Die Zeichen stehen auf Sturm: Vor der brasilianischen Küste hat sich ein Unfall ereignet, der uns stark an die Katastrophe im Golf von Mexiko erinnert. Wieder ist es eine Tiefseebohrung, die außer Kontrolle geraten ist, wieder tritt Öl aus, das der Betreiber, in diesem Fall der US-amerikanische Ölkonzern Chevron, nicht unter Kontrolle bekommt. Wieder muss eine Ölfirma einräumen, dass sie auf so etwas nicht ausreichend vorbereitet war. Vorgehaltenes Material zur Bekämpfung des Öls: Fehlanzeige.
Das Loch soll wieder unter Kontrolle sein. Was aber bleibt ist das Öl, dass das umliegende Ökosystem schädigt, Wale und Delphine bedroht und sich auf den Weg zur brasilianischen Küste macht. Es kann aber sein, dass zig Tonnen Chemikalien auf das Öl gesprüht werden, um es möglichst schnell aus dem öffentlichen Interesse zu bekommen. Deepwater Horizon lässt grüßen.
Was bleibt ist die Erkenntnis, dass Tiefseebohrungen weltweit verboten gehören. Doch der Weg dahin ist noch weit. Denn wo Öl ist, ist auch Geld, das einen scheinbaren Reichtum verspricht. Das nicht nur für die Ölindustrie sondern auch für die Staaten, die mit der Vergabe der Lizenzen und einem Förderzins auf jedes Barrel geförderten Öls gut Kasse machen.
Da fällt es schwer, Gesetze zu verabschieden, die der Ölindustrie Grenzen aufzeigen und sie in die Pflicht nehmen. Das hat uns auch der Unfall der Deepwater Horizon gezeigt. Der Untersuchungsbericht, den Präsident Obama in Auftrag gegeben hat, ist klar zu dem Schluss gekommen, dass ohne durchgreifende Reformen und Regeln, ein Unfall der Güte einer Deepwater Horizon wieder passieren kann. Aber bis heute gibt es keine durchgreifenden Verschärfungen für die Ölindustrie – weder in den USA noch anderswo. Es wird Zeit, dass sich das ändert.













