Der Autor Kumi Naidoo ist Geschäftsführer von Greenpeace International und zur Zeit in Davos. Sein Beitrag findet sich im Orignal auf Englisch hier.
Sollte ich Professor Klaus Schwab in Davos über den Weg laufen, der das Weltwirtschaftsforum (WEF) gegründet hat und leitet, werde ich ihn an den Sinn der Veranstaltung erinnern. Schwab hat das WEF beschrieben als “Plattform für gemeinschaftliches Denken und Suchen nach Lösungen, nicht für das Treffen von Entscheidungen”.
Das Meeting in Davos ist vielleicht keine Bastion der Demokratie, Transparenz und Teilhabe, aber es ist durchaus der rechte Platz, um Lösungen zu diskutieren und Pläne zu schmieden, um die Krisen-Kakophonie anzugehen, die unseren Planeten heimsucht. Und durchaus können hier wichtige Entscheidungen getroffen werden – durch Unternehmen, Politiker und Firmenchefs.
Es ist an der Zeit, dass die Frustration der Öffentlichkeit über die wachsende soziale Ungleichheit zwischen Ländern und in Ländern bei diesem Treffen der Mächtigen thematisiert wird. Es ist an der Zeit, dass die Mächtigen erklären, wie der Übergang vom Verbrauch von Primärresourcen zu mehr Umweltschutz aussehen kann. Und wie der Sprung zu Produktionszyklen zu schaffen ist, die keine Giftstoffe nötig haben, die hinterher in der Umwelt landen. Es ist außerdem an der Zeit, dass die Priveligierten dieser Welt erklären, wie sie die Zerstörung der Natur und unseres Lebensraumes durch das Streben nach privaten Profiten unterbinden wollen.
Ich weiß aus erster Hand, dass hier in Davos ein Grundstein für richtige Entscheidungen und Schritte gelegt werden kann. Im letzten Jahr erfuhr hier die damalige Marketingchefin von Facebook, Randi Zuckerberg, dass Greenpeace von dem Unternehmen verlangt, dass Facebook Kohle die Freundschaft kündigt (“to unfriend coal”) und Erneuerbare Energien unterstützt. Randi hörte uns zu und nahm unsere Forderung – und ein T-Shirt – mit in die Facebook-Zentrale. Ende 2011 kündigte Facebook schließlich an, künftig Erneuerbare zu unterstützen, und verpflichtete sich, für seine Datenzentren Standorte mit sauberer und erneuerbarer Energieversorgung zu bevorzugen.
Wir kennen die Lösungen bereits: Was wir brauchen, sind Führungskraft von Regierungen und das Bekenntnis der Firmenchefs zu dringenden und ambitionierten Maßnahmen zum Schutz der Umwelt. Und wir brauchen eine nachhaltige Zukunft für unsere Kinder und Enkelkinder; Regierungen müssen den Menschen zuhören und nicht den Umweltverschmutzern. Andernfalls führen sie uns schlafwandelnd in eine Krise epischen Ausmaßes und setzen unsere (und ihre) Zukunft aufs Spiel. (…)
Im Namen von Greenpeace und seiner Unterstützer werde ich beim WEF Unternehmen und Regierungen zur Verantwortung ziehen und sicherstellen, dass die Stimmen gegen die ökologische Zerstörung und wachsende Ungleichheit im WEF Gehör finden.