Ob der Rat der Samtgemeinde Gartow, zu der Gorleben gehört, wohl schon massenhaft Euro-Zeichen in den Augen hat? Schließlich könnte für ein mögliches Atommüll-Endlager in Gorleben finanziell echt was rausspringen. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat auf die briefliche Anfrage der Fraktionschefs von CDU und SPD im Gemeinderat um „konkrete, auch finanzielle Unterstützung“ jedenfalls schon mal Gesprächsbereitschaft signalisiert.
Die parteiübergreifende Zustimmung der Samtgemeinde Gartow verwundert allerdings nicht. Schließlich haben sich CDU und SPD bereits 1997 gegenüber der Zwischenlager-Betreiberin Gesellschaft für Nuklear-Service GmBH (GNS), vertraglich verpflichtet, das Atomprojekt über dem Gorlebener Salzstock zu “unterstützen”: 30 Millionen Deutsche Mark garantiert. Kein Pappenstiel für eine abgelegene Gemeinde mit gerade einmal 3.800 Einwohnern.
Hans-Joachim Schenk (CDU) und Klaus Hofstetter (SPD) fordern jetzt in ihrem Schreiben für das geplante Endlager von Bund, Land und Energiewirtschaft zudem ein “Informations- und Kongresszentrum.” Dabei dürfte es wohl weniger um die Unterrichtung der Bevölkerung als um neue Arbeitsplätze im strukturschwachen Wendland gehen.Vor allem scheint es den Ratsherren in Gartow aber auf schnelle Straßen im grünen Wendland anzukommen. Sie verlangen von der Bundesregierung „eine Verkehrsinfrastruktur (Wasser, Schiene, Straße), die uns an die Metropolregion Hamburg heranführt“. In Gartow habe man „ein Problem mit der Anbindung an die Autobahn“.
Die Bevölkerung im Wendland hat offenbar eher ein Problem mit den Gorlebener Atomanlagen, insbesondere mit Röttgens Endlagerpolitik: Mit rund 30 Traktoren und 100 Personen blockierten heute Wendländer Bauern ab 11.15 Uhr die Dömitzer Elbebrücke zwischen Dömitz und Dannenberg, eine der Hauptverkehrsadern im Wendland.










