“Ohne Gentechnik” bald mit einheitlichem Siegel

30. Juni 2009

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner will ein einheitliches Siegel für Lebensmittel “ohne Gentechnik” einführen. Gut so! Das fordert Greenpeace schon seit Einführung der Kennzeichnungsverordnung. Wir freuen uns, dass die Ministerin unserem Vorschlag gefolgt ist.

Seit Mai 2008 ist eine neue Regelung für die freiwillige Kennzeichnung gentechnikfreier Lebensmittel in Kraft. Gestern Nachmittag hat die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sich in Berlin mit Vertretern aus Industrie, Umwelt- und Verbraucherverbänden getroffen. Auf diesem Treffen hat sie ein einheitliches Logo  vorgeschlagen und einen Entwurf präsentiert.

Nach dem “Künast Bio-Siegel” nun also das “Aigner Ohne Gentechnik-Siegel”. Ein einheitliches Logo erhöht den Wiedererkennungswert beim Verbraucher und damit die Absatzchancen für die so gekennzeichneten Produkte. Nach dem Gen-Maisverbot vom April 2009 ist das die zweite Schlappe, die die Gentechnikindustrie unter Ministerin Aigner einstecken muss.

Jetzt müssen die letzten Schritte zügig vollzogen werden, damit das Siegel der Lebensmittelwirtschaft schon in Kürze zur Verfügung steht. Außerdem muss das Ministerium eine Informationskampagne in die Wege leiten, die dem Verbraucher das neue Siegel erklärt und es bekannt macht.

Update aus Hamburg: Wie gehts weiter mit dem Urwaldcamp

27. November 2007

Unser Urwaldcamp in der indonesischen Provinz Riau leert sich. Wie wir drei Blogger – Björn, Christian und ich – reisen auch die anderen internationalen Greenpeace-Aktivisten nach und nach ab. Doch das Camp bleibt nicht verlassen zurück. Am 5. Dezember übergeben die indonesischen Greenpeace-Kollegen es offiziell an die Gemeinde Kuala Cenaku. Es wird für gemeinschaftliche Zwecke genutzt werden.

Auch die Gemeinde bleibt nicht allein mit den errichteten Dämmen zurück. Greenpeace Indonesien wird immer wieder vor Ort sein, um die Situation zu beobachten und die Dorfbewohner zu unterstützen. Die Kollegen halten die geknüpften politischen Kontakte aufrecht. Diese Kontaktpflege ist der beste Schutz vor den Machenschaften der Palmölfirma Duta Palma, die natürlich weiter entwässern und ihre Plantage anlegen will.

Die Sicherheitslage hat sich zum Glück entspannt. Derzeit ist es ruhig um Kuala Cenaku und das Camp herum. Wir sind zuversichtlich, dass die angeknüpften Beziehungen zu den Amtsträgern auf Provinz- und Bezirksebene sich auch in dieser Hinsicht positiv auswirken.

Und wie geht es weiter mit dem Urwaldblog? Noch diese Woche fliegen Tobias und Jeani nach Bali, um für Greenpeace an der großen UN-Klimakonferenz teilzunehmen. Klimaschutz und Schutz der Wälder hängen eng zusammen. Tobias von der Politischen Vertretung und Jeani von der Greenpeace-Jugend werden ab Freitag abwechselnd aus Bali berichten.

Viele Grüße von

Alex

Auf dem Rückweg

16. November 2007

Die Tage im Urwaldcamp sind vorbei. Mit schwerem Herzen verabschiede ich mich von meinen Kolleginnen und Kollegen. Auf der Fahrt mit dem Pompong nach Kuala Cenaku lasse ich noch einmal alle Erlebnisse Revue passieren. So ein bisschen Wehmut ist schon dabei. Gerade jetzt mit der etwas angespannten Sicherheitslage habe ich ein schlechtes Gewissen “abzuhauen”.

Letzte Nacht sind drei Motorräder mit sechs Personen in der Nähe des Camps aufgetaucht. Zufällig kommt man hier nicht vorbei. Als die unangemeldeten Besucher von unserem Wachmann entdeckt wurden, haben sie das Weite gesucht. Keine Ahnung, was sie vorhatten. Wir werden in der nächsten Zeit noch wachsamer sein. Auch im Büro in Rengat ist man sich der Sicherheitslage bewusst. Die Polizei hat zwar ihre Unterstützung zugesichert, aber 100-prozentig kann man sich darauf nicht verlassen. Auch hier wird ab sofort Nachtwache gehalten.

Aber es gibt auch Positives zu berichten. Gestern hatten wir Besuch im Camp von einem Parlamentarier der Region Indragiri Hulu. Er war ein offizieller Gesandter des Parlaments mit dem Auftrag, sich von der Situation selber ein Bild zu machen. Wir konnten ihm die illegale Trockenlegung der Torfwälder demonstrieren und unser Anliegen erklären. Er war sehr verständnisvoll und hat uns zugesichert, sich für unsere Sache einzusetzen.

Die Aktion der “Rainbow Warrior” in Dumai verläuft sehr gut. Die Polizei hat unserem Schiff einen Besuch abgestattet (nachdem sie auf unsere Bitte hin ihre Waffen abgelegt hatten). Die Atmosphäre war sehr freundlich, die “Rainbow Warrior” ankert weiterhin zwischen dem Palmölfrachter und der freien See.
Ich bin zuversichtlich, dass wir am Ende einen Erfolg für die Torfwälder Indonesiens erreichen können. Christian, ein Kollege aus der Schweiz, wird euch in diesem Blog berichten, wie der Weg dahin aussieht. Schickt ihm so viele aufmunternde Worte wie mir. Angesichts der Übermacht der Palmölindustrie tut es gut zu wissen, dass man hier draußen zwischen Forest Wall und brandgerodeten Torflächen nicht ganz alleine ist.

Letzte Grüße, Alex