Glück, Freude, Staunen, Tränen – die Taufe der Rainbow III am 14.10.2011

18. Oktober 2011

Da liegt sie, die Rainbow Warrior III! Ein Aufschrei geht durch unseren Bus. Mit den aufragenden Masten und dem Greenpeace-Regenbogen ist sie nicht zu übersehen. Im strahlenden Sonnenschein blitzt sie funkelnagelneu. Eine kleine Delegation von MitarbeiterInnen fuhr pünktlich mit dem Bus um 10 Uhr in Hamburg los, denn wir durften bei der Taufe der Rainbow Warrior III dabei sein!

Welch ein Geschenk des Himmels, dass  zu diesem besonderen Ereignis auch von höheren Mächten der Tag durch ein Superwetter gekrönt wird. Festzelte stehen bereit, eine kleine Rednertribüne, eine Outdoorausstellung mit Fotos unserer Entstehungsgeschichte. Mitarbeiter der Fassmer Werft, viel Presse, Sprachgewirr – ein spannungsvolles Gewusel umgibt mich.

Neugierig, vorsichtig, andächtig betreten wir das Schiff.  In den Gesichtern der Anderen spiegeln sich meine eigenen Gefühle. Wenn es etwas wie ungläubige Freude gibt, dann habe ich so etwas erlebt. Die Kabinen, der Kampagnenraum, die Messe, die glänzende Kombüse, der IT-Raum, der sterile Krankenraum, alles so neu. Eine Weltkarte an der Wand – so nach dem Motto: wo werden wir denn gebraucht, wo soll der Törn hingehen?

Annett auf der Kommandobrücke der Rainbow Warrior III.

Annett auf der Kommandobrücke der Rainbow Warrior III.

Auf der Kommandobrücke bin ich für einen Moment ganz allein. Was wird hier noch alles passieren und entschieden, denke ich mit einer gewissen Ehrfurcht. Wortfetzen lassen erkennen, dass es schon einige Fachkundige an Bord gibt. Im Maschinenraum begegnet mir Roland Hipp, unser Kampagnendirektor. Auch bei ihm ein feines glückliches Lächeln im Gesicht und seine Worte sind: Es ist alles so neu, und es ist alles für uns und unsere Zwecke gemacht!

Ich knipse einfach drauf los, um alles irgendwie festzuhalten. Der offizielle Teil beginnt. Als erstes erzählt der Chef der Werft, wie gern er mit uns dieses Öko-Projekt entwickelt und durchgeführt hat. Eine Frau, die auf der Rainbow Warrior I gefahren ist, berichtet, der Projektleiter von Greenpeace International, der griechische Kollege, der fachlich zur Seite stand, der letzte Kapitän der Warrior II, der neue Kapitän und dann spricht Melina Laboucan Massimo, vom Stamm der Cree, die Täuferin des Schiffes, bewegend. Als Kumi Naidoo, unser internationaler Geschäftsführer, ans Mikro tritt, rücken die Journalisten dichter ran. Eindringlich und mitreißend sind seine Worte, das ist eine Stärke von ihm. Und weil es in Afrika üblich ist bei einem  Ritual zu singen, stimmen wir mit ihm ein einfaches afrikanisches Friedenslied an.

Als dann Melina bereit steht, die Flasche an den Bug zu werfen, sehe ich nur noch Fotografenarme, die sich in die Höhe recken, um ein Bild zu erhaschen. Nach dem Taufspruch und dem Knall der Flasche tutet das Schiff, großer Jubel aller Anwesenden. Der Name des Schiffes wird feierlich enthüllt und ich sehe so manche Träne der Rührung im Augenwinkel aufblitzen und spüre auch meine eigene Rührung.  Ich kann mich an dem Geschehen nicht satt sehen.

Das vorbereitete Festzelt zur Taufe der Rainbow Warrior III.

Das vorbereitete Festzelt zur Taufe der Rainbow Warrior III.

Apropos satt: auf alle Gäste wartet  im Festzelt ein wunderbares Essen. Viele Begegnungen, viel Austausch. Eine wahrlich bunte Schar – gern würde ich einige fragen, woher sie kommen und wie ihr Bezug zur Feier ist. Spannende Menschen. Ich möchte so gern diese besondere Stimmung für Euch rüber schieben können. So viel Zuversicht, Hoffnung und Zufriedenheit.

Auf dem Weg zum Bus kommen mir Fragen in den Sinn: Was macht jetzt eigentlich die Crew? Die erste Nacht an Bord? Sind hinter den riesigen Kühlschranktüren schon die Essensvorräte?

Auf der Heimfahrt kein Regenbogen, aber ein gigantisch-wunderschöner Sonnenuntergang.

Eure glückliche und etwas gefühlsduselige Annett

P.S.: Und hier noch mehr Infos zur Taufe.

Christines Praktikum bei Greenpeace (Teil 2)

11. Oktober 2011

Christine, Anna-Lena und Marieke haben uns Fragen zu ihrem Praktikum bei Greenpeace beantwortet. Christines Praktikum war ja richtig lang mit drei Monaten und richtig lang ist auch ihr Nachklapp geworden. Und so wirbelig und intensiv wie ich sie zwischendurch erlebt habe, auch mit ihren Fragen :) , so ist auch ihr Bericht geworden! Vielen Dank an Christine, die sich vermutlich bereits auf Jersey befindet. Und das möchte sie ihrem Praktikumsbericht hinzufügen:

Erstmal: Ich hatte eine echt gute Zeit und Danke an alle, die mir beim Suchen für sogenannten Factsheets, Materialien für den Kirchentag oder für die Aktionstage in Stralsund geholfen haben, die mir zum 50. Mal erklärt haben, wo Post/Päckchen/Express-Sendungen hingehören und wie viele Löffel so eine Kaffeekanne braucht (ich trinke nur Tee).

Irgendwie ist es schwierig, so einen Praktikumsnachklapp zu schreiben, weil man sagen möchte, was alles schön und toll war und es gleichzeitig nicht heuchlerisch und überzogen klingen soll. Ich kann ja mit dem Schlechten anfangen. Für alle, die das auch mal machen möchten: ihr lasst euch auf einen handfesten Bürojob mit vielen PC-Aufgaben und auch einigen langwierigen To-do’s (das Archiv) darunter, ein. Irgendwas funktioniert  nie: Leute zu erreichen, mit denen man sich zum Telefonieren verabredet hat, der Farb-Drucker, der DVD-Brenner! PC-Probleme laufen allerdings immer auf kurzweilige Begegnungen mit dem ICT-Support-Team hinaus. Gottseidank gibt es das, man muss nicht wie zu Hause den PC mit unzerbrechlichen Dingen bewerfen, sondern einem wird geholfen! – Vielen Dank Jungs und Birgit, ich habe soviel gelernt – manchmal fühle  mich fast wie ein Profi ;)

Christine bei einer Aktionswoche zum Schutz der Schweinswale im Ozeaneum in Stralsund.

Christine bei einer Aktionswoche zum Schutz der Schweinswale im Ozeaneum in Stralsund.

Das Gute an meinem Bürojob in dem Bereich (Kooperation und Events) war, dass es sehr abwechslungsreich war und sich nicht nur auf den Schreibtischstuhl beschränkte: von Archivpflege über Recherchearbeit, das Verfassen von kurzen Texten und Teilhabe an sehr interessanten Versammlungen bis zu Foto-Sessions von der Baustelle des zukünftigen Greenpeace-Gebäudes und Aktionswochenenden in Stralsund.

Von einem wuseligen, erschöpfenden, aber auch erfrischenden Stralsund-Wochenende komme ich gerade wieder, da wir in Kooperation mit dem Ozeaneum und in Zusammenarbeit mit dem Liedermacher Reinhard Horn und dem NDR ein Live-Kinder-Mitmach-Konzert veranstaltet haben. Es war immer mal wieder ein ziemliches Chaos, was meiner Chefin etwas zusetzte, die feste Planungen und Präzision liebt, weshalb sie ihren Job auch so verdammt gut macht! Letztendlich lief aber alles total gut, was der guten Planung und den tollen, aufgeschlossenen Kids zu verdanken war. Es ist einfach schön, dass man solche Erlebnisse bei Greenpeace mitnehmen kann. Lieben Dank an Peter, der die Aktionswochenenden immer mit so viel Herz und Geduld betreut.

Sehr spannend in meiner Zeit fand ich die voranschreitenden Planungen bezüglich unseres Umzugs 2013 und der Dauerausstellung, die im Atrium aufgebaut werden soll. Ich durfte bei allen Präsentationen der Gestaltungsagenturen dabei sein und mir deren kreative Ideen anhören sowie bei internen Folge-Besprechungen. Spannendes Zukunftsprojekt! Super war auch, dass ich von so vielen anderen Bereichen so viel mitbekommen habe, was mit Sicherheit auch daran lag, dass Angelas Bereich (Kooperation/Events) mit so vielen anderen Bereichen verlinkt ist und sie mich einfach an vielen Meetings/Besprechungen/Versammlungen hat teilnehmen lassen. Zudem habe ich die Möglichkeit genutzt, im Telefoncenter und der Printredaktion zu hospitieren, was ich nur jedem empfehlen kann.

Was an Greenpeace schon erstaunlich ist, ist, dass man zwar schon merkt, dass einige/viele/manchmal fast alle gestresst sind und viel zu tun haben (manchmal man selbst auch), aber es herrscht immer eine lockere und so freundliche Atmosphäre, dass man da einfach immer gerne hingeht! Es ist ein Haufen von engagierten, hilfsbereiten, sehr netten Menschen!

1000 Dank an Angela, die mich mit so vielen Keksen, geduldigen Antworten, immer währender guter Laune und Engagement durch das Praktikum navigiert hat!

Als nächstes werde ich hoffentlich noch ein bisschen gutes Wetter auf der Kanalinsel Jersey abfangen, wo ich bei der Durrell Wildlife Foundation Trust ein weiteres Praktikum machen werde.

Mein Freiwilliges Ökologisches Jahr

08. August 2011

Ein Freiwilliges Ökologisches Jahr zu machen ist auch bei uns möglich. Ein Jahr bleiben sie, unsere sogenannten FÖJlerInnen. Immer wieder gefällt es mir, die jungen, engagierten Menschen zu beobachten. Bald ist wieder Schichtwechsel, deshalb bitte ich rasch noch Johanna (19 aus Hamburg) ein paar Fragen zu beantworten.

Woher kommt dein Wunsch, ein FÖJ bei Greenpeace zu machen?

Johanna, unsere FÖJlerin

Johanna, unsere FÖJlerin

Als ich gehört habe, dass es die Möglichkeit gibt ein Freiwilliges Ökologisches Jahr zu machen, wusste ich sofort, dass ich das machen will und habe mich auch direkt bei verschiedensten Einsatzstellen beworben. Für Greenpeace habe ich mich entschieden, weil ich es total spannend finde, mich mit globalen Umweltproblemen zu beschäftigen und mir zu überlegen, wie man etwas verändern kann.

Hattest du vorher schon Kontakt zu uns, zum Beispiel über dein Elternhaus oder warst du in einem Greenteam?

Zu Greenpeace hatte ich vorher kaum Kontakt. Aber schon seit mehreren Jahren habe ich mich bei der NAJU für den Naturschutz engagiert, wo ich eine Kindergruppe geleitet habe. Besonders spannend finde ich die unterschiedliche Arbeitsweise und Schwerpunktsetzung der Organisationen.

Wie war das Bewerbungsverfahren?

Um ein FÖJ in Hamburg zu machen, muss man sich bei der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt bewerben. Dort werden die Bewerbungen dann an die einzelnen Einsatzstellen weitergeleitet, die dann ihre Favoriten zu einem Vorstellungsgespräch einladen. Ich habe erst nachher erfahren, dass es sehr viele Bewerber gab und welch ein Glück ich hatte.

Wie sind deine ersten Tage verlaufen?

An meinem ersten Tag war alles ganz neu für mich und ich dachte, dass es bestimmt ewig dauert bis man sich bei Greenpeace richtig zurecht findet. Eigentlich ging es aber doch ganz schnell – denn alle Greenpeacer waren immer total offen für meine Fragen und standen mir mit Rat und Tat zur Seite.

Ein Jahr ist eine lange Zeit. Was hast du erlebt?

Die Zeit ist wie im Fluge vergangen! Ich bin doch ziemlich schnell mit einem ersten großen Projekt, der Spree-Aktion, bei der wir in Berlin mit 150 Jugendlichen in die Spree gesprungen sind, um gegen Atomkraft zu demonstrieren, eingestiegen. Mit vielen spannenden Projekten ging es dann auch weiter. Von der Organisation des Greencamps ( das ist das jährliche Treffen der ehrenamtlichen Greenpeacer) bis hin zur Auftaktveranstaltung der Kinderkampagne „Kids for Oceans“ war alles dabei!

Welche Aufgaben hattest du? Und hast du eigenständig gearbeitet?

Johanna (c) Greenpeace

Broschüre für die kleinen Besucher des Ozeaneums

Neben vielen großen Projekten, an denen ich mitarbeiten konnte, gab es natürlich auch die alltägliche Basisarbeit. Dazu gehört zum Beispiel auch, telefonische Anfragen der Greenteams zu beantworten und Infomaterial zu verschicken. Außerdem habe ich an der GreenTime, der Zeitung für die Greenteams, mitgearbeitet und mein ganz eigenes Infoheft zur „Riesen der Meere-Ausstellung“ im Ozeaneum konzipiert und erarbeitet.

Gibt es ein besonderes Ereignis oder Projekt, das du nicht so schnell vergessen wirst?

Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen hat mir sehr viel Spaß gebracht, und es gab so viele schöne, lustige und beeindruckende Situationen, sodass ich mich gar nicht entscheiden kann. Oder doch, die Spreeaktion. Wenn man eine Sache lange vorbereitet hat und es dann wirklich los geht, ist das ein ganz besonderes Gefühl. Als wir morgens im noch ganz verschlafenen Berlin alle auf einmal in die Spree gesprungen sind, war das schon ein ganz tolles Erlebnis!

Würdest du anderen sagen, dass das FÖJ eine klasse Sache ist?

Das FÖJ war eine super tolle Erfahrung für mich und ich würde es jedem empfehlen, ein FÖJ zu machen.

Was sagst du so zum Schluß?

Es war wirklich eine tolle Zeit hier! Ich freue mich, dass ich hier arbeiten durfte und bleibe auch als Ehrenamtliche aktiv. Danke an alle!

Und was hast du jetzt vor?

Ich werde Umweltwissenschaften studieren. Und bevor das so richtig los geht, werde ich noch ein bisschen herumreisen und die freie Zeit einfach genießen!

Liebe Johanna, einen herzlichen Dank und alles Gute für dich!