Warm wird es in den Ozeanen weltweit, wie immer mehr wissenschaftliche Studien berichten. Die Ergebnisse unserer Reise aktuellen Reise nach Grönland liefert weitere Belege, dass diese Veränderungen in den Ozeanen vermutlich eine Rolle bei der rasanten Gletscherschmelze in Grönland spielt.
Wir sind raus aus dem Nebel. Die kleine Twin-Otter Maschine hatte sich gestern trotz Nebel auf den Weg zu uns nach Grönland gemacht. Dicht über dem Fjordwasser und knapp unter dem Nebel hat sie sich in den Fjord hineingeschlichen und mit uns an Bord auch sicher wieder hinaus. Wir sind froh zurück zu sein, allerdings mit dem Wehmutstropfen, dass wir die Messbojen, die den nächsten Jahresdatensatz aufnehmen sollten, im Kangerdlugssuaq Fjord nicht wieder einsetzen konnten. Im Sermilik Fjord sind die Bojen jedoch wieder eingesetzt, so dass es nächstes Jahr auf jeden Fall Folgedaten geben wird.
Die aktuellen Untersuchungen zeigen dasselbe warme Wasser aus subtropischen Regionen, das wir auch schon im letzten Jahr gefunden haben. Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Temperaturen sogar noch um circa ein Grad wärmer – in beiden Fjorden, Kangerdlugssuag und Sermilik. Und durch die installierten Messbojen konnten wir feststellen, dass dieses Wasser das gesamte Jahr über in den Fjorden vorhanden ist und die Gletscherschelze vorantreiben kann. Die Funde aus letztem Jahr waren also kein einmaliges Sommer-Phänomen.
Parallel zu den Daten von Fiamma Straneo zeigen die Ergebnisse von Dr. Gordon Hamilton (University of Maine) aus diesem Jahr, dass der Helheim Gletscher weiterhin mit erhöhter Geschwindigkeit fliesst – auch noch fünf Jahre nach Hamilton’s erster Beobachtung.
Die aktuellen Daten der beiden Wissenschaftler sind konsistent mit ihrer Theorie, in der sie die Rolle der Ozeane an der rasanten Gletscherschmelze Grönlands erforschen. Unsere Reise hat einen weiteren Puzzelstein dazu geliefert. Das Bild der Auswirkungen des Klimawandels ist schärfer geworden. Sehr deutlich zeigt uns diese Forschung auch, dass eine durch den Klimawandel ausgelöste Veränderung die nächste bewirkt kann. Und unser Wissen über diese Zusammenhänge ist minimal.
Vor allem aber hat diese Reise gezeigt, dass der Klimawandel weiter auf die politische Agenda gehört. Der derzeitige politischen Prozess zeigt bei weitem zu wenig Fortschritt. Um die katastrophalen Folgen des Klimawandel aufzuhalten brauchen wir ein internationales und rechtlich verbindliches Klimaabkommen. Greenpeace wird nicht müde werden diese Forderung weiter an die Politik zu senden, so lange bis sie ihrer Verantwortung endlich gerecht wird.















