CO2-Emissionen: NASA-Simulation
Benjamin Borgerding
16.11.2017

CO2: Eine NASA-Simulation zeigt den unsichtbaren Feind

 

15.000 Wissenschaftler aus 184 Ländern haben kürzlich eine "Warnung an die Menschheit" unterzeichnet - veröffentlicht im Fachjournal "BioScience“. Darin zeichnen die Wissenschaftler ein düsteres Bild vom Zustand der Erde: Todeszonen in den Ozeanen breiten sich aus, das Trinkwasser schwindet und Wälder werden im Rekordtempo für Ackerflächen plattgemacht.

Der Klimawandel ist mittlerweile ebenso sehr Folge wie Ursache für die Verschärfung globaler Umweltprobleme. Hinterwäldler glauben noch an das Gegenteil, den Rest der Menschheit hat die eindeutige Faktenlage überzeugt: Die Erderhitzung ist menschgemacht – und sie muss schleunigst gebremst werden, wenn nicht alles noch schlimmer kommen soll.

Warum trotz der großen Dringlichkeit die meisten Regierungen dennoch eher gelassen Klimaschutz betreiben, darüber haben sich schon viele kluge Köpfe den Kopf zerbrochen. Eine Theorie lautet: Der Hauptschuldige – das CO2 – ist unsichtbar. Und was unsichtbar ist, wird nicht als Problem wahrgenommen. Das genau wiederum ist ein großes Problem. Der Kampf gegen eine unsichtbaren Feind ist frustrierend.

Genau aus diesem Grund leistet die Computersimulation GEOS-5, in der NASA-Wissenschaftler die Verteilung des Treibhausgases CO2 über den Verlauf eines Jahres sichtbar machen, einen wertvollen Dienst: Sie macht das Problem sichtbar.

Die Animation zeigt, dass der globale CO2-Ausstoß sich vor allem auf die Nordhalbkugel konzentriert. Man sieht deutlich, wie die CO2-Konzentration im Frühjahr und Sommer runtergeht – wenn viele Pflanzen CO2 über Fotosynthese aufnehmen. Die Perspektive aus dem Weltall macht klar: Der Klimawandel ist ein globales Problem, das nur global gelöst werden kann, indem jedes Land seinen Beitrag zum Klimaschutz leistet. Für Deutschland heißt das: Kohleausstieg!

Eine vollständige Erklärung gibt dir der NASA-Wissenschaftler Bill Putman:

2017 trafen sich die Staatsvertreter von fast allen Ländern in Bonn, um über die Zukunft von Klimaschutz zu verhandeln. Sie haben sich das Ziel gesetzt, die Erderhitzung auf deutlich unter 2 °C zu begrenzen, nach Möglichkeit sogar bei 1,5 °C.

Topic
Klimawandel

Benjamin Borgerding

Benjamin Borgerding

Benjamin Borgerding (*1982) hat in Frankfurt am Main Anglistik und Medienwissenschaften studiert.


Weitere Beiträge zum Thema


Diskutiere mit uns

Bitte einloggen oder registrieren, um Kommentare zu schreiben.