Korallenriff Nauru im pazifischen Ozean
Greenpeace Gastautor
01.09.2016

3 Gründe, warum wir jetzt Meeresschutzgebiete brauchen

Am vergangenen Freitag erklärte US-Präsident Obama das "Papahanaumokuakea Marine National Monument" bei Hawaii zum Meeresschutzgebiet. Damit werden 1,5 Millionen Quadratkilometer und etwa 7000 Arten unter Schutz gestellt. Doch damit nicht genug der guten Nachrichten: Regierungsvertreter aus der ganzen Welt tagen bis zum 16. September bei einem Treffen der Vereinten Nationen in New York. Sie beraten über ein neues Abkommen, mit dem die Meere gerettet werden sollen.
 
 Zwei Drittel der Ozeane weltweit erstrecken sich außerhalb der nationalen Hoheitsgewässer über die sogenannte "Hohe See", für die es kein internationales Schutz-Regelwerk gibt. Zum Glück will die internationale Staatengemeinschaft jetzt etwas gegen diesen Missstand unternehmen. Das UN-Treffen in New York könnte maßgeblich dazu beitragen, den schwer gebeutelten Meere zu helfen!

Krebs im Meeresschutzgebiet vor dem Sylter Außenriff
Faszinierende Unterwasserwelt: Ein Krebs im Meeresschutzgebiet vor dem Sylter Außenriff


Drei der vielen Gründe, die deutlich machen, warum die Meere unseren Schutz brauchen:

1. Mehr Schutzgebiete = mehr Leben

Studien belegen, dass sich in Meeresschutzgebieten, die für die Fischerei tabu sind, die Biomasse der Pflanzen und Tiere vervierfacht und die individuelle Größe der Lebewesen stark zunimmt. Die Schutzzonen dienen bedrohten Tierarten wie Walen und Schildkröten als Aufzuchtgebiete. Durch den Schutz der Ökosysteme wird die Artenvielfalt erhalten.

Fangschreckenkrebs in Thailand
Meeresschutzgebiete sichern den Fortbestand vieler Arten - zum Beispiel der Fangschreckenkrebse

2. Viele Fische und viel Geld

Forscher haben herausgefunden, dass auch die Wirtschaft auf regionaler Ebene von gesunden und geschützten Meeren profitiert. Eine kürzlich vom National Geographic veröffentlichte Untersuchung belegt, dass Meeresschutzgebiete oftmals für mehr Tourismus sorgen und Fischereifirmen außerhalb der Schutzgebiete steigende Erträge bescheren. Anfängliche Kosten für die Einrichtung des Schutzgebietes können schon nach fünf Jahren wieder aufgefangen werden.

Beispiele aus Großbritannien, Chile, Neuseeland und den USA machen deutlich, dass es politisch durchsetzbar ist, industrielle Fischerei, Ölförderung und anderen Rohstoffabbau großflächig zu verbieten.

Große Schutzgebiete in den internationalen Gewässern der Hohen See tragen dazu bei, dass die natürlichen Ressourcen der Meere gerechter verteilt werden, denn viele kleine und arme Staaten mit großen Küstenanteilen würden besonders profitieren.

Lanta-Meeresnationalpark vor der Insel Haa Yai Thailand
Hübsch, nicht wahr? Wir müssen dafür sorgen, dass mehr Orte wie dieser geschützt werden - abgebildet ist das Lanta-Meeresnationalpark vor der Insel Haa Yai in Thailand.

3. Meeresschutzgebiete können uns vor der Folgen des Klimawandels schützen

Meeresschutzgebiete verbessern die Widerstandsfähigkeit der Meere gegen die Folgen des Klimawandels - wie zum Beispiel die Versauerung der Meere. Über die Hälfte der biologischen Kohlenstoffvorräte wird von Meeresorganismen gespeichert. Wenn Regionen mit Salzwiesen, Mangroven und Meeresböden aus Algen und Seegräsern geschützt werden - allesamt hervorragende Kohlenstoffspeicher - können die Folgen des Klimawandels abgepuffert werden.

Postkarten für Arktis-Schutzgebiet
“Die Arktis ist kostbar. Bitte schützt sie!" Mit diesen Postkarten setzen sich Greenpeace-Unterstützer bei der norwegischen Regierung für ein Schutzgebiet in der Arktis ein.

Was passiert jetzt?

Es gibt in den nächsten Jahren noch viel zu tun, um ein gutes und wirksames UN-Abkommen auf den Weg zu bringen.

Weniger als ein Prozent Fläche der hohen See sind derzeit geschützt. Wissenschaftler glauben, dass mindestens 30 Prozent der Meere durch ein weltweites Netz aus Schutzgebieten geschützt werden müssen, wenn der Verlust der marinen Artenvielfalt aufgehalten, Fischbestände sich erholen und die Widerstandskraft gegen die Klimakatastrophe erhöht werden sollen.

Ein UN-Bericht führt aus: Wir brauchen dringend internationale Anstrengungen, um die Ozeane vor den vielen Bedrohungen zu schützen. Regierungen haben sich schon dazu bereit erklärt, 10 Prozent der küstennahen Gewässer und marinen Lebensräume bis 2020 zu schützen. Das wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung. Viele Länder sind dennoch weit davon entfernt, ihre Ziele zu erreichen.

Ich werde gemeinsam mit internationalen Kolleginnen und Kollegen von Greenpeace an der Konferenz in New York teilnehmen. Wir wollen sicherstellen, dass klare Regeln für die Schaffung von Schutzgebieten aufgestellt werden, damit die Meere auch wirklich geschützt werden.

Autor Magnus Eckeskog ist Meeresexperte bei Greenpeace Nordic.

Topic
Meere

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Gastautoren aus der Greenpeace-Welt schreiben über die Kampagnen, für die sie sich in ihren Ländern einsetzen.


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