Wie wird man Koch auf der Beluga II?

07. August 2009

Greenpeace ist eine internationale Organisation. Im Großen, wie im Kleinen. Das deutsche Schiff Beluga II liegt gerade in einem dänischen Hafen, auf dem Weg nach Schweden. Und zurzeit sind 6 Menschen aus 3 Nationen an Bord. Deutsche, Schweden und ein Tscheche. Der Tscheche ist Jakob, 26, der gerade ein Praktikum bei Greenpeace Deutschland macht.

(c) Kina Meyer / Greenpeace - Jakob, zurzeit Koch auf der Beluga II

Jakob, zurzeit Koch auf der Beluga II

Im Hamburger Büro hat er vor 2 Wochen gehört, dass die Beluga II von Rügen Richtung Dänemark und weiter nach Schweden segelt. Schwupps den Kapitän angerufen und gefragt, ob noch Platz an Bord ist und hier ist er nun. Die großen Greenpeace-Schiffe sind seine Vision und einmal für die “Stop Whaling” -Kampagne in die Antarktis fahren – das ist Jakobs Traum.

Uns kam Jakobs Initiative sehr gelegen: Beim Segeln wird jede Hand gebraucht. Jetzt liegen wir im Hafen und Jakob zeigt uns nicht nur, dass er an Bord kräftig anpacken kann, sondern auch seine Qualitäten am Herd. Er ist jetzt unser Smutje und auch für das Proviantieren zuständig, also Einkauf und Verstauen von Essen und Getränken. Für die Crew ist es ein großer Luxus, jemanden zu haben, der sich um all das kümmert. Wenn einfach nur einer nebenbei kocht, gibt es doch arg viel Pasta mit Pesto. Schnell und lecker, aber auf Dauer doch etwas eintönig.

(c) Kina Meyer / Greenpeace - Manschaftsessen im Hafen von Gilleleje

Manschaftsessen im Hafen von Gilleleje

Heute Abend legen wir ab und machen uns auf den Weg nach Varberg in Schweden. Wir sind dann vier Personen von der Crew, plus Isadora – unsere schwedische Meereskampaignerin – und Jakob. Weil der sich auch als talentierter Zeichner entpuppt hat, geht er in Varberg dann an Land und unterstützt das schwedische Greenpeace-Team vor Ort. Dort soll der Schüttgut-Frachter, der die tonnenschweren Steine für unsere Aktion im Bauch hat, noch mit zwei Regenbogen bemalt werden: das bekannte Greenpeace-Symbol. Da ist Jakob genau der Richtige für! Ich schick euch dann mal ein Foto, ob alles geklappt hat.

Drückt uns die Daumen!

Kina

Zwei Kampaigner und fünf Steine an Bord

05. August 2009

Zwei Tage sind wir von Sassnitz auf Rügen hierher gesegelt bei bestem Süd-Ost-Wind.  Unser Schiff, die Beluga II, liegt seit gestern in der Höhle des Löwen, im dänischen Fischereihafen Gilleleje. Wir sind umgeben von vielen kleinen Fischerbooten und direkt neben uns befindet sich die Fischauktionshalle. Die dänischen Fischer sind bereits gut über unser Vorhaben, Steine im schwedischen Teil des Kattegat zu platzieren, informiert. Die Reaktionen sind gemischt, aber alles in allem bringen die Fischer hier vor Ort auch viel Verständnis für den Erhalt von Schutzgebieten auf.
Von hier aus geht es am Freitag weiter Richtung Varberg. Das liegt an der schwedischen Westküste.

Die Leute an Land sind überrascht, ein Greenpeace Schiff in ihrem Hafen zu sehen. Und zu unserer Überraschung kamen auch gleich nach dem Einlaufen die ersten Pressefotografen, um ein paar Fotos von der übermüdeten Crew zu schiessen. So konnten wir uns heute zum Frühstück schon in der lokalen Zeitung bewundern. Unser Frühaufsteher Christian hatte seine erste Begegnung mit der Presse allerdings schon heute früh um sieben. Tatort: Klo! Die Kontaktaufnahme erfolgte durchs Bullauge. Und schon hatten wir noch vor dem Frühstück das Radio an Bord.

(c) Kina Meyer / Greenpeace: Die Beluga II in Gilleleje

Hinter einem Meer von Masten: Die Beluga II in Gilleleje, Dänemark

Um 9 Uhr kamen dann unsere dänischen Kollegen an Bord.  Zwei Kampaigner und vier Aktivisten. Sie kümmern sich erst einmal um die Öffentlichkeitsarbeit hier im Hafen und erzählen den Leuten von unseren Plänen: Nach der Kampagne letztes Jahr am Sylter Außenriff wollen wir jetzt hunderte weitere Steine im schwedischen Natura-2000-Gebiet platzieren.

Fünf Steine hat die Beluga II selbst an Bord, der Rest wird mit einem grossen Schüttgut Frachter angeliefert. Und es ist gut, dass jeder Interessierte aus an Bord kommen kann, um sich mal anzusehen, wie das „Steinewerfen” funktioniert und warum wir das tun.  Dafür haben wir auch viele Unterwasserbilder aus Sylt dabei, um den Leuten zu zeigen, dass die Steine sich positiv  auf ihre Umgebung unter Wasser auswirken und eine Bereicherung für das Sylter Aussenriff sind.

Die ersten Reaktionen sind überraschend positiv. Die örtlichen Fischer sind zu Gesprächen bereit, sagen unsere dänischen Kollegen. Wir verstehen ja leider nicht allzu viel. Wir sind gespannt auf die nächsten Tage und froh, dass wir noch schnell eine Kiste Astra zu Hause eingepackt haben. Die örtlichen Kneipen sind zwar sehr einladend, aber überfordern doch den ein oder anderen Geldbeutel.

Von der Beluga II berichtet Crewmitglied Kina Meyer