Eisbär Isbjörn: Zurück in die Arktis

04. September 2012 · von Gastautor/in

Eisbär Isbjörn berichtet vom Ende seiner Tour durch Deutschland, auf der er in über 40 deutschen Städten Menschen über die Bedrohungen der Arktis durch Ölbohrungen und Klimawandel aufgeklärt hat.

Liebe Zweibeiner,

nach über zwei Monaten in vierzig Städten und über 9.000 in Deutschland zurückgelegten Kilometern bin ich wieder auf dem Weg in Richtung Arktis.

Eisbär Isbjörn auf dem Weg nach Bonn! - (c) Greenpeace

Warum aber eigentlich bin ich – Isbjörn, ein Eisbär – auf die bekloppte Idee gekommen mal eben meine schön kühle Arktis zu verlassen, um mich auf meine Tatzen zu machen und durch das heiße Deutschland zu touren? Denn ihr könnt mir glauben, für einen Eisbären ist das echt anstrengend!

Der Grund ist kein schöner: In meiner Heimat, die wegen dem Klimawandel sowieso schon schmilzt, will jetzt auch noch Shell nach Öl bohren. Das brannte mir einfach zu sehr unter den Krallen, als dass ich ruhig auf meiner Scholle hätte sitzen bleiben können.

Also bin ich dahin gekommen, wo viele Zweibeiner sind, die mich unterstützen können, denn nur in Alaska auf meiner Scholle rumsitzen hilft nix. In den letzten zwei Monaten bin ich kreuz und quer durch Deutschland gefahren und getrampt, um möglichst viele Menschen auf mein Problem aufmerksam zu machen. Ich habe gaaanz viele Aktionen gemacht, war quasi, wie man im Greenpeace-Style sagen könnte, Vollzeitaktivist.

Isbjörn als Aktivist bei Projektion auf Shell-Öllager in Hamburg - (c) Bente Stachowske - Greenpeace

Aber ich habe auch viele wichtige Zweibeiner getroffen, die was verändern können: Bürgermeister, Kirchenvertreter, Klimaschutzmanager und noch ganz viele andere Menschen – wie zum Beispiel Künstler. Alle haben für den Arktisschutz unterschrieben.

Was mich auf meiner ganzen Tour bärig gefreut hat: Dass zwar die Shell-Zweibeiner in der Arktis nach Öl bohren möchten, aber wenn bär mit den Zweibeinern auf der Straße spricht, eigentlich alle zustimmen, dass die Arktis vor soetwas geschützt werden muss. Ich habe den Eindruck bekommen, dass eigentlich nur Ölkonzerne wie Shell meine Arktis kaputt machen wollen. Das macht stimmt mich optimistisch.

Isbjörn verabschiedet sich im Hamburger Hafen nach seiner Tour durch Deutschland. (c) Bente Stachowske - Greenpeace

Ich bin jetzt zurück auf dem Weg zurück in meine Heimat, wo Shell in Kürze anfängt zu bohren. Denn die USA hat Shell die Erlaubnis dazu erteilt, auch wenn noch kein Schiff vor Ort ist, das bei einem Unfall eingreifen könnte. Shell macht das so nach dem Motto „Wir fangen schon mal an, es wird schon nix passieren!“. Da hält mich natürlich nichts mehr auf meinem weißen Eisbärenhintern. Deswegen habe ich noch eine Protestaktion an der Shell-Raffinerie in Hamburg gemacht.

Und dann bin ich aber auch schon schnell zurück in meine Heimat. Ich muss ja vor Ort sein, falls was passiert. Danke an alle Zweibeiner, die mich unterstützt haben und noch weiter für die Arktis kämpfen. Zusammen sind wir stärker als Shell. Lasst die Schnauzen nicht hängen, lasst uns zusammen die Arktis retten!

Checkt die Tatze,
Isbjörn

Kommentare

  • Marina

    WIEDER EINMAL fühle ich mich bestätigt, wie naiv doch NICHT WENIGE Amerikaner sind – wie SPEZIELL hier das US-Innenministerium!
    Diese Behörde handelt SO, wie wenn ich mich auf eine mehr oder weniger schwierige Klettertour im steilen, bergigen und auch relativ gefährlichen Gelände – OHNE mich entsprechend zu sichern – begebe UND mich DANN ERST sichere, wenn es im Grunde fast zu spät ist!
    Da fällt mir nur eins ein:
    Wie DUMM oder regelrecht BLÖD muss man schon sein, um SO zu HANDELN?!
    Sorry, ich will hier an der Stelle niemandem zu nahe treten, aber es ist doch wirklich wahr, ODER NICHT?!
    GELINDE GESAGT kann man sich nur WUNDERN …
    Und diese besagte Behörde will echte VERANTWORTUNG tragen?
    Wenn man SO LEICHTSINNIG handelt wie sie, dann ist in meinen Augen schon die Katastrophe VORPROGRAMMIERT.
    “Es wird schon nichts passieren …”
    Meinen SHELL und die betreffende Behörde gewissermaßen das GLÜCK für sich
    gepachtet zu haben und auf ihrer Seite zu wissen?!
    GRENZENLOSE … (!) meines Erachtens — mehr gibt es tatsächlich nichts zu sagen.
    - – -

    04.9.2012 um 17:15 Uhr · Antworten

  • Energiesparfuchs

    Na endlich ist er wieder weg, der Eisbär Eisbär.

    04.9.2012 um 21:39 Uhr · Antworten

    • andersdenkender

      Schade, ich hatte ihn schon ans Herz geschlossen ;) Gab schon bessere Aktionen von GP, wäre vielleicht eher was für Greenpeace Kids.de. Egal…

      04.9.2012 um 21:53 Uhr · Antworten

  • neuling

    tschuldige marina…..seit wann haben denn im Amiland oder in Deutschland oder gar sonstwo Behörden oder die Politik das Sagen…..das schau Dir lieber noch mal genauer an…..also z.B. Shell und Konsorten….die hätten da schon mehr zu melden….und da könnten bei guter Koordination nur wir Verbraucher was bewirken

    05.9.2012 um 08:44 Uhr · Antworten

    • Marina

      Wenn Sie den grünen Link “eine Protestaktion an der Shell-Raffinerie” (s.o. im Artikel!) angeklickt und genau gelesen hätten, dann wüssten Sie, was ich meinte.
      - – -

      05.9.2012 um 13:45 Uhr · Antworten

  • neuling

    das weiß ich sehr wohl……nur aufzuregen über Ministerien braucht sich niemand, denn z.B. Shell und Konsorten geben den Ton an….nicht irgendein Ministerium….also wenn schon, müssten wir uns über Shell echauffieren…..und wir Verbraucher könnten ja z.B. mal Shell ins Gebet nehmen

    06.9.2012 um 12:41 Uhr · Antworten

  • Erna

    ACHTUNG es kommt noch SCHLIMMER! Laut den aktuellen Satellitendaten zur Meereisbedeckung der Arktis hat in diesem Jahr die Schmelze bereits ca. 1 Woche vor dem langjährigen Mittel und sogar ca. 2 Wochen vor dem bisherigen Minimum (seit 1979) 2007 GESTOPPT. Einige “Experten” schließen daraus, dass der Klimawandel noch schlimmer als befürchtet wird und nunmehr eine neue Eiszeit droht ;)

    11.9.2012 um 09:08 Uhr · Antworten

    • Andersdenkender

      Och ne, hast du den wenigstens andere Quellen als den Lobbyverein EIKE?

      17.9.2012 um 18:37 Uhr · Antworten

  • Lottina

    Hier sollte man (s. auch spiegel online 19.9.) unbedingt mal die neuesten Erkenntnisse über die Arktis lesen. Eisforscher wie Wadham fürchten, dass die Arktis schon 2016 eisfrei sein wird, was für uns nicht nur kältere Winter, sondern auch viele andere Probleme bringen wird.

    19.9.2012 um 15:13 Uhr · Antworten

  • andersdenkender

    Aha, noch was konstruktives zu sagen?

    18.9.2012 um 20:38 Uhr · Antworten

  • Energiesparfuchs

    Der Eisbär kann bis zu 9 Tagen im kalten Wasser schwimmen, dabei bis zu 5 km/h erreichen und Strecken bis 700 km so zurücklegen. Der angstvoll von Eisscholle zu Eisscholle springende Meister Petz aus euren Präsentationen ist eine Lachnummer.

    19.9.2012 um 06:38 Uhr · Antworten

  • Andersdenkender

    Naja, wenn Eisbären sprechen könnten würden sie die Zerstörung ihres Lebensraumes nicht gut heißen ;)

    19.9.2012 um 15:21 Uhr · Antworten

  • Energiesparfuchs

    Du solltest einfach das Kostüm von Eisbär Eisbär schnappen und ab damit in die Fußgängerzone der nächsten Stadt düsen. Dort kannst du selbst prima Dialoge mit den Passanten führen. Vielleicht füttern sie dich sogar, wenn du sie von den phänomenalen Eigenschaften des CO2 überzeugst.

    20.9.2012 um 19:03 Uhr · Antworten

  • Andersdenkender

    Nein, ich glaube der Treibhauseffekt ist schon auf allen Lehrplänen.
    Allgemeinbildung bekommen sie nicht von Eisbären, die hat man ;)

    20.9.2012 um 19:19 Uhr · Antworten

  • Energiesparfuchs

    Wie die neuen “Lehrpläne” aussehen, kann jeder hier im Film sehen unter https://www.youtube.com/watch?v=vM3J7jDqYDs

    21.9.2012 um 06:20 Uhr · Antworten

  • stefan

    lehrt uns zumindest, wes geistes kind du und die macher sind.

    21.9.2012 um 07:18 Uhr · Antworten

  • stefan

    entschuldige esf. war ziemlich schockiert, hab den film falsch interpretiert und dachte es sei propaganda, um vor “ökofaschismus” zu warnen. nach bisschen recherche wird klar, dass 10:10 eine große klimaschutzorganisation in england ist. und dann geb ich dir vollkommen recht – englischer humor hin oder her – was haben die sich nur dabei gedacht?!

    21.9.2012 um 07:35 Uhr · Antworten

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