Kaum läuft die Klimakonferenz in Kopenhagen, schon sprießen in zahlreichen Blogs die Einträge sogenannter Klimaskeptiker wie die Pilze im feuchten Waldboden. Auch hier im Greenpeace-Blog wird gegen Wissenschaftler und Klimaschützer polemisiert und mit krudesten Theorien “nachgewiesen”, dass es gar keinen Zusammenhang von CO2-Ausstoß und Klimawandel geben kann. Und wenn alles nicht mehr hilft, dann werden einfach mal ein paar Jahrhunderte Wissenschaftsgeschichte und einige Jahrzehnte Klimaforschung ignoriert, um überhaupt noch was zu sagen – oder wie in einem der Kommentare von “Matthias Steffen” zu lesen war
es ist verdammt schade, das Pflanzen nicht sprechen können. Mich würde interessieren was sie dazu zu sagen hätten, das ein haufen Klimahysteriker ihnen ihre Lebensgrundlage, nämlich das CO2, wegnehmen wollen.
Nicht wenigen Delegierten der Klimakonferenz in Kopenhagen kommt es sogar entgegen, dass sich Verschwörungstheoretiker und Klimaskeptiker für sie zu nützlichen Idioten machen. Denn sie vertreten nicht das Interesse zukünftiger Generationen sondern das der OPEC-Staaten und der Ölunternehmen. Und die fürchten eine Abkehr von fossilen Brennstoffen wie der Teufel das Weihwasser. Ganz klar: Geld regiert die Welt, und ein Großteil der globalen Geldströme landet noch immer in den Taschen der Ölmultis. Will aus Klimaschutzgründen keiner mehr ihr Öl, fließen auch keine Petrodollars mehr in ihre Taschen.
Eigentlich geht’s nur ums Geld
Ein Beispiel ist ExxonMobil, hierzulande bekannt unter dem Namen “Esso”. Der Konzern finanzierte zunächst George W. Bushs Weg ins Weiße Haus mit mehr als einer Million Dollar. Als Bush es dann ins Amt geschafft hatte, ließ ExxonMobil dem Präsidenten eine “Schwarze Liste” zukommen. Darauf zu finden waren Namen von Wissenschaftlern, die aus den Gremien der internationalen Klimaverhandlungen entfernt werden sollten. Wie sagt man so schön: Eine Hand wäscht die andere. Und so kam es, dass der Höchstnominierte, Dr. Robert Watson, seinen Vorsitz beim IPCC im April 2002 abgeben musste. Die US-Regierung hatte ihn nicht mehr nominiert.
Bush ist zwar der prominenteste, aber bei weitem nicht der einzige, der von ExxonMobil einiges an Asche zugesteckt bekommen hat. ExxonMobil betrieb strategische Desiformation. Allein zwischen 1998 und 2004 hat der Konzern mehr als 5 Millionen US-Dollar investiert, um von scheinbar unabhängigen Institutionen Unwahrheiten über den Klimawandel verbreiten zu lassen. Die gesamte Liste der bezahlten Organisationen findet ihr hier (S.5).
Wer nun damit kommen mag, dass das Klima sich schon immer geändert habe, mehr CO2 schließlich gut für die Pflanzen sei oder die Sonne an der globalen Erwärmung schuld wäre, dem lege ich folgenden Geo-Artikel ans Herz.
Sonst noch was? Ach ja, da war dieser Computer-Hack vor wenigen Wochen. Mehr als tausend private Mails von Klimaforschern, die den “Skeptikern” Wasser in ihre ausgetrockneten Mühlen zu gießen schien. Abgesehen davon, dass privater Mailverkehr immer noch privat bleiben sollte, ist an den Verschwörungstheorien der Klimaleugner wenig dran. Wer dennoch weiter auf diesem Computer-Hack beim Climatic Research Unit (CRU) der University of East Anglia in Großbritannien herumreiten möchte, dem sei der Post Heiko Wernings empfohlen.
Es ist wohl weniger dem Zufall zu verdanken, dass dieser “Skandal” kurz vor der Klimakonferenz in Kopenhagen publik wurde. Viel mehr ist es ein Hinweis darauf, dass im Hintergrund wieder mal viel in Bewegung gesetzt wurde, um wissenschaftliche Fakten zu verdrehen und öffentlich herunterzuspielen.










