Das Greenpeace-Schiff “Rainbow Warrior” hat keine Erlaubnis zur Einreise in indonesische Gewässer erhalten. Das Schiff befindet sich derzeit in Südostasien auf seiner “Turn the Tide”-Tour. Sie dient dem Zweck, das Umweltbewusstsein zu fördern, Lösungen für die Bekämpfung des Klimawandel und den Walderhalt bekannt zu machen und den 10. Jahrestag der offiziellen Präsenz von Greenpeace in Südostasien zu feiern. Die Tour ist eine Botschaft der Hoffnung und ein Aufruf zum Handeln an die Regierungen für Nachhaltigkeit und grüne Entwicklung in Asien.
Es ist das erste Mal, dass unserem Schiff die Einreise in die Republik Indonesien verweigert wird. In der Vergangenheit durften die “Rainbow Warrior” und andere Greenpeace-Schiffe problemlos ins Land einreisen. Ziele der Schiffstouren waren es, gemeinsam mit lokalen Gruppen und betroffenen Behörden über ökologische Probleme einschließlich des Dumpings von gefährlichen Abfällen zu informieren und die UN-Klimakonferenz 2007 in Bali zu begleiten. Die “Rainbow Warrior” leistete in der Zeit nach dem Tsunami 2004 auch Katastrophenhilfe in der Region Aceh. Vor diesem Hintergrund empfinden wir die Einreiseverweigerung als unverständlich harte Linie gegen die “Rainbow Warrior” und ihre Crew.
Ebenfalls alarmierend für uns sind die jüngsten Entwicklungen am Morgen des 20. Oktober 2010. Unserem Schiffsagenten wurde von der indonesischen Marine die Lieferung von Lebensmitteln und Vorräten für die Besatzung der “Rainbow Warrior” verweigert. Dies widerspricht bestehenden internationalen Vereinbarungen, die Hilfe und Unterstützung für alle Seeleute unabhängig von ihrer Nationalität, Religion, politischen Überzeugung oder sozialen Herkunft festlegen. Wir finden es beunruhigend, dass die indonesische Regierung sich für diese unangemessen starre und kompromisslose Haltung gegen unsere Kampagnen, gegen unser Schiff und seine Besatzung entschieden hat.
Anfang dieses Jahres unterzeichnete Präsident Susilo Bambang Yudhoyono ein historisches Abkommen mit Norwegen zur Verringerung der Emissionen aus Entwaldung und Degradation (REDD). Die Vereinbarung, die bis Ende dieses Jahres abgeschlossen werden könnte, würde das größte Klimaschutzprojekt der Welt begründen. Präsident Yudhoyono begrüßte ausdrücklich die Zusammenarbeit mit NGOs wie Greenpeace, um die fortschreitende Entwaldung und den Klimawandel zu bekämpfen. Es ist jetzt wichtig, dass auch Investoren und Unternehmen in Indonesien mithelfen, die Zerstörung der Regenwälder zu stoppen, und dazu beitragen, dass Indonesien ein globales Modell für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung wird.
Die Verweigerung der Einreise zeigt, wie schwach Indonesiens Demokratie ist und wie stark die Kräfte, die sich auf Kosten der Regenwälder und der Bevölkerung bereichern wollen. Das ist ein kalter Gegenwind für unsere Kampagne, der uns jedoch nicht abhält, weiterzumachen im Kampf um die wertvollen Regenwälder Indonesiens.












