Shell plant trotz der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, weiter die Tiefsee auszubeuten! Greenpeace-Aktivisten protestieren deshalb heute vor den Zentralen von BP, Shell und Esso.
Ich stehe gemeinsam mit etwa 20 weiteren Greenpeace-Aktivisten vor der Deutschland-Zentrale von Shell in Hamburg. Heute Morgen ging es bereits in aller Frühe los: Ölverschmierte Fässer wurden aufgebaut und zwischen zwei Bohrturm-Attrappen ein Transparent aufgehängt: Deepwater Horizon auch bei Esso und Shell möglich – Raus aus der Tiefsee!
Meine Kollegen haben sich vor den Zentralen von BP in Bochum und von Esso in Hamburg postiert. Per Telefon habe ich gerade erfahren, dass die Greenpeace-Aktivisten vor dem ESSO-Gebäude in Hamburg bereits einige hundert Flyer verteilt haben – die Leute waren erwartungsgemäß sehr interessiert! Ähnliches meldet mein Kollege aus Bochum. Vor der Zentrale von BP Deutschland gäbe es leider wenig Passanten. Wer allerdings vorbeikommt, sei begeistert, manche applaudieren laut! Von Seiten Shells und ESSOs hat sich noch nichts gerührt.
Die Aktivisten vor BP haben, wie ich gerade gehört habe, mittlerweile mit der Presseabteilung sprechen können. Die Dame von BP und der Herr von Aral haben gekonnt ihren Charme spielen lassen (“Was können wir denn für Sie tun?”), um die Situation zu meistern. Kein Wunder, alles andere würde das bereits angeschlagene Konzernimage noch mehr schädigen. Nach einigem verbalen Hin und Her haben meine Kollegen nochmal den offenen Brief an den BP-Vorstandvorsitzenden ausgehändigt und warten nun auf ein Gespräch.
Erst kürzlich ist das Moratorium von US-Präsident Obama aufgehoben worden. Am 30. Juni haben wir deshalb in einem offenen Brief an die Branchengrößen diese aufgefordert, aus dem Tiefseegeschäft auszusteigen. Mit unserer Aktion direkt vor den Zentralen der Ölmultis weisen wir noch einmal darauf hin, dass ähnliche Katastrophen wie die havarierte Plattform Deepwater Horizon jederzeit und überall passieren können.
Wie zynisch kann man sein, angesichts des Unglücks weitere Tiefseebohrungen zu planen? Der vermeidbare Vorfall hat elf Menschenleben gekostet und weitet sich zu einer ungeheuerlichen ökologischen Katastrophe aus. Shell beabsichtigt trotzdem, das Tiefseegeschäft auszubauen, BP Deutschland und Esso haben sich vorsichtshalber bislang nicht dazu geäußert. Tiefseeförderung ist im Falle eines Unfalls nicht mehr kontrollierbar – das zeigt auch der Blick in die Vergangenheit! Tod und Zerstörung werden von den Ölkonzernen wissentlich in Kauf genommen!
Hier geht’s zur Ölseite von Greenpeace…
Update 2. Juli 2010:
Martin Hausding von der Greenpeace-Gruppe Berlin war vor Ort und sprach mit Greenpeace-Ölexperte Jörg Feddern über die Aktion, was in Hamburg genau passierte und wie der aktuelle Stand rund um die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ist. Hier geht’s zum Podcast…













