Shell versucht dein Recht auf Meinungsäußerung zu unterdrücken!

21. September 2012 · von Gastautor/in

Ben Ayliffe an Bord der Esperanza.

Letzten Freitag besuchten Aktivisten von Greenpeace Niederlande Shell Tankstellen in ihrem Land und protestierten gegen die rücksichtslosen Ölbohrpläne in der Arktis. Shells Pläne in der Arktis zu bohren, sind inzwischen auf nächstes Jahr verschoben worden.

Die Begründung, diese gewaltfreien Aktionen gegen Shell durchzuführen, ist klar und einfach: Die Arktis ist vom Klimawandel besonders bedroht. Erst vor zwei Tagen verkündeten Wissenschaftler, dass seit Beginn der wissenschaftlichen Untersuchungen das arktische Meereis noch nie so stark zurückgegangen ist wie derzeit.

Diese verheerende Entwicklung wird von Ölunternehmen wie Shell verursacht, die seit Jahrzehnten die Abhängigkeit der Gesellschaft von Öl gefördert haben. Shell die Genehmigung zu erteilen, in der Arktis nach Öl zu bohren, sorgt dafür, dass diese katastrophale Situation noch verschärft wird.

Darüber hinaus ist die Arktis gegenüber Ölunfällen verwundbarer als andere Regionen auf unserem Planeten. Die dort anzutreffenden Wetterbedingungen machen Bohrungen höchst risikoreich. Sollte es zu einem Ölunfall kommen, ist es schwer Öl aus dem eisbedeckten Meer zu beseitigen.

Tritt solch ein Unfall am Ende des Sommers auf, könnte es zu spät sein, den Ölaustritt zu stoppen. Die Folge wäre, dass das Öl ungehindert während des arktischen Winters austritt und sich in der Eisecke verfängt. Wir wissen bereits wie ein Ölunfall auf dem arktischen Festland aussieht, und das sind wahrlich keine schönen Bilder.

Auf der einen Seite haben wir also eine Nichtregierungsorganisation mit vielen Aktivistinnen und Aktivisten. Manche von ihnen als Eisbären verkleidet, die auf Tankstellen von Shell die Kunden über die Arktispläne des Konzerns die Augen öffnen. Auf der anderen Seite haben wir ein Unternehmen, das den katastrophalen Klimawandel mit verursacht. Und das darüber hinaus versucht, äußerst rücksichtslose Öloperationen in der Arktis zu starten.

Einer von beiden fordert jetzt, dass ein Richter die anderen anweist, alle gefährlichen Aktionen zu stoppen und verlangt, dass bei Zuwiderhandlung diese Partei eine Million Euro zu zahlen hat.

Rate mal wer wer ist? Genau, Du hast es! Shell fordert Entschädigung von Greenpeace. Hier der Originalwortlaut des Shell-Antrags:

1. Shell request the judge to “forbid defendants (GPNL & GPI) to organise any activities, at least illegal activities, on or within 500m of any petrol stations of (licensees/tenants of) Shell, offices and other commercial properties and/or terrains of Shell in the Netherlands, or forbid defendants for a period of six months after delivery of this judgment to render impossible, prevent or interfere with the free and unhindered use of plaintiffs of the petrol stations of (licensees/tenants of) Shell, and/or its (office)buildings and/or its other commercial properties and/or terrains owned by, rented or otherwise in use by Shell, or to incite their employees, hired third parties or their sympathisers to do so, such at a penalty of EUR 1,000,000 instantly in case of violation, to be increased.

2. Shell request the judge to “order defendants (GPNL & GPI), within one hour after the bailiff delivers the judgment in this case to defendants in person, to instruct their employees, hired third parties and sympathisers to refrain from any activity which, in the next six months after delivery of this judgment, renders impossible, prevents or interferes with the free and unhindered use of plaintiffs of the petrol stations of (licensees/tenants of) Shell, and/or its (office)buildings and/or its other commercial properties and/or terrains owned by, rented or otherwise in use by Shell, such at a penalty of EUR 1,000,000 instantly in case of violation, to be increased with an amount of EUR 100,000 for every day or part of a day that a violation of such order lasts.”

Gemeint in dem Antrag ist nicht nur das Recht von Greenpeace zu protestieren, es geht auch um dich. Schau unter Punkt 2. was dort über “sympathisers” (Sympathisanten) ausgeführt ist. Wenn du eine Petition gegen Shell unterschrieben hast oder du dich für den Schutz der Arktis einsetzt – dann bist auch du gemeint. Das bedeutet dein Recht auf Protest und freie Meinungsäußerung soll beschnitten werden.

Ist das nicht etwas zuviel des Guten? Wir sehen das genauso! Deswegen sind wir in Amsterdam im Gericht und fechten diese unerhörte Forderung an.

Autor: Ben Ayliffe

p.s. Das Urteil wird in zwei Wochen verkündet. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Kommentare

  • Andersdenkender

    “Diese verheerende Entwicklung wird von Ölunternehmen wie Shell verursacht, die seit Jahrzehnten die Abhängigkeit der Gesellschaft von Öl gefördert haben. Shell die Genehmigung zu erteilen, in der Arktis nach Öl zu bohren, sorgt dafür, dass diese katastrophale Situation noch verschärft wird.”
    Die Gesellschaft hat ihre Abhängigkeit erschaffen – und wird sie wenn der Preis für Öl zu hoch wird auch wieder lösen.

    21.9.2012 um 17:20 Uhr · Antworten

  • Jens

    Mal wieder typisch: Die berechtigten Protest-Interessen besorgter Bürger ausschließen wollen, aber bei einem Erdöl-GAU dann die Umweltkosten wie selbstverständlich auf die Allgemeinheit umlegen. Aber so ist der Lauf der Dinge, wenn Konzerne zuviel Macht haben und ethische Prinzipien mal eben unter den Tisch fallen können. Läuft genau wie in der Pharma-, Gentechnik- und Rüstungsbranche…

    21.9.2012 um 18:03 Uhr · Antworten

  • Richy

    Wollen wir mal sehen, wie unabhängig das Rechtssystem ist?! Bei solcher Dreistheit schwillt mir der Kamm!

    21.9.2012 um 19:37 Uhr · Antworten

    • Tim

      Was soll denn daran ungerecht sein? Shell hat das Recht, ihre Tankstellen zu schützen und jedem, den sie dort nicht haben wollen Hausverbot zu erteilen. Wird das missachtet nennt sich das Hausfriedensbruch und wird entsprechend bestraft. Hier wird der gesamten Organisation Greenpeace Hausverbot erteilt und bei Missachtung eine Strafe angedroht.
      Dreist finde ich, dass Greenpeace alles, was gegen ihre Meinung ist als unrecht empfindet und die alleinige Weisheit für sich beansprucht.

      21.9.2012 um 20:05 Uhr · Antworten

      • andersdenkender

        Das ist doch nur nen Antrag :D
        Ja das ist vielleicht das blöde an unserem Rechtssystem dass auch die Menschen die gleichen Rechte wie wir haben die wir nicht mögen.

        21.9.2012 um 20:28 Uhr

      • Lisa

        Der Antrag ist sehr wohl der Versuch einer Unterdrückung der Meinungsfreiheit:
        “[...]on or within 500m of any petrol stations [...]”
        Selbstverständlich hat Shell das Recht von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen und GP das betreten seiner Gelände zu untersagen. Ebenso selbstverständlich hat GP und jeder Bürger, “Sympathisant” o.a. das Recht, auf öffentlichem Grund direkt neben der Tankstelle o. a. Shell-Geländen seine Meinung kundzutun. Diese Meinungsäußerung im Umkreis eines halben Kilometers um Shell-Gelände untersagen zu wollen, ist eine Unverschämtheit. Genauso wie das Bohren in der Arktis. Niemand verlangt von Shell, sofort alle Öhlforderung weltweit einzustellen. Der gesunde Menschenverstand allein und wissenschaftliche Erkenntnis darüberhinaus sagen einem aber, dass Ölförderungen in einem Gebiet mit solchen geoökologischen Bedingungen Wahnsinn sind. Von einem Konzern mit solchen MIlliardengewinnen kann man erwarten, nicht in jeder Region der Welt den letzten Tropfen Öl rauszupressen, sondern mehr, sehr viel mehr, nach alternativen Energiequellen zu forschen und bereits bestehende ins Geschäftsmodell aufzunehmen.

        22.9.2012 um 04:39 Uhr

      • andersdenkender

        Es ist und bleibt ein Antrag, wenn dieser angenommen wird (so in dieser Form), kann man sich Sorgen machen. Hier geht es ganz klar darum das Image von Shell zu schädigen, und so wie GP hier seine Argumente präsentiert ist das nun wirklich nicht ausgewogen. Ich würde es als Konzernchef auch nicht gerade schätzen, die mir vorwerfen ich würde die Welt abhängig machen.
        Die mir vorwerfen das ich der Böse bin.
        Das führt sicherlich nicht zu fruchtbaren Diskussionen!
        Ebenso ist es unverständlich warum viele Greenpeace Aktionen so Konzern spezifisch sind, keiner ist viel besser als die Anderen.
        Außerdem sollte Greenpeace 1 und 1 zusammenzählen können – was passiert wenn Shell so gutmütig ist nicht in die Arktis zu gehen?
        Dann macht Gazprom halt den Anteil mit.
        So ist der Markt. Wenn sich die Nachfrage nicht ändert ändert sich nichts. Ich bin nicht für das Verhalten der Chefs, aber man sollte es nachvollziehen können.

        23.9.2012 um 08:27 Uhr

      • Lottina

        Ich glaube nicht, dass mir jemand , der rechtsstaatlich denkt, verbietet, innerhalb eines Umkreises einer Shell Tankstelle meine Meinung zu sagen, wenn ich nicht gegen Rechtsgrundsätze verstoße. Eine Demonstration muss allerdings angemeldet sein.
        Wenn SHELL hier den Rechtsstaat aushebeln will und mir meine Meinung verbieten will, muss “es” sich fragen lassen, welchen Rechtsgrundlagen “es” sich verpflichtet fühlt.
        Mir stellt sich die Frage, welches Demokratieverständnis dort vorherrscht. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass man sich noch schnell bei Meinungsäußernden bereichern möchte.
        Für mich übrigens nur ein weiterer Grund, die Shellzapfäule zu meiden und Benzin und Öl zu sparen! Unternehmen mit solchen Vorstellungen haben in meiner Umgebung nämlich nichts zu suchen.

        25.9.2012 um 19:10 Uhr

  • Pu244

    Irgendwie verständlich, ihr wärt auch nicht begeistert wenn Monsanto und das Atomforum vorbei kämen und eure Zentrale neu dekorieren würden.

    Tja,
    irgendwoher muß das heiß begehrtes Öl kommen und nun wollen sie unsere geliebte Nordhalbkugel verstärkt anbohren statt wie bisher die Dritte Welt oder irgendwelche arabischen Staaten heimzusuchen, eine Unverschämtheit! Wie lauten denn die Alternativen?
    Ölsand? Zu dreckig und klimaschädlich!
    Fracking? Zu Dreckig!
    Elektroautos mit Regenerativen Energiequellen? Nicht einsatzbereit (bleibt wohl auch bis 2050 so, erst dann ist der Strombedarf zu 100% gedeckt wenn es gut geht)
    Elektroautos mit fossiler Energie? Zu Klimaschädlich!
    Elektroautos mit Nuklearenergie? Wollt ihr irgendwie nicht (Ethik kann echt schei** sein wenn man selbst für den Müll aufkommen muß)
    Biosprit? Nicht genug da, führt zu Hunger!
    Verzichten? Will auch keiner!
    Also Shell: bohrt was das Zeug hält und versorgt uns Süchtige mit dem Stoff der die Menschheit am Leben hält.

    22.9.2012 um 03:58 Uhr · Antworten

    • Pu244

      Uups,
      da ist mir ein Fehler beim Kopieren unterlaufen!
      Das “Regenerativ” hat vor Fossil und Nuklear natürlich nichts zu suchen (wäre nett wenn einer der Moderatoren das korrigieren könnte)
      Die peinlichen Folgen der Schreibfaulheit…

      22.9.2012 um 04:02 Uhr · Antworten

    • Manuel Stratmann

      Erneuerbare Energiequellen sind auch im Mobilitätssektor das einzige was hilft. Sie haben das Potential die Abhängigkeiten die der fossil – atomare Energiekomplex geschaffen hat zu brechen und die Energiegewinnung auch für Mobilität auf eine umweltverträgliche Basis zu stellen.

      Vor einem Fehlschluss möchte ich hier ausdrücklich warnen: Elektromobilität mit erneuerbarem Strom wird nicht erst 2050 zur Verfügung stehen, sondern wesentlich früher – sobald es alltagstaugliche Elektroautos zu kaufen sind, was in wenigen Jahren der Fall sein dürfte und bei Elektrofahrrädern heute schon der Fall ist.
      Es ist keineswegs so, das es erst keinen fossil erzeugten Strom mehr geben darf bevor erneuerbare Elektromobilität möglich wird, denn Deutschland ist keine Kupferplatte und der Strommarkt hat nicht nur einen Bilanzkreis.

      Wichtig ist, das die erneuerbare Energieanlage zusätzlich und zu diesem Zweck errichtet wird.
      Für die meisten Bürger ist das am einfachsten durch die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem eigenen Grundstück möglich. Wird mit dem PV Strom ein Elektromobil direkt aufgeladen, so ist dies eine umweltschonende und somit zu befürwortende Methode die Abhängigkeit zu den Energieversorgern zu brechen.

      25.9.2012 um 13:33 Uhr · Antworten

      • Bruno Straub

        Manuel, nur was zum Nachdenken….
        Das Elektrofahrrad, dem Du Pilotfunktion beimisst, ist wirklich eine feine Sache:
        Es kostet zwar doppelt soviel, wie ein normales Fahrrad, kann aber auch mindestens das “Doppelte”…
        Das Elektroauto, kostet locker das doppelte, kann aber nur die “Hälfte”. Das ist der Faktor 4….
        .
        Du legst Wert darauf, mit einer eigenen PV-Anlage “”die Abhängigkeit zu den Energieversorgern zu brechen”"
        Und wer lädt Dein Elektroauto z.B. im Winter? Lass mich raten, dann willst Du von den geschmähten Energieversorgern, die ggf. auch auf dem letzten Loch pfeifen, Deinen Ladestrom zum “Originalpreis”.
        (Ich bin übrigens ein Fan des E-Autos)

        26.9.2012 um 00:23 Uhr

  • Nase Weis

    Eine Schlüsselfunktion hat wohl der Energiepreis für die Verbraucher. Er entscheidet, ob und welche Alternativen wirtschaftlich sind und sich deshalb durchsetzen. Der Ölindustrie und ihren Mietmäulern geht es natürlich darum, den Dammbruch der Erneuerbaren so lange wie möglich zu verhindern. Also wird alles getan, um einer natürlichen Verknappung des Angebotes an fossilen Energien entgegen zu wirken, weil durch ein kleineres Angebot ja der Preis über den Auslösepunkt der Erneuerbaren steigen würde.

    Es ist schon paradox, daß mit dem Argument “Energie müsse bezahlbar bleiben” und dem entsprechend vergrößerten Angebot der Durchbruch der Erneuerbaren und damit die langfristige Bezahlbarkeit verzögert wird.

    22.9.2012 um 12:38 Uhr · Antworten

    • Bruno Straub

      Hallo Nase Weis,
      für Deine Theorie, dass die Ölis die Preise unten halten, damit die Erneuerbaren abgewürgt werden, bekommst Du sicher viel Beifall.
      Nur, die Realität sieht m.E. anders aus: Die Ölpreise werden ja wohl keineswegs unten gehalten, sondern gehen durch die Decke, der Staat haut noch mal 100% drauf, und trotzdem gibt es Nix, was dem klassischen Treibstoff Paroli bieten könnte. Und das nicht nur vom “Geld”, sondern erst recht von der “Tauglichkeit” her.
      Kennst Du überhaupt eine “Erneuerbare Alternative”, mit der man Treibstoffe ersetzen kann, und die nur auf ihren Durchbruch wartet?

      22.9.2012 um 23:37 Uhr · Antworten

      • stefan

        organische pv

        23.9.2012 um 08:41 Uhr

      • Bruno Straub

        Stefan,
        ich weiß, für Deine Organische PV tust Du alles….
        Würdest Du sie in den Tank kippen oder damit die Autodächer und Flugzeugtragflächen bepinseln?

        23.9.2012 um 12:17 Uhr

      • stefan

        letzteres wird in nicht allzu ferner zeit kommen, ja.

        23.9.2012 um 13:15 Uhr

      • Nase Weis

        Onshore Windkraft rentiert z. Z. mit 7 – 10 %.
        Damit die “Vier von der Steckdose” nicht ständig weinend auf Philipp`s Schoß sitzen, wird z. Z. die Umwandlung von überschüssigem Windstrom in Methan aus Großanlagen entwickelt. Das Methan kannst du dir dann in deinen Tank kippen. Beliebtestes Gegenargument: der niedrigere Wirkungsgrad. Wenn man jedoch weiß, daß Braunkohle mit 40% verstromt wird und das beste Gaskraftwerk gerademal knapp über 60% Wirkungsgrad hat, sieht die Sache doch gar nicht so schlecht aus. Spätestens jetzt sollte klar werden, warum Shell unbedingt durch ein vergrößertes Ölangebot den Spritpreis am Abheben hindern will . . .

        23.9.2012 um 14:16 Uhr

      • Andersdenkender

        Ich stimme dir bei fast allen zu aber – Shell will einfach mehr Öl verkaufen. Es ist übrigens genau andersrum – die Spritpreise heben ab weil die Vorkommen die leicht zu erschließen sind sich erschöpfen. Durch die abgehobenen Spritpreise lohnt es sich jetzt halt auch in der Arktis zu bohren.
        Also will Shell (und jeder andere Ölkonzern) NICHT in der Artis bohren um den Preis zu drosseln, SONDERN wegen den guten Preis kann Shell es sich leisten in der “unwirtlichen” (=unwirtschaftlichen) Arktis zu bohren :)

        23.9.2012 um 14:54 Uhr

      • Nase Weis

        Kann dich ja verstehen. Das eine schließt das andere aber doch nicht aus. Die Strategen der Ölindustrie werden auch dafür bezahlt zu wissen, was alles in den Schubladen der Entwickler liegt. Mit weiter steigendem Spritpreis werden sehr viele Lösungen, die sich heute noch nicht rechnen, plötzlich richtig rentabel. Und dann gibt es kein Halten mehr.

        23.9.2012 um 19:54 Uhr

      • Andersdenkender

        Nagut, aber ich denke das Shell vor allem ein Interesse hat weiterhin Geld zu verdienen und deswegen auch dort bohrt.

        23.9.2012 um 20:26 Uhr

      • Bruno Straub

        Apropos, “Windgas in den Tank kippen”:
        Erdgasautos gibt es schon länger….. Obwohl das Gas (Methan) billig ist und die Steuern niedrig sind, hat sich die Technik noch nicht durchgesetzt. Warum sich das ändern sollte, wenn man das Methan als “Windgas” produziert, erschließt sich mir nicht, denn teurer geht es kaum.
        Erdgas, auch Shell hat es im “Angebot”, gibt es noch in großen Mengen. Also, Shell ist so oder so auf der Gewinnerseite!

        23.9.2012 um 21:35 Uhr

  • Gotthard Schaab

    Dreister geht´s ja wohl nicht mehr. Da fällt mir erst mal nix mehr ein. Der Schuss geht hoffentlich ordentlich nach hinten los! Sollen sie ihre Milliarden doch besser in die Exploration und Verbesserung regenerativer Energiequellen stecken!

    22.9.2012 um 22:15 Uhr · Antworten

    • Pu244

      Genau und diese noch nicht entwickelten Energien die nach derzeitigen Schätzungen 2050 zur Verfügung stehen schütten wir uns heute in den Tank, alles was wir brauchen ist eine Zeitmaschine…
      Shell und die anderen sind bloß die Dealer welche uns Junkies, die wohl über 98% der Bevölkerung ausmachen, mit Stoff versorgen. Theoretisch könnten wir davon loskommen, wir wissen was wir anrichten, allerdings wollen wir das nicht da dies zu massiven Einschnitten führen würde. Tempo 120 auf Autobahnen ist da noch harmlos, fast unser gesamter Wohlstand hängt von unserer modernen Zivilisation ab. Das sind dann so Nebensächlichkeiten die wir garnicht mehr zu schätzen wissen, z.B. das jeder Hartz4 Empfänger ein Leben leben kann das in den 50ern bis 60ern noch als Luxus bezeichnet worden wäre (eigene Wohnung mit Fernseher, Radio, Waschmaschine, einem Kühlschrank der auch noch voll ist, Studiumsmöglichkeit für die Kinder, Krankenversicherung usw.)
      Bevor jetzt noch jemand losheult: Ich bin Student und muß netto von etwa 130€ weniger leben und habe auch nur ein 16m² Zimmer in einer WG. Wir leben in einer geilen Zeit und dafür wird im Moment leider noch sehr viel Energie benötigt, egal ob Kohle, Gas Uran oder Öl die eine menge Probleme verursachen (Erderwärmung, strahlender Müll, Naturzerstörung) aber um es mit der ultimativ weisen (Vorsicht Sarkasmus) Madeleine Albright auszudrücken “es ist diesen Preis wert”.
      Wer damit ein Problem hat sollte Alternativen nennen, ein radikaler Verzicht wird wohl (spätestens wenn die Leute begreifen was das an Konsequenzen nach sich zieht) von ca. 95-98% abgelehnt. Kernenergie (meine Alternative der Wahl) wurde ja nach dem absolut unethischen (Kernenergie ist “nur” unethisch) Ausstieg wohl vorerst verworfen, es ist eben einfacher andere für seinen Dreck bezahlen zu lassen.
      Da “wir” uns ja geeinigt haben diesen Planeten mit fossilen Energiequellen zu verpesten sollten wir diesen Weg auch konsequent gehen und uns nicht bigott empören wenn mal irgendwas verwüstet wird, wer Fleisch isst sollte kein Problem mit Schlachthöfen haben (wobei nichts gegen ein abmildern der Umstände gesagt sein soll, z.B. Energieeffizienz oder das betäuben von Tieren).

      23.9.2012 um 04:57 Uhr · Antworten

      • Conrad

        zu dick aufgetragen, um noch als echte Meinung eines engagierten Verteidigers des “Fortschritts” durchzugehen. Darauf einzugehen, lohnt deshalb nicht.

        25.9.2012 um 11:21 Uhr

      • Pu244

        Probleme mit Leuten die zu ende denken bzw. das versuchen?

        Aber eh nur ein Kommentar ohne Substanz, darauf einzugehen, lohnt deshalb nicht…

        27.9.2012 um 03:23 Uhr

  • Nase Weis

    Unsere Tochter lebte mit ihrem japanischen Mann ca 100 km nördlich von Fukushima. Ich werde nie diese Nacht vergessen, in der wir verzweifelt versuchten Flugtickets nach Deutschland zu buchen, weil der Wind in Japan nach Norden drehen sollte. Wir haben es aber geschafft und vor zwei Wochen bin ich Opa einer gesunden Enkelin geworden. Die beiden mußten übrigens ALLES zurücklassen.

    Nur so viel lieber Pu: unser Wertesystem hat noch ein ganz erhebliches Verbesserungspotential, was weniger unsere, aber vor allem die Überlebensfähigkeit unserer Nachkommen betrifft. Und dieses Verbesserungspotential ist aus meiner Sicht mit großem Abstand das wirklich Geilste, was unsere Zeit zu bieten hat.

    Schau nach Japan: wer sich dafür interessiert, sieht nicht nur eine unendliche Tragödie von unfassbarem Ausmaß sondern auch einen extremen Sinnes- und Wertewandel in der japanischen Gesellschaft, dem sich die konzernabhängige Regierung mit allerlei Taschenspielertricks zu entziehen versucht. Man sieht also, wie die Werte purzeln, wenn wir mit den unmittelbaren Folgen unseres Handelns konfrontiert werden. So wie man einen Hund mit seiner Hinterlassenschaft kontaktieren muß, um die Attraktivität der gemeinsamen Wohnung zu erhalten, so müssen wohl auch weniger weitsichtige Zeitgenossen beim Blick über den Tellerrand mit ins Boot genommen werden.

    Der Klimawandel erinnert mich manchmal an die sich langsam der Fliege nähernden Hand. Wenn die Hand langsam genug ist und die Fliege meint, es wäre Zeit für den Abflug, ist sie schon tot. 95 – 98% aller Fliegen sind so.
    Schaun wir mal . . .

    23.9.2012 um 11:36 Uhr · Antworten

  • F.S. Eiler

    Danke an den Autor und die vielen Kommentare.
    Was kann jeder Einzelne tun?
    Wie viele haben Aktien oder Aktienfonds abgeschlossen?!
    Immer greift man zu den Produkten, die die größte Rendite versprechen. Die Fondgesellschaften versuchen natürlich das bestmögliche Ergebnis für ihre Kunden rauszuholen. Ethische Gesichtspunkte Fehlanzeige.
    Fast in allen herkömmlichen, super erfolgreichen Fonds sind Rüstungsfirmen, Ölriesen, Großbanken, Energieunternehmen… die Liste ist endlos.
    Wir müssen alle lernen, noch mehr zu hinterfragen. Mit unserem ersparten Geld finanzieren wir noch diese globalen Riesenkonzerne….

    Also: Ein kleiner Punkt, der uns alle betrifft. Genau hinschauen, wo Ihr Euer Geld investiert.

    23.9.2012 um 12:31 Uhr · Antworten

    • Andersdenkender

      Sicher, die Frage ist wer siegt?
      Die Moral oder der Blick aufs Geld?
      Dann nicht lieber eine verbindliche Regelung das der Preis auch die Umwelt beinhaltet?

      23.9.2012 um 12:46 Uhr · Antworten

    • Pu244

      Die einfachste und wirksamste Maßnahme wurde vergessen: kein Öl zu konsumieren!

      Die Rohstoffkonzerne sehen sich selbst nicht als Bösewichte (und sind meiner Meinung nach auch keine), sie befriedigen lediglich ein Bedürfnis das da ist. Hätten wir in der Vergangenheit nicht soviel Öl gebraucht wären noch genug konventionelle Quellen übrig und würden wir uns zusammenreißen könnten selbst die konventionellen Quellen reichen. Man muß das Problem an der Wurzel angehen und nicht versuchen irgendwelche Blätter abzuschneiden.

      27.9.2012 um 03:30 Uhr · Antworten

  • Tobias

    Warum soll ein Grundrecht beschnitten werden? Immerhin gehören Proteste zu UN-Rechten. Ich Tanke nie mehr bei Shell, wegen Brent Spar und die Antarktis Sache. Hoffe, dass noch mehr meiner Meinung sind und Shell boykottieren.

    24.9.2012 um 22:42 Uhr · Antworten

    • Andersdenkender

      Ja sind die anderen Firmen besser? Ich glaube eher nicht, und ob nun Shell oder ExxonMobil in der Arktis bohrt ist ja wurscht.

      25.9.2012 um 16:42 Uhr · Antworten

  • Lottina

    Und – ist Shell eigentlich bewusst, dass fast 2 Millionen Menschen die Petition unterzeichnet haben?

    25.9.2012 um 19:26 Uhr · Antworten

    • andersdenkender

      Ich denke Shell verfolgt aufmerksam die Interessen in der Welt – leider will und braucht der Großteil mehr Öl. Shell ist wie oben angedeutet nur der “Dealer”, jeder weiß das Drogen und Erdöl eigentlich schlecht sind aber man konsumiert trotzdem.

      25.9.2012 um 22:03 Uhr · Antworten

      • Bruno Straub

        Du hast schon recht, Shell ist der Dealer, wir anderen sind, mehr oder weniger, die Junkies.
        Blöd ist nur, daß einige meinen, sie wären clean, weil sie nur ganz ganz ganz wenig bei Aral tanken und/oder ihren Strom als Ökostrom aus österreichischem Donauwasser beziehen….usw. ……

        25.9.2012 um 23:17 Uhr

      • Lottina

        Es gibt auch noch TOTAL. Dort ist man der Meinung, dass Bohrungen in dem empfindlichen Ökosystem Arktis gefährlich und nicht verantwortlich sind. Also weiß ich, wo ich tanke. Übrigens weist TOTAL auch auf den enormen Imageverlust von Shell hin, der besonders durch Unfälle entsteht.

        26.9.2012 um 12:44 Uhr

      • Lottina

        Und ich bemühe mich, Öl einzusparen.

        26.9.2012 um 12:53 Uhr

      • Lottina

        Und man könnte sparsamere Autos bauen, Mobilitätskonzepte erneuern und endlich umsetzen. (s. das abgelehnte Konzept Fraunhofer fürs Ruhgebiet)

        26.9.2012 um 12:59 Uhr

      • Lottina

        Und man könnte sparsamere Autos bauen, Mobilitätskonzepte erneuern und endlich umsetzen. (s. das abgelehnte Konzept Fraunhofer fürs Ruhrgebiet)

        26.9.2012 um 13:00 Uhr

      • Andersdenkender

        Ja, es ist wirklich nett von Total nicht dort zu bohren. Allerdings muss man sich im klaren sein das die Ölförderung generell nicht ganz so sauber ist. Das muss man einfach ehrlich sein.

        26.9.2012 um 15:12 Uhr

      • Bruno Straub

        War es nicht Total, die mit ihrer Elgin Plattform (fast) die gesamte Nordsee vergiftet haben?

        26.9.2012 um 20:42 Uhr

      • Lottina

        Dann wolen wir Total ermutigen, neue Wege zu gehen und sich dort zu beteiligen, wo es mit Erneuerbaren umweltfreundlich geht.

        27.9.2012 um 14:03 Uhr

  • Bruno Straub

    Jetzt warten wir doch mal in Ruhe ab, ob das Gericht in Amsterdam irgendwelche “Grundrechte” außer Kraft setzt. Ich glaube eher, dass nicht!
    Deutschland wäre eh nicht an den Richterspruch gebunden.
    In Holland hatte sich die “freie Meinungsäußerung” übrigens dahingehend artikuliert, daß GP-Aktivisten an 70 Tankstellen die Zapfpistolen mit Fahrradschlössern blockiert haben.
    So neckische Spielchen würden wir ja hier bei uns ja nicht machen, -gell?

    25.9.2012 um 21:57 Uhr · Antworten

    • andersdenkender

      Ich auch nicht, aber für ein Aufreger ist sowas doch ganz gut?! Jeder darf in gerichtlichen Anfragen den größten Nonsens vorschlagen, ist aber immer noch Wurscht bis es wirklich angenommen wird.

      25.9.2012 um 22:06 Uhr · Antworten

      • Lottina

        Ich bin für gewaltlose entschiedene Aufklärung und Meinungsäußerung. Es werden immer mehr, die sich weiter informieren. Und die Medien tragen die kritischen Töne gegen die Shellpolitik weiter. Das wird kein Gericht in einem demokratischen Land verbieten können. Meine Plakettenidee: Informier Dich, wo Dein Öl herkommt! oder:
        Ich tanke nicht bei Shell, weil es die Arktis mit Bohrungen gefährdet.

        26.9.2012 um 12:51 Uhr

      • Andersdenkender

        Das Problem ist ja ganz einfach das alle (mit Ausnahme von Total) dort bohren werden.

        26.9.2012 um 15:05 Uhr

      • Lottina

        Das glaube ich nicht. Allerdings mag es sein, dass erst etwas passieren muss , bevor genügend Einsehen zu finden ist. Leider! Insofern finde ich den französischen Konzern mutig.

        27.9.2012 um 14:06 Uhr

      • andersdenkender

        Na ja, also wenn man sich genauer umhört hat Total auch einige dreckige Seiten.

        27.9.2012 um 16:40 Uhr

  • Geht´s noch

    Total gehört zu den größten Chemiekonzernen der Welt und produziert in diesem Bereich Düngemittel sowie Spezialchemikalien.

    Erst denken,dann informieren,dann posten!

    http://www.wer-zu-wem.de/firma/total.html

    27.9.2012 um 02:16 Uhr · Antworten

    • Lottina

      Na, da ist natürlich noch ein weites Feld. Aber vielleicht kann man mal nach Krefeld gucken, bevor man Düngemittel kauft. Dort hat es gebrannt, glimmt noch, und das Obst aus den Gärten soll nicht gegessen werden, weil es durch die Chemikalien .. belastet sein kann. Vorsichtshalber waren Kindergärten und Schulen geschlossen. Natürliche Düngung ist vielleicht doch besser?

      27.9.2012 um 14:10 Uhr · Antworten

      • andersdenkender

        Also wenn Naturdünger in die Luft fliegt würde ich jetzt auch nicht mehr Gemüse im Garten essen :D

        27.9.2012 um 16:44 Uhr

      • Lottina

        Na, Pferdeäpfel im Eimerchen kannst Du ruhig nehmen, und Rinderdung ist auch nicht schlecht. Komme ganz gut damit zurecht. Und die biologische Landwirtschaft muss mehr gesponsert werden. Geh mal zu Deinem Biobauern!

        28.9.2012 um 11:02 Uhr

      • Lottina

        Und den natürlichen Dünger nicht in die Luft werfen, natürlich! Auf dem Land macht er sich besser. (SMILE)

        28.9.2012 um 11:04 Uhr

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