Palmölfrachter blockiert

15. November 2007

Heute Mittag sind unsere Greenpeace-Kollegen in Dumai aktiv. Die Hafenstadt in der Provinz Riau ist der wichtigste indonesische Exporthafen für Palmöl. Wir sind mit unserem großen Segelschiff, der “Rainbow Warrior” vor Ort, um einen Palmölfrachter am Ablegen zu hindern.

Indonesien ist der weltweit größte Palmölexporteur. Nach Greenpeace-Recherchen gehört die Fracht der Firma Permata Hijau Sawit, einem der größten Palmölexporteure des Landes. Er bezieht nachweislich auch Palmöl von Firmen, die in die Zerstörung von Torfwäldern verstrickt sind. Diese Fracht war für Indien bestimmt. Sie hätte aber genauso gut auch nach Europa verschifft werden können. Palmöl wird derzeit vor allem als Lebensmittel, Zutat für Kosmetika und als Agrotreibstoff verwendet.

Mit der Aktion wollen wir darauf aufmerksam machen, dass die palmölverarbeitende Industrie, zum Beispiel Unilever, Nestlé und Procter & Gamble eine Mitverantwortung an der Zerstörung der Torfwälder hat. Solange sie Palmöl beziehen, ohne zu wissen von welchen Plantagen es kommt, kann Öl aus zerstörerischem Anbau weiterhin verkauft werden. Solange ein Markt dafür besteht, wird es weiter produziert und es werden weitere Millionen  Hektar Torfwald gerodet und trockengelegt. Wenn nur die Torfwälder der Provinz Riau zerstört sind, werden so viel Treibhausgase freigesetzt, wie sonst weltweit in einem Jahr ausgestoßen werden: ganze 14,6 Milliarden Tonnen. Einerseits eine riesige Bedrohung, andererseits aber auch eine große Chance für Indonesien, vom Klima-Saulus zum Klima-Paulus zu werden (zugegeben eine etwas wackelige Analogie für ein moslemisches Land). Die Bewahrung der verbleibenden Torfwälder hat für den Klimaschutz oberste Priorität.

Forest Wall

14. November 2007

© Alexander Hissting | Greenpeace - Mit dem Motorrad durch zerstörten Wald

Mit dem Motorrad durch zerstörten Wald

Mit dem Motorrad vorbei an Tausenden Hektar verbranntem Ödland. Die jungen Ölpalmen sind schon im Boden. Was einem aber ins Auge sticht ist das, was fehlt: der Wald. Wenige Kilometer vom Camp entfernt ist die “Forest Wall”, die Grenze zum halbwegs intakten Waldgebiet. Halbwegs, weil sich auch hier schon die Firma Duta Palma zu schaffen gemacht hat. Es wurden breite Schneisen in den Urwald geschlagen. Die wertvollsten Bäume sind bereits gefällt und über die frisch angelegten Kanäle abtransportiert. In einiger Entfernung dröhnen die Kettensägen.

© Alexander Hissting | Greenpeace - Eine Schneise der Zerstörung

Eine Schneise der Zerstörung

Der Anblick ist noch erschütternder als auf den völlig gerodeten Flächen. Die Wunden sind noch frisch. Man hat vor Augen, was es zu verlieren gibt. Über uns raschelt es in den Baumwipfeln. Eine Affenfamilie springt von Baum zu Baum. Ob sie spüren, wie bedroht ihr Zuhause ist?
Dieser Wald wäre noch zu retten, wenn nicht weiter eingegriffen würde. Man könnte die Kanäle eindämmen und der Wald würde sich über viele Jahrzehnte wieder erholen. Ein Grund mehr sich für ein sofortiges Moratorium auf die Umwandlung von Torfwaldflächen. Wir bleiben hartnäckig. So leicht lassen wir uns nicht einschüchtern und vertreiben!
Grüße aus dem Forest Defenders Camp,

Alex

Schlägertrupp belagert Greenpeace-Büro

14. November 2007

Hier ist es 22 Uhr. Gerade kommt die Nachricht rein, dass sich ein Trupp von zwölf Männern mit Holzstangen bewaffnet ins Greenpeace-Büro in Rengat gedrängt hat. Sie haben meine Kollegen bedroht und versucht, im Gebäude Anti-Greenpeace-Plakate aufzuhängen. Wir konnten noch rechtzeitig die Polizei rufen. Keiner wurde verletzt. Sowohl die “Schlägertruppe” als auch die Polizei ist inzwischen abgezogen. Schaulustige stehen noch vor dem Büro. Wir hoffen, dass es heute Nacht ruhig bleibt.
Gute Nacht,
Alex