Greenpeace Gastautor
18.10.2019

Mount Vema: Was sind eigentlich Seeberge?

Bergsteigen auf hoher See

Wusstest du, dass es unter dem Meer riesige Berge gibt?

Tiefseeberge sind große unterseeische Berge, die durch vulkanische Aktivität entstanden und unter dem Ozean versunken sind. Obwohl sie einst von Seefahrern nur als Belästigung empfunden wurden, haben Wissenschaftler entdeckt, dass die Strukturen von Seebergen Hotspots für marines Leben sind. Die steilen Hänge der Seeberge transportieren Nährstoffe aus den Tiefen des Meeresbodens nach oben in Richtung der sonnenbeschienenen Oberfläche und versorgen die Meeresbewohner mit nährstoffreicher Nahrung.

Wir befinden uns derzeit auf einer epischen Reise, die von der Arktis bis zur Antarktis führt. Wir halten auf dem Weg für wissenschaftliche Untersuchungen an, die uns helfen sollen, die Komplexität der riesigen Wassermengen, die uns umgeben, zu verstehen. Unser nächster Halt ist der Tiefseeberg Mount Vema und hier sind vier Dinge, die du darüber wissen solltest:

1/ Mount Vema ist so hoch wie 767 übereinander gestapelte Giraffen

Der Seamount Vema wurde 1957 (einige Quellen sagen 1959) von einem Ozeanographischen Forschungsschiff mit dem gleichen Namen entdeckt. Vom Meeresboden aus erstreckt er sich über 4 600 m hoch. Das ist 4,5 mal höher als der legendäre Tafelberg in Südafrika, oder so hoch wie 767 Giraffen, die übereinander gestapelt sind. Das bedeutet auch, dass der Gipfel des Mount Vema nur 26 Meter unter der Meeresoberfläche liegt, so dass Greenpeace mit menschlichen Taucher*innen dorthin fahren und die erstaunliche Biodiversität der Region dokumentieren kann.

Unterwasserwelt vor Sardinien. Ähnliche Aufnahmen erwarten wir auch von Mount Vema.

2/ Die ersten Entdecker*innen des Vema waren auf der Jagd nach Diamanten.

Die Entdecker*innen hofften zunächst, große Diamantenvorkommen auf Vema zu finden. Stattdessen fanden sie eine andere Art von Reichtum: den Tristan Felsenhummer oder Jasus tristani, eine Hummerart, die sonst nur auf dem Tristan da Cunha Archipel etwa 1.000 Seemeilen entfernt zu finden ist. Diese Art von Hummer genoss bei Liebhabern von Meeresfrüchten großen Beliebtheit und wurde zu einem hohen Preis verkauft, bevor er am Mount Vema aufgrund von Überfischung praktisch ausstarb. Die Hummerpopulation hat sich bis heute nicht erholt.

Unterwasseraufnahme vor der Küste Sardiniens. Ähnliche Bilder erwarten wir auch von Mount Vema.

3/ Der Mount Vema ist übersät mit verlassener Fanggeräte.

Jetzt, anstelle von Tristan-Hummer, finden Untersuchungen in der Gegend nur noch alte, ausgediente Fischereigeräte, eine tödliche Falle für zahlreiche Tiere. Verlassene Fanggeräte, die als "Geisterausrüstung" bezeichnet werden, fangen immer noch Meerestiere, als ob sie noch benutzt würden, und fangen und verwickeln Arten, die sich nicht befreien können und am Ende sterben. Dies schadet sowohl der Meeresfauna als auch den Fischern, die einen Teil ihres potenziellen Fangs verlieren.

Geisternetze, die im Pazifik treiben. Ähnliche Aufnahmen erwarten wir auch von Mount Vema.

4/ Ein starker, globaler Meeresschutzvertrag könnte dazu beitragen, diesen Ort zu schützen.

Seeberge wie der Mount Vema befinden sich oft meilenweit von den nationalen Gewässern der Länder entfernt, weit draußen auf hoher See. Das macht es schwierig, ihnen einen angemessenen Schutz zu gewähren, da die Lücken in den bestehenden Vorschriften von zerstörerischen Industrien leicht ausgenutzt werden können. Deshalb setzen wir uns für einen globalen Vertrag zum Schutz der Hohen See ein, damit einzigartige Ökosysteme wie die von Vema endlich wirksam geschützt werden können.

Folge dem Link und unterschreibe unsere Petition zum Schutz der Meere: https://act.gp/2MoDIHC

 

Geschrieben von Helena Kowarick Spiritus - Meereskampagnerin bei Greenpeace Deutschland

Topic
Meere

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