Katze inmitten von Plastikmüll.
01.03.2019

Rainbow Warrior auf Zero Waste-Tour

Froilan Grate erlebt die Plastikkrise täglich hautnah mit. Der philippinische Zero-Waste-Aktivist erzählt von Bord der Rainbow Warrior.

Wir haben die Rainbow Warrior losgeschickt, um die Auswirkungen von Einwegverpackungen der ganzen Welt zu zeigen. Die Plastikkrise hat nicht auf den Philippinen begonnen, sondern in den Büros von multinationalen Konzernen wie Nestlé, Unilever, Coca-Cola, PepsiCo., Colgate, Danone, Johnson & Johnson und Mars. Froilan Grate von den Philippinen berichtet von Bord:

"Die Plastikkrise ist in den Philippinen und anderen asiatischen Ländern extrem gut sichtbar. Doch sie startete woanders: in den Büros von multinationalen Konzernen; bei den Managern, die Produkte in schädliche Einwegverpackungen stecken.

Floiran Grate mit Plastikmüll von Nestlé in der Hand.
Floiran Grate dokumentiert innerhalb eines Meeres von Plastik einen der großen Verursacher: Nestlé .

Guimaras ist der Name der zentralphilippinischen Insel, auf der ich aufgewachsen bin. Sie ist die Heimat der warmherzigsten Menschen auf der Welt – eine Fotoinsel, umgeben von türkisfarbenem Wasser und weißen Sandstränden. Mit 18 verließ ich die Insel, um in Manila zu studieren. 

Als ich erstmals die Bucht von Manila sah, war ich schockiert. Der Kontrast hätte grösser nicht sein können: Das Wasser war fast schwarz. Korallen und Fische sah ich keine, stattdessen überall Plastikmüll. Plötzlich fürchtete ich um meine Heimatinsel.

Kinder spielen in einer Landschaft von Plastik.
Kinder spielen in dem philippinischen Dorf Navotas bei Manila über einem Fluss voller Plastik.

Ich wollte meine Heimat vor dem Müll schützen. Darum ging ich zur Global Alliance for Incinerator Alternatives (GAIA). Der Schlüssel unserer Arbeit ist es, Gemeinden bei der Implementierung von Zero-Waste-Programmen beratend zur Seite zu stehen. Durch Mülltrennung, lokale Kompostierung und Recycling können die Gemeinden und Städte ihren Müll um bis zu 80 Prozent reduzieren. 

Doch auch die stärksten Bemühungen reichen nicht aus, um auf 100 Prozent zu kommen. Ein Teil des Mülls kann weder kompostiert noch recycelt werden. Die Gemeinden fragen uns, warum sie die Verantwortung dafür übernehmen sollen, und nicht die Firmen, die den Müll herstellen. Sie sagen: Das Problem ist erst gelöst, wenn die Firmen aufhören, uns mit ihrem Plastikmüll zu überfluten.

8 Milliarden Tonnen Plastik haben die Erde erobert.

Ich habe mich der Greenpeace-Schifftour angeschlossen, um die für die Plastikkrise verantwortlichen Firmen zu benennen. Diese haben ein Plastikmonster geschaffen! Kommunen und Gemeinden kommen zusammen, um ihnen zu sagen, dass sie deren Hinterlassenschaft nicht mehr ausbaden können. 

Städte und Gemeinden arbeiten an Zero-Waste-Projekten. Sie zeigen, dass eine Lösung möglich ist. Die Firmen, die das Plastikmonster nähren, müssen ihre leeren Versprechungen endlich in die Tat umsetzen und Mehrweglösungen implementieren."

Autor: Froilan Grate ist Direktor von GAIA, einer in Manila ansässigen NGO. Diese ist zusammen mit Greenpeace und anderen Organisationen ein zentrales Mitglied der globalen Bewegung 'Break Free From Plastic'.

Topic
Meere


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