Rückblick: Greenpeace protestiert gegen die Beladung des AKW Fukushima 1 mit MOX-Brennstäben

20. März 2011

Seit über 30 Jahren arbeitet Greenpeace zum Thema Atomkraft. Schon 1999 hat Greenpeace im Hafen von Fukushima dagegen protestiert. Damals sollten die Reaktoren von Fukushima 1 mit MOX-(Mischoxid-)Brennstäben beladen werden. MOX-Brennstäbe enthalten einen hohen Anteil an Plutonium. Die Bestückung des AKW mit den MOX-Brennstäben wurde damals wegen der Greenpeace-Aktion ausgesetzt.

Trotzreaktion? Bohrschiff-Kapitän lässt Aktivisten kräftig durchwehen

23. September 2010
Die Rettungskapsel ist an der Ankerkette des Ölbohrschiffs sicher (c) Will Rose / Greenpeace

Die Rettungskapsel ist an der Ankerkette des Ölbohrschiffs sicher

Das Wetter verschlechtert sich, der Wind nimmt zu. Es ist zwar hell am Himmel, aber der Regen und vor allem der stärker werdende Wind schaukeln unser Schiff „Esperanza“ kräftig durch.

Mir kommt es so vor, als ob gleichzeitig mit der schlecht laufenden OSPAR- Konferenz das Wetter gegen die Politik aufbegehrt. Es scheint allen noch einmal aufzuzeigen, dass Naturgewalten stärker sind als alles, was Menschen machen können. Auf der OSPAR entscheiden die 16 Vertragsstaaten heute und morgen über das Thema Tiefseebohrungen im Nordostatlantik – ein zufriedenstellendes Ergebnis ist allerdings kaum zu erwarten.

Und meine Kollegen in der Überlebenskapsel: Sie schwanken an der Ankerkette des Ölbohrschiffs „Stena Carron“ immer hin und her. Der Grund: Der Kapitän sorgt dafür, dass das 228 Meter lange Schif sich immer wieder in den Wind dreht, sodass die Kapsel stets dem starken Böen ausgesetzt ist. Er hat übrigens auch bei meinen Kollegen in der Kapsel angerufen und sie vor den drohenden Gefahren bei disem Wetter gewarnt. Ich würde das einfach mal zynisch nennen – immerhin könnte er das Bohrschiff auch einfach aus dem Wind drehen. Die Kapsel ist zum Glück sicher; sie ist mehrfach an der Ankerkette gesichert. Sie kann schwimmen, falls sie abgeseilt werden muss und sie hat genügend Kommunikations- und Rettungsausrüstung an Bord.

Wir erwarten es nicht, hoffen aber weiter darauf, dass die OSPAR-Delegierten ihre Verantwortung wahrnehmen und dem Wahnsinn der Tiefseebohrungen zumindest zeitweilig eine Ende setzen.

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Hintergrund: Raus aus der Tiefsee!

Ölexperte Christoph von Lieven bloggt von der Esperanza. Das Greenpeace-Schiff  harrt seit Tagen vor den Shetland Inseln aus und beobachtet das riskante Tiefseegeschäft von Chevron. Aktivisten haben das Ölbohrschiff “Stena Carron” erklommen und verzögern so das Auslaufen. Die Aktion startet pünktlich zur diesjährigen OSPAR-Meeresschutzkonferenz in Bergen, die über ein Verbot von “Tiefseebohrungen” im Nordost-Atlantik und Nordsee entscheiden könnte. Was passiert vor den Shetlands?

Greenpeace-Protest vor Shetland geht weiter

23. September 2010
Greenpeace-Protest am Ölbohrschiff Stena Carron (c)Will Rose / Greenpeace

Greenpeace-Protest am Ölbohrschiff Stena Carron

Endlich bin ich auf der Esperanza angekommen. Durch den strömenden Regen und die Wellen hindurch sehen wir hier kurz vor den Shetlands das Chevron-Ölbohrschiff „Stena Carron“ liegen. Seit über zwei Tagen protestieren Greenpeace-Aktivisten gegen den gefährlichen Run auf die Tiefsee, sodass das Bohrschiff sein Ziel vorerst nicht ansteuern kann.

Vorne an der Ankerkette befestigt erkennt man die gelbe Greenpeace-Kapsel, in der einige meine Kollegen die letzten 24 Stunden verbracht haben. Zum Glück ist es dort nicht so wackelig wie auf unserer ” Esperanza” – die “Stena Carron” ist immerhin mit ihren 228 Metern dreimal so lang wie unser Greenpeace-Schiff. Wir alle sind gespannt auf den Verlauf der OSPAR-Meeresschutzkonferenz in Bergen, von der mein Kollege Stefan Krug im Blog berichtet. Werden die Politiker ein Moratorium zumindest in Erwägung ziehen oder werden sie sich von der Öllobby beeinflussen lassen? Die Shetlands und die Meere hier sind wunderschön, es ist grün, graue Felssteinhäuser, nebelig wie in einem Märchen.

Gestern erzählte mir ein Bewohner der Inseln, dass die Lachse hier extrem gut wachsen. Die Fischer können wieder öfters herausfahren. Und das Wichtigste für ihn: Die jungen Leute kommen nach der Ausbildung und dem Studium wieder. Hier gibt es Natur und Arbeit für sie. Das war bis vor zehn Jahren anders, da verließen die meisten die Shetlands. Jetzt werden wieder mehr Kinder geboren und neue Siedlungen mit Spielplätzen angelegt. Das muss geschützt werden und darf nicht dem Öl- und Profithunger der multinationalen Konzerne geopfert werden. Egal wie gefährlich – der Run auf die Tiefsee hat begonnen und die Konzerne nehmen die Risiken für Mensch und Umwelt bewusst in Kauf. Und Chevron sagt – ebenso wie BP vor der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko : “Wir haben alles im Griff, Greenpeace macht Panik!“ Von wegen – die zahlreichen Ölunfälle der vergangenen Wochen und Monate zeichnen ein anderes Bild! Unsere Aktivisten und die Schiffsbesatzung sind hochmotiviert – seit Monaten protestieren Greenpeace-Büros weltweit und fordern einen Stopp der gefährlichen Tiefseebohrungen.  Als ich von unserer Aktion in Berlin erzählt habe, wo sich innerhalb zweier kurzer Tage ein 80 Quadratmeter großes Banner mit über 10.400 Botschaften und Unterschriften gegen Tiefseebohrungen füllte, standen einigen Freunden die Tränen in den Augen. „Es ist den Menschen also doch nicht egal“, so ein Kommentar.

Die OSPAR-Delegierten müssen einen großen Schritt weg vom Tiefsee-Öl machen. Sie haben es in der Hand, im Nordost-Atlantik und in der Nordsee eine Pause der Tiefseebohrungen in die Wege zu leiten. Ich bin gespannt, was passiert und werde in der Zwischenzeit weiter von unserer Protestaktion hier vor den Shetlands berichten!

Hintergrund: Raus aus der Tiefsee!

Greenpeace fordert einen Stopp von Tiefseebohrungen und protestiert seit Monaten mit zahlreichen Aktionen weltweit gegen den gefährlichen Run auf die Tiefsee. Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat gezeigt, dass kein Ölkonzern über funktionierende Notfallpläne verfügt. Umweltminister Röttgen forderte jüngst eine Pause von Tiefsee-Bohrungen. Ein solches Moratorium durchsetzen könnte die OSPAR – eine Konferenz zum Schutz des Nordost-Atlantiks.

Pünktlich zum Start der OSPAR-Konferenz protestiert Greenpeace vor den Shetland-Inseln am Chevron-Ölbohrschiff „Stena Carron“. Erst kurz zuvor konnten die Aktivisten vor der Westküste Grönlands die gefährlichen Probebohrungen von „Cairn Energy“ über 40 Stunden lang stoppen. Christoph von Lieven ist an Bord der Esperanza vor den Shetlands und berichtet zum Stand der Protestaktion.