Regiert auch in Gorleben das Geld?

31. März 2010

Ob der Rat der Samtgemeinde Gartow, zu der Gorleben gehört, wohl schon massenhaft Euro-Zeichen in den Augen hat? Schließlich könnte für ein mögliches Atommüll-Endlager in Gorleben finanziell echt was rausspringen. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat auf die briefliche Anfrage der Fraktionschefs von CDU und SPD im Gemeinderat um „konkrete, auch finanzielle Unterstützung“ jedenfalls schon mal Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Die parteiübergreifende Zustimmung der Samtgemeinde Gartow verwundert allerdings nicht. Schließlich haben sich CDU und SPD bereits 1997 gegenüber der Zwischenlager-Betreiberin Gesellschaft für Nuklear-Service GmBH (GNS), vertraglich verpflichtet, das Atomprojekt über dem Gorlebener Salzstock zu “unterstützen”: 30 Millionen Deutsche Mark garantiert. Kein Pappenstiel für eine abgelegene Gemeinde mit gerade einmal 3.800 Einwohnern.

Hans-Joachim Schenk (CDU) und Klaus Hofstetter (SPD) fordern jetzt in ihrem Schreiben für das geplante Endlager von Bund, Land und Energiewirtschaft zudem ein “Informations- und Kongresszentrum.” Dabei dürfte es wohl weniger um die Unterrichtung der Bevölkerung als um neue Arbeitsplätze im strukturschwachen Wendland gehen.Vor allem scheint es den Ratsherren in Gartow aber auf schnelle Straßen im grünen Wendland anzukommen. Sie verlangen von der Bundesregierung „eine Verkehrsinfrastruktur (Wasser, Schiene, Straße), die uns an die Metropolregion Hamburg heranführt“. In Gartow habe man „ein Problem mit der Anbindung an die Autobahn“.

Die Bevölkerung im Wendland hat offenbar eher ein Problem mit den Gorlebener Atomanlagen, insbesondere mit Röttgens Endlagerpolitik: Mit rund 30 Traktoren und 100 Personen blockierten heute Wendländer Bauern ab 11.15 Uhr die Dömitzer Elbebrücke zwischen Dömitz und Dannenberg, eine der Hauptverkehrsadern im Wendland.

Endlich macht Bush mal was Gutes – zu spät, Mr. President!

10. Januar 2009

Mit dem größten Meeresschutzgebiet der Welt hat sich der fast schon Ex-US-Präsident Bush endlich mal einen positiven Superlativ zugelegt. Nie zuvor hat ein Mensch so viel Natur unter Schutz gestellt wie er. 60 % des Gebietes sollen nutzungsfrei sein, das bedeutet frei von kommerzieller Fischerei und dem Abbau von Rohstoffen. Damit hat Bush etwas geschafft, von dem das “saubere” Deutschland nur träumen kann.

Meeresschutzgebiete bestehen bei uns nämlich bisher nur auf dem Papier. So sind im Meeresschutzgebiet “Sylter Aussenriff” immer noch alle Formen der Fischerei sowie der Abbau von Sand und Kies erlaubt. Greenpeace fordert, dass mindestens 40 % der Weltmeere von nutzungsfreien Meeresschutzgebieten bedeckt sind. Nur so hat das Meer eine Chance, sich von der Ausbeutung durch den Menschen zu erholen.

Tja schade nur, dass Schutzgebiete das Meer nicht vor seiner größten Bedrohung – dem Klimawandel – schützen können und das war ja Bushs Spezialgebiet. Das Meer hat bis jetzt zwar etwa die Hälfte des menschengemachten CO2 aufgenommen, aber nicht ohne Konsequenzen. Vor Übersäuerung und Temperaturanstieg bewahren selbst Schutzgebiete nicht.
Also, Mister President, danke für das Schutzgebiet, aber das Image der Klimasau werden Sie auch damit nicht mehr los.

Blog im Urlaub

19. Dezember 2008

Liebe Riesen der Meere-Blog-Leser, auch dieser Blog braucht mal Ferien. In fünf Tagen ist Weihnachten und wir wünschen allen schöne Feiertage! Ab dem 7. Januar berichten wir hier wieder aktuell und umfassend über die Meeresschutzarbeit von Greenpeace Deutschland. Wir freuen uns, wenn Ihr dann alle wieder da seid. Und in der Zwischenzeit, könnt Ihr gern die Online-Petition für Junichi und Toru unterzeichnen.

Herzliche Grüße. Cornelia Deppe-Burghardt