Webzine #01: Afrika ernährt Europa

12. Juli 2011

Morgen zeigt sich, ob der EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki ein großer Wurf gelingt.

Denn morgen stellt die 59-jährige Griechin ihre Reform der Gemeinsamen Europäischen Fischereipolitik (GFP) vor. Eine Politik, die bislang für Überfischung, zerstörte Meere, Korruption und zunehmende Armut beispielsweise vor Westafrika steht. Damanaki hat sich also einiges vorgenommen. Greenpeace arbeitet seit Jahren zur GFP. Teil dieser Arbeit ist es auch, dass wir die Auswirkungen Europäischer Politik auf andere Staaten betrachten. Im Senegal gibt es deshalb seit einigen Monaten ein Greenpeace-Büro. Dort arbeiten meine Kollegen Oumy, Prudence und Raoul zum Schutz der Meere auch mit einheimischen Fischern zusammen.


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Die EU-Fangflotten vor der westafrikanischen Küste haben eine fatale Auswirkung.

Riesige Fabrikschiffe fischen Hering, Sardine, Anchovis, Thunfisch, Shrimps etc.. Die EU hat eine lange Historie von Fischereiabkommen mit westafrikanischen Staaten, wie Mauretanien oder den Kap Verden. Die Abkommen sind weder nachhaltig noch fair. Oft bekommen die Staaten unter zehn Prozent des Wertes des verarbeiteten Fisches für die Vergabe der Fischereilizenz. Selbst dieser geringe Betrag landet meist nicht dort wofür er laut Abkommen bestimmt sein sollte. Wie zum Beispiel in der Modernisierung der lokalen Flotte oder Förderung der Fischerei/Meereswissenschaften.

Die Folgen für die Fischer und Bevölkerung der Küstenstaaten sind dramatisch.

Die lokalen Fischer konkurrieren mit den fremden Flotten in einem ungleichen Kampf. Denn ihre Pirogen sind längst nicht so effektiv wie die großen Trawler der EU. So fehlt den lokalen afrikanischen Fischern zunehmend der Fisch im Netz. Sie verlieren immer mehr Einkommen und Nahrung. Die (artisinale) Fischerei mit kleinen Booten ist ein Hauptarbeitgeber in West-Afrika und die Basis der traditionellen maritimen Wirtschaft. Neben rund 1,5 Millionen artisinalen Fischern, sind Millionen von Menschen in der Fischverarbeitung, Transport, Schiffsinstandhaltung etc. beschäftigt.

In unserem Online-Magazin zeigen wir, wie unsere Kollegen in Afrika arbeiten und begleiten Oumy und Fischer aus Senegal, Kap Verde und Mauretanien auf einer Reise nach Europa.  Blättern Sie weiter oben durch die pdf-Version oder schauen Sie sich das Fischereimagazin mit Video-Elementen an!!

Web-Demo vor Nestlé-Zentrale

15. April 2010
Greenpeace-Banner an der Nestlé Deutschlandzentrale in Frankfurt/Main.

Greenpeace-Banner an der Nestlé Deutschlandzentrale in Frankfurt/Main.

Um kurz vor sechs Uhr hängt das Banner an der Fassade des Gebäudes. Direkt unter dem Nestlé-Logo, für jeden sichtbar. Ein paar Minuten später ist auch die Twitterwall in Funktion. Jeder, der bei Nestlé seinen Fensterarbeitsplatz zur Lyoner Straße hinaus hat, sieht die einlaufenden Tweets und damit die Wünsche der Verbraucher.

Erstmals können sich Menschen von überall an einer Greenpeace-Aktivität direkt beteiligen und ihre persönliche Botschaft senden. Wenn ihr mitmachen wollt, denkt nicht nur an Orang-Utans und Kitkat, sondern auch an den hashtag: #nestle. Dann kommt eure Botschaft beim Konzern direkt in Frankfurt/Main an.

Ein Schokoriegel macht Politik in Indonesien

06. April 2010

Die Diskussion um KitKat-Schokoriegel hat inzwischen auch die indonesischen Ministerien in Jakarta erreicht. Der Grund: unsere Kampagne zum Schutz der indonesischen Urwälder und Eure Unterstützung im Internet. Der massive Druck auf den Schokoriegelhersteller Nestlé hat einen ersten klitzekleinen symbolischen Teilerfolg gebracht. Nestlé hat einen direkten Vertrag mit dem Palmölproduzenten Sinar Mas gekündigt. Klitzeklein und symbolisch deshalb, weil Nestlé über Zwischenhändler auch weiterhin Palmöl von Sinar Mas bezieht. Für die indonesischen Politiker reichte dies aber offenbar aus, um eine kontroverse Debatte über Umwelt-, Natur- und Urwaldschutz zu beginnen.

Die Diskussion verläuft hitzig. Während aus dem Umweltschutzministerium verhaltene Zustimmung signalisiert wird, denkt man im Landwirtschaftministeriums eher in Richtung Konfrontation. Konkret planen die indonesischen Nutznießer der Urwaldzerstörung und Palmölproduktion dort nun offenbar auch Gegenmaßnahmen. Ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums sagte, es werde darüber nachgedacht, die Welthandelsorganisation WTO einzuschalten und eventuell überhaupt kein Palmöl mehr nach Europa zu liefern. Der Umweltminister hingegen hält es für völlig normal, dass Nestlé Verträge kündigt, wenn das Unternehmen mit den Anbaumethoden des Lieferanten nicht einverstanden ist.

Dass in Indonesien etwas in Sachen Urwaldschutz passiert, ist mehr als überfällig. Bereits 2007 haben wir im indonesischen Urwald das erste Urwaldschutzcamp, unser Forest Defenders Camp, errichtet. Zusammen mit der lokalen Bevölkerung wurden Dämme in Entwässerungsgräben errichtet, um das Trockenlegen der Torfböden zu stoppen.