10.09.2020

11 Bücher, die deine Sicht auf die Erde verändern

Langeweile? Nicht mit diesen Buchtipps.

Wir haben Ehrenamtliche von Greenpeace gefragt, welche Bücher sie bewegen. Hier sind ihre Buchempfehlungen für euch. 

 

1. Eine kurze Geschichte der Menschheit - Yuval Noah Harari

Evas Buchtipp:

Ich bin Eva und bin gerne in der Natur und mit Menschen zusammen. Da trifft es sich gut, das Buch "Eine kurze Geschichte der Menschheit" zu kennen, welches ich schon zweimal begeistert gelesen habe.

Yuval Noah Harari, Historiker, schafft es einen Überblick über den Werdegang der Menschheit zu geben und befasst sich mit der Frage, ob die Menschheit die Krönung der Schöpfung ist oder ob sie eine Riesengefahr für das Ökosystem unserer Erde darstellt. Dabei finde ich besonders die landwirtschaftliche Revolution einen interessanten und sehr wichtigen Aspekt seines Buches, in der die Menschen durch die heranwachsende Gruppengröße und ihre aufkommende Sesshaftigkeit angefangen haben Ackerbau und Nutztierhaltung zu betreiben.

Ein Wissen der vergangenen Menschheitsgeschichte und deren Folgen auf die gesamte Umwelt ist für mich ein notwendiges Wissen, mit dem wir nachhaltig und rücksichtsvoller in die Zukunft auf unserer Erde gehen könnten."

Weiterführender Tipp: Harari hat zwei weitere großartige Bücher über die Menschen von Heute und Morgen und deren Herausforderungen geschrieben: Home Deus – Eine Geschichte von Morgen und 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert.

 

2. Vom Ende der Klimakrise - Luisa Neubauer & Alexander Repenning

Leonies Buchtipp:

Mit einem kritischen und realistischen Blick schauen die Klimaaktivistin Luisa Neubauer und der Politökonom Alexander Repenning in ihrem Buch „Vom Ende der Klimakrise“ auf unsere Zukunft.
Sie zeigen uns wie die Zukunft sein wird, wenn wir still sitzen und sie zeigen uns wie sie sein könnte, wenn jeder einzelne von uns anfängt zu handeln und die Regierung unter Druck setzt.
Realistisch erklären sie, dass es einen Systemwandel bedarf, um den Klimawandel einzudämmen, aber sie machen auch Mut, dass es machbar ist und zeigen den Weg in eine grünere und gerechtere Welt.
Die Autoren beschreiben einen Weg raus aus der Klimakrise, indem sie Zusammenhänge aufdecken- wie die Klimakrise z.B. mit Sexismus, mit Vorstellungskraft und Kommunikation verbunden ist.
Das Buch macht Mut, aber auf eine Art und Weise, die einen handeln lässt.
Deswegen kann ich es nur weiterempfehlen. Das Buch öffnet einem die Augen und verleitet einen dazu, endlich etwas verändern zu wollen.
Es bedarf eines Systemwandels und der muss jetzt beginnen, damit wir unseren Planeten und die Menschheit retten können.

 

3. The rights of nature - David R. Boyds

Leonies Buchtipp:

David R. Boyds fantastisches Buch „The rights of nature“ beschreibt eine ganz neue Herangehensweise an den Schutz unseres Planeten. Der Autor macht auf eine Bewegung aufmerksam, die sich mehr und mehr ausbreitet. Es ist der Beginn einer Revolution, die nicht auf den Straßen stattfindet, sondern vor dem Gericht. Menschen fordern Rechte für all die anderen Lebewesen, die mit uns auf diesem Planeten leben und natürlich für Mutter Erde selbst. 2010 entwarf beispielsweise der südafrikanische Anwalt Cormac Cullinan die „Universal Declaration of the Rights of Mother Earth“ und fordert damit Rechte nicht nur für uns Menschen, sondern für den gesamten Planeten. 
Mithilfe historischer gerichtlicher Fälle veranschaulicht der Kanadier David R. Boyd die notwendigen Schritte für die Änderung der Verfassungen weltweit. Er verweist auch auf die Wurzeln unseres heutigen Problems, beispielsweise die Illusion, dass der Mensch etwas Besseres sei. Er fordert eine neue Denkweise. Eine Denkweise, die die Rettung unseres Planeten sein kann, wenn sich die Revolution vor Gericht durchsetzt.

 

4. Die Geschichte der Bienen - Maja Lunde

Janas Buchtipp:

"Die Geschichte der Bienen" ist der erste Roman aus Maja Lundes Klima-Quartett. Darin erzählt die Norwegerin die Geschichte von drei Personen aus den Jahren 1852, 2007 und 2098 und wie ihr Leben durch die Bienen bzw. ihr Fehlen geprägt werden.

Mir gefällt, wie Maja Lunde fiktionale Geschichten erzählt, die einen ganz realen Wesenskern haben. Bereits heute müssen in Teilen Chinas Blüten  von Menschenhand bestäubt werden, weil der Einsatz von Pestiziden die Bienen getötet hat. Eindrücklich und real ist deshalb auch die Botschaft des Buches: Unser Leben ist unausweichlich mit den Bienen verbunden."

Es sind bereits zwei weitere Romane aus Maja Lundes Klima-Quartett erschienen. Nächste Woche stellt euch Annika Die Geschichte des Wassers vor.

 

5. Die Geschichte des Wassers - Maja Lunde

Annikas Buchtipp:

Die Geschichte des Wassers ist das zweite Buch aus dem Klima-Quartett der Autorin Maja Lunde. Darin erzählt sie zwei Geschichten. Diese spielen in den Jahren 2017 und 2041. Maja Lunde zeigt in ihren Geschichten das Wasser so wie es ist: Überlebenswichtig für Mensch und Natur.

Für mich ist der Roman wie ein Blick für eine mögliche Zukunft. Schon jetzt leiden viele Gegenden weltweit unter großer Wasserknappheit. Und auch hier in Deutschland sind Trockenphasen ein Problem.

Die Botschaft, welche dieses Buch mit sich bringt, ist, dass wir unseren Verbrauch und Einsatz von Wasser überdenken müssen. Denn: Ohne Wasser gibt es kein Leben.

 

6. Tiere denken - Richard David Precht

Ines' Buchtipp:

Prechts philosophische Bücher begeistern mich fast alle, „Tiere denken“ hat mich jedoch besonders zum Nachdenken angeregt. Precht schildert, wie immer gut recherchiert, den menschlichen Umgang mit Tieren in unserer Geschichte und diskutiert unter anderem mit der Verhaltensforschung, ob dieser moralisch vertretbar ist. Der Untertitel „Vom Recht der Tiere und den Grenzen der Menschen“ lässt schon erahnen, was gerade in unserer heutigen Tierethik-Debatte eigentlich eindeutig sein müsste: So wie jetzt können wir nicht weiter machen. 

Precht philosophiert darüber, welches Kriterium dafür spricht Tiere moralisch zu achten – Ihre Leidensfähigkeit, ihr Lebenswille, ihre Intelligenz, oder alles zusammen.

Doch er schafft es in dieses eigentlich schwere und oft bedrückende Thema trotzdem auch Witz hineinzubringen, in dem er Fragen diskutiert, was uns eigentlich von anderen Tieren trennt.

Bestimmt insgesamt keine leichte Kost, aber hilfreich, um in so manch‘ eine Diskussion interessante Fakten einzubringen und um zu verstehen, wie es dazu kommen konnte, dass in unserer Welt Tiere straffrei ausgebeutet und benutzt werden.

 

7. Biophilia in der Stadt - Clemens Arvay

Ines' Buchtipp:

Natur in der Stadt erleben - davon handelt das Buch des Autors Clemens Arvay, der bereits mit "Der Biophilia-Effekt" einen Besteller landete. Für uns Augsburger*innen, mit unserem tollen Stadtwald, ein ganz besonders interessantes Buch! 
Bäume reichern die Stadt mit Sauerstoff an und sorgen so für eine saubere Luft!  Gleichzeitig nehmen sie Kohlendioxid auf und entziehen der Stadt den gefährlichen Feinstaub. Birken können das ganz besonders gut!
Bereits 10 Bäume um einen Wohnblock führen bei den Bewohner*innen zu einer biologischen Verjüngungskur um 7 Jahre! Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Bluthochdruck nehmen in einer Stadt ab, in welcher wir die Natur wieder hereinlassen.  Der Autor erklärt in seinem Buch, wie wir das am besten schaffen können.

 

8. Das geheime Leben der Bäume - Peter Wohlleben

Ines' Buchtipp:

Ich bin Ines und in meiner Freizeit am liebsten in der Natur. Der Wald ist dabei mein absoluter Lieblingsort, weswegen ich das Buch „Das geheime Leben der Bäume“ fasziniert verschlungen habe.
Peter Wohlleben schafft es einen auch ohne viele Vorkenntnisse von der Anziehungskraft des Waldes zu bezaubern. Der Förster erzählt von der Kommunikation der Bäume untereinander und wie alles miteinander verwoben ist. Der Wald erscheint einem am Ende des Buches wie ein guter Freund und man kann den nächsten Waldspaziergang kaum abwarten, um all das Gelesene selber zu bestaunen

Wusstet ihr zum Beispiel, dass der Stamm einer ausgewachsenen Buche so viel Zucker und Zellstoff wie ein 10.000 qm großes Weizenfeld braucht? Dafür braucht sie aber auch 150 Jahre zum Wachstum. 

Peter Wohlleben hat noch weitere fesselnde Bücher über die Kraft der Natur verfasst. Zum Beispiel „Das geheime Netzwerk der Natur“ oder „Das Seelenleben der Tiere“ – immer mit dem Appell nach mehr Achtsamkeit und Respekt gegenüber unserem Lebensraum.
Was fasziniert euch am Wald? 

 

9. Die letzten ihrer Art - Douglas Adams

Lenas Buchtipp:

Das Buch entstand in den 80ern und sollte ursprünglich ein Radiopodcast werden, in dem Douglas Adams mit Mark Carwardine, einem britischen Zoologen zu einigen fast ausgestorbenen Tierarten reiste. Seine unheimlich charmante und teilweise witzige Art, die Situation auf der Reise, aber auch die jeweilige Situation der Tierarten zu beschreiben, hat mich sowohl zum Totlachen wie auch zum Weinen gebracht. Jedes Kapitel beschreibt die Reise zu einem anderen Tier wie beispielsweise dem Yangtse Delfin, dem Eye Eye oder dem Kakapoo. Am Ende des Buches – ein Jahr nach der Reise geschrieben – gibt das Buch noch einmal ein Update darüber, wie sich die Bestände entwickelt haben, und wie auch die Aufmerksamkeit durch den Podcast zu dieser Entwicklung beigetragen hat. Eine der auf der Reise besuchten Spezies ist seit gut zwei Jahren de facto ausgestorben, als der letzte Bulle der nördlichen weißen Nashörner starb. Weil ich mit diesem Buch aufgewachsen bin, hat mich diese Meldung damals besonders getroffen.

Übrigens: 2009 kam – leider ohne den bereits verstorbenen Douglas Adams – von der BBC eine Doku-Reihe heraus, in der Mark Cawardine mit einem britischen Moderator zu den verbliebenen Tierarten reiste. Die Filme gibt es auf YouTube zu sehen.

 

10. Wildlife Gardening - Dave Goulson

Kathis Buchtipp für alle mit und ohne grünen Daumen:

Wildlife Gardening von Dave Goulson wurde mir damals im Bergwaldprojekt empfohlen und ich kann es widerrum nur weiterempfehlen. Es geht um viele große und kleine Aspekte, wie man, vor allem im eigenen Garten, aber auch ganz allgemein, die Welt ein klein wenig besser machen kann. Beschrieben werden neben vielen verschiedenen Tieren (Bienen & Co, Falter, Insekten, ..) auch Pflanzen mit ihren Eigenheiten und verrückten und schlauen Geheimnissen - man merkt total, wie begeistert der Autor selbst ist und das überträgt sich ganz automatisch. Mit viel Witz, Ironie und auch wissenschaftlichen Fakten wird aufgezeigt, wie ein Garten voller Leben sein kann, wenn man Zeit und Mühe statt ins Rasen mähen in organisiertes Gartenchaos steckt und wie wichtig das ist, um dem Planeten zu helfen.

 

11. Zero Waste - Shia Su

Roberts Buchtipp: 

Wie bekommt man den Müll  eines Jahres in ein Einmachglas?

In dem Buch "Zero Waste - Weniger Müll ist das neue Grün" stellt euch Shia Su jede Menge Ideen zur Müllreduktion in verschiedenen Alltagssituationen vor. Es gibt jede Menge Tipps zum Herstellen aller gängigen Alltagsartikel. Alle Tipps sind sehr einfach gestaltet und lassen sich leicht in den Alltag integrieren. Das Buch gibt es natürlich auch in der papierlosen Variante.
Ein super Einstieg für alle, die sich mit dem Thema Zero Waste beschäftigen wollen und eine Anleitung zur Umsetzung benötigen.

Zero Waste = Lebensstil für eine zukunftsfähige Welt.

 

Weitere interessante Buchtipps findet ihr unter anderem hier.

 

Ein Beitrag von: Eva Maier, Leonie Zwiessler, Jana Kornely, Ines Heinbach, Lena Harttmann, Katharina Wagner, Annika Furch, Robert Biller



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