06.03.2019

Keine faulen Eier: Tipps für ein nachhaltiges Osterfest

Der Frühling kommt und mit ihm das Osterfest. Den Osterhasen aber sieht man immer seltener.

Wie bei vielen anderen Feiertagen nimmt die Kommerzialisierung Einfluss auf das Osterfest – zu Lasten von Umwelt und Tieren. Die Folgen: Gefärbte Supermarkt-Eier aus fragwürdiger Haltung oder in Plastik verpackte Billigschokolade. Wir erklären euch, wie es besser geht.  

1. Vegane Fastenzeit

Die Fastenzeit ist die ideale Gelegenheit, um sich nachhaltiger zu ernähren. So könnt ihr zum Beispiel Fleisch fasten. Noch besser: Ihr ernährt euch 40 Tage lang vegan.

Die Tierhaltung macht 14,5 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen aus. Das ist so viel wie der Verkehrssektor. Die oft genannten “pupsenden Kühe” sind dabei nur ein Teil des Problems Massentierhaltung: Um Platz für den Anbau von Futtermitteln zu schaffen, werden Regenwälder gerodet. Mais und Soja werden in riesigen Monokulturen angebaut, über weite Strecken verschifft, um schließlich als Futtermittel in den Trögen der Nutztiere zu landen. Am Ende übrig bleibt Gülle. Und zwar mehr, als unsere Felder vertragen. Das verseucht Böden und Grundwasser. In Deutschland gilt ein Schwellenwert für Grundwasser von 50 mg Nitrat je Liter. Dieser wird jedoch an 28 Prozent der Messstellen mit viel Landwirtschaft überschritten.

Der Umwelt und den Tieren zuliebe müssen wir den Fleischkonsum drastisch reduzieren. Eine vegane Fastenzeit bietet die Gelegenheit, die Vielfalt der fleischfreien Küche zu entdecken. Anregungen findet ihr auf unserem Instagram-Kanal greenpeace_foodstories.

 

2. Fisch am Karfreitag?

Am Karfreitag Fisch zu essen, hat in vielen Familien Tradition. Das Problem: Die Meere sind maßlos überfischt. Laut der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sind bis zu 89 Prozent der wirtschaftlich relevanten Fischbestände am Rande der Überfischung, überfischt oder bereits kollabiert. Angesichts dessen wäre es aller Ehren wert, mit dem Brauch zu brechen und am Karfreitag auf Fisch zu verzichten. Falls das für euch nicht in Frage kommt – oder das der eine Tag ist, an dem ihr euch ausnahmsweise Fischkonsum erlaubt: Beachtet unsere Tipps zum Fischkauf.

 

3. Wer das Küken nicht ehrt, ist das Ei nicht wert

Auch von Ostereiern würde ich euch am liebsten ganz abraten. Noch immer werden in Deutschland jährlich mehrere Millionen männliche Küken getötet. Die Hennen werden oft auf viel zu engem Raum gehalten, wo sie mit Antibiotika vollgepumpt ein qualvolles Dasein fristen. Deshalb mein Tipp: Wenn schon Eier, dann wenigstens bio. Kauft Eier von Zweinutzungshühnern oder von solchen Initiativen, bei denen auch die männlichen Küken aufgezogen werden.

Die bunte Farbe verleiht ihr den Eiern ganz natürlich mit Pflanzenfarben. So könnt ihr sicher sein, dass die Farben sicher für Mensch und Umwelt sind. Zum Färben eignen sich unter anderem Kurkuma, Rotkohl und Spinat. Anleitungen findet ihr im Internet, zum Beispiel bei smarticular.net.

Oder wie wäre es statt Hühnereiern mit einer befüllbaren Alternative? So gibt es beim Finden eine doppelte Überraschung. Befüllbare Eier könnt ihr aus verschiedenen Materialien kaufen. Oder ihr bastelt sie selbst aus Pappmaché.

4. Osternester selbst basteln

Osternester könnt ihr aus Naturmaterialien selbst basteln. Das macht nicht nur Spaß, sie sehen auch schöner aus als die gekauften Osternester, die oft nach wenigen Tagen im Müll landen. Das Körbchen könnt ihr beispielsweise aus biegsamen Weidenzweigen flechten oder aus Reißig zusammenbinden. Hinein pflanzt ihr leuchtend grünes Katzengras. Oder ihr verwendet Kresse, die ihr anschließend ernten und essen könnt.

 

5. Fair naschen

Häufig sind die Osternester nicht nur mit bunten Eiern gefüllt, sondern auch mit leckeren Süßigkeiten. Egal ob in Form von Eiern oder Hasen: Achtet beim Kauf von Schokolade darauf, dass diese bio-zertifiziert und fair gehandelt ist. Wählt verpackungsarme Süßigkeiten statt solcher, die doppelt und dreifach verpackt sind. Schaut doch mal in Konditoreien und Süßwarengeschäften. Dort könnt ihr die Leckereien womöglich unverpackt kaufen.

 

6. Schützt den Osterhasen

Auf Feldern und Wiesen nach dem Osterhasen Ausschau halten: Das hat sicher der eine oder die andere von uns schon getan. Blöd nur, wenn Lebensraum und Nahrungsgrundlage der Feldhasen zunehmend schwinden. Die Tiere gelten bereits bundesweit als gefährdet. Statt Monokulturen und zunehmender Intensivierung der Landwirtschaft brauchen wir Vielfalt, Blühwiesen und Hecken. Helft mit, die Feldhasen zu schützen, indem ihr Bioprodukte kauft.

 


Jana Kornely

Jana Kornely (*1994) ist Praktikantin im Bereich Online-Kommunikation bei Greenpeace in Hamburg.


Weitere Beiträge zum Thema


Diskutiere mit uns

Bitte einloggen oder registrieren, um Kommentare zu schreiben.