12.01.2017

Netflix muss grün werden

Ich bin ein Serienfan. Durch und durch. Deshalb stört mich, dass meine meistgeliebten Streaming-Serien von Netflix und co. immer noch mit dreckigem Kohle- und Atomstrom betrieben werden. Ich glaube, das können wir ändern: Netflix muss grün werden!

Ich liebe meine Serien...

Wenn ich mit Freunden im Gespräch bin, muss ich mich bremsen, um nicht dauernd von der letzten Episode einer meiner Lieblingsserien zu erzählen, von denen viele auf Netflix laufen: House of Cards, Orange is the New Black, Narcos. Und damit bin ich nicht allein: Millionen Menschen weltweit und auch in Deutschland schauen Filme und Serien mittlerweile übers Internet und sorgen bei Streaming-Plattformen für Milliarden-Einnahmen. Netflix und co. gehören für mich mittlerweile zu meinem Leben dazu und ist für mich Vorreiter was Fernsehen im Internet angeht – deshalb stört es mich, zu sehen, dass Netflix beim Thema „Grünes Internet“ hinterher läuft.

100% grüner Strom ist möglich - auch für Netflix

Im ClickClean-Report haben wir vor zwei Tagen gezeigt, dass sich einiges bewegt im IT-Sektor, der mittlerweile einen riesigen Energiebedarf hat. Viele IT-Firmen erkennen deshalb ihre Verantwortung fürs Klima, setzen sich Ziele und investieren in grünen Strom für ihre Serveranlagen. Greenpeace fordert auch von Netflix eine Selbstverpflichtung zu 100% Erneuerbaren Energien. Andere Firmen wie Facebook, Apple und Google haben vorgemacht, dass sauberer Strom gut für die Umwelt und für das Geschäft sein kann. Und Netflix? Verwendet weiter Strom aus Kohle- und Atomstrom und macht keine Anstalten, das in Zukunft zu ändern. Es ist Zeit, dass Netflix seine Hausaufgaben macht und den führenden IT-Unternehmen nachfolgt. Wir wollen Netflix grün machen - und wir brauchen dafür deine Stimme:

Hilf uns, Netflix grün zu machen

Warum gerade Netflix?

Netflix ist eines der größten Videostreaming-Portale weltweit und hat damit nicht nur einen bedeutenden Anteil am globalen Datenverkehr, sondern auch am Energieverbrauch der stark wachsenden Video-Streaming-Industrie. Alleine in Nord-Amerika machen Netflix‘ Streaming-Dienste Schätzungen zufolge bereits rund ein Drittel des Internet-Verkehrs aus.

Wo stehen Netflix‘ Server?

Entgegen anderer IT-Riesen betreibt Netflix praktisch keine eigenen Datencenter, sondern setzt weitgehend auf Amazons Cloud-Dienst „AWS“, das weltweit Serverstandorte betreibt. Das Problem: AWS setzt nach wie vor zu fast 80% auf schmutzige Energien wie Kohle-, Gas- und Atomstrom. Zwar hat sich AWS bereits 2014 zum Umstieg auf Erneuerbare Energien verpflichtet, allerdings ist seitdem wenig passiert. Gerade bei der Standortwahl für neue Datenzentren muss Amazon sicherstellen, dass eine Stromversorgung mit Erneuerbaren Energien möglich ist. Doch hier endet auch die Verantwortung von Netflix nicht: Als Großkunde kann Netflix seinen Einfluss ausüben, damit Amazon schneller auf grünen Strom umstellt.

Wie sind unsere Chancen, dass Netflix wirklich grün wird?

In einem Satz: Nie waren die Chancen besser als heute! Dank eurem Druck haben sich führende IT-Firmen wie Facebook, Apple und Google vor vier Jahren den Umstieg auf 100% Erneuerbare Energien zum Ziel gesetzt. Seitdem haben diese Unternehmen große Fortschritte gemacht – fast 20 weitere Internet-Unternehmen sind diesem Beispiel seitdem gefolgt. Wir können diese Erfolge wiederholen. Auf geht’s:

Lass uns unser Netflix grün machen!

Format
Analyse

Michael Dettbarn

Michael Dettbarn (*1983) hat in Berlin und Barcelona Neuere Deutsche Literatur, Philosophie und Psychologie studiert.


Weitere Beiträge zum Thema


Diskutiere mit uns

Bitte einloggen oder registrieren, um Kommentare zu schreiben.