Leben mit der Ölpest

19. August 2014

Gastautor Lukas Meus ist Campaigner bei Greenpeace Österreich und berichtet aus dem Greenpeace Oil Spill-Camp in der Komi-Republik in Russland

Wie lange wird sie wohl noch leben, fragt sich Nikolay Fedorov, als er eine Frau am Petschora-Fluss angeln sieht.  Nikolay steht 200 Meter vom dem Fluss entfernt. Er kann das Öl, das täglich in den Fluss geschüttet wird, bis dorthin riechen. „Einige Menschen können hier ohne die Fischerei nicht überleben“, erklärt Nikolay den Versuch der Frau, einen Fisch zu fangen – der höchstwahrscheinlich mit Öl vergiftet ist. Solche Szenen gehören hier zum Alltag (zur Fotogalerie).

Ich bin derzeit in der Komi-Region in Russland in der Nähe von Usinsk. Die Stadt blühte in den 80er Jahren auf – nachdem die großen Ölkonzerne in die Region kamen, um nach Öl zu bohren. Mehr als 30 Jahre später sieht man die Auswirkungen der Ölindustrie in der Region nicht nur, man riecht sie auch. Ölunfälle aufgrund gebrochener Pipelines passieren in Russland täglich. Die Komi-Region ist da keine Ausnahme.

Mit Greenpeace-Kolleginnen und -Kollegen treffe ich Katerina Diachkova und Nikolay Fedorov, die beide im „Save The Pechora“-Komitee tätig sind. Lokalen Aktivistinnen und Aktivisten haben die Organisation 1989 gegründet.  Seither setzen sie sich für den Erhalt der Natur und der Umwelt rund um den Petschora-Fluss ein. Die Mitglieder der Organisation kämpfen vor allem gegen die verantwortungslosen Ölbohrungen, die ihre Dörfer und Nachbarschaften zerstören.

Katerina und Nikolay erzählen uns von unzähligen Versuchen, Ölbohrungen in der Komi-Region zu stoppen – oft ohne Erfolg. „Wenn ein Ölunfall passiert, dann kontaktieren wir die Konzerne oder die lokalen Beamten. Aber entweder bekommen wir Antworten ohne wirklichen Inhalt oder die Antwort kommt erst einen Monat nach dem Unfall, wenn es bereits zu spät ist.“ Das schmutzige Öl findet schnell seinen Weg in die wunderschöne Tundra und Taiga dieser Gegend.  Einmal wurde Katerina gedroht, als sie versuchte, einen der vielen Ölunfälle zu fotografieren. Sie würde die lokalen Gesetze brechen. Greenpeace stand ihr damals zur Seite. „Wir haben Greenpeace kontaktiert und um Rat gebeten. Und sie meinten, dass alles, was wir machen, legal wäre“, erzählt Katerina.

Das „Save The Pechora“-Komitee und Greenpeace arbeiten bereits seit über 20 Jahren zusammen, um die einzigartige Landschaft der Komi-Region zu erhalten. Die Petschora nimmt dabei eine wesentliche Rolle ein: An und von dem Fluss leben viele indigene Menschen. Für sie ist die Petschora wesentlicher Bestandteil ihres Lebens. Doch die Bedeutung des Flusses geht über die Region Komi hinaus: Die Petschora fließt in den Arktischen Ozean – und mit ihr und weiteren Flüssen strömen jedes Jahr rund 3,5 Millionen Barrel Öl in die Arktis. Ein Ökosystem, das für unser globales Klima wesentlich ist.

Katerina erzählt uns weiter, dass das „Save the Pechora“-Komitee und Greenpeace jene Organisationen waren, die 1994 den Ölunfall bei Usinsk an die Öffentlichkeit brachten. Die Ölkatastrophe erlangte traurige Berühmtheit als der bis heute weltweit größte Ölunfall, der jemals an Land passierte.  Noch ein Jahr zuvor versuchten das Komitee und Greenpeace, die Behörden vor der sich anbahnenden Katastrophe zu warnen. Doch sie wurden ignoriert. Die Folgen waren katastrophal: 100.000 Tonnen Öl wurden bei dem Öl-Desaster ausgeschüttet und zerstörten Natur und Landschaft. Der nährreiche Boden für Landwirtschaft war vernichtet. Die in der Gegend wichtige Renntier-Zucht endete nach dieser Katastrophe fast komplett. Katerina sagt, dass das Erschreckendste in den nächsten Jahren folgte: „Zwei Jahre lang wurde die durch das Öl verunreinigte Landschaft mit der Hilfe der lokalen Bevölkerung gereinigt. Keiner von diesen Menschen ist heute noch am Leben.“ Ein Aussage, die unsere Runde zum Schweigen bringt.

„Als letztes Jahr ein Ölunfall passiert ist, wurden viele Menschen für die Aufräumarbeiten um Hilfe gebeten. Doch in unserem Dorf weigerten sich alle, mitzuarbeiten.“ Die Tragödie von 1994 und ihre Folgen sind nicht vergessen. Zudem leiden viele Menschen nach wie vor an den Folgen der täglichen Ölunfälle. Katerina berichtet, wie sich die Gesundheit der lokalen Bevölkerung verändert hat. Viele Menschen in der Umgebung leiden an Haut- oder Lungenkrankheiten oder haben Magenprobleme. Erst im Juli sind zwei Bekannte von Katerina und Nikolay an Lungenkrebs gestorben. Sie waren 47 und 49 Jahre. Trotz dieser Tragödien arbeiten viele Menschen heutzutage in der Komi-Region für die Ölindustrie. Unfreiwillig. „Es gibt keine Alternativen zu den Ölkonzernen“, erzählt uns Katerina.

Das Gespräch mit Katerina und Nikolay bringt mich zum Nachdenken: Über all die Menschen, die für den Profit der Ölkonzerne ihr Leben lassen mussten. Die einzigartige Flora und Fauna in der Komi-Region, von der jeden Tag ein weiteres Stück zerstört wird. All die Niederlagen, die die beiden bereits erleben mussten. Trotzdem geben die beiden nicht auf. Sie kämpfen weiter für ihr Dorf, ihre Komi-Region, ihre Heimat. In ihrem Kampf haben sie Greenpeace an ihrer Seite. Wir werden uns auch in Zukunft dafür einsetzen, dass die Ölkonzerne endlich Verantwortung für ihre Taten übernehmen: In der Komi-Region, in Russland, in der Arktis. Und auf diese Weise kann auch Katerinas Traum in Erfüllung gehen: Eines Tages wieder gesunde Fische in der Petschora zu sehen.

Lukas Meus im Oil Spill Camp

Lukas Meus im Oil Spill Camp

In eisigen Höhen für die Arktis unterwegs

26. Juni 2014

Im vergangenen Jahr haben sich Greenpeace-Aktivisten auf den Weg zum Nordpol gemacht, um dort die Unterschriften von 2,7 Millionen Arktisschützern unterzubringen und die “Flagge der Zukunft” zu hissen. Die Flagge symbolisiert die Jugend der Welt und ihre Ansprüche auf eine intakte Arktis und verdankt ihre Existzenz einem Design-Wettbewerb.

Auf dem Äußeren Barrhorn

Geschafft: Jonathan und Laurens auf dem Äußeren Barrhorn. In der Mitte: Die "Flag for the Future" bzw. Flagge der Zukunft. Foto: (c) Laurens Vater

Eine weitere, eher ungewöhnliche Reise unternahm die “Flag for Future”-Flagge nun vor einigen Wochen. Zwei engagierte Greenpeace Jugendliche bestiegen das “Äußere Barrhorn” und das “Bishorn” in der Schweiz und nahmen die Arktis-Flagge mit sich. Nachdem die Flagge auf dem Gipfel gehisst war, wehte sie in 4153 m Höhe im Wind. Warum Laurens und Jonathan die Flagge die ganze Zeit mit dabei hatten und was sie sonst noch erlebt haben, berichteten sie im Interview:

Könnt ihr euch kurz vorstellen?

Wir heißen Jonathan Siebeck und Laurens Lohn, sind beide 17 Jahre alt und wohnen in Stuttgart.

Warum findet Ihr es wichtig euch für die Arktis einzusetzen?

Der Schutz der Arktis ist für uns sehr wichtig, da ein Ölunfall in solch einem noch so unberührten Gebiet verheerende Folgen mit sich bringen würde. Die Arktis ist eine der letzten unberührten Regionen der Welt und soll auch in Zukunft kein “Industriegebiet” werden!

Wie seit ihr auf die Idee gekommen, die Flagge mit auf den Berg zu nehmen?

Wir haben uns überlegt, wie wir uns auf eine kreative Art für die Arktis stark machen können. Deswegen haben wir uns entschlossen, ein paar Bilder mit der Fahne zu machen, die wir kurz zuvor bekommen haben. So war die Idee geboren, die Flagge mit auf den Berg zu nehmen.

Auf dem Bishorn

Auch ein ziemlicher Brocken: Jonathan und Laurens und die Flagge der Zukunft auf dem Bishorn in 4153 Metern Höhe. Foto: (c) Laurens Vater.

Wo genau wart ihr, wie heißt der Berg und wie hoch ist er?

Die Bilder sind auf zwei verschiedenen Gipfeln entstanden. Auf dem 3610 Meter hohen Gipfel des “Äußeren Barrhorns” und auf dem 4153 Meter hohen “Bishorn” in der Schweiz.

Wart ihr ganz alleine unterwegs?

Nein, das wäre zu gefährlich, Laurens Vater hat uns begleitet und auch die Fotos gemacht.

Wie schwer war die Tour, gab es etwas besonders?

Die Tour war insgesamt fünf Tage lang und da wir uns die meiste Zeit in einer Höhe von mindestens 2500 Metern befanden, war sie auch ziemlich anstrengend. Der Höhepunkt war der Aufstieg zum Gipfel des Bishorns, da er nur aus Eis besteht und man erst einmal mit Steigeisen und Eispickel dort eine kurze Eiswand hinaufklettern muss, die unmittelbar in einen steilen Abhang übergeht. Das ist eine sehr anspruchsvolle Angelegenheit!

Wie war das Gefühl als ihr auf dem Berg standet?

Das war ein tolles Gefühl, einmal in solch einer Höhe zu stehen, solch eine Gelegenheit hat man nicht alle Tage! Besonders die unberührte Natur ist beeindruckend und wunderschön. Doch nicht nur auf dem Äußeren Barrhorn und dem Bishorn, sondern auch in der Arktis sollte die Natur geschützt werden. Das wird einem in solchen Momenten besonders bewusst.

Was habt ihr als nächstes vor?

Was wir als nächstes machen wollen wissen wir noch nicht so genau, vielleicht einmal einen etwas schwierigeren Viertausender, wie z.B. das Matterhorn oder ähnliches. Mal schauen…!

Wie können sich andere Jugendliche für die Arktis einsetzen?

Jeder kann sich informieren und versuchen, andere von der Notwendigkeit des Arktisschutzes zu überzeugen. Auf dieser Webseite kann man noch einmal einige Fakten nachlesen und auch für den Schutz der Arktis unterschreiben. Wenn ihr wollt könnt ihr auch in eurer Stadt zu einer Greenpeace Jugendgruppe gehen und mit dieser eine Aktion für die Arktis organisieren.

Wie sicher ist die Schifffahrt in der Arktis?

15. April 2014

Von Roman Dolgov, Arktis-Experte von Greenpeace Russland

Im letzten Jahr hatte ich an einer Greenpeace-Expedition in die russische Barentssee und Karasee teilgenommen, die mit einer zweimonatigen Untersuchungshaft für die gesamte Crew des Greenpeace-Schiffes “Arctic Sunrise” endete. Deshalb war es eine Herausforderung für mich, am vergangenen Freitag nach Berlin zu kommen, um an einer Arktis-Konferenz des Auswärtigen Amtes teilzunehmen.  Es war das Thema der Diskussion, das mein Interesse erregt hatte: „Nachhaltige Schifffahrt in arktischen Gewässern. Perspektiven für internationale Kooperationen“ -  und vor allem die damit verbundenen Rechtsfragen.

Roman Dolgov - © Dmitri Sharomov / Greenpeace

Roman Dolgov, nach der Freilassung der "Arctic 30" in St. Petersburg - © Dmitri Sharomov / Greenpeace

Jeder, der sich mit dem Thema Schifffahrt in der Arktis schon einmal beschäftigt hat, dürfte sich die Fragen stellen: Wie soll dieses riesige und komplizierte Thema an nur einem Tag diskutiert werden und am Ende irgendein brauchbares Ergebnis zustande kommen? Doch ich war positiv überrascht, dass es sich bei der Konferenz um keine regelmäßig stattfindende Veranstaltung handelte, und dass das Auswärtige Amt somit einen ernsthaften Versuch unternommen hat, zu überlegen, wie internationale Bestimmungen und Praktiken mit internationalen Interessen und den Gesetzen der arktischen Staaten zu vereinbaren sind.

Neue Regelungen für Nordostpassage

Russland hat im Jahr 2013 neue Bestimmungen für die Schifffahrt in der Nordostpassage eingeführt. Russland begründet die Notwendigkeit dieser Änderungen damit, dass strengere Maßnahmen für den Arktisschutz notwendig geworden seien, wenn die Nordostpassage zu einer beliebten Route von Südostasien und dem Pazifik zum Nordatlantik werde – und sogar eine Alternative zum Suezkanal darstellt.

Mein Interesse war nicht nur theoretischer Natur.  Während unserer letztjährigen Expedition beantragte die Arctic Sunrise, just um die von Russland neu eingeführten Regelung einzuhalten,  viermal eine Genehmigung für die  Durchfahrt durch die Karasee, die zur Nordostpassage gehört. Alle vier Anfragen wurden abgelehnt. Der von der Verwaltung angegebene Grund für die Ablehnung war absurd. Die Arctic Sunrise verfügt über die 1A1-Eisklasse nach dem Norwegischen DNV-System, das weltweit anerkannt ist. Dennoch bewertete die Behörde, die für die Nordostpassage zuständig ist, die Eisklasse als „unklar“.

Die Arctic Sunrise liegt immer noch in Murmansk. Was mit ihr passiert, ist weiterhin unklar, obgleich der Internationale Seegerichtshof von Russland ihre Freigabe gefordert hatte. (c) Igor Podgorny

Die Arctic Sunrise liegt immer noch in Murmansk. Was mit ihr passiert, ist weiterhin unklar, obgleich der Internationale Seegerichtshof von Russland ihre Freigabe gefordert hatte. (c) Igor Podgorny / Greenpeace

Und obwohl sich die Arctic Sunrise der russischen Ausschließlich Wirtschaftszone (AWZ) befand, also in internationalen Gewässern, wurde sie von der Küstenwache überprüft, die damit drohte, Waffen zu benutzen und uns zwang, das Gebiet zu verlassen.

Eine Woche später kollidierte der russische Tanker Nordvik mit einer Eissscholle, während er die Nordostpassage durchfuhr. Es stellte sich heraus, dass das Schiff nur über eine Tauglichkeit für Flüsse und Küstengewässer verfügte und dass kein Eisbrecher in der Nähe war, um es aus dem Eis zu befreien. Die Fahrt der Nordvik durch die Nordostpassage verletzte damit alle erdenklichen Bestimmungen:  Ein symptomatisches Beispiel für das, was in arktischen Gewässern passieren kann und dafür, dass Regeln getroffen werden müssen, um solche Unfälle zu verhindern. Dieses Thema gehörten zu den wichtigsten Diskussionspunkten auf der Konferenz. Jeder stimmte zu, dass die Schifffahrt in der Arktis extrem strenge Sicherheitsvorkehrungen und gegenseitigen Respekt zwischen den arktischen Staaten erforderlich macht.  Außerdem ist eine strenge Überwachung der Bestimmungen (wie dem UN-Seerechtsübereinkommen) notwendig. Keiner würde das anzweifeln. Aber wie sieht es in Wirklichkeit aus?

Neue “Wirklichkeiten” in der Arktis

An der Podiumsdiskussion über rechtliche Aspekte nehmen zwei Gäste teil, deren Anwesenheit ein hoher symbolischer Wert beigemessen werden kann. Einer der beiden, Konstantin Palnikov, ist ein offizieller Repräsentant des russischen Verkehrsministeriums für Fluss- und Seeverkehr. Neben ihm sitzt Rüdiger Wolfrum, ein Richter des Internationalen Seegerichtshof in Hamburg. Beide haben mit dem, was mit der Arctic Sunrise geschehen ist, zu tun. Herr Palnikov erklärt die Regelungen der Nordostpassage. Er sagt: „Die Wirklichkeiten haben sich verändert“ und zeigt auf ein Bild des Greenpeace-Protests an der Gazprom-Bohrinsel Prirazlomnaya. Um die Umwelt zu schützen, so Herr Palnikov, seien die neuen Regelungen für die Nordostpassage eingeführt worden.  Bedeutet das, dass die Natur der Nordostpassage vor den Umweltschützern geschützt werden muss?

Als ich Herrn Palnikov fragte, warum die Arctic Sunrise nicht in die Nordostpassage einfahren durfte, wiederholte er dieselbe alte Begründung: die technischen Voraussetzungen des Schiffs hätten das nicht zulassen. Dazu gab es keine weiteren Erklärungen. Was den Tanker Nordvik betreffe: Der habe die Regelungen verletzt, als er ohne Eisbrecher durch eine Gegend mit dicker Eisfläche manövriert sei. Doch wie konnte es dann passieren, dass es keine Kenntnis über die Einfahrt des Schiffes in die Karasee gab? Warum verging nach dem Unfall eine Woche bis das Schiff Hilfe bekam?

Was passiert mit der Arctic Sunrise?

Natürlich mussten wir auch das Urteil des Seegerichtshofs zur Freigabe der Arctic Sunrise ansprechen  – zumal einer der Richter anwesend war. Meine ironische Frage lautete, ob es der Transparenz der Rechtslage zuträglich wäre, wenn Russland das Urteil ignoriert. Die Frage wurden von Herrn Planikov ignoriert, während die Antwort von Rüdiger Wolfrum kurz und präzise ausfiel: „Russland hat das Seerechtsübereinkommen ratifiziert. Die Beschlüsse des Seegerichtshofs sind verbindlich. Die Frage ist, wie man sie erzwingen kann.“

greenTeam Vor dem AA in Berlin

Gruppenfoto mit Eisbär Paula vor dem Auswärtigen Amt. Greenteams aus ganz Deutschland übergaben zwei Kisten mit 52000 Unterschriften für den Schutz der Arktis an das Auswärtige Amt.

Das mag derzeit überhaupt die Hauptfrage sein. Natürlich war die Konferenz eine nützliche und effektive Möglichkeit, wichtige Fragen zu erörtern und sich einen Überblick über die verschiedenen Positionen zu verschaffen. In der Tat – so scheint es – gibt es eine allgemeine Übereinkunft darüber, dass es klare, verständliche Regeln geben müsse, dass alle Parteien respektiert werden müssen und ihre Interessen – nicht zuletzt jene der indigenen Bevölkerungen – berücksichtigt werden müssen und die so verwundbare Natur geschützt werden müsse. Doch die Frage bleibt: Wie soll all das in der Realität umgesetzt werden? Ein Beispiel: Wie soll der Schutz der Arktis gewährleistet werden, wenn die arktischen Länder hier immer noch nach Öl bohren wollen? Und während einige Länder sogar eigens Schritte eingeleitet haben, um Umweltschützer aus der Region herauszuhalten?

Ein Hoffnungsschimmer, unmittelbar vor der Konferenz: 60 Kinder, begleitet von Paula, dem Greenpeace-Eisbären – überreichten einem Vertreter des Auswärtigen Amts 52000 Postkarten für den Schutz der Arktis, die sie im letzten Jahr bundesweit gesammelt haben. Vielleicht wird ihre Stimme gehört.