Rund vierzig Mal so groß wie Deutschland, entscheidend für das Weltklima und (fast) menschenleer: Die Antarktis zählt zu den letzten Gebieten, in die der Mensch glücklicherweise noch vergleichsmäßig wenig eingegriffen hat. Dies ermöglicht auch der Antarktisvertrag mit dem späteren Umweltschutzprotokoll, zu dem Greenpeace mit einer erfolgreichen Kampagne in den 80ern beigetragen hatte.
Das bedeutet jedoch nicht, dass dem antarktischen Ökosystem keinerlei Gefahren durch Klimawandel oder wirtschaftliche Ausbeutung drohen. So gieren große Fischereikonzerne längst danach, ihre Industrieschiffe auf die Jagd nach antarktischem Krill zu schicken.
Vor allem die antarktische Meeres-Umwelt braucht dringend einen verbrieften Schutz! Die Chance dazu bietet sich im Juli diesen Jahres in Bremerhaven! Dort wird auf dem Treffen der antarktischen Schutzkommission CCAMLR über die Einrichtung der beiden größten Meeresschutzgebiete der Welt beraten – und hoffentlich entschieden. Die Schutzgebiete hatte die Kommission bereits im vergangenen Jahr auf der Agenda, doch die Entscheidung scheiterte an den Stimmen Russlands, Chinas und Norwegens.
Genau die Botschaften dieser Länder bekamen deshalb in dieser Woche in Berlin Besuch von “Pinguinen”, die mit Petitionsbriefen Unterstützung für den Meeresschutzvorschlag einforderten. In den Kostümen steckten Aktivisten der Antarctic Oceans Alliance, kurz AOA. Das ist ein Zusammenschluss von zahlreichen Umweltorganisationen und prominenten Botschaftern wie Ed Norton oder Leonardo di Caprio, dem auch Greenpeace angehört.
Wir arbeiten gemeinsam daran, ein Netzwerk aus festgelegten Schutzzonen für Meeresressourcen im Südlichen Ozean der Antarktis zu etablieren. In diesem Jahr dürfen Russland, China und Norwegen dem Meeresschutz nicht im Weg stehen. Ihre Stimmen sind notwendig, denn die CCAMLR entscheidet einstimmig.
Aber auch die Bundesregierung muss zu ihrem Wort stehen. Die Verantwortliche Verbraucherschutzministerium Ilse Aigner sprach sich bereits öffentlich für die Einrichtung von Schutzgebieten aus. Deshalb habe ich meine Kollegen von der AOA heute nach Berlin zu einem Besuch beim Fischereiministerium begleitet.
Dort empfing uns Staatssekretär Dr. Müller und hörte sich unsere Hauptforderungen aufmerksam an: bessere Koordination innerhalb der deutschen Delegation und internationale Kontaktaufnahme um Russland, China und Norwegen für die Schutzgebiete zu gewinnen. Frau Aigner muss alles Nötige in die Wege leiten, damit das Treffen der antarktischen Schutzkommission im Juli zu einem Erfolg für den antarktischen Meeresschutz wird.
Englisches Video: Was steht für die Antarktis auf dem Spiel?
Was können Sie tun?
Dieses Jahr entscheiden 25 Länder über das Schicksal des Antarktischen Ozeans, der zehn Prozent der Weltmeere ausmacht. Fordern Sie die Schutzkommission CCAMLR auf, sich für das einzigartige Gemeingut Antarktis einzusetzen und den größtmöglichsten Schutz für das Antarktische Meer zu beschließen. Über 190.000 Menschen weltweit haben bereits mitgemacht – das Ziel sind 300.000 Unterstützer für die Antarktis. Hier geht es zur Online-Petition der Antarctic Oceans Alliance.













