04.12.2018

Die Klimakrise zerstört unseren Lebensraum

Auf den Philippinen verklagen Menschen Großkonzerne wie Shell, BP und RWE.

Die Niederlande wurden von der NGO Urgenda gemeinsam mit 900 Bürgern verklagt, die EU wird von zehn Familien verklagt- weltweit setzen sich immer mehr Menschen mit juristischen Mitteln für den Klimaschutz ein! Auf den Philippinen müssen sich die 50 größten "Klimasünder" für die Folgen des Klimawandels verantworten.

Klimaschutz mittels eines Rechtsstreits wird im Kampf gegen Treibhausgase immer aktueller. Auf den Philippinen (und nicht nur dort) bedroht der Klimawandel das Leben vieler Menschen, zerstört ihre Heimat und Lebensgrundlage. Der Klimawandel ist kein Zufall, sondern von Menschen gemacht! Ob das gegen die Menschenrechte geht, wird erstmalig auf den Philippinen eine Kommission.  

Demozug auf den Philippinen
November 2015: Rund 15.000 philippinische Demonstranten fordern Klimagerechtigkeit für benachteiligte Nationen wie die Philippinen und fordern vor den internationalen UN-Klimaverhandlungen, die am 30. November 2015 beginnen, ein starkes, faires und ehrgeiziges globales Klimaabkommen.

Im November 2013 wütet der verheerende Taifun Haiyan auf den Philippinen. Viele Menschen verlieren ihren Lebensraum oder sogar ihr Leben. Später regen Opfer und Angehörige gemeinsam mit mehreren Umweltschutzorganisationen, darunter auch Greenpeace Südostasien, das Verfahren gegen die weltweit größten Umweltverschmutzer an. Grund dafür soll ihre Verantwortung für den Klimawandel sein. Und Ziel dabei ist es die Kohle-, Erdöl-, Erdgas- und Zementkonzerne in die Pflicht zunehmen und für ihre massiven Treibhausgasemissionen zahlen zu lassen. 

Zu den angeklagten Konzernen zählen Unternehmen wie Shell, BP und RWE. Die Rangliste geht auf eine Studie des Climate Accountability Institute zurück. Danach tragen die Unternehmen aus den Bereichen Erdöl, Erdgas, Kohle und Zementproduktion eine Verantwortung an der globalen industriellen CO2-Emissionen zwischen 1854 und 2010. Die Unternehmen zweifeln die Legitimität der Anklage an mit der Begründung, das Klimaschutz nicht Aufgabe der Unternehmen, sondern der Staaten ist. 

Im März 2018 starteten die Verhandlungen. Teilnehmen werden viele Menschen von den Philippinen, die vom Klimawandel betroffen sind. Außerdem Vertreter der philippinischen Klimakommission und einige internationale Klima-Experten, die die Verantwortung zwischen dem Klimawandel und der Verantwortung von Unternehmen zur Einhaltung der Menschenrechte erklären sollen. Unter anderem auch Amalie Obusan, Direktorin des Greenpeace-Büros auf den Philippinen:

Es sind die Unternehmen der fossilen Brennstoffindustrie, die den Großteil der Verantwortung für den Klimawandel und die damit verbundenen Schäden tragen, und sie können und müssen zur Rechenschaft gezogen werden.

Weitere Anhörungen sind in den nächsten Monaten auf den Philippinen, in den USA und in Europa geplant. Die Antragsteller hoffen, dass die Kommission ihre Untersuchung bis Ende dieses Jahres abschließen und Anfang 2019 ihren Beschluss veröffentlichen wird.

Diese Klimaklage hat eine besondere Stellung und kann das allgemeine Verständnis der Verantwortung von Unternehmen gegenüber dem Klimawandel verändern. Und kann zeigen, welche große Rolle Unternehmen der fossilen Brennstoffindustrie in der Klimakrise spielen.

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Aktivisten
Topic
Klimawandel

Talika Öztürk

Talika (*1995) unterstützt Greenpeace in der Online-Kommunikation und beschäftigt sich mit dem Thema Klima-Kommunikation. 


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