Kirsten Brodde
09.11.2017

Buy nothing, Make Something!

Warum wir lieber kreativ sind, als shoppen zu gehen

Habt Ihr Lust, mal wieder etwas Schönes selbst herzustellen, anstatt auf Schnäppchenjagd durch Einkaufszentren zu hetzen? Lieber einen kreativen Flow haben, statt Stress für billigen Trash aus dem Discounter? „Buy nothing, make something“: Wir sind, was wir tun und nicht was wir kaufen!

Lasst uns jetzt, in der Vorweihnachtszeit, gemeinsam ein Festival des Selbermachens feiern, international und gleichzeitig in Berlin, Rom, Barcelona, Hongkong und Peking. Am Wochenende des 8/9/10. Dezember 2017, laden wir Euch zum „Make SMTHNG“-Event in die Berliner Kreativ-Fabrik „Flutgraben“ ein. Am Freitag ab 18 Uhr, Samstag von 10-21 Uhr und Sonntag von 10-18 Uhr. Der Eintritt ist natürlich umsonst.

 

Wir bieten Euch bei „Make Something“ eine Fülle von Kursen und Tutorials aus bereits vorhandenen Materialien an. Der Freitag startet am frühen Abend mit einer Swimping Party zum tauschen und verschönern Eurer Kleidung. Am Samstagmittag diskutieren wir mit der Frage „Die Zukunft aus dem Drucker?“, ob innovative Lösungen wie 3D-Druck die Zukunft des Selbermachens sein könnten. Das ganze Wochenende gibt es Workshops, Mitmach-Stände und Vorträge zum Beispiel zu Zero-Waste-Cooking (wie man tolle Rezepte aus geretteten Lebensmitteln zaubert!); Experten zeigen Euch, wie man aus organischen Resten wertvolle Kosmetik herstellt und aus Second-Hand und Stoffresten Kleidung modisch upcycelt. Wir lernen, wie man mit Avocado-Kernen Stoffe lachsrot färbt und wir haben eine Repair-Station für technische Geräte. Und wir treffen Rob Greenfield, den kalifornischen Alltagsheld für ein völlig abfallfreies und autonomes Leben.

Viele von Euch haben die Freude am Selbermachen bereits wiederentdeckt. Kochen, Kleidung ausbessern, Elektronik reparieren, Möbel aufpeppen, eigene Lebensmittel anbauen, ohne Kunststoff leben und Kleidung, Fahrzeuge und Wohnungen miteinander teilen. Viele von Euch engagieren sich bereits in Nachbarschaftsinitiative gemeinschaftlich für eine neue Wertschätzung von Dingen, die uns bestenfalls ein Leben lang begleiten. Unsere Wohnungen sind voll mit Materialien, aus denen wir etwas Neues schaffen können.

Bringt mit, was ihr verändern oder verschönern wollt. Die „Make SMTHNG Week“ wird ein Schaufenster für Eure kreativen, innovativen und einzigartigen Alternativen zum ständigen Shoppen von Dingen, die wir eigentlich nicht brauchen.

„Make Something“ bedeutet natürlich auch: Handeln für eine bessere Welt, ohne Wegwerf-Konsum auf Kosten von Umwelt und Menschenrechten. Fakt ist: Wir kaufen zu viel Zeug. Milliarden  Menschen auf diesem Planeten kaufen Lebensmittel, Mode, Elektronik und Autos. Deren Herstellung trägt zum Klimawandel bei, zerstört Wälder und verschmutzt unsere Ozeane.

Die Menge an Abfall, die wir erzeugen, ist überwältigend. Plastikmüll erstickt unsere Meere. Geräte, die mit eingebautem Verschleiß den Markt fluten, werfen wir schnell weg.

Es ist inzwischen billiger, neue Dinge zu kaufen, als sie zu reparieren. Obwohl unsere Technologie fortschrittlich genug ist, um uns sofort mit allen Ecken der Welt zu verbinden, können wir unsere Mobiltelefone immer noch kaum reparieren.

Wir müssen von einer Wegwerfkultur zu einer Kultur des Wertschätzens wechseln. Man mag manche Resultate des Do-it-yourself-Eifers belächeln. Doch liegt darin eine echte Chance, Sand im Getriebe der Wegwerf-Kultur zu sein und Teil einer weltweiten Gegenbewegung, die Greenpeace organisiert.

Wer eigenhändig etwas herstellt, beginnt, die die Welt – und sich selbst – anders wahrzunehmen. Selbst ein angenähter Knopf oder die erste selbstangerührte Kosmetik kann der erste Schritt zur Umstellung der eigenen Lebensgewohnheiten sein.

Du willst mitmachen, kannst aber nicht in Berlin dabei sein? Nichts leichter als das:


Kirsten Brodde

Kirsten Brodde

Kirsten Brodde hat Journalistik, Germanistik und Medizin studiert und arbeitet als Textilexpertin der Detox-Kampagne für Greenpeace.


Weitere Beiträge zum Thema


Diskutiere mit uns

Bitte einloggen oder registrieren, um Kommentare zu schreiben.