Mitmachaktion: Überfischung betrifft uns alle!

25. November 2014

Riesige Fabrikschiffe fischen die Weltmeere leer. Subventioniert werden diese Beutezüge durch Steuergelder. Wir wollen, dass die europäischen Fischerei-Minister diesen Unsinn beenden und stattdessen die nachhaltige und handwerkliche Fischerei fördern.

Fischer Wolfgang Albrecht

Traditionelle Küstenfischerei vor Grossenbrode bei Heiligenhafen: Fischer Wolfgang Albrecht unsterstützt die Greenpeace-Kampagne #FishFairly

Jetzt brauchen wir Deine Unterstützung! Schick’ uns Dein Protest-Mitmach-Selfie mit dem Protest-Spruch: „Überfischung betrifft auch mich!“ Mit den Bildern werden wir die EU-Fischereiminister bei einer Konferenz in Brüssel am 15. und 16.12. zum Handeln auffordern. Für Deutschland sind das Landwirtschaftsministerium und Minister Christian Schmidt (CSU) in der Verantwortung.

So kannst du mitmachen:

1) Mach ein Foto von dir mit dem Protestspruch “Überfischung betrifft auch mich!”. Hier kannst du eine Vorlage runterladen, die du anschließend ausdrucken kannst.

2) Facebook
a) Poste das Bild auf Deiner Facebook-Seite mit dem Hashtag #FishFairly und einem Hinweis auf die Petition für faires Fischen: http://gpurl.de/fishfairly
b) Poste das Bild auf der Greenpeace Deutschland Facebook-Seite, damit wir das Foto mit nach Brüssel nehmen können.

3) Twitter
a) Twittere das Bild mit dem Hashtag #FishFairly und (wenn Platz ist) mit einem Hinweis auf die Petition für faires Fischen: http://gpurl.de/fishfairly
b) Folge uns für Updates: www.twitter.com/greenpeace_de. Wir retweeten die besten Protest-Bilder!

4) Lade Freunde ein mitzumachen und die Petition für faires Fischen unter www.greenpeace.org/fishfairly zu unterschreiben!

Schaut rein in die Online-Galerie mit allen #FishFairly-Tweets und unterzeichnet unsere Petition für eine faire und nachhaltige Fischerei und gegen Fischereimonster!

Vorlagen für Tweets und Facebook Posts (Foto bitte ergänzen):

Twitter:
.@bmel Unternehmen Sie etwas gegen die Fischereimonster! #fishfairly http://gpurl.de/fishfairly
.@bmel Leere Meere = leere Teller. Tun Sie was gegen die Fischereimonster! #fishfairly http://gpurl.de/fishfairly

Facebook:
Die Meere sind kein Supermarkt! Ich setze mich für eine nachhaltige Fischerei und gegen die riesigen Fabrikschiffe ein, die die Meere leerfischen und durch Steuergelder subventioniert werden. Mach mit und hilf mir, die Fischereimonster zu stoppen: http://gpurl.de/fishfairly

Für unsere Meere: Ein weltweiter Tag der Solidarität

22. November 2014
Im Netz: Die Crew der Rainbow Warrior

Im Netz: Auch die Crew der Rainbow Warrior will keine Fischereimonster - (c) Emili Trasmonte / Greenpeace

Von Nina Thuellen, Projektkoordinatorin EU-Fischerei

Genau vor einem Jahr durfte ich am Kongress der europäischen Kleinfischer teilnehmen. Sie gründeten damals ganz offiziell ihren neuen Verein: LI.F.E – Low Impact Fishers of Europe. Das war ein wichtiger Moment für die Kleinfischer. Gemeinsam solidarisierten sie sich für gesunde Meere und gegen schnellen und rücksichtslosen Profit.

Diese Welle der Solidarität geht heute weiter: In 20 Ländern auf fünf Kontinenten setzen Menschen ein Zeichen zur Unterstützung der Kleinfischer – und für eine gesunde Zukunft unserer Meere. Fischhändler, Konsumenten, Taucher, Köche, Fischer und verantwortungsvolle Menschen, die das Meer lieben, zeigen Transparente mit der Aufschrift: „Overfishing affects me too“ („Überfischung geht auch mich an“). So fordern die Menschen von Australien bis Indonesien, vom Senegal über Polen bis nach Kanada, dass die Regierungen der Krise der Meere dringend entgegengewirken müssen. Denn 90 Prozent der globalen Fischbestände sind bis an ihre Grenzen genutzt oder bereits überfischt. Deshalb hoffe ich sehr, dass die Fischereibehörden auf der ganzen Welt auf diesen weltweiten Solidaritätsakt reagieren.

Damit das geschieht, stellen Hunderte Kleinfischer im Senegal „Das Begräbnis der letzten traditionellen senegalesischen Piroge“ dar – ihnen droht durch die Überfischung der Verlust ihrer Arbeitsplätze und ihrer Lebensgrundlage. Und auf dem ikonischen Greenpeace Schiff „Rainbow Warrior“ wickelte sich die Crew an Deck in ein riesiges Fischnetz.

Keine Frage: Hier geht es um die dringend nötige Erinnerung an eine Verpflichtung, der die Regierungen von Länder in aller Welt während des „The Earth“-Treffens im Jahr 2002 zugestimmt haben. Und die sie zehn Jahr später auf dem „Rio+20“-Gipfel noch einmal festzurrten. Dort beschlossen sie eine Reduzierung der Fangquoten, um die weltweiten Fischbestände bis 2015 wiederherzustellen. Alle wissen: Um das zu erreichen, müssen als erstes die Quoten für die globalen Fischereiflotten massiv reduziert werden. Doch bis heute wird dieses Ziel kaum durchgesetzt. Riesige Fischerei-Monster durchstreifen weiterhin unsere Meere, fahren von einem Fischbestand zum nächsten und hinterlassen nichts als Überfischung und Zerstörung.

Wer zu allererst darunter leidet, sind die Menschen, die vom Meer leben. Die an den Küsten wohnen und vom Fisch und dem Fischereihandwerk abhängig sind. Für mehr als zehn Prozent der Weltbevölkerung bilden das Meer und die Fischerei die Lebensgrundlage; 58,3 Millionen Menschen arbeiten neuesten Schätzungen zufolge in der kleinskaligen Fischerei. So zum Beispiel auf Kiribati, einer entlegenen Inselgruppe im Pazifik, wo die Bevölkerung etwa 84 Prozent ihres Bedarfs an tierischem Eiweiß durch Fisch deckt. Im Senegal im Westen Afrikas ist es ähnlich: 44 Prozent des Eiweißbedarfs kommt dort vom Fisch. Die Menschen dort brauchen ihn zum Überleben.

In Kiribati wie im Senegal ist die Küstenfischerei durch plündernde Industrie-Fangschiffe gefährdet, die aus Asien und Europa in ihre Gewässer kommen; einige der weltweit größten Thunfisch-Flotten fischen im Meer vor Kiribati. Zu ihnen gehören zum Beispiel die beiden spanischen Fischerei-Monster „Albacora Uno“ und „Albatun Tres“. Vor Westafrika plündern chinesische, koreanische, russische und europäische Schiffe – etwa Europas größtes Fischereifahrzeug, die 144 Meter lange „Annelies Ilena“. Sie alle lassen den lokalen Fischern, die mit ihren kleinen Booten hinausfahren, wenig über.

Deshalb haben sich pazifische Inselstaaten zusammengeschlossen. Als Vertreter des Nauru-Abkommens verwalten sie gemeinsam ihre Fischbestände und wollen dafür sorgen, dass die globalen Fischereiflotten nicht die Herrschaft über ihre Gewässer übernehmen. Im Senegal haben Küstenfischer eine Vereinigung gegründet, durch die sie ihre Regierung mit starker Stimme an die Bedürfnisse der Bevölkerung erinnern.

Heute ist der Tag, an dem wir alle uns mit den Kleinfischern auf der ganzen Welt solidarisieren. Gemeinsam mit ihnen fordern wir die Regierungen auf, endlich ihren Verpflichtungen nachzukommen und die Überfischung zu beenden. Denn nur die Regierungen können die zerstörerischen Industrie-Fangflotten von unseren Meeren verbannen. Damit müssen sie endlich anfangen – damit das Fischen den Kleinfischern überlassen bleibt.

Japaner wollen weniger Wale im Südpolarmeer schießen?!

05. September 2014

Die japanische Presse verkündete gestern, die kommende Waljagd in den antarktischen Gewässern auf Minkewale beschränken zu wollen. Keine Finn- oder Buckelwale sollen getötet werden. Im März hatte der Internationale Gerichtshof in Den Haag entschieden, dass das zu dieser Zeit aktuelle Walforschungsprogramm JARPA II (für englisch Japanese Whale Research Program under Special Permit in the Antarctic) eingestellt werden müsse. Zusammen mit vielen weiteren Walschutzorganisationen feierten wir die Entscheidung als Riesenschritt für die komplette Einstellung der kommerziellen Jagd.

Auch die japanische Administration lenkte zunächst ein und ließ die Welt wissen, sich an das Fangverbot halten zu wollen. Doch nur wenige Wochen später ruderten die japanischen Entscheidungsträger zurück – man wolle die Walforschung neu auflegen, dies ließ allen voran Shinzo Abe, der japanische Premierminister öffentlichkeitswirksam verlauten. Während des kommenden Jahrestreffens der Internationalen Walfangkommission IWC, die vom 15. bis 18. September in Slowenien stattfinden wird, soll das neue Forschungsprogramm präsentiert werden.© Jeremy Sutton-Hibbert/Greenpeace - Getöteter Minkewal an japanischem Fangschiff im Südpolarmeer

Mit der gestrigen Nachricht will man offensichtlich so tun, als ob man den Walschutznationen entgegenkomme, nur Minkewale und davon deutlich weniger als früher, sollen in den eisigen Gewässern der Antarktis geschossen werden. Doch hier lohnt sich ein zweiter Blick, denn de facto ändert sich nicht wirklich etwas:

Für JARPA II lag die Fangquote von Finn- und Buckelwalen bei 50 Tieren pro Saison. Tatsächlich wurden während des vorgesehenen JARPA-Zeitraums von sechs Jahren 18 Finnwale und kein einziger Buckelwal geschossen, obwohl die Quote bei jeweils 300 Tieren lag. Außerdem wird betont, es solle eine deutliche Reduktion der Minkewal-Quote geben. Auch dies dürfte in der Realität keine echten Auswirkungen haben, da zum Beispiel die letztjährige Quote bei 935 Tieren lag, tatsächlich wurden aber 251 Minkes geschossen.

Fakt ist, die antarktische Jagd im Walschutzgebiet ist ein knallhartes Minusgeschäft. Eine Fangflotte über 6000 Seemeilen von ihrem japanischen Heimathafen operieren zu lassen, kostet vor allen Dingen japanische Steuern. Unverständnis für das Stillhalten der japanischen Bevölkerung ist daher wirklich angebracht. Denn die will das Fleisch der Wale offensichtlich gar nicht essen, über 6000 Tonnen Walfleisch lagern bereits in Nippons Kühlhäusern. Der Absatz stagniert.

Auch Norwegen und Island beharren auf der Waljagd. Am isländischen Walfang ist über Handelsbeziehungen zum Fischereikonzern HB Grandi hf auch die deutsche Firma Deutsche See beteiligt. Greenpeace fordert die Geschäftsführung von Deutsche See deshalb auf, ihre Handelsbeziehungen zu HB Grandi hf so lange einzustellen, bis der Walfang beendet ist. Unterstützen Sie unsere Kampagne und wenden Sie sich direkt an Deutsche See. Eine Briefvorlage finden Sie hier.