Greenpeace Gastautor
13.09.2019

Amazonas-Riff: Fortpflanzungsort der Wale

Unsere Wissenschaftler*innen beweisen erstmals, dass sich Wale am Amazonas-Riff fortpflanzen

Wenn ich eine wichtige Entscheidung treffen muss, versuche ich immer, eine Liste der Vor- und Nachteile zu erstellen. Ich weiß, dass dies keine einzigartige Idee ist, aber Du wärst überrascht über die Anzahl der Entscheidungen, die getroffen werden, ohne dass man sich der Nachteile bewusst ist. Dies ist leider der Fall bei BP. Der britische Ölkonzern plant seit 2013, in der Region des Amazonas-Riffs in Brasilien nach Öl zu bohren. Die Existenz des Riffes war zunächst nicht bekannt, bis wir ihnen 2017 die ersten Unterwasseraufnahmen dieses erstaunlichen Ökosystems zeigten.

Eines der ersten Bilder des Amazonas-Riffs

Die Bilder konnten sie allerdings nicht überzeugen. Also gingen wir 2018 zurück und bewiesen, dass das Amazonas-Riff größer war als erwartet und dass es sich von Brasilien aus bis nach Französisch-Guayana erstreckte. Aber selbst das war nicht genug. Etwas später, im Dezember 2018, verweigerte IBAMA (die für die Analyse der Umweltauswirkungen von Projekten zuständige Umweltbehörde) dem BP-Partner Total die Lizenz für Bohrungen in diesem Gebiet.

Die Gründe sind klar: Es gibt keine Möglichkeit, diese faszinierende Region vor einer möglichen Ölpest zu schützen. Aber selbst das überzeugte BP nicht. Wir kamen also mit weiteren Gründen zurück, um die Amazonasregion zu schützen und haben jetzt zum ersten Mal bestätigt und dokumentiert, dass es sich hier um ein Gebiet handelt, durch das Wale migrieren und in dem sie sich fortpflanzen.

Buckelwal am Amazonas-Riff

Das ist aber nicht alles: Wir haben auch Segelfische, Zügeldelfine, kleine Schwertwale, Zwerggrindwale und erstmalig in den Gewässern Französisch-Guayanas Brydewale, Seidenhaie und Breitschnabeldelphine dokumentiert.

Brydewal am Amazonas-Riff

Ist es nicht offensichtlich, dass BP sich jetzt aus der Amazonas-Riffregion zurückziehen sollte?

Diese Region ist unglaublich vielfältig und anfällig. Es ist ein Schlüsselbereich, der geschützt werden muss, wenn wir ausgewogene, gesunde Ozeane wollen, und dafür brauchen wir zwei Dinge:

  • Es ist zwingend erforderlich, dass BP die Ölbohrpläne dort zurückzuzieht, bevor es zu spät ist.
  • Und wir brauchen einen starken globalen Ozeanvertrag, um ein Rechtsinstrument zu haben, um den Hochseeteil dieser erstaunlichen Region vor den rücksichtslosen Plänen der BPs dieser Welt zu schützen.

Wir werden die Ozeane nicht schützen können, wenn wir BP nicht aufhalten. Hilf uns, die Nachricht zu verbreiten, um die atemberaubende Mega-Fauna und den Reichtum dieser Region zu schützen!

Unterschreibe unsere Petition und unterstütze unsere Arbeit.

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