Der Wiederaufbau des zerstörten Climate Defenders Camp in Riau ist abschlossen. Nun feierten meine indonesischen Greeenpeace-Kollegen gemeinsam mit über 600 Besuchern die Wiedereröffnung der neuen Schutzstation. Die meisten kamen aus Teluk Meranti and Teluk Binjau. In einer farbenfrohen Zerememonie weihten sie ein neues Aufforstungsprojekt ein.
Erst im März 2010 fiel das Klimaschutzcamp feiger Brandstiftung zum Opfer, nachdem Greenpeace die Station den Gemeinden eigenverantwortlich übergeben hatte. Der neue Name des Camps „Community Camp for the Kampar Protection“ (Gemeinschaftscamp für den Schutz von Kampar) symbolisiert den Zusammenhalt der Gemeinden. Sie setzen sich für den Schutz der tiefen Moorwälder auf Kampar ein, die mehr Kohlenstoff als jedes andere Landökosystem speichern.
Greenpeace hatte 2009 das Klimacamp initiert und gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung aufgebaut. Aktivisten aus aller Welt reisten an und protestierten gewaltfrei gegen die Urwaldzerstörung der großen Zellstoff- und Papierindustrie. Berüchtigtes Beispiel ist der Zellstoff- und Papierhersteller Asia Pacific Resources International Holdings Ltd. (APRIL), der in Riau ein riesiges Zellstoffwerk betreibt.
Obwohl in Folge der gewaltfreien Greenpeace-Proteste das Forstministerium APRIL im letzten Jahr die Lizenzen entzogen hatte, wanden sie nun seit einigen Wochen im Süden der Insel wieder tiefe Torwälder zur Plantagengewinnung um – mit offizieller Genehmigung des Forstministers! Das widerspricht dem Indonesian Law No. 26/2007 und der Government Regulation No.26/2008, die die Kampar-Insel zur geschützten Zone erklären.
Präsident Yudhoyono hat große Pläne: Mithilfe ausländischer Investoren will er bis 2020 die Treibhausgasemissionen um 26 Prozent senken. Den ersten großen Deal konnte er vor kurzem an Land ziehen. Norwegen wird das Land mit einer Milliarde Dollar beim Waldschutz unterstützen; Yudhoyono kündigte daraufhin ein zweijähriges Moratorium auf zukünftige Abholzungsgenehmigungen von Regenwald an. Allerdings wird er seine Klimaschutzziele nicht erreichen, wenn er nicht auch die bereits vergebenen Konzessionen widerruft.












