Wir helfen unseren japanischen Kollegen

07. Dezember 2008

Tokio – die Stadt ist voll und es ist laut. Aber die Menschen hier sind unglaublich freundlich. Eine komplett andere Welt. Seit gestern sind wir hier. Wir, das sind Oliver Salge aus dem Wälder- und Meeresbereich, Patric Salize aus unserer Pressestelle, und ich als Geschäftsführerin von Greenpeace Deutschland. Wir sind in Japan, um zwei unserer Greenpeace-Kollegen zu unterstützen. Sie sind in Aomori, einer kleinen Hafenstadt im Norden Japans, angeklagt. Ihnen drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Diese drastische Strafe droht ihnen nicht etwa, weil sie gewalttätig waren oder eine Bank überfallen hätten. Nein, sie sind angeklagt, weil sie sich für den Schutz der Wale eingesetzt haben. Im Mai diesen Jahres haben Junichi Sato und Toru Suzuki unterschlagenes Walfleisch sichergestellt und der Staatsanwaltschaft übergeben. Damit haben die beiden Greenpeacer den größten Skandal der japanischen Walfanggeschichte aufgedeckt.

Das Walfleisch stammte aus dem Schutzgebiet im Südpolarmeeres. Mit dem Wissen der Behörden haben die Besatzungsmitglieder des japanischen Walfangschiffes das Fleisch von Bord geschmuggelt und wollten es auf eigene Rechnung verkaufen. Zeugenaussagen beweisen, dass dies seit vielen Jahren Praxis ist. Das japanische Walfangprogramm in Südpolarmeer wird vom „Institut für Walforschung“ angeblich zu Forschungszwecken durchgeführt. Es wird zum größten Teil vom japanischen Steuerzahler finanziert.
Anfangs haben die japanischen Medien noch über den Skandal berichtet. Doch die Walfanglobby in Japan scheint stark zu sein, denn es ist sehr ruhig um diese Geschichte geworden. Die Staatsanwaltschaft versicherte, den von Greenpeace übergebenen Beweisen im Fall „Walfleischskandal“ nachzugehen. Aber die Ermittlungen gegen die Walfänger wurden nach kurzer Zeit eingestellt – dafür wurde Anklage gegen unsere zwei Kollegen erhoben.

Und diese Anklage gegen Junichi und Toru läuft immer noch. Wir sind jetzt in Tokio, um die beiden Aktivisten zu unterstützen und den Fall in die Öffentlichkeit zu bringen. Wie genau wir das machen, werde ich in den kommenden Tagen hier im Blog schreiben.

Ihr könnt jetzt schon etwas tun: Wir suchen Online-Unterstützer. Ich möchte Euch bitten, Euch zusammen mit uns für die Freilassung von Junichi und Toru einzusetzen. Bitte versucht auch Eure Familie, Freunde und Bekannte zum Mitmachen zu bewegen. Nur zusammen können wir Druck auf die japanische Regierung machen. Ich bin gespannt, was die nächsten Tage bringen.

Herzlichen Gruß aus Tokio,
Brigitte Behrens