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Greenpeace Gastautor
11.12.2015

Das "Fossil des Tages" geht an: Die EU und die Umbrella-Staaten

Den "Fossil of The Day" am Donnerstag haben abgeräumt... die EU und die sogenannten Umbrella-Staaten (Australien, Kanada, Japan, Neuseeland, Kasachstan, Norwegen, Russland, Ukraine und die USA). Sie alle haben sich geweigert, einer Überprüfung ihrer Selbstverpflichtungen (der sog. INDCs) vor 2020 zuzustimmen. Wenn diese Länder sich bewegen würden, könnten auch die Entwicklunsgländer dazu gebracht werden, ihre INDCs bereits 2018 überprüfen zu lassen und zu verschärfen. Nur über eine laufende Beobachtung und frühzeitige Verschärfung der Ziele kann die globale Erwärmung unter 2 Grad und idealerweise unter 1,5 Grad gehalten werden.

Auf dem zweiten Platz landen alle 196 Länder. Als sich das für das Abschlussdokument zuständige Komitee gestern in Paris traf, wirkte es, als würden die Verhandlungen nicht für die Menschen oder den Planeten geführt werden, sondern einzig, um den kurzfristigen Eigeninteressen der Regierungen genüge zu tun. Die Länder müssen endlich begreifen, dass diese Konferenz die Möglichkeit bietet, die Welt auf den richtigen Weg zu bringen - hin zu einer Zukunft, in der Energie zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien gewonnen wird und alle Menschen auf der ganzen Welt ein gutes, sicheres Leben führen können!

 

Die EU-Staaten landen noch ein zweites Mal auf dem Siegertreppchen und bekommen ein weiteres bronzefarbenes "Fossil des Tages" für den dritten Platz. Die EU-Länder reden zwar von "Dekarbonisierung" und in einzelnen Statements sogar davon, dass die Erderwärmung unter 1,5 Grad begrenzt werden muss, dennoch klammern sie sich an die Kohlekraft. Dabei ist klar: Die EU muss sich in jedem Fall von der Kohlekraft verabschieden, wenn es einen gerechten Übergang zu den Erneuerbaren geben soll.

Unser "Sonnenstrahl des Tages" ("Ray of the Day") geht an die Malediven und die Philippinen. Es war sehr ermutigend, dass sich diese Länder - beide sind vom Klimawandel besonders betroffen - gestern deutlich dafür ausgesprochen haben, dass ein Pariser Abkommen sicherstellen muss, dass die Länder sich im Jahr 2018 erneut an einen Tisch setzen, um ihre Ziele nochmals zu verbessern. Wenn das nicht geschieht, stecken wir für die nächsten 15 Jahre in einem Korridor fest und es gibt keine Chance mehr, 1,5 Grad noch zu erreichen.

Bis zum 12. Dezember verhandelt die Welt auf der UN-Klimakonferenz über ein neues Klima-Abkommen. Täglich verleiht das "Climate Action Network" in Paris den Schmähpreis "Fossil of the Day" an den (oder die) Blockierer des Tages. Unsere Beiträge orientieren sich an der Blogserie, die im Original hier veröffentlicht wird.

 

Topic
Klimawandel
Format
Analyse

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Gastautoren aus der Greenpeace-Welt schreiben über die Kampagnen, für die sie sich in ihren Ländern einsetzen.


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