Shell: Pannenserie geht weiter!

17. September 2012 · von Jörg Feddern

Jetzt ist es amtlich: Shell wird in diesem Jahr nicht mehr nach Öl in der Arktis bohren. Insgesamt sieben Jahre Vorbereitung und fast 5 Milliarden Dollar Kosten für ihren großen Plan, aus der Arktis Öl zu fördern, haben aufgrund einer absurden Pannenserie und wetterbedingter Verzögerungen ein vorläufiges Ende gefunden.

Eine der dutzenden Pannen: Shell's Bohrschiff "Noble Discoverer" läuft vor dem Dutch Harbour auf Grund.

Eine der vielen Pannen: Shell's Bohrschiff "Noble Discoverer" läuft vor Dutch Harbour auf Grund (c) James Mason/Greenpeace.

Ursprünglich wollte das Unternehmen im Juli mit mindestens fünf Bohrungen an zwei unterschiedlichen Orten vor der Küste Alaskas beginnen, doch fehlende Genehmigungen für eines ihrer Bohrschiffe und eines für den Notfall vorgesehenen Spezialschiffes, sowie widrige Wetterbedingungen verzögerten den Start bis in den September hinein.

Aus der Not heraus kündigte der Konzern an, mit vorbereitenden Bohrungen zu starten, bis die endgültige Genehmigung erteilt wird. Doch schon wenige Stunden nach Beginn musste auch dieser Versuch abgebrochen werden, da eine große Eisfläche auf die Bohrstelle zutrieb.

Nun ist es bei abschließenden Tests einer für einen Ölunfall vorgesehenen Glocke zu einem Unfall gekommen, der die Glocke beschädigt hat. Shell kündigte daraufhin an, in diesem Jahr nur noch Vorbereitungsbohrungen durchzuführen, sofern das Wetter es zulässt und die Zeit dafür noch ausreicht. Die Bohrgenehmigungen laufen am 24. September (in der Tschuktschensee), beziehungsweise am 31. Oktober (in der Beaufortsee) aus.

Dieser erneute Rückschlag sollten die Damen und Herren in der Chefetage des Konzerns und die Investoren zum Anlass nehmen, ihre Pläne zu überdenken, in dieser hochsensiblen und einmaligen Region nach Öl zu bohren oder ob es nicht besser wäre, das Geld in die zukunftsfähigen und sauberen erneuerbaren Energien zu investieren. Die Bewohner der Arktis werden es ihnen danken.

Seit Juni dieses Jahres hat Greenpeace weltweit durch zahlreiche Aktionen gegen die geplanten  riskanten Ölbohrungen von Shell protestiert. Fast 2 Millionen Menschen haben sich der Kampagne zum Schutz der Arktis inzwischen angeschlossen. Werde auch du Arktisschützer unter: www.savethearctic.org!

Oder unterstütze noch bis Ende der Woche den Twitter-Protest gegen Shell und poste einen Tweet mit dem Hashtag #StopShell!

Kommentare

  • Alex aus FFM

    Glückwunsch an Euch und an uns alle, die protestiert haben. 5 Milliarden USD zu verbraten ist gar nicht so leicht, aber Shell schafft das locker. Wäre es nicht mal schön vorzurechnen, was man damit alles hätte bezahlen können ?

    Beispiel:

    - 800 Windräder mit 5 MW Leistung, das sind 8.000 Mio kWh/Jahr oder Strom für ca 2,5 Mio Familien.
    - 2. Mio KFZ könnten von Benzin auf Autogas umgerüstet werden.
    - 8.000 Quadratkilometer Urwald könnten gekauft und geschützt werden, das entspricht ca 25 % von der Schweiz.

    Umweltfreundliche Grüsse
    Alex

    17.9.2012 um 16:25 Uhr · Antworten

    • Andersdenkender

      Wenn plötzlich wer 800 Windräder kaufen will erhöht sich der Preis aber nen “bisschen”.

      17.9.2012 um 17:24 Uhr · Antworten

      • Klaus

        …innerhalb von sieben Jahren! Das hätte wohl eher zu Preissenkungen geführt!!! So sind die Gesetze des Marktes jedenfalls normalerweise…

        17.9.2012 um 21:27 Uhr

    • Bruno Straub

      Alex,
      4 Mia Euro sind viel Geld. Aber alles ist relativ.
      Die Statoil z.B. glaubt, in der Barentssee in zwei nahe beieinander liegenden Feldern 600 Mio Barrel Öläquivalent gefunden zu haben. Das sind knapp 100 Mia Liter. Bei 4 Mia “Explorationsvorlaufkosten” wären das ca. 5 Cent pro Liter……
      Deine Rechnung mit den 800 (Super)Windrädern gefällt mir. Sie bringen fast die Jahresarbeit eines AKW….
      Ich stelle mir dann manchmal vor, dass man diese Monster mit immerhin 150 m Flügeldurchmesser im (zu geringen) 500 m Abstand z.B. an der A5 aufstellt und damit locker von Basel bis Frankfurt kommt.

      17.9.2012 um 22:24 Uhr · Antworten

  • Erna

    Genau darum gehts doch. Was für einen Profit kann ich aus meiner Investition schlagen. 100 Mrd. Liter Rohöl bringen bei einem Preis von 50ct/l 50 Mrd. Dollar.
    .
    Da sind 5 Mrd. erst einmal lächerlich und haben sich wahrscheinlich schon in 2 Jahren armotisiert. Mit Windrädern erzielt man – wenn es gut läuft – 8% Rendite und hat keine Ahnung ob dies in Zukunft noch so sein wird. Am Regenwald verdient man monetär garnichts und die Umrüstung auf Autogas – wer auch immer das Geld dafür geben sollte – würde den Finanzminister nur dazu bewegen die Steur auf Autogas hochzuschrauben, bis auch dies nicht mehr günstiger ist.
    .
    Bei der ganzen Diskussion sollte man vielliecht einmal festhalten, dass dies nicht – wie hier immer dargestellt – die ersten Bohrungen sind. Vielmehr gab es bereits bis 1993 mehrere Bohrungen die reichhaltige Vorkommen nachgewiesen haben. Letztlich hat man die Förderung dann gelassen, da es sich damals nicht gelohnt hätte und die Technik noch nicht so weit war. Aber GP kann ja wie immer die Klientel weiter an der Nase rumführen und von den ersten Bohrungen reden.

    18.9.2012 um 11:54 Uhr · Antworten

  • Jan

    Shell hat vieleicht die Ölbohrpläne für dieses Jahr auf Eis gelegt. Aber nächstes Jahr werden sie es wieder versuchen. Die Kampagne darf nicht abschwächen. Außerdem: In Nigeria zerstört Shell weiterhin die Umwelt.

    18.9.2012 um 15:53 Uhr · Antworten

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