[Archiv] 30 Dinge, die du für die Arctic 30 tun kannst

17. Oktober 2013


UPDATE: Wir haben die Vorschläge, wie ihr den Arctic 30 helfen könnt, aktualisiert >> Hier geht es zur neuen Liste an Mitmachmöglichkeiten

Seit 30 Tagen sitzen 28 Greenpeace-Aktivisten und zwei Journalisten nach einem friedlichen Protest an einer Öl-Plattform des russischen Konzerns GAZPROM in Russland in Haft. Alle 30 ArktisschützerInnen sind wegen Piraterie angeklagt. Doch der Widerstand ist stark: Tausende Menschen demonstrieren weltweit für die sofortige Freilassung der inhaftierten Arktisschützerinnen und Arktisschützer und den sofortigen Stopp von Ölbohrungen in der Arktis.
Wir sind überwältigt von der Unterstützung, den Briefen, Botschaften und Bildern, die ihr uns für die Arctic30 schickt. Uns erreichen viele Anfragen, was ihr noch machen könnt, um ihnen zu helfen – vor allem, wenn ihr nicht in der Nähe einer der Städte wohnt, in denen wir protestieren. Egal, ob ihr nur zwei Minuten oder richtig viel Zeit habt: Das könnt ihr für die Arctic 30 tun!

Falls ihr weitere Ideen habt, schreibt sie gern in die Kommentare.


UPDATE: Wir haben die Vorschläge, wie ihr den Arctic 30 helfen könnt, aktualisiert. Ihr findet die neue Liste an Mitmachmöglichkeiten, wenn ihr auf das Banner klickt. Wir freuen uns natürlich weiterhin über eure Kommentare und Vorschläge hier im Blog:

So können Sie die Arctic 30 unterstützen

Privatwaldbesitzer: Keine Transparenz über den Zustand der Buchenwälder

02. Oktober 2013
Unsere Wälder in Zahlen

Unsere Wälder in Zahlen

“Die Weitergabe sensibler Daten an Greenpeace durch den niedersächsischen Landwirtschaftsminister ist ein beispielloser Kniefall vor den grünen Lobbyisten und entlarvt eine prekäre Seilschaft”,

erklärte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW), Philipp Freiherr zu Guttenberg, in Berlin. Hat da etwa jemand die Hosen voll? Oder warum interessiert sich der Präsident der privaten Waldeigentümer dafür, dass ein grüner Minister seiner Gesetzespflicht nachkommt und Daten über öffentliche Staatswälder veröffentlicht? Liebe private Waldbesitzer, mit dieser Äußerung habt ihr Euch selbst ins Knie geschossen: Die Herausgabe relevanter Umweltdaten ist nämlich laut Umweltinformationsgesetz vorgeschrieben und keineswegs ein Staatsgeheimnis. Und Gesetze macht immer noch die Regierung (in diesem Fall eine demokratische) und nicht die Umweltschützer. Das müsste sich auch bis Bayern herum gesprochen haben, oder?

Und bei der vorbildlichen Bewirtschaftung des Staatswaldes, also des öffentlichen Waldes sollte es doch wohl so dermaßen mit rechten Dingen zugehen, dass man es nicht nötig hat, beispielsweise die Lage der alten Buchenwälder zu verheimlichen oder nicht zu verraten, wie viel Holz in diesen eingeschlagen wird. Nichts anderes hat Minister Meyer getan – Auskunft darüber gegeben, wie die öffentlichen Wälder bewirtschaftet werden. Er hat eben nichts zu verheimlichen.

Passt es vielleicht einfach nicht in das Weltbild eines Herrn Guttenberg, Gesetzespflichten tatsächlich nachzukommen, das zu halten, was man verspricht oder gar mit offenen Karten zu spielen? Die sind aber auch lästig, diese Gesetze und dann noch von der CDU/CSU mitbeschlossen, peinlich. Da schieben wir es lieber mal wieder auf die Umweltschützer – eine Unverschämtheit, dass die tatsächlich nachfragen, wie die öffentlichen Wälder bewirtschaftet werden.

Was aber geht es die AGDW als Vertretung der privaten und kommunalen Waldbesitzer, also des Nichtstaatswaldes eigentlich an, wenn Daten aus dem Staatswald veröffentlicht werden? Von prekären Seilschaften wird da gesprochen, nur weil ein Minister seiner Gesetzespflicht nachkommt? Von einem Kniefall vor den „fachfremden Interessengruppen“  und „grünen Lobbyisten“? Ja, soll die Regierung nach der Pressemitteilung von Herrn Guttenberg lieber vor ihm auf die Knie gehen und bestehende Gesetze missachten?

Mit der Empörung darüber, dass Daten über den öffentlichen Wald veröffentlicht werden, stellt sich die Frage: Ist es die Angst der Bayerischen Staatsforsten, die übrigens zahlendes Mitglied des Bayerischen Waldbesitzerverbands sind, die Guttenberg antreibt? Beispielsweise haben Niedersachsen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz oder NRW bereits unsere Anfrage über die Bewirtschaftung der öffentlichen Wälder beantwortet, Bayern aber nicht. Bis heute gibt es also keine Transparenz von Seiten der bayerischen Landesregierung. Und diese wird von ganz oben verhindert. Als einzige Landesregierung gibt Bayern keine Auskunft über seine öffentlichen Waldflächen an Bundesprojekte. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) lehnte Angaben für eine bundesweite Bestandsaufnahme der Wälder ab. Die Begründung: Er habe dem Präsidenten der bayerischen Waldbesitzer „in die Hand versprochen“, dass Bayern keine Daten liefern werde (S. 126 Holz-Zentralblatt Ausgabe 5 vom 13.2.2012). Hier soll das Gericht entscheiden, ob Bayern Daten über seine öffentlichen Wälder liefern muss. Da ist es natürlich nicht besonders hilfreich, dass andere Bundesländer Walddaten problemlos veröffentlichen, während Bayern daraus ein Staatsgeheimnis macht. Fragt sich nur auch hier, warum Guttenberg sich als Vertreter der „Privaten“ und „Kommunalen“ so sehr in öffentliche Angelegenheiten mischt.

Zwischen Wald und Bühne

19. Juli 2013

Festivalgelände und naturnahe Wälder haben zwar wenig gemeinsam – trotzdem ist Achim Gresser meist in einer von beiden Welten unterwegs. Im Winter kartierte er noch wochenlang bei Eiseskälte Bäume im Spessart. Den Sommer über tourt der ehrenamtliche Greenpeacer aus Marburg wie jedes Jahr auch diesen Sommer wieder mit dem Greenpeace Urwaldpostamt durch die deutsche Festival-Landschaft und setzt sich dort für den Schutz der deutschen Buchenwälder ein. Auf vielen Festivals, unter anderem Rock am Ring, dem Southside und gerade aktuell auf dem Deichbrand, sammelt er zusammen mit anderen Freiwilligen Baumpaten unter den feierfreudigen Musikliebhabern. Zwischen dem straffen Tourplan hat er uns ein Interview gegeben.

Gibt es ein Festival, das für euch besonders erfolgreich war?
Achim: Alle Festivals waren bisher erfolgreich, jedes hat seine eigene kleine oder große Erfolgsgeschichte. Rock am Ring hatte bisher mit über 700 Baumpatenschaften den größten „Flächen-Anteil“ am Spessart erreicht. Und beim Wudzdog Festival in Bayern sind New Model Army Baumpate geworden. Auf weiteren Festivals schlossen sich Vierkanttretlager, Heisskalt, Callejon, The Wombats und viele mehr noch an. Ein weiteres Highlight wird mit Sicherheit die gemeinsame Aktion mit Anti-Flag auf dem Deichbrand Fesival jetzt am Wochenende werden. Auch sie sind bereits Baumpaten geworden und wollen weiter Fans für den Schutz des Spessarts mobilisieren.

Wie reagieren die Besucher auf die Baumpatenaktion?
Achim: Die Besucher sind begeistert von der Baumpatenaktion. Vor allem, weil sie direkt einen Ausweis mit den Koordinaten ihres Patenbaumes von uns ausgestellt bekommen und sofort auch den Schutz ihres Baumes in einem Brief an Horst Seehofer einfordern können. Hier gibt es ein paar Eindrücke von Rock am Ring:

Ist den Festivalbesuchern das Problem, dass der deutsche Wald nicht genug geschützt ist, bewusst?
Achim: Auf der einen Seite reagieren die Besucher recht verwundert auf das Problem hinsichtlich des Zustandes der deutschen Wälder und dessen Auswirkungen für das Klima, aber auf der anderen Seite sind sie nicht sehr überrascht über die Profitgier und die Verantwortungslosigkeit der Landesregierungen gegenüber den Wäldern als Erholungsort für den Menschen und als Lebensraum für Tier- und Pflanzen.

Mit wie vielen Ehrenamtlichen seid ihr unterwegs, wie lange und wie viel Zeit habt ihr in die Vorbereitung gesteckt?
Achim: Pro Festival sind wir in etwa sechs bis acht Leute. In diesem Jahr begleitet uns auf einigen Festivals auch Rien Achterberg, ein Crew-Mitlglied der Besatzung des ersten Greenpeace Schiffes Rainbow Warrior. Barbara Schmenner aus Marburg macht unsere Grafiken, Thomais Anastasiades aus
Konstanz kümmert sich um die Standbesetzungen und managed die Bands vor Ort. Wir sind seit Jahren schon ein eingespieltes Team. Ein Großteil des Jahres steckt sicherlich in der Vorbereitung und Umsetzung der Festival-Tour. Aber keiner von uns rechnet das so genau nach.

Gab es besondere Erlebnisse auf der Tour, die witzig, skurril oder traurig waren?
Achim: Skurril ist es allein schon, Festival für Festival in der Situation zu sein, den Menschen erklären zu müssen, dass Landesregierungen wie Bayern und Hessen allen Ernstes den Bürgerinnen und Bürgern die Daten zu den öffentlichen Wäldern verheimlichen und Greenpeace sogar gezwungen ist, die Daten auf Berufung des Umweltinformationsgesetzes vor Gericht einzuklagen. Doch eher traurig wurde es auf dem Hessentag, als ich den Ministerpräsidenten Volker Bouffier bei der Bürgersprechstunde fragte, warum Hessen die Walddaten zu den öffentlichen Wäldern nicht offen legt – und der Ministerpräsident dann selbst keine Antwort darauf hatte. Er sagte aber zu, sich um die von Greenpeace angefragten Daten zu kümmern. Wir dürfen gespannt sein, ob er jetzt vielleicht doch alles offen legt.

Danke, Achim und noch viel Erfolg auf der weiteren Tour!
Du willst auch Baumpate werden? Dann hier entlang! Oder besuche Achim und seine Crew einfach selbst auf einem dieser noch folgenden Festivals:
Omas Teich, Wacken, Open Flair, Highfield Festival, Schandmaul Festival, Chiemsee Rocks, Chiemsee Reggae Summer Festival, Berlin Festival und Rock am See.