Mit Einstweiligen Verfügungen und Klagen wird die Waldwirtschaft nicht besser

20. Mai 2014

Es ist merkwürdig und einzigartig, was sich dieser Tage in Kanada abspielt. Es geht dabei um die letzten Urwälder im Norden Kanadas, die Frage ihres Schutzes und besseren Bewirtschaftung und das Zertifizierungssystem FSC (Forest Stewardship Council). Der FSC ist ein internationales Zertifizierungssystem, das weltweite Kriterien für eine ökologisch und sozial gerechte Waldwirtschaft entwickelt hat. Unabhängige, anerkannte Zertifizier dürfen Betriebe auf die Einhaltung der FSC-Kriterien überprüfen.

Luftaufnahme des Kenogami-Urwald in Ontario, Kanada.

Jetzt wird einer dieser FSC-Zertifizierer, Rainforest Alliance, vor Gericht gezerrt, weil er dem weltweit größten zertifiziertem Waldbesitzer „Resolute Forest Products“ (Resolute) aus Kanada, das vierte Zertifikat wegen nicht-Einhaltung der FSC-Kriterien aberkennen will. Resolute hat dies jetzt per Gerichtsbeschluss aufgestoppt und die Rainforest Alliance verklagt.

Hintergrund: Kanadas größter Forstkonzern Resolute, der über 18 Millionen Hektar Wald bewirtschaftet, hatte vor Jahren einen Großteil des von ihm genutzten Waldes nach den Kriterien des FSC zertifizieren lassen. Im November 2013 wurden jedoch drei der vier FSC-Zertifikate über das Waldmanagement aberkannt. Resolute hatte in den drei betreffenden Wäldern die Kriterien des FSC nicht akzeptabel umgesetzt.

Sowohl Greenpeace als auch die Cree-Indianer in Kanada hatten sich aufgrund der schlechten Einhaltung der FSC-Kriterien offiziell beim FSC beschwert und Punkt für Punkt angeführt, wo Resolute die Kriterien des FSC verletzt. Im Rahmen eines regulären Audits (Untersuchungsverfahren) im Jahre 2013 überprüfte Rainforest Alliance den Forstkonzern und entzog die FSC-Zertifikate für drei große Waldbetriebe mit über acht Millionen Hektar.

Nun stand eine Kontrolle der weiteren noch FSC-zertifizierten Wälder von Resolute an und erneut drohte eine Suspendierung des FSC-Waldmanagementszertifikats für den sogenannten Caribou-Wald, ein 700.000 Hektar großes Waldgebiet im Norden Ontarios, in dem sich auch noch große Urwaldgebiete befinden.

Da Resolute seit Jahren kein vollkommen unbedenkliches Papier produziert, hatte Greenpeace sich bereits im August 2012 im Rahmen des im FSC-System möglichen Beschwerdeverfahrens an den FSC gewandt und eine offizielle Beschwerde gegen die FSC-Zertifizierung des Caribou Waldes eingereicht. Wir sind der Meinung, dass mit der Zertifizierung maßgebliche Kriterien des FSC verletzt wurden, etwa was den Schutz der Wälder mit einem hohen Schutzwert anbelangt (Kriterien 6,7 und 9). Jetzt sind die dort aufgeführten Gründe offensichtlich im Audit-Prozess bestätigt worden.

Dies galt auch für die Wälder für die Resolute die Zertifikate bereits im Dezember 2013 verloren hat. Wälder mit hohem Schutzwert sind schlecht bewirtschaftet worden, Interessen der Ureinwohner missachtet (daher die Beschwerde der Cree Indianer) und der Wald nicht ausreichend geschützt.

Um der drohenden erneuten Aberkennung eines FSC-Zertifikates zuvorzukommen, hat Resolute das Gericht angerufen und der Rainforest Alliance per Einstweiliger Verfügung verbieten lassen, den Audit-Report zu veröffentlichen – zwei Tage bevor der Report veröffentlicht werden sollte. Erst durch die Veröffentlichung des Audit-Reportes kann die Rainforest Alliance jedoch das FSC-Zertifikat aberkennen.

Durch die Nicht-Veröffentlichung bleibt unklar, warum das Zertifikat aberkannt werden sollte. Zudem wurde eine Klage gegen die Rainforest Alliance in Höhe von 400.000 Dollar eröffnet. Ein einmaliger Vorgang in der Geschichte des FSC. Und eine große Gefahr nicht nur für den FSC, sondern aller Zertifizierungen, sei es der TÜV, Fair Trade oder andere Gütesiegel für Produktion oder Produkte. Denn Transparenz ist für den FSC und alle Zertifizierungssysteme ein wichtiges Gut.

Der ganze Sachverhalt ist in etwa so, als wenn ein Student/in – der sich nicht um sein Studium kümmert – die Universität und den Professor verklagt, weil er oder sie in einer Prüfung durchfällt, anstatt mehr zu lernen. Das System einer unabhängigen Zertifizierung wird damit ad absurdum geführt. Daher sollte der FSC schnellstens reagieren und den Audit-Report sofort veröffentlichen.

Die "White Mountains" in Quebec/Kanada.

Resolute sollte sich endlich um den Schutz der Urwälder bemühen, seine Waldbewirtschaftung der öffentlichen Wälder in den kanadischen Provinzen Ontario und Quebec nachhaltig gestalten und nicht die Gerichte missbrauchen, um von seiner zerstörerischen Forstwirtschaft abzulenken.

Im Mai letzten Jahres hatte Resolute bereits eine Diffamierungsklage in Höhe von sieben Millionen Dollar gegen Greenpeace in Kanada eingereicht, die noch vor Gericht anhängig ist. Greenpeace hatte es gewagt, die zerstörerische Waldwirtschaft von Resolute zu kritisieren.

Der Hintergrund für Resolute scheint einfach zu sein. Wird das vierte Zertifikat aberkannt, kann der Papierhersteller nicht mehr genug Zellstoff mit dem Siegel des FSC produzieren. Nach eigenen Aussagen des Konzerns ist die FSC-Zertifizierung für das Unternehmen, für das Marketing und den Verkauf des Papieres sehr wichtig. Holz aus dem Caribou-Wald wird im Papierwerk Thunder Bay zu Papier verarbeitet und in alle Welt exportiert.

Weltweit haben sich bereits Käufer des Papieres wegen der fortschreitenden Urwaldzerstörung von der Firma abgewandt und den Kauf von dessen Papier reduziert oder ausgesetzt. In Deutschland hat etwa die Funke-Gruppe die langjährige Geschäftsbeziehung mit Resolute beendet.

Andere deutsche Zeitungs- und Zeitschriftenverlage sollten ihre Geschäftsbeziehungen ebenfalls überdenken bzw. aussetzen, solange Resolute nicht bereit ist sich für den Schutz der Urwälder einzusetzen und eine wirklich nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder umzusetzen. Die zahlreichen Klagen die Resolute begonnen hat, stehen dem im Weg.

Regenwald und Rinderwirtschaft – drei Schlachthauskonzerne auf dem Weg die Entwaldung des Regenwaldes zu beenden

02. April 2014

Rinder im Regenwald.

Dienstag haben die führenden drei Rindfleischkonzerne JBS, Marfrig und Minerva jeweils ein Audit ihrer internen Kontrollsysteme über den Kauf von Rindern aus dem Gebiet des Amazonas Regenwaldes veröffentlicht. Ein weiterer wichtiger Schritt zur Beendigung der Entwaldung des Regenwaldes. Im letzten Jahr haben meine brasilianischen Kolleginnen sich mit den Unternehmen über gemeinsame Kriterien für diese Überprüfungen durch unabhängige Dritte geeinigt.

Erstmals haben sie nun die externe Überprüfung ihrer Maßnahmen veröffentlicht, die das Ziel haben zukünftig nicht mehr mit der Zerstörung von Regenwald in Verbindung gebracht zu werden. Unabhängige Prüffirmen (DNV und BDO) haben nun die Beschaffungssystematik der drei Schlachthausbetreiber daraufhin überprüft, ob die Unternehmen die Vereinbarungen des sogenannten Rinderabkommens aus dem Jahre 2009 erfüllen können. Im Oktober 2009 hatten sich die drei Schlachthauskonzerne verpflichtet keine Rinder mehr von Farmen zu kaufen, die in Regenwaldzerstörung am Amazonas verwickelt sind, illegal in geschützte Gebiete indigener Völker eindringen oder Arbeiter in sklavenähnlichen Umständen beschäftigen.

Die jetzt veröffentlichten Audits sind ein wichtiger Teil dieses Prozesses, denn sie können bewerten inwieweit die Systeme der Unternehmen greifen, wenn ein Rinderfarmer sich nicht an die Vereinbarungen hält. Die drei Firmen machen mit den Audits einen wichtigen Schritt voran, um endgültig Rinder aus ihrer eigenen Lieferkette auszuschließen, für deren Weiden nach wie vor den Regenwald neu gerodet wird.

Man muss wissen von wo genau die Rinder kommen

Abgeholztes Gebiet in Amazonien.

Nur mit dem Wissen darüber was man wo kauft, und der internen Kontrolle darüber,  dass Änderungen der Lieferanten auch verlässlich umgesetzt werden können, kann letztendlich garantiert werden, nicht mehr von Farmern zu kaufen, die weiterhin den Regenwald roden und damit zur fortschreitenden Regenwaldzerstörung beitragen. Denn nach wie vor ist die Rinderwirtschaft im Gebiet des Amazonas eine der Hauptursachen für die Regenwaldzerstörung. Mit der Implementierung von Maßnahmen auf der Ebene der Einkaufskontrolle nehmen die Schlachthäuser die Verantwortung an und machen einen wichtigen Schritt dahin, keine Rinder mehr von solchen Farmern zu kaufen.

Die veröffentlichten Audit-Reports basieren auf gleichen Kriterien und den Prüffirmen wurde umfänglicher Zugang zu den Unterlagen zur Einkaufssystematik gewährt. Die Kriterien zum Audit sahen eine hohe Stichprobe vor und erlauben nun einen Vergleich der Umsetzung der Maßnahmen der drei Rindfleischkonzerne. Gemäß den Prüffirmen haben die drei Unternehmen effektive Systeme etabliert, um jene Farmer aus der Lieferkette auszuschließen, die die Kriterien des sogenannten Rinderabkommens nicht einhalten, wie etwa die weitere Rodung des Regenwaldes für neue Rinderweiden (ab dem Stichtag Oktober 2009). In über 99 Prozent der Fälle wurde von Farmern gekauft, die nicht mehr in Regenwaldzerstörung involviert sind.

Die Registrierung des Farmlandes ist maßgeblich zur Kontrolle

Einer der Gründe dafür, dass die interne Kontrolle so effektiv ist, liegt daran, dass die meisten ihrer Lieferanten ihre Farmen mittels GPS kartiert haben. Dies ermöglicht es den Schlachthausfirmen die Fläche des Farmlandes mit Satellitenkarten zu vergleichen, die Aufschluss über starke Regenwaldzerstörung geben. Solche Karten werden auch von Greenpeace verwendet und angefertigt.

Per Gesetz sind alle Farmer verpflichtet, ihre Farm in einem System zur ländlichen Umwelt Registrierung (CAR) zu registrieren. Doch weil die Regierung die Umsetzung dieses Gesetzes verschleppt, haben die Schlachthausbetreiber nun selber sich um die Kartierung ihrer Lieferanten kümmern müssen.

Die Registrierung des Farmlandes ist ein sehr wichtiger Baustein, um die Regenwaldzerstörung überhaupt bekämpfen zu können. Denn die staatlichen Stellen wissen heute meist gar nicht wer auf welchem Land Rinder weiden lässt. Nur eine Eintragung des Farmlandes in einem Land-Kataster kann dies leisten. Hierzu muss das Nationale System zur ländlichen Umwelt Registrierung (CAR) in Brasilien schnellstens umgesetzt werden.

Für Rinderfarm zerstörtes Urwaldgebiet.

Und zwar ohne Schlupflöcher, wie sie gerade vom Agrarministerium und großen Farmern gefordert werden. Ziel ist es die Farmen in voller Größe zu kartieren und einzutragen. Das Waldgesetz in Brasilien legt den Farmern die Verpflichtung auf, die seit 2008 illegal gefällten Regenwälder wieder aufzuforsten. Für kleine Farmer unter 400 Hektar soll es Sonderregeln geben, die Wiederaufforstung muss nicht erfolgen. Die großen Farmer haben nun die Idee, ihre oftmals 100.000 Hektar große Farm in hunderte kleine zu zerstückeln, die natürlich unter 400 Hektar sind, um auch in den Genuss der Regel für Kleinfarmer zu kommen.

Sollte dies passieren, geht die Urwaldzerstörung munter weiter. Deswegen muss die Registrierung der Farmen unter dem System der ländlichen Umweltregistrierung (CAR) schnellstens umgesetzt werden. Denn die Verschleppung der Umsetzung hat negative Folgen für all jene Unternehmen, die sich entschlossen haben keine Rinder mehr Farmen zu kaufen, die den Wald weiter roden.

Daher ist der Schritt der drei Rindfleischkonzerne zu begrüßen, vor allem da bisher keiner der anderen Wettbewerber ähnliche Schritte unternimmt. Dies gilt es dringend zu ändern. Es ist völlig unakzeptabel, dass es noch immer Rinderfirmen oder Supermärkte gibt, die Rinder aus dem Gebiet des Regenwaldes kaufen,  ohne spezielle Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, nicht mit Regenwaldzerstörung, Sklaverei oder der illegalen Aneignung von Land im Gebiet von indigenen Völkern in Verbindung gebracht zu werden.

Vor über vier Jahren hatten meine Kollegen und ich darauf hingewiesen, dass für die Produktion von Rindfleisch und Leder der Amazonasurwald massiv gerodet wird. Wir veröffentlichten einen umfassenden Report “Slaughtering the Amazon”, der aufdeckte, wie brasilianische Rinderfirmen in Regenwaldzerstörung und dem illegalen Eindringen in das geschützte Land der Ureinwohner verwickelt sind. Zudem konnte nachgewiesen werden, dass Rinder von Farmern gekauft werden, die sklavenähnliche Zustände der Arbeiter auf den Farmen akzeptieren.

Blick über noch unzerstörten Regenwald in Serra de Araca/Brasilien.

Nach der Veröffentlichung dieses Reportes kontaktierten wir weltweit jene Firmen, die das Fleisch oder das Leder der großen Schlachthausunternehmen kaufen und verarbeiten. Etwa Schuhhersteller wie Adidas, Clarks, Nike oder Timberland. Aber auch Supermarktketten wie Wal Mart oder Tengelmann und Fleischwarenhersteller. Diese Käufer, in Brasilien und weltweit, reagierten und fragten bei Ihren Lieferanten nach. Im Ergebnis verpflichteten sich im Oktober 2009 die größten brasilianischen Schlachthausunternehmen JBS, Marfrig und Minerva zum sogenannten Rindermoratorium.

Dieser lange Zeitraum, von nunmehr über fünf Jahren, zeigt, dass es ein langer Weg ist, bis die Rindfleischwirtschaft sich wirklich von Regenwaldzerstörung gelöst hat. Ich freue mich daher darüber, dass mit dengestern veröffentlichten Audits ein weiterer wichtiger Schritt gegangen wurde.

Ich habe unzählige Tage meines Lebens im Wald verbracht…

21. März 2014

…ob im eiskalten Wald mit viel Schnee auf Skiern im Norden Finnlands oder völlig außer Atem aufgrund der feuchtheißen Temperatur im tropischen Regenwald Indonesiens. Am Tag des Waldes, der für heute offiziell im Kalender der Vereinten Nationen vermerkt ist, denke ich am Schreibtisch sitzend mehr an diese Aufenthalte als an anderen Tagen. Obwohl für mich als Leiter des Greenpeace-Teams Wälder/Meere eigentlich immer Tag des Waldes ist. Eine kleine Zeitreise meiner Gedanken gönne ich mir dennoch heute. Wie kam es dazu, dass für mich der Wald im Mittelpunkt steht? Wie kam es dazu, dass ich mich nun bereits seit über 20 Jahren für den Schutz der Wälder weltweit einsetze?

Oliver Salge im Great Bear Rainforest in Kanada © Oliver Salge / Greenpeace

Oliver Salge im Great Bear Rainforest in Kanada © Oliver Salge / Greenpeace

Wie bei vielen anderen Menschen fängt alles mit einer Reise an. Denn oft ist die unmittelbare Umgebung so prägend, dass man ihre Veränderungen nicht sofort merkt, man sieht den schleichenden Wandel nicht, muss dazu oft erst ganz andere, aber sehr ähnliche Eindrücke gewinnen, um dann später zu Hause mit anderen Augen die Welt zu betrachten. Ich für meinen Teil hatte Anfang der 90er-Jahre die Möglichkeit, mir in Mittelamerika im Rahmen einer Reise die Regenwaldzerstörung anzusehen. Dies war nicht geplant, ich konnte einfach nicht wegsehen. Dazu kam ein Aufenthalt in einem Land, in dem der Mensch bereits fast komplett den Wald vernichtet hatte. Diese Bilder und die sichtbaren Konsequenzen dieses menschlichen Handelns blieben bei mir tief haften und bestimmten mein Leben.

Für den Schutz des Regenwalds in Indonesien

Orang-Utan im Gunung Leuser National Park, Sumatra, Indonesien © Oliver Salge / Greenpeace

Orang-Utan im Gunung Leuser National Park, Sumatra, Indonesien © Oliver Salge / Greenpeace

Zurück in Deutschland traf ich auf eine Gruppe Greenpeace-Aktivisten, die sich für den Schutz des Amazonas-Regenwaldes einsetzten und mich fragten, ob ich nicht mitmachen wolle. Das tat ich. So begann meine Beschäftigung mit dem Thema Waldschutz, die mich bis heute in zahlreiche Urwälder der Welt führte. Etwa in den Regenwald auf der indonesischen Insel Sumatra. Hier wird im großen industriellen Maßstab Palmöl hergestellt. Für den Anbau der Plantagen wurden in den letzten 25 Jahren die Regenwälder in vielen Gebieten Indonesiens komplett zerstört. Leidtragende sind einerseits die Menschen in den Dörfern, die von dem intakten Wald leben. Anderseits sind es unsere nahestehen Verwandten – die Orang-Utans.  Ich hatte die Chance, mit einem Orang-Utan-Experten den Wald aufzusuchen auf der Suche nach dem „Waldmenschen“. Und hatte Glück. Der Affe guckte mich an und schien zu fragen, was ich denn hier in seinem Wald machen würde. Und ich antwortete der Affendame, dass ich mich inspirieren lassen möchte, Kraft tanken möchte, um weiterhin für den Schutz dieses Waldes, gemeinsam mit vielen anderen Menschen zusammen, mich einzusetzen. Ich hatte das Gefühl verstanden zu werden.
Heute wird der Regenwald in Indonesien nach wie vor von einigen Palmölherstellern wie etwa Asian Agro zerstört, das sein Palmöl auch an Procter & Gamble liefert, dem Hersteller auch in Deutschland  bekannter Produkte wie Head & Shoulders, Ariel Waschmittel, Fairy Spülmittel oder Gillette Rasierschaum. (Zum Kampagnenvideo) Aktuell setzen wir uns in zahlreichen Ländern dafür ein, dass dieser große Abnehmer kein Palmöl aus Regenwaldzerstörung mehr bezieht – ich freue mich, wenn ihr uns mit einer Protestemail an Procter & Gamble unterstützt!

Boreale Wälder Kanadas bedroht

Anderes Land, gleiches Thema. Obwohl der Frühling mit strahlend blauem Himmel und Vogelgezwitscher sich gerade hier vor der Hamburger Greenpeace-Zentrale mit Riesenschritten ankündigt, denke ich auch an die verschneiten Urwälder im Norden Kanadas (heute liegt dort noch über ein Meter Schnee). Sie sind die Heimat vieler First Nations, die den Wald seit Jahrtausenden bewohnen und der zu ihrer kulturellen Identität auch heute noch gehört, ebenso wie das Fischen oder das Jagen. Doch die Vernichtung dieser Nadelwälder für die Herstellung von Bauholz und Zeitungsdruck- bzw. Zeitschriftenpapier setzt dieser Lebensweise zu. Viele First Nations haben sich daher gegen die weitere Zerstörung des Waldes stark gemacht und mit Greenpeace zusammen dagegen protestiert (Lesetipp: Kahlschlag in Kanada). Auch in Kanada können sich die tierischen Betroffenen kaum gegen die Holzindustrie wehren, zum Beispiel die Waldkaribus. Sie sind der Vernichtung ihres Waldes schutzlos ausgeliefert. Greenpeace setzt sich daher für den Urwaldschutz in Kanada ein, denn ohne diesen werden laut Aussagen der führenden Wissenschaftler die Waldkaribus in Quebec keine Chance haben. Schon heute ist ihre Anzahl stark gesunken und es leben nur noch geschätzte 6.000 Tiere in verschiedenen kleineren Gruppen in den verbliebenen Wäldern.

Die Weißen Berge in Quebec, Kanada. © Markus Mauthe / Greenpeace

Die Weißen Berge in Quebec, Kanada. © Markus Mauthe / Greenpeace

Heute zerstört der Papierhersteller Resolute Forest Products die Wälder des Karibus, zum Beispiel im Gebiet der sogenannten Weißen Berge im Norden Quebecs, knapp 500 Km nördlich von Montreal. Aus dem Urwald wird dann Zeitungs- und Zeitschriftenpapier, das in alle Welt exportiert wird. Auch nach Deutschland. Daran muss ich dann auch denken, an so einem Tag des Waldes. Denn vermutlich haben mehr Menschen täglich mit dem Thema Wald zu tun, als ihnen bewusst ist – sei es über die erwähnte Tageszeitung oder die Shampooflasche, die mit Zerstörung wertvoller Waldflächen in Verbindung stehen.
Urwaldzerstörung hat leider viele Ursachen. Ich versuche, diese auch morgen wieder im Blick zu haben und werde weiter kämpfen. Für den Schutz der Urwälder, den Schutz der vielen Tiere und Pflanzen und jener Menschen, die den Wald am dringendsten benötigen.

Video: Greenpeace-Erfolge beim Waldschutz


PS:
Heute ist übrigens auch Tag der Poesie.