Das Klima mag sich ändern, Olympia bleibt bestehen. Heute starten in Vancouver die 21. Olympischen Winterspiele. Während die Sportler noch die richtigen Bedingungen für Höchstleistungen vorfinden, arbeitet Kanada fieberhaft daran, diese Bedingungen zu verändern. Der Ölsandabbau in der Provinz Alberta ist dafür hervorragend geeignet. Wie die Winterspiele der Zukunft aussehen könnten, zeigen zwei kleine Videos unserer niederländischen Greenpeace-Kollegen.
Olympia for ever
12. Februar 2010Olympia: Post von Greenpeace an deutsche Sportler
10. Februar 2010Wenn am Freitag in Vancouver die 21. Olympischen Winterspiele beginnen, träumen wieder Millionen Menschen vom Urlaub in Kanada, von unberührter Natur und heiler Welt. Doch die Realität im zweitgrößten Staat der Erde sieht anders aus. Der Abbau von Ölsand in der kanadischen Provinz Alberta ist eines der größten Umweltverbrechen unserer Zeit.
Da das deutsche Olympiateam während der Winterspiele kaum Zeit haben wird, um sich persönlich ein Bild von den Auswirkungen des Ölsand-Abbaus zu machen, haben wir jedem Mitglied der Olympiamannschaft im Januar einen Brief mit Hintergrundinformationen geschickt.
Und wenn ihr euch in den Fernsehpausen bei Olympia über das Thema Ölsand informieren wollt, findet ihr im Greenpeace-Blog alle Infos zu meiner Recherchereise, die Greenpeace-Aktionen in Alberta und mehr zu unserer Kampagne.
Schwarze Zukunftsperspektiven für NRW
22. Januar 2010Donnerstag, 10 Uhr im nordrhein-westfälischen Landtag: CDU-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers erklärt wieder einmal, wie wichtig er den Bau des Kohlekraftwerks Datteln 4 findet. Was ist neu daran, dass ein NRW-Politiker sich für Kohle ausspricht? Neu ist, dass sich ein führender Politiker nur wenige Wochen nach der Klimakonferenz in Kopenhagen öffentlich zur Missachtung von Klimaschutzmaßnahmen bekennt und das frecherweise auch noch als Zukunftsperspektive verkauft.
Denn Datteln steht nicht für irgendein Kohlekraftwerk, sondern für einen politischen Skandal: Im September 2009 hatte das Oberverwaltungsgericht Münster einen vorläufigen Baustopp für das E.ON-Bauprojekt Datteln 4 verhängt. Der Grund: Der Bebauungsplan für den größten Kraftwerksblock Europas, der zur Stromversorgung der Deutschen Bahn AG gebaut wird, verstößt gegen den im Paragraf 26 des Landesentwicklungsgesetzes festgelegten Vorrang für heimische und erneuerbare Energieträger. Die Freude über das Urteil war nicht nur bei den Klägern, Anwohner und Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), groß – Klimaschützer in ganz Deutschland freuten sich mit über die richtungsweisende Entscheidung.
Doch die Freude währte nicht allzu lang. Denn im von Rüttgers als „Industrieland“ betitelten NRW tun die Politiker alles, um die Interessen der Wirtschaft durchzusetzen. Wird also der Bau eines Klimakillers durch einen Paragrafen im Landesentwicklungsgesetz gestoppt, dann wird der Fehler nicht beim Bauherren gesucht, sondern bei der Gesetzgebung. Folgerichtig wurde der störende Paragraf am 17. Dezember 2009 aus der Landesgesetzgebung gestrichen. Dass sie damit den Bemühungen von Umweltschützern und vom Klimawandel bedrohte Entwicklungsländer um ein weltweites starkes Klimaschutzabkommen in Kopenhagen in den Rücken fielen, hat die schwarz-gelbe Mehrheit in NRW nicht weiter interessiert.
Während Rüttgers die klimaschädliche Kohle auf der einen Seite fördert, blockiert und behindert er den Ausbau der Erneuerbaren Energien in NRW wo es nur geht. So schreibt ein von der Regierung Rüttgers im Jahr 2005 erlassener Windenergieerlass vor, dass beim Bau von Windkraftanlagen ein Mindestabstand von 1500 Metern eingehalten werden muss. Im dichtbesiedelten NRW finden sich seitdem kaum noch geeignete Standorte für Windenergieanlagen. Die Zeiten, da das Bundesland in Sachen Windenergie führend war, sind lange vorbei. Für den Bau von klimaschädlichen Kohlekraftwerken gelten gleichzeitig andere Regeln. So darf zum Beispiel das Eon-Kohlekraftwerk in Datteln direkt neben Wohnhäusern gebaut werden. Weniger als 400 Meter trennen den 180 Meter hohen Kühlturm des Kraftwerks von der nächsten Wohnbebauung. Dass die Industrielobby in NRW anscheinend die stärkste Kraft im Land ist, zeigt auch der Datteln-Beitrag des ARD-Magazins Plusminus vom 19.Januar.
Wen wundert es jetzt noch, dass 10 der 26 derzeit in Deutschland geplanten und im Bau befindlichen neuen Kohlekraftwerke in NRW entstehen sollen. Und zwar in Neurath, Duisburg, Hamm, Lünen, Krefeld, Marl, Niederaußem, Datteln und Düsseldorf. Werden alle diese Kraftwerke gebaut, dann blasen sie in Zukunft jedes Jahr über 67 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre. Und das für die nächsten 40 Jahre, denn solange werden Kohlekraftwerke mindestens betrieben. Aber Ministerpräsident Rüttgers verkauft seinen Bürgern weiterhin das Märchen, dass NRW eine CO2-Reduktion um 81 Millionen Tonnen CO2 bis 2020 realisieren kann.











