Die Computerzeitschrift Chip hat mit ihrem Award auf der CeBIT die “wichtigsten Neuentwicklungen der digitalen Welt” ausgezeichnet. Alle bisherigen Kategorien waren in diesem Jahr abgeschafft worden – doch eine Neuschöpfung gab es, wie könnte es auf der diesjährigen CeBIT anders sein: Die Kategorie für “Green IT”.Prämiert wurde der PC Scaleo Green Edition von Fujitsu-Siemens. Er verbraucht 27 Prozent weniger Strom als der “nicht grüne” Scaleo, außerdem hat er ein so genanntes “green Mainboard”, in dem weder Halogene, noch Cadmium oder Quecksilber stecken.Doch völlig giftfrei ist der Rechner nicht. Teile wie die Grafikkarte oder die Kabel enthalten weiterhin bromierte Flammschutzmittel – also Halogene – und PVC. Das erklärt Fujitsu-Siemens damit, dass sie diese Teile nicht selbst herstellen, sondern zukaufen. Diese Zulieferer seien bisher nicht in der Lage, ohne diese Chemikalien zu arbeiten Auch die Errungenschaft in Punkto Energiesparen, die die Firma mit ihrem Null-Watt-Monitor vorgestellt hatte, wurde hier nicht umgesetzt, wie man im Datenblatt des Rechners erfährt. Doch genau das führt Chip als einen der Gründe für die Prämierung an. Der grüne Hoffnungsschimmer am Horizont hat in der Redaktion wohl ein paar Fakten durcheinander wirbeln lassen.Etwas unterscheidet den Scaleo von den anderen Computern mit verbesserter Umweltverträglichkeit: Es ist der erste, der in der “grüneren” Ausführung nur wenig mehr kostet als das Standardmodell mit der gleichen Ausstattung. Bisher waren die Produkte, die vergleichsweise gut in der Greenpeace-Studie abschnitten, immer deutlich teurer als ihre Standardausführungen.Greenpeacer Omer hat eine Sprecherin von Fujitsu-Siemens interviewt, hier ist das englische Video:
Ein bißchen mehr Grün für ein bißchen mehr Geld
08. März 2008Wo ist sie denn, die Green IT?
07. März 2008Omer aus dem Amsterdamer Greenpeace-Büro hat sich samt Kamerateam auf die Suche nach einem “grünen” Laptop gemacht. Er hat gestöbert, gestaunt und Interviews geführt – In diesem englischen Video ist seine Recherchetour festgehalten.
Ein Laptop, das in allen Bereichen gut abgeschnitten hat, war nicht zu finden – wie auch schon im “Searching for Greener Electronics” Report. Um wirklich Grüne IT zu bieten, muss ein Hersteller zum einen auf Energieeffizienz achten und seine Kunden auch über energiesparenden Umgang mit den Geräten informieren. Auf diesem Gebiet ist das X300 Notebook von Lenovo weit vorn.
Außerdem muss ein “Grüner Laptop” frei von giftigen Chemikalien sein – es geht also darum, über die geltenden EU-Richtlinien hinauszugehen und Stoffe wie PVC, bromierte Flammschutzmittel und Phtalate nicht mehr zu verwenden. Und das nicht nur innerhalb der EU, sondern weltweit. Bei Apples Macbook Air wurden dort wichtige Schritte unternommen: Für dessen Herstellung verzichtet Apple auf PVC in den Kabeln. Das LCD-Display ist quecksilberfrei, das Glas darüber enthält kein Arsen.
Ein weiterer Aspekt eines umweltfreundlichen Laptops muss das Recycling sein. Sind einzelne Teile eines Laptops leichter austauschbar, muss nicht das ganze Gerät entsorgt werden – es wird einfach das kapputte oder veraltete Teil ausgetauscht. So wird die Lebensdauer des Laptops deutlich erhöht – und der Berg von Elektroschrott verkleinert. Einen Schritt in diese Richtung macht Asus mit dem Ecobook. Auch Dell ist in diesem Punkt fortschrittlich, das XPS M1330 Notebook hat eine längere Garantiezeit und ist besser reclyclebar.
Die Zutaten für Green IT sind also vorhanden – bisher verstreut auf verschiedene Geräte. Wenn diese Ansätze kombiniert werden, ist ein grüner Laptop schon möglich. Bleibt die Frage: Wer wird ihn als erstes herstellen?
Schön! Grün?
06. März 2008
Ein Laptop aus Bambus – das klingt nach nachwachsenden Rohstoffen, weniger Giftstoffen – einfach nach Grüner IT. Die Firma Asus springt auf den Trend der Green IT auf und stellt auf der CeBIT eine Laptopserie mit Bambusgehäuse vor, das Ecobook. Das Team von Greenpeace International besuchte den Stand, um sich das Wunder aus der Nähe anzuschauen – dabei wurde schnell klar: Die Laptops sehen sehr elegant aus, Asus bleibt in Bezug auf die verwendeten Materialien im Innern aber schwammig. Die gesetzlich vorgeschriebenen RoHS-Werte werden eingehalten, so Asus, darüber hinaus würden auch jene möglicherweise giftigen Stoffe vermieden, die noch nicht unter die Richtlinie fallen. Doch genannt werden diese nicht, weder in der entsprechenden Presseerklärung, noch im persönlichen Gespräch mit den Greenpeacern.
Positiv am Ecobook ist, dass es sich leicht in seine Bestandteile zerlegen und somit getrennt recyclen lässt. Die Plastikteile im Innern sind einzeln bezeichnet und recylebar, wie Cnet berichtet. Wenn einzelne Teile beschädigt sein sollten, können sie so leichter ausgetauscht werden. Die Umverpackung besteht in weiten Teilen aus Pappe statt aus Plastik.
Das Gehäuse aus Bambus ist also nicht das einzig “grüne” am Ecobook – doch ein reines grünes Gewissen erkauft man sich mit dem Produkt nicht. Doch immerhin ein Gerät, das elegant zum Wohnzimmerparkett passt.










