Eine knappe Woche bin ich jetzt zurück aus Tokio. Aber trotz Jetlag und einer Menge liegen gebliebener Arbeit – meine Gedanken sind immer noch dort:
Fünf Tage Tokio, abseits der Touristenpfade. Für mich vor allem eine intensive Erfahrung einer ganz anderen Kultur, die ich auch über Treffen mit vielen interessanten Menschen kennenlernen konnte.
In erster Linie war ich dort, um mich für unsere beiden japanischen Kollegen Junichi und Toru einzusetzen und ihnen Mut zu machen. Gemeinsam mit sechs anderen Geschäftsführern von Greenpeace haben wir ein klares Zeichen gesetzt: Es darf kein Verbrechen sein, ein Verbrechen aufzudecken. Junichi und Toru haben das Walfleisch nicht genommen, um sich persönlich daran zu bereichern, sondern um einen Skandal aufzudecken, um eine bedrohte Art zu retten. Es war mir wichtig, mich vor die beiden zu stellen und zu sagen: Walschutz ist kein Verbrechen! Wenn Walschutz ein Verbrechen ist, müsst ihr auch mich einsperren! Freiheit für Junichi und Toru!
Trotz der großen Wahrscheinlichkeit, dass Junichi und Toru ins Gefängnis müssen, sind die beiden froh, dass sie den Kampf um das Überleben der Wale so geführt haben, wie sie es für richtig gehalten haben: gewaltfrei, und durch gezieltes Aufdecken illegaler Machenschaften.
Die Zeit in Japan hat mich in meiner Ansicht weiter gestärkt, dass man für seine Überzeugung einstehen muss. Ich habe Menschen getroffen, die für den Walschutz ins Gefängnis gehen würden. Und viele Menschen, die Junichi und Toru helfen wollen.
Das alles macht mir Mut! Mut mich weiter gegen den Walfang zu engagieren. Weiter das Unrecht aufzuzeigen und für die Natur zu kämpfen.
Ich hoffe, dass sich viele Menschen daran ein Beispiel nehmen. Wenn Unrecht vor unseren Augen geschieht, wenn man erkennt, dass es am Respekt vor Mensch und Natur mangelt, dann sollte sich jeder engagieren und Zivilcourage zeigen.
Danke auch an dieser Stelle, dass Sie uns bei der Arbeit gegen den Walfang und für die Freilassung von Junichi und Toru so zahlreich unterstützen. Allein auf der Homepage von Greenpeace International haben sich bis heute schon 32.000 Menschen mit den beiden Aktivisten solidarisch erklärt.
Herzlichst
Brigitte Behrens













