauglich:
1) Bei der Frage, ob Deutschland zukünftig auf Atomkraftwerke setzt oder nicht, ist eine innenpolitische Frage. Bei GVO-Produkten, wie etwa importierten Süßigkeiten ist dies nicht der Fall. Ob ich mich als Konsument dafür entscheide, einen Butterfinger zu konsumieren, hat auf andere Leute hier im Land nicht den geringsten EInfluss.
2) Bei der Atomkraft gibt es Risiken, und zwar ganz konkrete, über deren Ausmaße wir Erkenntnisse haben. Bei der Frage, ob von einem Atomkraftwerk gefahren oder Probleme ausgehen, ging es nie darum, ob dies der Fall ist, sondern eher, ob es sich dabei um ein Risiko handelt, dass wir im Griff haben.
Bei der Gentechnik geht es dagegen um extrem vage Befürchtungen, die nicht einmal die Kritiker wirklich genau benennen können.
Letzteres ist auch sehr gut an ihrer Aussage sichtbar, dass GVO-Pflanzen wie Bt-Mais “alles andere als ökologisch seien”. Woher nehmen sie diese Aussage?
Sowohl die immer wieder postulierte angebliche Schädlichkeit als auch die vermuteten ökologischen Probleme von GVO-Pflanzen sind in der Wissenschaft absolute Minderheitenmeinungen.
Das erfährt man nur leider nicht, wenn man sich zum Thema nur die Berichte von Greenpeace durchliest. Ich kann nur wirklich jedem, der die Möglichkeit dazu hat, empfehlen, die Studien, über die Greenpeace immer berichtet, tatsächlich auch mal selber nachzulesen. Man ist wirklich überrascht (im negativen Sinne) wie selektiv dabei gearbeitet wird. Teilweise stehen in den Studien auch völlig andere Dinge drin, als Greenpeace das behauptet.
In einem kann ich ihnen Recht geben: Der Verbraucher benötigt Informationen, um eine mündige Entscheidung treffen zu können. Nur leider wird er von Greenpeace zu dem Thema weder umfassend noch ehrlich informiert.
20.8.2012 um 16:55 Uhr
M
Krankenmaus Menüs
http://www.youtube.com/watch?v=VrWm9FDxUZE&feature=relmfu
.
18.8.2012 um 22:26 Uhr ·
Maria
Man weiß ja so oft nicht, was man isst und ich denke auch, dass jeder ein Recht darauf hat, um slebst zu entscheiden, was man zu sich nehmen will und was nicht.
Ob es Greenpeace gelingen wird, dies durchzubringen steht in den Sternen. Schließlich forderte Greenpeace schon vor Ewigkeiten den Stop von E10 und nichts tat sich bisher. Erst jetzt schaltet sich die Politik ein un klärt über die Problematik erneut auf. Die Brände in den USA treiben durch den Mangel an Getreide die Preise in die Höhe und könnten mögliche Hungeskatastrophen in Entwircklungsländern hervorufen (http://www.finanzen.de/news/13316/greenpeace-und-niebel-fordern-biosprit-stopp)
20.8.2012 um 10:24 Uhr ·
Andersdenkender
Ja, der Einfluss soll aber eher gering sein da nur 6,9 Prozent der weltweiten Weizenproduktion zu Bioethanol weiterverarbeitet wird (so ein Artikel in der SZ).
Bei Wiki steht dazu:
“Der Anbau von Energiepflanzen steht in Nutzungs- und Flächenkonkurrenz zum Anbau von Nahrungsmitteln. So wird die erhöhte Biokraftstoff-Nachfrage zu den Faktoren gezählt, welche die Nahrungsmittelpreiskrise 2007–2008 teilweise mit auslösten.[19][20][21] Vor allem die Nutzung von Mais in den Vereinigten Staaten geriet damals in die Kritik.[22] Verschiedene Analysen wiesen nach, dass Biokraftstoffe anteilig an der globalen Verteuerung der Nahrungspreise beteiligt waren. Als Hauptfaktoren für steigende Nahrungsmittelpreise gelten allerdings das Bevölkerungswachstum sowie der steigende Fleischkonsum in bevölkerungsreichen Schwellenländern wie China und Indien.[23]”
aus http://de.wikipedia.org/wiki/Biokraftstoff#Bewertung_von_Biokraftstoffen
20.8.2012 um 11:14 Uhr ·
Pu244
Bei Lebensmitteln gibt es keine geringen Mengen, wenn für 100 Leute 100 Essen das sind und einer will sich zwei kaufen steigt der Preis solange bis sich einer kein Essen mehr leisten kann. Der muß dann hungrig ins Bett, wenn das zu oft passiert verhungert diese Person.
Solange noch 30.000 Kinder täglich verhungern ist Biosprit Mord.
Jeder Sack Weizen den wir verschwenden muß sich irgend eine arme Sau vom Mund absparen.
20.8.2012 um 13:33 Uhr
Andersdenkender
Und wenn 1000 Kinder wegen Biosprit sterben (pauschal gesagt) meckert man halt lieber dadrüber als zu erkennen das das Bevölkerungswachstum zu hoch ist und Fleisch mit 7 Kilo Getreide auf 1 Kilo Fleisch eine viel größere Verschwendung ist. Man sollte immer bei den Hauptfaktoren ansetzen.
20.8.2012 um 15:59 Uhr
andersdenkender
Hast für die Zahl übrigens eine Quelle?
20.8.2012 um 19:52 Uhr
Pu244
1: Diese Argumentation kenne ich von der Industrie wenn es um stärkeren Immissionsschutz geht. Entweder sind sie zu klein, da soll man sich um die großen bösen Kohlekraftwerke, die Landwirtschaft, Verkehr usw. kümmern oder sie sind zu wichtig so das man sie in Ruhe lassen soll.
Im Ergebnis soll gar nichts getan werden.
Die Richtige Lösung ist alle mit der nötigen Härte anzufassen, incl Biosprit, Lebensmittelverschwendung, Fleischkonsum usw.
2:
http://www.greenaction.de/beitrag/afrika-hungersnot-unterernaehrung-30000-kinder-sterben-jeden-tag
http://wideblick.over-blog.de/article-afrika-hungersnot-unterernahrung-30-000-kinder-sterben-jeden-tag-108911532.html
http://www.stern.de/politik/ausland/welternaehrungstag-hungertod-im-sekundentakt-531167.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Welthunger
hat mich 10 Sekunden bei Google gekostet
Die Zahlen schwanken zwischen 17000 und 30000 pro Tag.
21.8.2012 um 00:56 Uhr
Andersdenkender
Pu,
ich sage nicht das Biosprit besonders toll ist oder so, aber weder löst es Spekulationen aus noch produzieren es Nachwuchs der gefüttert werden will oder führt zu Dürren. Insofern ist der große Aufschrei bei Biosprit nicht zu verstehen, hier will man sich wohl als Retter der “armen Afrikaner” präsentieren. Die Lösung ist vor allem bei den schlechten Verhältnissen vor Ort zu suchen, mir kommt es dabei so vor als hätte man in der Agrarpolitik dabei nichts dazu gelernt (ist nun ja auch schon gut 5 Jahre her). Ich bin nicht für eine gesetztliche Festlegung in diesem Bereich – der freie Markt regelt vieles von selbst.
23.8.2012 um 18:24 Uhr
Andersdenkender
Übrigens liefert dir Google nur Ergebnisse zu den Sachen die man sucht, wenn ich nach einer pinken Tomate suche werde ich auch eine finden
23.8.2012 um 18:25 Uhr
Pu244
Das kenne ich aus der Industrie, das gibt es in zwei Versionen:
1: Tut uns nicht weh, es gibt schlimmere, fangt bei denen an!
2: Tut uns nicht weh, wir sind zu wichtig, räumt erstmal beim unwichtigen Gerümpel auf!
Wenn man beide konsequent befolgt darf man gar nichts mehr tun da alles entweder wichtig ist oder klein (manches sogar klein und wichtig). Tatsache ist man muß bei allem ansetzen, da gehören bessere Agrarkonzepte, effizientere Ressourcennutzung, weniger Fleichkonsum genauso dazu wie ein sofortiges Verbot von Biosprit.
26.8.2012 um 12:11 Uhr
Andersdenkender
Das hast du bereits gesagt – Mit dem kleinen Unterschied das ich nicht von der Industrie bin. Lies dir doch meinen Kommentar durch der mit Pu anfängt – dort habe ich alles geschrieben und es auch so gemeint
Aber vielleicht wird es dich schockieren dass nach einem Biosprit Verbot auch weiterhin Millionen Menschen sterben werden, deswegen sag ich das mal direkt.
26.8.2012 um 12:47 Uhr
Divad
Hier findet man übrigens eine komplette Aufschlüsselung über die Geldgeber:
http://votersedge.org/california/ballot-measures/2012/november/prop-37/funding
1 MONSANTO COMPANY = $4,208,000
2 E.I. DUPONT DE NEMOURS & CO. = $4,025,200
3 PEPSICO, INC. = $1,716,300
4 BASF PLANT SCIENCE = $1,642,300
5 BAYER CROPSCIENCE = $1,618,400
6 DOW AGROSCIENCES LLC = $1,184,800
7 NESTLE USA, INC. = $1,169,400
8 COCA-COLA COMPANY = $1,164,400
9 CONAGRA FOODS = $1,076,700
10 SYNGENTA CORPORATION = $821,300
Stand: 15/08/2012
20.8.2012 um 13:31 Uhr ·
Pu244
Ich war bis vor ein paar Jahren skeptisch was Gentechnik betrifft, bis ich dahintergekommen bin das so ziemlich alle Argumente von Greenpeace gegen Gentechnik einfach nur Kritikpunkte gegen die (moderne) Landwirtschaft im allgemeinen sind mit denen die Gentechnikgegner unwissende Menschen verarschen.
Richtig widerwärtig war allerdings was Greenpeace und einige andere NGOs in der Dritten und Vierten Welt abgezogen haben. Da wurde unter den Herrschenden Panik verbreitet die zur Hungersnot gelieferten Hilfsmittel wären angeblich ein Experiment, davon das die Amerikaner das Zeug selbst seit Jahren essen wurde allerdings nichts erwähnt. Woraufhin z.B. der Präsident von Sambia erklärte “Eher sterben wir als das wir GM Mais essen” – mit wir meinte er natürlich nicht sich, denn er war gut versorgt. Ergebnis der “Hilfe” seitens der NGOs war das zehntausende Tonnen Mais in den Lagerhäusern vor sich hinwarteten und gleichzeitig die Leute verhungerten. Nach 30.000 Toten bekamen die Hungernden mit was sich in den den Lagerhäusern befand und hatten keine Lust für die gentechnikfreie Weltordnung von Greenpeace draufzugehen und stürmten die Lagerhäuser. Man hätte den Mais natürlich auch mahlen können und so eine Aussaat verhindern, aber solche Lösungen lehnen ideologische Fanatiker natürlich ab – hier geht es um höheres als Menschenleben.
Soetwas gab es dann noch mehrfach.
Seit Fertigstellung des “goldenen Reis” sind ca. 15 Mio. Menschen an Vitamin A Mangel gestorben, Menschen die man hätte retten können wenn die Einführung nicht wo es nur ging sabotiert worden wäre. Ihr habt keine Lust auf die Lösung? Fein, dann ist es an euch für Alternativen zu sorgen wie das kostspielige verteilen von Vitamintabletten, andernfalls klebt das Blut an euren Händen.
Womit wir zum zentralen Punkt kommen, ihr und die anderen NGOs die daran beteiligt waren, solltet konsequenterweise die Gewaltlosigkeit aus euren Statuten streichen, denn wenn das kein Massenmord war dann sind Landminen auch “Mittel zur gewaltlosen Kriegsführung”. Man ist eben auch für die Folgen seines Handelns verantwortlich.
Natürlich gibt es auch viele Aktivisten bei Greenpeace die nichts mit diesen Sauereien zu tun haben und einen Wertvollen Dienst für die Zukunft leisten, allerdings sind Tote im zweistelligen Millionenbereich für so etwas nicht hinzunehmen.
Zum eigentlichen Thema:
Eigentlich bin ich ja für eine transparente Kennzeichnung, da euch jedoch in der Dritten und Vierten Welt nur das Handwerk gelegt werden kann wenn ihr in der Ersten verliert wünsche ich der Industrie alles Glück und allen Erfolg der Welt.
20.8.2012 um 14:12 Uhr ·
Christian
@ Puh244
NGO-Bashing ist beliebt unter Gentechnik-Befürwortern. Es lenkt von der eigenen Unfähigkeit ab, schafft eine feine Opferrolle in der man sich bemitleiden lassen kann und lässt zudem gut alle unangenehmen Aspekte und Einwände ausblenden.
Vielleicht hilft es, wenn Sie sich die Argumentation und Hintergründe der “bösen” NGOs mal genauer anschauen. Es sei Ihnen versichert, auch wenn Sie das vielleicht überraschen mag, es gibt sogar wissenschaftliche Reports dazu…
Hingegen finde ich es fahrlässig und gefährlich, mit welchen scheinbar einfachen Weltbild Sie zu argumentieren versuchen. Sind Sie so unwissend oder ideologisch blind, so dass Sie jegliche Lösungsvorschläge von Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, wie auch dem Weltagrarrat zu ignorieren meinen. Ich meine, Sie müssen diese Ansichten nicht gut finden. Aber Sie sollten zumindest deren Existenz nicht leugnen!!!
Putzig wird die Debatte dann aber spätestens beim Thema Kennzeichnungpflicht. Ein seltsames Gesellschaftsbild legen Sie zu Tage. Demnach sind wohl anscheinend alle Menschen irgendwie verrückt, dumm und hysterisch – zumindest wenn sie nicht den Argumenten der Gen-Befürwortern folgen. Das “Recht auf Wissen” ist allerdings ein fundamentales Recht, damit ein entsprechender Diskurs und auch unabhängige Bewertung durch verschiedene Akteure möglich werden. Sie scheuen anscheinend die Debatte (aufgrund wenig überzeugender Argumente?) und spielen damit den Akteuren in die Hand, die den Verbraucher möglichst für “dumm” verkaufen wollen, damit sie keine Auskunft über ihre Tricks und ihren “Mist” in ihren Lebensmitteln preis geben müssen. Der Verbraucher hat ein Recht zu erfahren, was ihm in Produkten vorgesetzt wird.
20.8.2012 um 17:08 Uhr ·
Pu244
1: Von NGO Bashing kann keine rede sein, ich habe nur die Kritikpunkte aufgezählt die ich für teils unerträglich halte
2: Die Argumente der Gentechnikgegner beziehen sich hauptsächlich auf die Landwirtschaft um allgemeinen und suggerieren dem Unwissendem Verbrauch es würde sich um spezielle Probleme der Gentechnik handeln.
3: Es gibt bisher keine verifizierten Ergebnisse das GM Pflanzen schädlich sind, im Gegenteil, es gibt etliche gesundheitliche Vorteile dieser Pflanzen
4: Ich lehne Massenmord zur Durchsetzung ideologischer Ziele ab, in diesem Punkt weiche ich nicht ab.
5: Wie schon geschrieben: wenn jemand eine bessere Idee hat soll sie verwirklicht werden. Tatsache ist es gab keine, die Letze sind heute Tot und liegen in ihren Gräbern
6: Wenn die Niederlage Greenpeaces hilft Millionen von Leben zu retten so sei es.
7: Ich habe nichts gegen die Wahlfreiheit hier in der Ersten Welt, nur soll sich auch niemand beklagen wenn die selbst erfüllende Prophezeiung vom “großen Multinationalen Konzern eintrifft
8: Die Gentechnikgegener fahren eine Angstkampange, so gesehen liegt es im Interesse selbiger das die Bevölkerung möglichst uninformiert bleibt.
9: Das Lobbys ihre Interessen verfolgen ist nichts wirklich neues, dabei ist es egal ob Bio- oder Gentechlobby.
21.8.2012 um 02:02 Uhr