Heute wurde ich gefragt, ob es denn nicht frustrierend sei, für Greenpeace zu arbeiten, da man oft nicht erreiche, was man sich erhofft. Ich weiß nicht, was andere antworten würden, doch für mich ist es genau das Gegenteil. Es ist wie Urlaub für den Kopf. Endlich etwas tun zu können, endlich nicht mehr nur über die Probleme auf dieser Welt zu reden, sondern einzutreten für seine Ideale. Das ist befreiend und tut einfach gut.
Diese vier Wochen auf der Beluga II sind für mich Urlaub für den Kopf. Aber sicher nicht für den Körper. Wir haben einen 14-Stunden-Tag mit nur sehr kurzen Pausen. Irgendwann macht sich das bemerkbar. Langsam merke ich, wie es mich mehr und mehr anstrengt. Ich bin leicht erkältet, und das macht es noch anstrengender.
Und man wird sensibler. Ich merke, wie ich Markos Sprüche persönlicher nehme, obwohl sie nicht so gemeint sind. Außerdem bin ich ein bisschen böse, dass sich unsere Seemänner regelmäßig am Abend für einige Stunden verabschieden. Ich weiß, sie haben dann bestimmt was zu besprechen und es ist nur verständlich, dass sie für kurze Zeit auch mal was anderes sehen möchten. Doch uns geht es nicht anders, wir verbringen auch die ganze Zeit auf diesem engen Raum. Wir würden uns freuen, abends gemeinsam mit den Seemännern auf den Tag anzustoßen und mal ganz privat und in Ruhe zu plaudern.
Wir sind heute im Alten Hafen von Hooksiel angekommen. Hooksiel ist eine kleine Stadt auf dem Festland. Wir haben jetzt also die Nordseeinseln endgültig verlassen und werden uns von hier aus auf den Weg nach Cuxhaven machen. Dort wird die Beluga für eine Woche liegen.
Danach geht es für sie weiter zum Sylter Außenriff. Daher ist diese Kleinstadt die letzte Station unserer Reise und die letzte Möglichkeit, den Menschen Greenpeace und unsere Themen näher zu bringen. Aber ich denke, wir hätten den Ort kaum besser wählen können: Dort gibt es viele aufgeschlossene, interessierte Menschen, die unsere Arbeit gut finden und unterstützen.
Viele Grüße aus Hooksiel.
Eure Mona
Ramona Reichart arbeitet in Augsburg ehrenamtlich für Greenpeace. Zurzeit unterstützt sie die Besatzung der Beluga II auf ihrer Nordseetour. Beim Open Ship informiert die Crew über Umweltprobleme, wie Tiefseebohrungen und Überfischung. Darüber berichtet Mona hier im Greenpeace Blog.














