“Ohne Klimaschutz ist alles nichts” – das klingt doch gut hier im Petitionsausschuss des Bundestages in Berlin. “Entscheidend ist, was die Bundesregierung tut.” Derjenige, der das sagt, ist jedoch kein Greenpeace-Vertreter, sondern der Parlamentarische Staatssekretär des Innenministeriums, Dr. Ole Schröder, von der CDU.
(Live-Mitschnitt der Sitzung: Stefan Krug von Greenpeace steht den Parlamentariern Rede und Antwort.)
Ihm gegenüber sitzt Stefan Krug – er leitet die Politische Vertretung von Greenpeace in Berlin. Heute vertritt er hier 367.000 Petenten, die gemeinsam mit Greenpeace fordern: Klimaschutz heute ist die Lebensgrundlage für alle Generationen von morgen. Deshalb muss der Klimaschutz als Staatsziel ins Grundgesetz, damit sich die deutschen Politiker bei allen ihren Gesetzen daran halten müssen.
Im holzgetäfelten Verhandlungssaal ergibt sich ein schnelles Wechselspiel von Fragen und Antworten zwischen Stefan Krug und den Parlamentariern. Für Klimaschutz sind erstmal alle Parteivertreter – aber deshalb gleich das Grundgesetz ändern? Da steht doch schon alles zum Schutz der “natürlichen Lebensgrundlagen” drin, findet CDU-Mann Schröder.
Stefan Krug sieht das anders. Er zitiert Bundeskanzlerin Merkel, die selbst erklärt hat, dass Klimaschutz die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts sei. Als Physikerin würde die Kanzlerin das Problem der Klimakatastrophe ziemlich genau verstehen, ergänzt Krug. Das Grundgesetz hat jedoch genau hier eine Lücke, sagt Krug: Die Verfassung muss eine Antwort auf die drängendsten aktuellen Fragen unserer Zeit geben – vor allem auf das Jahrhundertproblem Klimawandel, das vor gut 60 Jahren noch gar nicht bekannt war. Stefan Krug weist auch auf die schleppenden internationalen Klimaverhandlungen hin, die immer wieder an den wirtschaftlichen und staatlichen Egoismen scheitern. Ein Grund mehr, den Klimaschutz im Grundgesetz fest als Aufgabe für Politiker zu verankern!
Dann wird der verbale Schlagabtausch etwas absurd. Während die Vertreter der Oppositionsparteien den Greenpeace-Vorschlag gut finden, sehen das die Konservativen kritisch: Das Grundgesetz könnte überladen werden. Oder der Klimaschutz hätte so eine überragende Bedeutung, dass man ihn nicht noch extra in die Verfassung schreiben müsse. Bitte?
Überraschung zum Schluss: Der CDU-Politiker Siegfried Kauder schlägt vor, man könne den Greenpeace-Vorstoß ja einmal im Rechtsausschuss prüfen. Das heißt: Ring frei für die nächste Runde. Für uns ist klar: Unser Klima ist so wichtig, dass es unbedingt bei allen Gesetzen beachtet werden muss. Dafür werden wir uns auf allen juristischen und nicht-juristischen Wegen einsetzen.
Einzelne Stimmen von Abgeordneten zu unserer Petition sind auch auf der Seite des Bundestages zu finden.










