
Greenpeace Ehrenamtliche legen, wie hier in Köln, bundesweit "Bücher der Anteilnahme" für die Opfer in Japan aus. Auch Wolfgang Niedecken von BAP ist mit dabei.
Letzte Woche Freitag, den 11. März, wachte ich auf, relativ unbeschwert, denn ein Ferientag mit meiner Familie lag vor mir. Kaffee aufgesetzt, Radio an – da hörte ich das erste Mal von der Katastrophe in Japan.
Kurz darauf gab es die ersten Bilder vom schwersten Erdbeben in der Geschichte des Landes. Ich saß fassungslos vor meinem Computer! Hubschrauberaufnahmen zeigten, wie eine über zehn Meter hohe Flutwelle alles mitriss, was ihr in die Quere kam. Ölraffinerien brannten, Schiffe prallten gegen Brücken, Busse und Züge kippten einfach um oder verschwanden ganz in den Fluten.
Ich wollte das Geschehene nicht wahr haben. Ich dachte an die Menschen, die ihren Tag vielleicht genauso unbeschwert begonnen hatten wie ich und deren Leben jetzt zerstört war. Über 6.000 Tote gibt es bis jetzt, immer noch werden über 10.000 Menschen vermisst. 500 000 Menschen sind obdachlos.
Im Laufe der nächsten Tage wurde es noch viel schlimmer.
Die Menschen dort sind jetzt einer weiteren Gefahr ausgesetzt: atomarer Strahlung.
Mehrere Reaktoren im Katastrophengebiet haben sich nach dem Erdbeben automatisch abgeschaltet. Doch auch nach der Abschaltung eines Atomkraftwerks entsteht in den Brennelementen eine enorme Nachwärme, die zuverlässig abgeführt werden muss. Dafür wird eine stabile Notkühlung benötigt. Im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi gibt es nach der ausgefallen Kühlung an allen sechs Reaktoren Probleme. Radioaktivität tritt aus. So, wie es aktuell aussieht, steht Japan vor einer atomaren Katastrophe mit weltweiten Folgen.
Jeder geht mit den Nachrichten aus Japan anders um. Mahnwachen können dabei helfen, nicht allein mit Sorgen und Ängsten zu sein. Es gibt viele Möglichkeiten, den eigenen Protest gegen Atomkraft sichtbar zu machen.
Ich möchte aber, neben einer politischen Diskussion, die jetzt in Deutschland und anderswo zu dem Thema Atomkraft läuft, auch an die Menschen vor Ort erinnen. Ich denke an all jene, die jeden Tag hoffen, dass die Windrichtung für sie günstig steht und die radioaktiven Wolke nicht in ihre Nähe kommt. Wir haben hier selbst Kollegen, die um ihre Angehörigen in Japan bangen.
Greenpeace legt jetzt bundesweit “Bücher der Anteilnahme” aus. Wir möchten vielen Menschen die Möglichkeit geben, ihr Mitgefühl mit den Menschen in Japan auszudrücken. Wir werden daraus ein großes Buch der Anteilnahme machen und es der japanischen Botschaft in Berlin als moralische Unterstützung überbringen.
Auch auf der Webseiter unserer schweizer Kollegen können Menschen ihre Anteilnahme ausdrücken.
Liebe Leserin/lieber Leser, auch Du kannst mitmachen und Deine Anteilnahme über die Katastrophe z.B. hier im Blog als Kommentar veröffentlichen. An dieser Stelle geht es NICHT um eine politische Diskussion zum Thema Atomkraft. Hier geht es darum, den Menschen in Japan zu zeigen, dass wir an sie denken.
In diesen Städten werden die Bücher der Anteilnahme ausgelegt:
Aachen, Ansbach, Biberach, Böblingen-Sindelfingen, Bonn, Braunschweig, Bremen, Bremerhaven, Buchholz, Chemnitz, Chiemgau, Coburg, Darmstadt, Deggendorf, Dortmund, Düsseldorf, Eichstatt-Ingolstadt, Essen, Esslingen, Frankfurt /Main, Freiburg, Fulda, Göttingen, Halle, Hannover, Hamburg, Heilbronn, Hildesheim, Jena, Karlsruhe, Kiel, Koblenz, Köln, Lübeck, Magdeburg, Mainz-Wiesbaden, Mülheim-Oberhausen, München, Münster, Osnabrück, Ostfriesland, Paderborn, Rotenburg (Wümme), Straubing, Tübingen, Trier, Zeulenroda.












