Solar-Festival am Kuta-Beach

02. Dezember 2007

Oh Mann, die Zeit vergeht wie im Flug und mein vierter Tag geht langsam dem Ende zu. Heute Morgen ging es als Erstes zur Registrierung für die Konferenz. Den Weg dorthin haben Christian und ich sehr indonesisch auf einem Mofa gemeistert. Das war ganz schön aufregend, denn die Verkehrsregeln sind ein bisschen anders hier. Eigentlich ziemlich einfach: Der Schwächere gibt nach und der Stärkere hupt, wenn er kommt.

© Paul Hilton | Greenpeace - Bühnenkulisse auf dem Kuta BeachAber auch der Rest des Tages war ganz großartig. Wir hatten heute den zweiten Tag von unserem Solar Festival. Das ganze Event war an dem hier sehr bekannten Kuta Beach. Dort hatten wir eine große Bühne aufgebaut. Auf der sind ganz viele verschiedene tolle Künstler aus Bali aufgetreten. Gestern war das Programm eher traditionell angehaucht, mit Trommlern und verschiedenen Tanzgruppen. Heute war dann eher Kontrastprogramm angesagt, mit Rockmusik und elektronischen Beats.

Doch nicht nur die Bands waren toll sondern ganz besonders die Aktivitäten, die noch parallel gelaufen sind. So hatten wir eine wunderschöne SolarBar, bei der es vier verschiedene, unglaublich leckere Fruchtcocktails gab. Die Bar wurde sogar mit SolarPanels direkt vor Ort mit Energie versorgt. Außerdem hatten wir eine Radiostation, von der aus wir live gesendet haben.

© Paul Hilton | Greenpeace - Handabdrücke auf 100 Metern BannerNatürlich gab es auch Mitmachaktionen für alle Leute, die zu unserem Festival kamen. Wir hatten 100 Meter Banner, auf denen wir Handabdrücke sammelten. Die 100 Meter sind komplett voll geworden. Einfach unglaublich.
Insgesamt waren sehr viele Leute, die erst nur von der Musik angelockt worden waren, sehr an dem was SolarGeneration macht, interessiert. Ich hab ganz viele tolle Gespräche geführt und viele haben eine Nachricht für ihre Regierung hinterlassen.

Eines muss man der SolarCrew hier lassen, das war ein richtig cooler Auftakt für die SolarGeneration-Kampagne hier in Indonesien!!

So, jetzt muss ich aber endlich ins Bett hüpfen. Schon morgen geht es spannend weiter, mit dem ersten Tag auf der Konferenz.

Ganz liebe Grüße, eure Jeani

Angekommen

30. November 2007

© Ulrich Baatz | Greenpeace - Janine “Jeani” LückIch bin angekommen und obwohl es schon ziemlich spät ist, sagt das Thermometer noch 27°C. Irgendwo zwischen den hundert Köpfen, die wartend am Eingang stehen finde ich dann erleichtert das Schild für das Hotel, in dem wir unterkommen sollen. Da wartet auch schon ein anderer aus der Delegation, Raczel von den Philippinen. Kurz nach mir kommt dann auch noch Hong aus China an und es kann losgehen zum Hotel. Obwohl ich unglaublich müde bin und mir die Augen fast zufallen, kann ich meinen staunenden Blick nicht von draußen abwenden. So viel Neues, so viel Buntes, so viel Chaos, das auf mich einströmt. Einfach großartig. Im Hotel angekommen geht es dann aber doch erstmal ins Bett.

In dem werde ich am nächsten Morgen von ein paar Vögeln geweckt. Leider viel zu früh und so schlafe ich nach ein paar Stunden noch einmal ein und verpasse das Frühstück. So ging es dann heute hungrig zum ersten Treffen. Aber schnell wurde etwas zum Mittagessen bestellt und bei allen stieg die Stimmung, als der Bauch endlich gefüllt war.

Wir fingen an, ein paar Sachen vorzubereiten und als dann alle mehr oder eher weniger pünktlich angekommen waren ging es los, die kommenden Aktivitäten zu planen. Alles auf Englisch und Indonesisch, aber trotz der unterschiedlichen Sprachen war eine Superstimmung im ganzen Team. So viel erstmal, Clementine braucht nämlich ihren Laptop zurück. Den habe ich mir geliehen, weil’s mit meinem noch nicht richtig geklappt hat.

Viele Grüße, Jeani

Vor dem Aufbruch

28. November 2007

© Ulrich Baatz | Greenpeace - Janine “Jeani” LückJetzt geht es endlich los, nach Bali, und ich packe meinen Koffer … Als erstes packe ich meine gute Laune ein. Die Nervosität, die sich einfach reingeschlichen hat, wird schnell wieder ausgepackt. Jele hat einen neuen Haarschnitt für mich, damit ich einen guten Eindruck auf all diese Politiker mache. Norman packt mir ein bisschen von seiner Gelassenheit ein, die kann ich gut gebrauchen. Bördi packt noch den Laptop dazu und Simone legt mein Porträt daneben: für die Presse. Meine Mama hält die Sonnencreme bereit, damit ihre Tochter ja nicht mit Sonnenbrand auf der Nase zurückkommt. Na, ob ich die wohl brauche im Konferenzgebäude? Zum Schluss hat Nicole noch ganz viele Infos und Ratschläge für mich, die mit ins Gepäck müssen. Ohhh Mann, ob ich das alles tragen kann? Ich werde auf jeden Fall mein Bestes geben.

Ich bin übrigens Jeani, 21 Jahre alt, und werde ab morgen Teil der internationalen SolarGeneration-Delegation auf der UN-Konferenz in Bali sein. Meine Heimatstadt ist Krefeld. Hier bin ich groß geworden, unter anderem auch mit der lokalen Greenpeace-Gruppe. Wenn ich jetzt durch Krefeld gehe, fallen mir zu fast allen größeren Plätzen in der Stadt Aktionen ein, die wir gemacht haben. Auch am Hauptbahnhof, von wo es auch diesmal losgeht.

In nur wenigen Stunden sitze ich schon in meinem Zug nach Frankfurt. Dann geht es weiter mit dem Flieger in Richtung Bali. Meine Gedanken fliegen schon mal voraus, auf die andere Hälfte der Erdkugel. Ich kann nicht leugnen, dass sich mein Bauch ein wenig flau anfühlt. Aber nicht nur das, ich freu mich auch wahnsinnig auf die Konferenz. Was für eine Chance, auf diesem Klimagipfel dabei sein zu können!

Doch gerade jetzt, in den wenigen stillen Stunden kurz vor dem Aufbruch, gehen mir unendlich viele Fragen durch den Kopf. Wird die Konferenz erfolgreich sein? Und was passiert, wenn nicht? Werde ich den deutschen Umweltminister Gabriel treffen und ihm unsere Petition übergeben können? Wie werden die anderen Leute in der Delegation sein, deren Namen ich jetzt schon so oft gelesen habe? Mit wem werde ich die nächsten zweieinhalb Wochen auf einem Zimmer verbringen? Wird es vielleicht die ganze Zeit nur regnen, so wie hier?

Mein Thermometer im Garten zeigt auf jeden Fall 8 Grad Celsius und wärmer soll es auf Bali bestimmt sein, das wäre toll. Vielleicht wird das ja auch die Politiker gut stimmen.

Bis bald aus Bali

eure Jeani