Mexiko: Mais im “Centre of Diversity” von Gentechnik bedroht

18. Januar 2013 · von Dirk Zimmermann

Gentechnik hat auf dem Acker nichts zu suchen. (c) Martin Langer/Greenpeace

Die Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen ist ein Risiko – und es ist eines mit einer besonderen “Qualität”: einmal in die Umwelt entlassen, sind die Pflanzen bzw. die manipulierten Gene nicht wieder rückholbar. Es handelt sich um eine Einbahnstraße, die zudem ökologisch wie ökonomisch in eine Sackgasse führt.

Eine besondere Situation ergibt sich, wenn Pflanzen in die Umwelt entlassen werden, die im entsprechenden Gebiet natürliche Verwandte haben. Hier droht nicht nur die Verunreinigung gentechnik-freien Saatgutes sowie die Verwilderung der Gen-Pflanzen, sondern darüber hinaus die Kontamination der nahe verwandten Spezies über Pollenflug und Auskreuzung.

Diese auch als “gene flow” bezeichneten Fälle der unkontrollierten Ausbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen bzw. ihrer Eigenschaften sind mehrfach dokumentiert. Sie stellen nicht nur ein akutes Umweltrisiko dar, sondern gefährden zudem die genetische Vielfalt und das Erbmaterial wilder Pflanzen.

Die Freisetzung oder gar der kommerzielle Anbau von Gen-Pflanzen in den Herkunftsgebieten unserer Kulturpflanzen bedrohen daher nicht nur die Zukunft einer regionalen gentechnikfreien Landwirtschaft, sondern auch den “Genpool” ganzer Arten. In den entsprechenden “Diversitätszentren” (“centres of diversity”, englischsprachiger Greenpeace-Report hierzu.) bedeuten Gen-Pflanzen daher ein ganz besonderes Risiko.

Dies gilt für Mais in dessen “Heimat” Mexiko. Hier wurde die weltweit wichtige Kulturpflanze für den Menschen nutzbar gemacht (“domestiziert”). Und hier befindet sich das wilde und verwandte genetische Material, das für künftige Züchtungen von unschätzbarem Wert ist. Gleichzeitig steht die Pflanzenzüchtung vor großen Herausforderungen und bekommt mit den Ergebnissen molekularbiologischer und genetischer Grundlagenforschung immer mehr Möglichkeiten, dieses Potential auch zu nutzen. Wohlgemerkt ohne Gentechnik.

Jahrelang konnte der Anbau von Gen-Mais erfolgreich verhindert werden. Doch nun ist die Vielfalt wilden Maises in Mexiko bedroht. Das mexikanische Agrarministerium droht den Interessen der Biotech-Industrie Vorrang einzuräumen und 2013 erstmals Anbauzulassungen für Gen-Mais zu erteilen. Und es geht nicht um Pionierprojekte oder Freisetzungen zu Versuchszwecken: auf 2,4 Millionen Hektar könnten die Gen-Saaten aufgehen.

Dies gilt es zu verhindern. Über 30.000 Menschen sind bisher dem Aufruf von Greenpeace Mexico gefolgt und haben den Präsidenten des Landes aufgefordert den kommerziellen Anbau von Gen-Mais zu verhindern. Unterstützen auch Sie diese Forderung und unterzeichnen Sie die Online-Petition von Greenpeace.

Kommentare

  • Jonathan jupke

    Bitte verbieten sie die Verwendung von genmodifizierten Pflanzensamen

    24.1.2013 um 19:04 Uhr · Antworten

  • Genring

    Schuetzen kann man sich da im taeglichen Leben wohl nicht!!

    19.4.2013 um 13:49 Uhr · Antworten

  • GeneGegenDenkvorschriften

    Offenbar verfangen die Angstkampagnen immer weniger. “Ohne Gentech”-Produkte sind Ladenhüter.

    26.4.2013 um 18:31 Uhr · Antworten

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