Mitmachen und Buchen suchen!

10. Mai 2012
Hanna und Reinhard aus Kassel haben im Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe dieses Prachtexemplar gefunden.

Hanna und Reinhard aus Kassel haben im Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe dieses Prachtexemplar gefunden.

Vor einigen Wochen haben wir vielen deutschen Städten drei Meter lange Maßbänder verteilt, mit denen man den Umfang und das Alter von Bäumen bestimmen kann. Mit diesen Maßbändern sollen möglichst viele Menschen in den Wald ziehen und ihre Lieblingsbuche fotographieren. In unserer Mitmach-Community Greenaction können diese Bilder dann von euch selbst veröffentlicht und kommentiert werden. Jung und Alt sind unserem Aufruf gefolgt: Über 80 Mitmachbilder wurden von euch schon auf Greenaction eingestellt. Ihr habt dicke Buchen mit einem Umfang von sechs Metern gefunden, euch in die Astkronen geschwungen und uns tolle Geschichten zu den alten Bäumen geschrieben.

So beschreibt uns Otto Pätzold seine Lieblingsbuche:

Hallo Freunde, hier ein Bild einer über 500 Jahre alten Buche aus dem Heinrichsruher Park mit etwa 6,50 Metern Umfang. Trotz Blitzschlag steht sie noch gut da. An ihr führte der alte Handelsweg nach Nürnberg vorbei und auch Goethe machte auf seinem Weg nach Karlsbad hier öfter halt.

Der Regenbogen-Kindergarten hat in "seinem" Buchenwald die dickste Buche gesucht.

Der Regenbogen-Kindergarten hat in "seinem" Buchenwald die dickste Buche gesucht.

Die mächtige Buche auf der Lichtung im Hardtwald bei Weilheim spendet mit ihren ausladenden Ästen Schutz und Schatten.

Die mächtige Buche auf der Lichtung im Hardtwald bei Weilheim spendet mit ihren ausladenden Ästen Schutz und Schatten.

Willst du auch mitmachen? Ab in den Wald vor deiner Haustür und nichts zum Knipsen vergessen! Halte die Augen offen nach alten Buchen und los geht’s:

1. Umfang messen: Du misst den Umfang auf Brusthöhe. Diese ist mit 1,30 Meter vom Boden aus vorgegeben. Bei Hanglage stellst du sich so hin, dass du hangabwärts schaust. Um den Durchmesser zu errechnen, teilst du den Umfang durch Pi (3,14). Ein Beispiel: Der Baumumfang beträgt 200 Zentimeter. 200:3,14=63,7. Der Durchmesser beträgt demnach 63,7 Zentimeter. Ab einem Durchmesser von 50 Zentimetern gilt eine Buche als alter Baum.

2. Foto machen: Knips dich und Deine Buche! Ob allein oder zusammen mit Freunden oder Familie: Umarm den Baum, mach einen Handstand an ihm, klettere drauf… Bearbeite dein Foto, setze einen Spruch auf das Foto… Sei kreativ, wir sind gespannt auf deine Ideen!

3. Zeichen setzen: Lade dein selbstgemachtes Foto als Mitmachbild hoch und erzähle uns die Geschichte des Baumes. In welchem Wald steht er? Wie groß ist der Umfang? Warum hast du diese Buche ausgesucht? Verbindest du etwas Besonderes mit diesem Baum?

Kein GreenAction-Account? Dann schicke dein/e Foto/s einfach an redaktion@greenpeace.de. Wir erledigen dann den Rest für dich!

Kein Maßband? Die Ortsgruppen von Greenpeace haben noch ausreichend Maßbänder zu vergeben. Viele der Gruppen organisieren auch immer wieder Führungen durch den Wald. Erkundige dich einfach bei deiner Gruppe!

Wir freuen uns auf viele weitere Bilder!

Ein deutsches Atomkraftwerk in Finnland?

07. Mai 2012

“Das ist verrückt! Hier kann man doch kein Atomkraftwerk bauen.” Prof. Jouko Korppi-Tommola wendet seinen Blick vom Fenster und sieht mich entsetzt an. Wir sitzen in einem Minibus und links und rechts ist schon seit gut einer halben Stunde nur eine bewaldete Moorlandschaft zu sehen. Vor allem Birken schaffen es, in dieser feuchten Gegend zu wachsen. Dazwischen große, von den Eiszeiten rundlich geschliffene Vulkanfelsen, die an den Rändern mit Moos und Blaubeeren bewachsen sind. Ein kleines Stück Wildnis, nahezu unberührt von den Menschen. Wir sind in Finnland, genauer in Pyhäjoki, wo E.on ein Atomkraftwerk bauen will.

Moor, Copyright: Tobias RiedlProf. Jouko Korppi-Tommola war, ebenso wie ich, einer der Referenten bei den Hanhikivi Days, einer Anti-Atomveranstaltung in Pyhäjoki. Er arbeitet an der Universität in Jyväskylä an der Entwicklung von Solarzellen. Neben Fachvorträgen zu Atom- und Energiefragen gab es ein breites Kulturprogramm. Bekannte Künstler aus ganz Finnland sind in den Norden gereist, um den lokalen Widerstand zu unterstützen. Außerdem wurden Exkursionen zu dem Ort des geplanten Reaktors durchgeführt.

Ich steige aus dem Bus und wandere mit den Anderen auf einem kleinen Pfad in Richtung Ostsee. Immer wieder müssen wir über dicke Holzbohlen laufen – wegen des moorigen Untergrundes. Dass dieses Atomkraftwerkprojekt wirtschaftlicher Irrsinn ist, ist schon schlimm genug. Aber wie kommt man auf die Idee, ein Atomkraftwerk in einen Sumpf bauen zu wollen? Mir dämmert, wie massiv und wahnsinnig aufwendig die Bauarbeiten sein werden. Unendlich viel Boden muss antransportiert werden, um das ganze Gebiet mehrere Meter hoch zuzuschütten. Außerdem soll um den Nuklearkomplex eine gewaltige Infrastruktur entstehen, mit eigenem Hafen, Straßen und Pipelines, die weit in die Ostsee ragen.

Schließlich ist der Wald zu Ende und ich erblicke die Ostsee. Ein flacher Strand mit kleinen Buchten zwischen Findlingen. Man kann sich sofort vorstellen, wie herrlich es hier im Sommer ist. Direkt am Meer stehen vereinzelt kleine Holzhütten auf den aufragenden Felsen. Genau hier soll der Hafen entstehen und die Abwasser-Pipeline des Reaktors. Die Idylle wäre zerstört.

Am Sonntag, zum Abschluss der “Hanhikivi Days”, waren rund 50 Menschen aus der Umgebung zu einem Gottesdienst am Strand zusammengekommen. Während der Predigt ringen viele mit ihren Tränen. Mir wird klar, wie sehr die Menschen an diesem Stück Natur hängen und dass sie bereit sind, ihre Heimat zu verteidigen. Herr Teyssen, der Vorstandsvorsitzende von E.on,  wird Menschen brechen müssen, wenn er dieses Atomkraftwerk haben will.

Schlechter Einfluss im Wald: McKinseys Rolle in der Waldpolitik

07. Mai 2012

Sebastian Bock (c) Sebastian Bock / Greenpeace

Sebastian Bock arbeitet zurzeit für Greenpeace in London. Als Teil des internationalen Waldnetzwerks beschäftigt er sich hauptsächlich mit der Rolle des Regenwaldes für den Schutz des Klimas und der Artenvielfalt.

„Wer andere berät, glaubt fest an die eigene Überlegenheit. Wer alles besser weiß, wird nichts verstehen.“, so der Untertitel eines Anfang März in der FAZ erschienen Artikels über die Unternehmensberatung McKinsey & Company. McKinseys Berater, so verkündete Herbert Henzler, ein ehemaliger Leiter, kürzlich in der ZEIT, seien „Teil einer außergewöhnlichen Organisation, eines Spitzenteams“. Die horrenden Kosten einer McKinsey-Beratung, so Henzler weiter, zeigten dann auch, „dass es um die ganz wichtigen Themen gehen muss“, wenn ein Elitetrupp von McKinsey eingeflogen wird. Dass ein ehemaliger Mitarbeiter dieses Selbstverständnis in derselben Zeitung als „künstliches Wertegerüst“ oder sogar als „Gehirnwäsche“ bezeichnet, kratzt dabei wenig am Selbstvertrauen der Meckies, wie die Berater oft genannt werden.

Diese Kritik an McKinsey mag nicht ungewöhnlich erscheinen, aber die Unternehmensberatung mit steigenden Treibhausemissionen und Klimawandel in Verbindung zu bringen, käme wohl den wenigsten in den Sinn.

Doch der Schein trügt. Vor knapp einem Jahr veröffentlichte Greenpeace eine Studie, um auf den schlechten Einfluss von McKinsey auf Konzepte zum Wald- und Klimaschutz in Entwicklungsländern hinzuweisen. Weil rund ein Fünftel aller weltweit freigesetzten Treibhausgase aus der Zerstörung von Wäldern stammen, sollen Entwicklungsländer, die ihren Wald schützen, hierfür einen finanziellen Ausgleich erhalten. Um von diesen Ausgleichzahlungen zu profitieren, müssen die Länder jedoch Konzepte ausarbeiten, die zeigen, wie sie den Waldschutz umsetzen werden. An dieser Stelle kommt McKinsey ins Spiel: Die Firma berät die Regierungen vieler Regenwaldnationen bei der Ausarbeitung dieser Konzepte. Die Vorschläge, die McKinsey hierzu unterbreitet hat, zeigen jedoch vor allem eins: Dass die Berater sehr wenig vom Wald und dessen Komplexität verstehen. Glaubt man McKinsey, ist alles sehr einfach. Die Firma hat ein Modell entwickelt, welches scheinbar erlaubt, die Kosten verschiedener Methoden zur Reduzierung der Entwaldung zu vergleichen und dann einfach die günstigste auszuwählen. Was zunächst wie eine gute Idee klingt, erweist sich bei genauerem Hinsehen als katastrophale Vereinfachung.

Für die Berater scheint Wald vor allem eins zu sein: Ein riesiger und vor allem günstiger Speicher für Treibhausgase. Vergessen wird dabei, dass der Wald unverzichtbar für unzählige Tier- und Pflanzenarten und gleichzeitig die Lebensgrundlage für 1,2 Milliarden Menschen ist, die von oder im Wald leben.

McKinsey spielt die großflächige Zerstörung von Regenwald durch Bergbau, Abholzung oder die Umwandlung in kommerzielle Plantagen systematisch herunter und identifiziert traditionelle landwirtschaftliche Methoden als Hauptursache für Entwaldung. Ginge es nach den Beratern, würden solche traditionellen Praktiken durch industrielle Landwirtschaft ersetzt. Unklar bleibt hierbei, was mit den Menschen, die bisher im oder vom Wald gelebt haben, passieren soll.

Während die meisten von uns Urwälder mit einer einmaligen Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen verbinden, ist für McKinsey ein Baum so gut wie der andere. So kommt es dann, dass die Berater häufig Maßnahmen zur Aufforstung durch kommerziellen Plantagen – oft Monokulturen – vorschlagen und gleichzeitig erschreckend wenig darüber sagen, was für Effekte ihre Vorschläge auf die lokale Artenvielfalt hätten.

Leider macht McKinsey es unmöglich, nachzuvollziehen, warum so wichtige Aspekte des Waldschutzes einfach außer Acht gelassen werden. Die Firma weigert sich bis heute, die Annahmen und Daten, die ihren Empfehlungen zugrunde liegen, zu veröffentlichen. Ein Problem, auf welches nicht nur Greenpeace hingewiesen hat. Kurz nach Veröffentlichung des Berichtes bestätigte Benoît Bosquet, Waldexperte der Weltbank, bei einer Präsentation der Arbeit, dass McKinseys Verschwiegenheit ein großes Problem für alle Beteiligten sei .

Seit mittlerweile mehr als einem Jahr fordert Greenpeace McKinsey auf, dieser Praxis der Geheimniskrämerei ein Ende zu setzen. Wer sich so nachdrücklich als Elite versteht, sollte zumindest eine unabhängige Überprüfung seiner Arbeit ermöglichen.

Während McKinsey sich bis heute nicht offiziell zu der vorgebrachten Kritik geäußert hat, ziehen betroffene Regierungen mittlerweile die Konsequenzen. Ende letzten Jahres setzte die neue Regierung in Papua-Neuguinea einen Schlussstrich unter die Zusammenarbeit mit McKinsey. Ein Regierungsvertreter sagte, man „sei erleichtert, dass sie [McKinsey] weg seien, jetzt können unsere nationalen Experten wieder die Führungsrolle übernehmen“. Als Gründe für das Ende der Kooperation nannte eine weitere Quelle unter anderem „den Greenpeace-Report über McKinsey sowie einen früheren Bericht der Rainforest Foundation, [welche] Fragen über ihre [McKinseys] Arbeit aufwarfen“ . Neben der Qualität von McKinseys Beratung dürften auch die saftigen Honorare der Firma eine Rolle für die Entscheidung gespielt haben. Der papua-neugineanische Blog PNGexposed veröffentlichte interne Dokumente, welche zeigen, dass McKinsey Papua-Neuguinea mehr als 11.000 US-Dollar pro Seite für einen knapp 40-seitigen Bericht zum Waldschutz berechnete. Dies ist umso unverständlicher, als das McKinsey selbst in einem vertraulichen Dokument an die Regierung bestätigt, das die eigenen Berater während der Ausarbeitung des Berichts „sehr wenig Zeit in Papua-Neuguinea verbracht haben“.

Greenpeace-Recherchen zeigen, dass McKinsey weiterhin Regierungen in Entwicklungsländer in Bezug auf Waldschutz und andere Klimathemen, wie zum Beispiel Green Growth, berät. Es wird Zeit, dass McKinsey offenlegt, warum so wichtige Themen wie der Schutz der Artenvielfalt und die Rechte der Menschen, die im oder vom Wald leben, in den Analysen der Firma kaum vorkommen, während der Einfluss der wahren Verursacher der Waldzerstörung systematisch heruntergespielt wird.

„Wer andere berät, glaubt fest an die eigene Überlegenheit. Wer alles besser weiß, wird nichts verstehen.“, [SB1] so der Untertitel eines Anfang März in der FAZ erschienen Artikels über die Unternehmensberatung McKinsey & Company. Ein Blick auf die Homepage der Berater offenbart schnell, dass McKinsey dem ersten Teil dieser Aussage sicher zustimmen würde. Man versteht sich als Elite. Nur die Besten der Besten arbeiten hier. McKinseys Berater, so verkündete Herbert Henzler, ein ehemaliger Leiter, kürzlich in der ZEIT[SB2] , seien „Teil einer außergewöhnlichen Organisation, eines Spitzenteams“. Die horrenden Kosten einer McKinsey-Beratung, so Henzler weiter, zeigten dann auch, „dass es um die ganz wichtigen Themen gehen muss“ wenn ein Elitetrupp von McKinsey eingeflogen wird. Das ein ehemaliger Mitarbeiter dieses Selbstverständnis in der selben Zeitung als „künstliches Wertegerüst“ oder sogar als „Gehirnwäsche“ [SB3] bezeichnet, kratzt dabei wenig am Selbstvertrauen der Meckies, wie die Berater oft genannt werden.

Auch wenn selbst die Financial Times [SB4] und das Manager Magazin [SB5] kürzlich davon sprachen, das mittlerweile insolvente Solarunternehmen Q-Cells, welchem McKinsey noch im Dezember 2011 ein „funktionierendes Geschäftsmodell“ [SB6] bescheinigte, sei in die Pleite beraten worden[SB7] , so verbindet man McKinsey ansonsten doch eher selten mit steigenden Treibhausemissionen und Klimawandel.

Doch der Schein trügt. Vor knapp einem Jahr veröffentlichte Greenpeace eine Studie[SB8] , um auf den schlechten Einfluss von McKinsey auf Konzepte zum Wald- und Klimaschutz in Entwicklungsländern hinzuweisen. Weil circa ein Fünftel [SB9] aller weltweit freigesetzten Treibhausgase aus der Zerstörung von Wäldern stammen, sollen Entwicklungsländer, die ihren Wald schützen hierfür einen finanziellen Ausgleich erhalten. Um von diesen Ausgleichzahlungen zu profitieren müssen die Länder jedoch Konzepte ausarbeiten, die zeigen, wie sie den Waldschutz umsetzen werden. An dieser Stelle kommt McKinsey ins Spiel: Die Firma berät die Regierungen vieler Regenwaldnationen bei der Ausarbeitung dieser Konzepte. Die Vorschläge, die McKinsey hierzu unterbreitet hat zeigen jedoch vor allem eins: Dass die Berater sehr wenig vom Wald und dessen Komplexität verstehen. Glaubt man McKinsey ist alles sehr einfach. Die Firma hat ein Modell entwickelt, welches scheinbar erlaubt die Kosten verschiedener Methoden zur Reduzierung der Entwaldung zu vergleichen und dann einfach die günstigste auszuwählen. Was zunächst wie eine gute Idee klingt, erweißt sich bei genauerem Hinsehen als katastrophale Vereinfachung.

Für die Berater scheint Wald vor allem eins zu sein: Ein riesiger und vor allem günstiger Speicher für Treibhausgase. Vergessen wird dabei, dass der Wald unverzichtbar für unzählige Tier- und Pflanzenarten ist und gleichzeitig die Lebensgrundlage für 1.2 Milliarden Menschen[SB10] , die von oder im Wald leben darstellt.

Hierzu spielt McKinsey die großflächige Zerstörung von Regenwald durch Bergbau, Abholzung oder die Umwandlung in kommerzielle Plantagen systematisch herunter und identifiziert traditionelle landwirtschaftliche Methoden als Hauptursache für Entwaldung. [SB11] Ginge es nach den Beratern würden solche traditionellen Praktiken durch industrielle Landwirtschaft ersetzt. Unklar bleibt hierbei, was mit den Menschen die bisher im oder vom Wald gelebt haben passieren soll.

Während die meisten von uns Urwälder mit einer einmaligen Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen verbinden, ist für McKinsey ein Baum so gut wie der Andere. So kommt es dann, dass die Berater häufig Maßnahmen zur Aufforstung durch kommerziellen Plantagen, oft Monokulturen, vorschlagen und gleichzeitig erschreckend wenig darüber sagen, was für Effekte ihre Vorschläge auf die lokale Artenvielfalt hätten.

Leider macht McKinsey es unmöglich nachzuvollziehen, warum so wichtige Aspekte des Waldschutzes einfach außer Acht gelassen werden. Die Firma weigert sich bis heute die Annahmen und Daten die ihren Empfehlungen zugrunde liegen zu veröffentlichen. Ein Problem, auf welches nicht nur wir hingewiesen haben. Kurz nach Veröffentlichung unseres Berichtes bestätigte Benoît Bosquet, Waldexperte der Weltbank[SB12] , bei einer Präsentation unserer Arbeit, dass McKinseys Verschwiegenheit ein großes Problem für alle Beteiligten sei [SB13] .

Seit mittlerweile mehr als einem Jahr fordert Greenpeace McKinsey auf, dieser Praxis der Geheimniskrämerei ein Ende zu setzen. Wer sich so nachdrücklich als Elite versteht, sollte zumindest eine unabhängige Überprüfung seiner Arbeit ermöglichen.

Während McKinsey sich bis heute nicht offiziell zu der vorgebrachten Kritik geäußert hat, ziehen betroffene Regierungen mittlerweile die Konsequenzen. Ende letzten Jahres setzte die neue Regierung in Papua-Neuguinea einen Schlussstrich unter die Zusammenarbeit mit McKinsey. Ein Regierungsvertreter sagte, man „sei erleichtert, dass sie [McKinsey] weg seien, jetzt können unsere nationalen Experten wieder die Führungsrolle übernehmen“. [SB14] Als Gründe für das Ende der Kooperation nannte eine weitere Quelle unter anderem „den Greenpeace Report über McKinsey sowie einen früheren Bericht der Rainforest Foundation[SB15] , [welche] Fragen über ihre [McKinseys] Arbeit aufwarfen“ [SB16] . Neben der Qualität von McKinseys Beratung dürften auch die saftigen Honorare der Firma eine Rolle für die Entscheidung gespielt haben. Der papua-neugineanische Blog PNGexposed [SB17] veröffentlichte interne Dokumente, welche zeigen, dass McKinsey Papua-Neuguinea mehr als 11.000 US-Dollar pro Seite[SB18] für einen knapp 40-seitigen Bericht zum Waldschutz berechnete. Dies ist umso unverständlicher, als das McKinsey selbst in einem vertraulichen Dokument an die Regierung bestätigt, das die eigenen Berater während der Ausarbeitung des Berichts „sehr wenig Zeit in Papua-Neuguinea verbracht ha[SB19] ben“.

Greenpeace Recherchen zeigen, dass McKinsey weiterhin Regierungen in Entwicklungsländer in Bezug auf Waldschutz und andere Klimathemen, wie zum Beispiel Green Growth, berät. Es wird Zeit, dass McKinsey offenlegt warum so wichtige Themen wie der Schutz der Artenvielfalt und die Rechte der Menschen die im oder vom Wald leben in den Analysen der Firma kaum vorkommen während der Einfluss der wahren Verursacher der Waldzerstörung systematisch heruntergespielt wird.


[SB1]http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/aus-der-mckinsey-welt-rauf-oder-raus-11661348.html

[SB2]http://www.zeit.de/2012/14/C-Unternehmensberater/komplettansicht

[SB3]http://www.zeit.de/2012/14/C-Unternehmensberater/komplettansicht

[SB4]http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:insolventer-solarkonzern-wie-q-cells-sich-in-die-pleite-beraten-liess/70018377.html

[SB5]http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/0,2828,812587,00.html

[SB6]http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/0,2828,812587-2,00.html

[SB7]http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:insolventer-solarkonzern-wie-q-cells-sich-in-die-pleite-beraten-liess/70018377.html

[SB8]http://www.greenpeace.de/themen/waelder/nachrichten/artikel/mckinsey_und_der_klimaschutz/

[SB9]Da sich die Zahlen hier ja immer ändern, kannst du das gern auch ändern falls die GPDE Position etwas anderes sagt.

[SB10]http://www.fao.org/forestry/livelihoods/en/

[SB11]https://solutions.mckinsey.com/ClimateDesk/default.aspx

[SB13]http://www.redd-monitor.org/2011/04/26/the-black-box-is-a-problem-for-everybody-benoit-bosquet-comments-on-mckinseys-cost-curves/

[SB14]http://www.redd-monitor.org/2012/01/18/mckinseys-bad-influence-on-redd-is-decreasing-at-least-in-papua-new-guinea/

[SB15]http://rainforestfoundationuk.org/McREDD

[SB17]http://pngexposed.wordpress.com/

[SB18]http://www.redd-monitor.org/2012/01/18/mckinseys-bad-influence-on-redd-is-decreasing-at-least-in-papua-new-guinea/

[SB19](http://pngexposed.files.wordpress.com/2011/06/mckinsey-payment.pdf)