Im OZEANEUM am 3. Advent

16. Dezember 2008

Unser letzter Aktionstag fand am 13. und 14. Dezember im OZEANEUM in Stralsund statt und stand ganz im Zeichen der beiden japanischen Greenpeace-Aktivisten Junichi Sato und Toru Suzuki, die in Japan vor Gericht stehen, weil sie sich für den Schutz der Wale eingesetzt haben. Ihr “Verbrechen” ist, dass sie illegalen Walfleischschmuggel und langjährige Korruption im japanischen Walfangprogramm aufdeckten. Nun drohen ihnen bis zu zehn Jahre Haft.

Die Greenpeace-Gruppe Greifswald/ Stralsund lud am Wochenende jeweils von 10-18 Uhr zum Gespräch an einen Infostand im Foyer des OZEANEUM und sammelte dort Unterschriften für einen weltweiten Protest gegen die Inhaftierung der beiden Aktivisten in Japan.

Basteln mit Kindern und ein Gewinnspiel erfreuten die Besucher der Ausstellung “Riesen der Meere” am 3. Advent. Es konnten viele Interessierte begrüßt werden – unter anderem auch ein älterer Herr mit weißem Rauschebart…

Gespräch mit Junichi und Toru in Tokio

12. Dezember 2008

Zurück in Hamburg. Vor meiner Abreise aus Tokio konnte ich noch Junichi und Toru, die beiden in Japan angeklagten Greenpeace-Aktivisten, treffen. Allerdings nur einzeln und unter Aufsicht ihrer Anwälte. Für sie gelten strenge polizeiliche Auflagen. Für Junichi und Toru und für ihre Familien hat sich nach Aufdeckung des Walfleisch-Skandals das Leben radikal verändert.

Das japanische Rechtssystem ist mit dem deutschen nicht vergleichbar. Kulturell bedingt gilt man in der japanischen Gesellschaft als schuldig und verurteilt, wenn man öffentlich abgeführt und angeklagt wird. Ehre ist für viele Japaner enorm wichtig. Öffentlich abgeführt oder angeklagt zu werden, kommt einem Gesichtsverlust gleich. Rund 92 Prozent der Anklagen in Japan führen zu einer Verurteilung.

Bei unserem Treffen haben mir beide erzählt, wie sie während der ersten Tage der Untersuchungshaft teilweise zwölf Stunden am Tag verhört wurden. Gefesselt an Tisch und Stuhl. Dies ist selbst bei schweren Straftaten äußerst ungewöhnlich. Sowohl die Anwälte unserer Aktivisten, als auch Experten haben mir gegenüber bestätigt, dass gegen Junichi und Toru mit übertriebener Härte und vollkommen unangemessen vorgegangen worden ist. Nach Einschätzung der Experten ist der Prozess gegen die beiden Aktivisten politisch motiviert.

Bei Junichi und Toru jedoch war zu meinem Erstaunen nichts von Frustration oder gar Resignation zu spüren. Im Gegenteil: sie waren sehr zuversichtlich. Sie wollen kämpfen, sich nicht in ihr Schicksal ergeben und vor Gericht für ihr Recht auf freie Meinungsäußerung kämpfen. Die Treffen mit Junichi und Toru haben mir selber Kraft gegeben. Kraft, um weiter gegen das Unrecht, das ihnen widerfährt, zu kämpfen. Und Kraft, weiter für ein Ende des japanischen Walfangs einzutreten.

Eine Verurteilung von Junichi und Toru würde gegen die Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen von 1948 verstoßen. Hier ist unter anderem das Recht auf freie Meinungsäußerung festgelegt, das auch das Recht auf Informationsbeschaffung einschließt. Die Informationsbeschaffung, in diesem Fall die Sicherstellung des Kartons mit Walfleisch, ist hierunter zu verstehen. Es handelt sich nicht um Diebstahl, da Toru und Junichi sich nicht daran bereichert haben, sondern den Karton der Staatsanwaltschaft für Ermittlungszwecke zur Verfügung stellten.

Darum möchte ich Sie noch einmal bitten, sich für die Freilassung von Junichi und Toru einzusetzen und auch Ihr Umfeld dazu zu ermuntern.

Herzlichen Dank dafür.

Brigitte Behrens

Blauwale noch zu retten?

18. November 2008

Die internationale Wal- und Delfinschutzgesellschaft WDCS berichtet: Von den einst rund 265 000 Blauwalen der südlichen Hemisphäre leben heute in der Antarktis noch geschätzte 2 280 Exemplare dieses weltweit größten Säugetieres.

Die größten Bedrohungen für die Wale sind Überfischung, Klimawandel, Unterwasserlärm und bei den Blauwalen inzwischen auch mangelndes Genmaterial. Falls sich die wenigen Blauwale in den Weiten der Ozeane überhaupt zur Paarung finden, existiert wohl schon heute zu wenig Genmaterial um ein Überleben der Art zu sichern.